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Corona-Hilfe

Die Corona-Krise zieht für viele Akteure der Kulturellen Bildung massive finanzielle Einbußen nach sich. Betroffen sind insbesondere Initativen, Vereine, Agenturen und Einrichtungen der außerschulischen Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit sowie Freiberufler*innen und Solo-Selbständige. An dieser Stelle finden Sie Informationen, die helfen können, die Krise zu bewältigen.

Förderpraxis und finanzielle Hilfen in Bund und Ländern

BMFSFJ-Sonderprogramm „Kinder- und Jugendbildung und Kinder- und Jugendarbeit 2020“

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat im Rahmen des Sonderprogramms von der Corona-Krise betroffene Übernachtungsstätten in der Kinder- und Jugendarbeit gefördert. Für Übernachtungsstätten, die im Bereich der kulturellen Kinder- und Jugendbildung tätig sind, war die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung die zuständige Zentralstelle. Die Antragsfrist ist am 30. September 2020 ausgelaufen.

Gemeinsam mit den weiteren Zentralstellen des Programms setzt sich die BKJ für eine Fortsetzung des Programms im Jahr 2021 ein. In einer Stellungnahme im Rahmen der Anhörung zur Lage von Jugend-, Bildungs- und Übernachtungsstätten im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Bundestag am 16. November 2020 forderte Prof.in Dr.in Susanne Keuchel, Vorsitzende der BKJ, eine Fortsetzung, Erhöhung sowie Erweiterung des Programms.

 

Weitere Hilfsmaßnahmen des Bundes

Stand: 06.11.2020

Neustart Kultur

Die Bundesregierung unterstützt mit einem umfangreichen Rettungs- und Zukunftsprogramm das kulturelle Leben in Deutschland. Für das Programm „Neustart Kultur“ ist rund eine Milliarde Euro eingeplant. Im Fokus stehen dabei vor allem (Sozio)-Kultureinrichtungen, die überwiegend privat finanziert werden. Sie sollen in die Lage versetzt werden, ihre Häuser erneut zu öffnen und Programme wieder aufzunehmen, um Künstler*innen, und Kreativen eine Erwerbs- und Zukunftsperspektive zu bieten. „Neustart Kultur“ wird von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien zusammen mit diversen Partnerorganisationen in Form von Einzelprogrammen durchgeführt. Für Akteure der Kulturellen Bildung sind v. a. folgende Teilprogramme interessant:

Darlehen und Überbrückungshilfen für Selbständige, Unternehmen und gemeinnützige Organisationen

Außerordentliche Wirtschaftshilfe im November

Die Bundesregierung unterstützt die von den temporären Schließungen im November – direkt oder indirekt – betroffenen Unternehmen, Selbstständigen, Solo-Selbstständigen, Vereine und Einrichtungen. Die Regelungen gelten insbesondere auch in der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft. Weitere Informationen stellt das Bundesfinanzministerium bereit.

Überbrückungshilfen II

Jugendverbände, Träger der politischen, kulturellen und sportlichen Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendherbergen, Schullandheime, Träger von Jugendeinrichtungen des internationalen Jugendaustauschs und Einrichtungen der Behindertenhilfe und Familienerholungsstätten können, unabhängig von ihrer Rechtsform, in der jetzigen zweiten Phase Überbrückungshilfen für maximal vier Monate (September, Oktober, November und Dezember 2020) beantragen. Förderfähig sind fortlaufende, vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte Fixkosten, zum Beispiel Mietkosten, Ausgaben für Strom, Wasser, Heizung und Versicherungen oder Lizenzgebühren. Die Anträge müssen bis zum 31. Dezember 2020 durch eine*n Steuerberater*in oder Wirtschaftsprüfer*in gestellt werden.

Darlehen

Das KfW-Sonderkreditprogramm „Globaldarlehen an Landesförderinstitute für gemeinnützige Organisationen“ kann u. a. von Jugendherbergen, Familienferienstätten, Einrichtungen der Jugend- und Familienbildung oder Trägern der politischen Bildung genutzt werden. Gemeinnützige Organisationen erhalten Kredite in Höhe von max. 800.000 Euro über Landesförderinstitute. Der Bund sichert 80 Prozent des möglichen Ausfallrisikos. Die Länder können die übrigen 20 Prozent übernehmen. Bis zum 30. Dezember 2020 kann die Förderung bei den Landes­förder­instituten der Bundes­länder beantragt werden. Die Förderung steht nicht in allen Bundes­ländern zur Verfügung.

Hilfsmaßnahmen der Bundesländer

DieBundesländer haben spezifische Hilfsprogramme und -maßnahmen für die Kultur- und Kreativwirtschaft beschlossen. Einige Länder erweitern auch die Überbrückungshilfen des Bundes, die ausdrücklich nicht für die Deckung von Lebenshaltungskosten eingesetzt werden dürfen, um einen fiktiven Unternehmerlohn zur Sicherung des Lebensunerhalts von Selbständigen, Solo-Selbständigen und Freiberufler*innen.

Nähere Informationen finden Sie hier:

Allgemeine Hinweise für Selbstständige mit Verdienstausfällen

Verdienstausfälle dokumentieren

Grundsätzlich ist es ratsam, Verdienstausfälle zu dokumentieren. Sammeln Sie Verträge, Auftragsbestätigungen, Mails, Briefe, Kurznachrichten etc., mit denen Sie nachweisen können, welche Aufträge Sie erhalten und wieder verloren haben. Das Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt (LanZe) hat eine Vorlage für die Dokumentation von Verdienstausfällen (Excell-Tabelle) aufgrund der Absage von Veranstaltungen erarbeitet.

Vermindertes Einkommen der KSK melden

Mitglieder der Künstlersozialkasse (KSK) sollten dieser ihr zu erwartendes vermindertes Einkommen  melden. Damit sinken die monatlichen Beitragszahlungen. Der Versicherungsschutz bleibt im laufenden Jahr auch dann bestehen, wenn das Mindesteinkommen von 3.900 Euro jährlich nach aktueller Einschätzung nicht erreicht werden kann. Hier geht es direkt zum Antragsformular (PDF). Hier gibt es weitere Hinweise der KSK zu den Folgen der Corona-Pandemie.

Entschädigung des Verdienstausfalls durch Quarantäne

Wer aufgrund des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) einem Tätigkeitsverbot bzw. einer Quarantäne unterliegt und einen Verdienstausfall erleidet, ohne krank zu sein, erhält grundsätzlich eine Entschädigung. Auch Selbstständige und Freiberufler*innen erhalten den Verdienstausfall ersetzt. Der Antrag muss innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Einstellung des Tätigkeitsverbots oder Ende der Quarantäne gestellt werden. Zuständig sind je nach Bundesland die Gesundheitsämter oder die Bezirksregierungen. 

 

Gefördert durch

Zur Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ist der Dachverband für Kulturelle Bildung in Deutschland.