Perspektiven wechseln.
Chancen schaffen



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Vortrag: „Gesellschaftlicher Wandel und jugendgerechte ganztägige Bildung“

Prof. Dr. Karin Böllert
Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendhilfe, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Über den Vortrag am 16. März 2018 anlässlich der Tagung „Perspektiven wechseln. Chancen schaffen“ der BKJ, Remscheid

Der Vortrag von Prof. Dr. Karin Böllert steht hier zum Anhören zur Verfügung.

Vortrag: „Gesellschaftlicher Wandel und jugendgerechte ganztägige Bildung“ Vortrag: „Gesellschaftlicher Wandel und jugendgerechte ganztägige Bildung“ Vortrag: „Gesellschaftlicher Wandel und jugendgerechte ganztägige Bildung“

Fotos: BKJ | Andi Weiland

Die AGJ-Vorsitzende Prof. Dr. Karin Böllert bezog die Ausführungen ihrer Keynote anlässlich der BKJ-Tagung „Perspektiven wechseln. Chancen schaffen” vor allem auf den 15. Kinder- und Jugendbericht.

Deutlich forderte sie die Notwendigkeit, Jugend als eigenständige Lebensphase noch stärker in den Blick zu nehmen. Für die drei Kernherausforderungen des Jugendalters Qualifizierung, Verselbständigung und Selbstpositionierung bräuchten junge Menschen Orte des Ausprobierens und des Selbstgestaltens. „Hier liegt ein wichtiges Qualitätskriterium der Ganztagsbildung, diese Räume zu ermöglichen!“, so Böllert.

Die Chancen diese Herausforderungen zu meistern fielen jedoch je nach Lebenslagen und Herkunft sehr unterschiedlich aus. Die Benachteiligung junger Menschen werde häufig auf individuelle Risiken und nicht auf strukturelle Barrieren zurückgeführt. Label wie „bildungsfern“ oder „mit Migrationshintergrund“ etwa bezögen die Defizite direkt auf die beschriebenen jungen Menschen und deren Familien. Diese Begriffe seien zwar einerseits geeignet, Zugangsbarrieren oder Teilhabebeschränkungen offen zu legen, trügen andererseits jedoch zur Konstruktion von „Andersheit“ und „Fremdheit“ bei.

Die Herausforderungen des Aufwachsens könne Schule zunehmend weniger alleine gestalten, sie brauche dazu Kooperationspartner. Laut der StEG-Schulleitungsbefragung 2015 (DIPF, DJI, IFS, Institut für Schulentwicklungsforschung, Justus-Liebig-Universtität Giessen 2015: GANZTAGSSCHULE 2014/2015 Deskriptive Befunde einer bundesweiten Befragung) seien dies vorrangig kulturelle Träger.

Kulturelle Bildung werde somit zunehmend zur Querschnittsaufgabe von Schulen. Allerdings seien die Angebote in der Regel projektorientiert und fänden häufig ohne Kooperationsvertrag statt. Auch gebe es bisher keine empirische Bestätigung dafür, dass Ganztagsschulen das ursprünglich adressierte Ziel der Verbesserung von Chancengerechtigkeit erfüllen. Böllert forderte: „Wir haben in der Ganztagsschule immer noch ein konzeptionelles Vakuum, das zwingend gefüllt werden muss!“

Allerdins sei die häufig formulierte Furcht der Kinder- und Jugendhilfe vor einer Schoolarisierung als unbegründet. Mit Verweis auf eine repräsentative Studie im Auftrag der Deutschen Telekom Stiftung zu den Bildungsleistungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit (2017) sei vielmehr davon auszugehen, dass Kinder- und Jugendhilfe an Schulen einen großen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten könne. Auch die These, der Ganztag entziehe den Jugendverbänden die Zielgruppen, könne mit Blick auf den DJI-Survey „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten" (AID:A 2014) nicht bestätigt werden. Die Mehrheit der Jugendlichen sei nach wie vor regelmäßig in Vereinen und Verbänden aktiv. Diese hätten damit im Alltagsleben der jungen Menschen eine zeitliche Relevanz.

Weitere Informationen

Symbol Lautsprecher Vortrag: „Gesellschaftlicher Wandel und jugendgerechte ganztägige Bildung“ von Prof. Dr. Karin Böllert anhören... [ mp3 | 58 min | 53 MB ]

Präsentation zum Vortrag von Prof. Dr. Karin Böllert [ als PDF | 45 Seiten | 1,7 MB ]

Über Prof. Dr. Karin Böllert



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