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Corona-Hilfe

Die Corona-Krise zieht für viele Akteure der Kulturellen Bildung massive finanzielle Einbußen nach sich. Betroffen sind insbesondere Initativen, Vereine, Agenturen und Einrichtungen der außerschulischen Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit sowie Freiberufler*innen und Solo-Selbständige. An dieser Stelle finden Sie Informationen, die helfen können, die Krise zu bewältigen.

Förderpraxis und finanzielle Hilfen in Bund und Ländern

BMFSFJ-Sonderprogramm „Kinder- und Jugendbildung und Kinder- und Jugendarbeit 2020/2021“ für gemeinnützige Übernachtungsstätten

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat im Rahmen des 1. und 2. Sonderprogramms in den Jahren 2020 und 2021 von der Corona-Krise betroffene Übernachtungsstätten in der Kinder- und Jugendarbeit gefördert. Für Übernachtungsstätten, die im Bereich der kulturellen Kinder- und Jugendbildung tätig sind, war die BKJ zuständige Zentralstelle. Die Antragsfrist ist am 28. März 2021 ausgelaufen.

Mit einer Stellungnahme im Rahmen der Anhörung zur Lage von Jugend-, Bildungs- und Übernachtungsstätten im Familienausschuss des Bundestags am 16. November 2020 und mit einem gemeinsam mit weiteren Verbänden veröffentlichten Forderungspapier hatte sich die BKJ erfolgreich für die Fortsetzung und Aufstockung des Programms eingesetzt. Die ebenfalls geforderte Ausweitung auf weitere Bereiche der (kulturellen) Kinder- und Jugendarbeit konnte leider nicht erwirkt werden.

Weitere Informationen zum Hintergrund

Meldung der BKJ zum Start der Antragsmöglichkeit vom 01. März 2021 „Zweite Förderphase: Sonderprogramm für gemeinnützige Übernachtungsstätten“

Meldung des BMFSFJ vom 01. März 2021 „Weitere 100 Millionen Euro für Jugendherbergen und Familienferienstätten: Ministerin Giffey startet zweite Runde des Sonderprogramms“

Hintergrundmeldung und Informationen zum Sonderprogramm vom 01. März 2021 des BMFSFJ

Weitere Hilfsmaßnahmen des Bundes

Stand: 01.03.2021

Neustart Kultur

Die Bundesregierung unterstützt mit einem umfangreichen Rettungs- und Zukunftsprogramm das kulturelle Leben in Deutschland. Für das Programm „Neustart Kultur“ hatte die Bundesregierung 2020 rund eine Milliarde Euro bereitgestellt, die in Zusammenarbeit mit Kulturverbänden und Kulturfonds in rund 60 Teilprogrammen an Akteure der verschiedenen Sparten von Kunst und Kultur verteilt werden bzw. wurden. Nachdem die Mittel Anfang 2021 weitgehend ausgeschöpft und eine ganze Reihe der Angeboten überzeichnet waren, hat die Bundesregierung im Fabruar 2021 damit begonnen, ein Anschlussprogramm aufzulegen, für das eine weitere Milliarde Euro zur Verfügung stehen soll. Für Akteure der Kulturellen Bildung sind u. a. folgende Teilprogramme interessant:

Die BKJ kritisiert in einer Pressemitteilung vom 4. Februar 2021, dass das Programm der Verantwortung, kulturelle Teilhabe für Kinder und Jugendliche sicherzustellen, bislang kaum gerecht wird, und fordert, bei der Ausweitung des Programms dringend benötige Hilfen für die Strukturen Kultureller Bildung angemessen zu berücksichtigen.

Darlehen und Überbrückungshilfen für Selbständige, Unternehmen und gemeinnützige Organisationen

Überbrückungshilfen III

Die Bundesregierung hat die Überbrückungshilfe verlängert und verspricht eine einfacheres Verfahren. Freiberufler*innen sowie gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, die zwischen November 2020 und Juni 2021 Umsatzeinbußen von mindestens 30 Prozent verzeichnen mussten, erhalten Fixkostenzuschüsse im Rahmen der Überbrückungshilfen III. Je nach Höhe des Umsatzeinbruches werden 40 Prozent, 60 Prozent oder 90 Prozent der Fixkosten erstattet – maximal aber 1,5 Millionen Euro (3 Millionen Euro für Verbundunternehmen). Die Antragstellung erfolgt über prüfende Dritte (z. B. Steuerberater*innen). Die Antragsfrist endet am 31. August 2021.

Neustarthilfe

Mit der Neustarthilfe unterstützt die Bundesregierung Soloselbständige, deren wirtschaftliche Tätigkeit im Förderzeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2021 Corona-bedingt eingeschränkt ist, die aber nur geringe betriebliche Fixkosten haben und für welche die Fixkostenerstattung im Rahmen der Überbrückungshilfe III daher nicht in Frage kommt. Alternativ zur Überbrückungshilfe III kann einmalig die Neustarthilfe von bis zu 7.500 Euro beantragt werden. Eine gleichzeitige Antragstellung für eine Fixkostenerstattung im Rahmen der Überbrückungshilfe III ist nicht möglich. Potenzielle Antragsteller*innen sollten sich daher vorab gut beraten lassen, welcher Antrag für sie der richtige ist. Die Neustarthilfe beträgt einmalig 50 Prozent eines sechsmonatigen Referenzumsatzes, maximal aber 7.500 Euro. Die volle Neustarthilfe wird gewährt, wenn der Umsatz der*des Soloselbständigen während des Förderzeitraums Januar 2021 bis Juni 2021 im Vergleich zum Referenzumsatz um mehr als 60 Prozent zurückgegangen ist. Der Referenzumsatz ist im Normalfall das Sechsfache des durchschnittlichen monatlichen Umsatzes des Jahres 2019. Haben die Soloselbständigen im Förderzeitraum Januar bis Juni 2021 Umsatzeinbußen von über 60 Prozent zu verzeichnen, dürfen sie die Neustarthilfe in voller Höhe behalten. Andernfalls ist die Neustarthilfe (anteilig) zurückzuzahlen. Die Antragsfrist endet am 31. August 2021.

Überbrückungshilfen II

Jugendverbände, Träger der politischen, kulturellen und sportlichen Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendherbergen, Schullandheime, Träger von Jugendeinrichtungen des internationalen Jugendaustauschs und Einrichtungen der Behindertenhilfe und Familienerholungsstätten können, unabhängig von ihrer Rechtsform, Überbrückungshilfen II für maximal vier Monate (September, Oktober, November und Dezember 2020) beantragen. Förderfähig sind fortlaufende, vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte Fixkosten, zum Beispiel Mietkosten, Ausgaben für Strom, Wasser, Heizung und Versicherungen oder Lizenzgebühren. Erstanträge für die Überbrückungshilfe II können bis 31. März 2021 gestellt werden. Bis einschließlich 31. Mai 2021 können noch Änderungsanträge gestellt werden.

Außerordentliche Wirtschaftshilfe im November und Dezember 2020

Die Bundesregierung unterstützt die von den Schließungen im November und Dezember – direkt oder indirekt – betroffenen Unternehmen, Selbstständigen, Solo-Selbstständigen, Vereine und Einrichtungen mit der außerordentlichen Wirtschsfthilfe „Corona-November- und Dezemberhilfe“. Die Antragsfrist für Erstanträge endet am 30. April 2021. Änderungsanträge können bis zum 30. Juni 2021 gestellt werden.

Darlehen

Das KfW-Sonderkreditprogramm „Globaldarlehen an Landesförderinstitute für gemeinnützige Organisationen“ kann u. a. von Jugendherbergen, Familienferienstätten, Einrichtungen der Jugend- und Familienbildung oder Trägern der politischen Bildung genutzt werden. Gemeinnützige Organisationen erhalten Kredite für die Deckung von Anschaffungen und laufende Kosten in Höhe von max. 800.000 Euro über Landesförderinstitute. Der Bund sichert 80 Prozent des möglichen Ausfallrisikos. Die Länder können die übrigen 20 Prozent übernehmen. Bis zum 30. Juni 2021 kann die Förderung bei den Landes­förder­instituten der Bundes­länder beantragt werden. Die Förderung steht nicht in allen Bundes­ländern zur Verfügung.

Hilfsmaßnahmen der Bundesländer

DieBundesländer haben spezifische Hilfsprogramme und -maßnahmen für die Kultur- und Kreativwirtschaft beschlossen. Einige Länder erweitern auch die Überbrückungshilfen des Bundes, die ausdrücklich nicht für die Deckung von Lebenshaltungskosten eingesetzt werden dürfen, um einen fiktiven Unternehmerlohn zur Sicherung des Lebensunerhalts von Selbständigen, Solo-Selbständigen und Freiberufler*innen.

Nähere Informationen finden Sie hier:

Allgemeine Hinweise für Selbstständige mit Verdienstausfällen

Verdienstausfälle dokumentieren

Grundsätzlich ist es ratsam, Verdienstausfälle zu dokumentieren. Sammeln Sie Verträge, Auftragsbestätigungen, Mails, Briefe, Kurznachrichten etc., mit denen Sie nachweisen können, welche Aufträge Sie erhalten und wieder verloren haben. Das Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt (LanZe) hat eine Vorlage für die Dokumentation von Verdienstausfällen (Excell-Tabelle) aufgrund der Absage von Veranstaltungen erarbeitet.

Vermindertes Einkommen der KSK melden

Mitglieder der Künstlersozialkasse (KSK) sollten dieser ihr zu erwartendes vermindertes Einkommen  melden. Damit sinken die monatlichen Beitragszahlungen. Der Versicherungsschutz bleibt im laufenden Jahr auch dann bestehen, wenn das Mindesteinkommen von 3.900 Euro jährlich nach aktueller Einschätzung nicht erreicht werden kann. Hier geht es direkt zum Antragsformular (PDF). Hier gibt es weitere Hinweise der KSK zu den Folgen der Corona-Pandemie.

Entschädigung des Verdienstausfalls durch Quarantäne

Wer aufgrund des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) einem Tätigkeitsverbot bzw. einer Quarantäne unterliegt und einen Verdienstausfall erleidet, ohne krank zu sein, erhält grundsätzlich eine Entschädigung. Auch Selbstständige und Freiberufler*innen erhalten den Verdienstausfall ersetzt. Der Antrag muss innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Einstellung des Tätigkeitsverbots oder Ende der Quarantäne gestellt werden. Zuständig sind je nach Bundesland die Gesundheitsämter oder die Bezirksregierungen. 

 

Gefördert durch

Zur Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ist der Dachverband für Kulturelle Bildung in Deutschland.