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Politische Gesprächsrunde: Potenziale und Aufgaben staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure in der Kulturellen Bildung

Mit

Ralph Fleischauer, Vorsitzender des Schulausschusses der Kultusministerkonferenz, Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Abteilungsleiter „Allgemeinbildende Schulen, Förderschulen, Inklusive Bildung“

Peter Kamp, Vertreter Bundesdachorganisation und Bundesfachverband Kultureller Bildung, Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildunge. V., Vorsitzender des Bundesverbands Jugendkunstschulen und kulturpädagogische Einrichtungen

Susanne Rehm, Vertreterin der Landesdachorganisationen Kultureller Bildung, Geschäftsführerin der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Baden-Württemberg e. V.

Uwe Schulz, Vertreter eines Jugendministeriums, Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, Referatsleiter „Ganztagsbildung, Kulturelle Bildung in der Kinder- und Jugendhilfe“

Die politische Gesprächsrunde fand am 17. März 2018 anlässlich der Tagung „Perspektiven wechseln. Chancen schaffen“ der BKJ in Remscheid statt.

Politische Gesprächsrunde: Potenziale und Aufgaben staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure in der Kulturellen Bildung Politische Gesprächsrunde: Potenziale und Aufgaben staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure in der Kulturellen Bildung Politische Gesprächsrunde: Potenziale und Aufgaben staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure in der Kulturellen Bildung Politische Gesprächsrunde: Potenziale und Aufgaben staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure in der Kulturellen Bildung

Fotos: BKJ | Andi Weiland

Eine politische Gesprächsrunde beleuchtete die Aufgabe der gemeinsamen Verantwortung für Ganztagsbildung aus den verschiedenen Blickwinkeln unterschiedlicher Ressorts und Bundesländer. Moderatorin Dr. Helle Becker leitete die Debatte mit der Frage ein, warum sich die Träger der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in ganztägiger Bildung engagieren sollten?

Peter Kamp beschrieb aus Perspektive der außerschulischen Kulturellen Bildung, die Herausforderung liege nach wie vor in der Rolle der „Ergänzung“, was noch auf den Schulergänzungsplan der 1970er Jahre zurückzuführen sei. „Wir haben die große Herausforderung der nachholenden Implementierung quantitativ nicht geschafft“, so Kamp. Immer noch sei eine Unverhältnismäßigkeit zwischen schulischer und außerschulischer Bildung zu verzeichnen. Das bildungspolitische Engagement zu einer echten Implementierung von teilhabegerechter Bildung für alle Kinder und Jugendlichen werde noch immer nicht konsequent umgesetzt.

Aus Sicht der Kultusministerkonferenz verwies Ralph Fleischhauer auf die föderalen Grundbedingungen und betonte, die Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern seien sehr unterschiedlich. Es komme auf die Strukturen an, die in den Ländern geschaffen werden. Die Bildungsbüros in Nordrhein-Westfalen beispielsweise schafften konkrete Gestaltungsmöglichkeiten. Dies sei jedoch nicht in allen Ländern der Fall. Die Kultusministerkonferenz könne lediglich Empfehlungen formulieren, die Umsetzung liege bei den Ländern und Kommunen.

Als Vertreter des Jugendministeriums Nordrhein-Westfalens führte Uwe Schulz aus, die neue Landesregierung sei mit dem Ziel angetreten, die Jugendarbeit strukturell zu fördern. Im Rahmen des „Kinder- und Jugendlandes NRW“ sei das Land in der Vernetzung von Jugend, Kultur und Schule bereits ein gutes Stück weiter gekommen. Mit Blick auf Ganztagsbildung jedoch gestalte es sich immer noch relativ schwierig, mehr freiwillige Angebote der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in den Ganztagsschulen anzubieten. Schulz betonte: „Schule ist wichtig um Zielgruppen zu erreichen, die sonst nicht erreicht werden“. Ziel der drei Bereiche Schule, Jugendarbeit und Kultur sei es schließlich, ein und dasselbe Kind zu erreichen.

Mit Blick auf das Land Baden-Württemberg erklärte Susanne Rehm, das dortige Ganztagsschulgesetz fordere die Einbindung außerschulischer Träger ein. Allerdings sei es insbesondere für Schulen im ländlichen Raum schwierig, überhaupt geeignete Partner zu finden. Die Anzahl der kulturellen Bildungsinstitutionen seien ebenso wie in Nordrhein-Westfalen viel geringer als die der Schulen. Die schulischen und außerschulischen Systeme seien unterschiedlich organisiert und nicht immer passfähig. Deshalb stellten sich entscheidende Qualitätsfragen von Kooperationen: Wie weit können wir auf inhaltliche Bedarfe eingehen? Wie sind die Rahmenbedingungen dafür? Sind die außerschulischen Träger an der Konzeption der Ganztagsschulen beteiligt? Und wenn ja, sind hierfür Zeitfenster in den Arbeitsplatzbeschreibungen der Kooperationspartner vorgesehen? Wann ist Zeit für die notwendige Bindungsarbeit der Kooperierenden?

Auf die Frage der Moderatorin, wie die Arbeit der außerschulischen Träger an Schulen von Seiten der Länder unterstützt werden könne, verwies Ralph Fleischhauer von schuladministrativer Seite auf die Begleitung des Landes Nordrhein-Westfalen durch ausgebildete Moderator*innen sowie durch Programme wie „Kreativpotenziale und Lebenskunst NRW“ der BKJ.

Susanne Rehm erklärte, es gebe auch in Baden-Württemberg neuerdings Koordinierungsstellen zur Entlastung der Ganztagsschulen auf Ebene der Verwaltung. Wünschenswert jedoch wären auch inhaltliche Koordinierungsstellen.

Hier führte Uwe Schulz die „Arbeitsstelle Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW“ als Prototypen einer übergreifenden und inhaltlich ausgerichteten Koordinierungsstelle an. Vor Ort jedoch passiere in dieser Hinsicht noch zu wenig. Es gebe in einigen Kommunen fragwürdige Priorisierungen oder Vernachlässigungen einzelner Ressorts. „Wir brauchen Strukturen, die nicht an einzelnen Leuten hängen“, so Uwe Schulz. Hierzu sei eine gut funktionierende Vernetzung notwendig.

Ralph Fleischhauer betonte, aus Sicht des Schulministeriums sei die zentrale Stellschraube der Ganztag. Durch die Kapitalisierung von Stellen gebe es hier die Möglichkeit, Kooperationen einzugehen und ein kulturelles Ganztagsprofil zu entwickeln. Peter Kamp erklärte, die ressortübergreifende Perspektive auf allen Ebenen zu implementieren sei seit 50 Jahren das dickste zu bohrende Brett der BKJ. „Wir sollten kooperieren und trotzdem differieren!“

Susanne Rehm bekräftigte, wenn es um Ganztagsbildung unter Einbindung außerschulischer Qualitäten gehe, müsse sich auch das gesamtgesellschaftliche Bild der Aufgaben von Schule verändern. „Über Dinge wie Sozialkompetenzen wird noch wenig diskutiert in der öffentlichen Debatte“, so Susanne Rehm. Wenn die Kulturelle Bildung unterschiedlichste Aufträge wie Teilhabe und Integration erfüllen solle, müssten dafür auch die notwendigen Strukturen geschaffen werden!

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