Corona-Hilfe

Der „Shutdown“ aufgrund der Corona-Pandemie zunächst bis zum Ende der Osterferien zieht für viele Akteure der Kulturellen Bildung massive finanzielle Einbußen nach sich. Betroffen sind insbesondere Initativen, Vereine, Agenturen und Einrichtungen der außerschulischen Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit sowie Freiberufler*innen Solo-Selbständige. An dieser Stelle tragen wir fortlaufend Informationen zusammen, die helfen können, die Krise zu bewältigen.

Förderpraxis und finanzielle Hilfen in Bund und Ländern

Hilfsmaßnahmen des Bundes

Das Bundeskabinett hat am 23.03.2020 ein milliardenschweres Hilfspaket zur Unterstützung von Unternehmen und Solo-Selbstständigen beschlossen. Am 25.03.2020 hat der Bundestag zugestimmt.

Stand: 25.03.2020

Am Mittwoch (25.03.2020) soll das Maßnahmenpaket im Deutschen Bundestag zur Abstimmung gestellt werden und am Freitag (27.03.2020) im Bundesrat. Ziel der Bundesregierung ist es, dass die Hilfen möglichst schnell bei den Antragsteller*innen ankommen. Die Maßnahmen im Einzelnen:

Betriebsmittelzuschüsse für Selbstständige

Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige, also auch kulturwirtschaftliche Unternehmen, Künstler*innen und freiberufliche Pädagog*innen, können Zuschüsse beantragen, wenn sie durch die Corona-Pandemie einen Liquiditätsengpass haben. Solo-Selbständige und Kleinbetriebe mit bis zu fünf Beschäftigten können für die Dauer von drei Monaten einen Betriebsmittelzuschuss von 9.000 Euro beantragen, Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten einen Zuschuss bis zu 15.000 Euro. Einzelheiten gibt es auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums.

Die Abwicklung der Hilfen erfolgt wie bei der Fluthilfe über die Bundesländer. Eine Kumulierung mit Länderhilfen und De-Minimis-Beihilfen ist möglich:


Vereinfachter Zugang zur Grundsicherung

Bei der Grundsicherung (ALG II) gilt für einen befristeten Zeitraum bis September 2020, dass Rücklagen nicht zuerst aufgebraucht werden müssen, bevor die Grundsicherung greift. Auch werden Miete und Mietnebenkosten ohne weitere Prüfung übernommen. Vielen Kulturschaffenden wird damit dieser Weg der Nothilfe geöffnet. Einzelheiten gibt es auf der Website des Bundesarbeitsministeriums.

Kündigungsschutz bei Mietschulden

Um Kündigungen von Mieträumen wie Büros, Ateliers, Proberäumen und auch Privatwohnungen zu vermeiden, soll befristet eine Kündigung aufgrund von Mietschulden nicht möglich sein. Gelten soll dies zunächst für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Bundesjustizministeriums.

Lockerung des Insolvenzrechts

Es soll eine Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Unternehmen geschaffen werden, die wirtschaftliche Schäden durch die Corona-Pandemie erleiden. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Bundesjustizministeriums.

Virtuelle Mitgliederversammlungen und weitere Erleichterungen für Vereine

Unternehmen und Vereine dürfen ihre Haupt- und Jahresversammlungen auch online abhalten. Ein Bündel weiterer Maßnahmen soll die Beschluss- und Handlungsfähigkeit von Genossenschaften, Vereinen, Stiftungen usw. sicherstellen. Die Regelungen sollen zunächst für das Jahr 2020 gelten und können auf das Jahr 2021 verlängert werden. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Bundesjustizministeriums.

Unterstützung für soziale Dienstleister und Einrichtungen

Soziale Dienstleister und Einrichtungen der Fürsorge werden im Rahmen eines besonderen Sicherstellungsauftrages durch Bund, Länder und Sozialversicherungsträger finanziell unterstützt, damit sie nicht in ihrem Bestand gefährdet sind und sich an Maßnahmen zur Bewältigung von Auswirkungen der Pandemie beteiligen können. Dies gilt für soziale Dienstleister und Einrichtungen, die Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern und anderen Gesetzen erbringen. Voraussetzung ist, dass sie in geeignetem und zumutbarem Umfang Arbeitskräfte, Räumlichkeiten und Sachmittel zur Verfügung stellen. Der Sicherstellungsauftrag gilt zunächst bis zum 30. September 2020 und kann bis zum 31. Dezember 2020 verlängert werden.

 

Weitere Informationen

Darüber hinaus haben verschiedene Bundesländer bereits Hilfsmaßnahmen speziell auch für Solo-Selbständige aus dem Kultur- und Medienbereich angekündigt. Einen Überblick über die Maßnahmen in den Ländern stellt die BKJ aktuell zusammen.

Baden-Württemberg

Der Landtag von Baden-Württemberg hat ein Soforthilfeprogramm Corona beschlossen, das sich an Soloselbständige sowie Klein- und Kleinstunternehmen auch der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie an Angehörige der Freien (auch künstlerisch-publizistischen) Berufe in Baden-Württemberg richtet.

Stand: 25.03.2020

Um deren wirtschaftliche Existenz zu sichern und Liquiditätsengpässe zu kompensieren, kann ein einmaliger, nicht rückzahlbarer Zuschuss für drei Monate gewährt werden. Eine Antragstellung ist ab Mittwochabend, den 25. März 2020 möglich.

Soforthilfe für den Kulturbereich

Das Programm richtet sich an:

  • Soloselbstständige wie bildende oder darstellende Künstler*innen, Musiker*innen, Kreativschaffende, Designer*innen, Architekt*innen, die mit ihrer selbstständigen Tätigkeit das Haupteinkommen oder zumindest ein Drittel des Nettoeinkommens eines Haushalts bestreiten.
  • Klein- und Kleinstunternehmen bis maximal 50 Beschäftigte wie Privattheater, privat getragene Musikensembles, private Musikschulen und Kunstschulen, private Museen, Galerien und Kunsthändler, Künstleragenturen, Kleinkunstbühnen, Soziokulturelle Zentren, Kinos, Designbüros, Aus- und Fortbildungseinrichtungen für künstlerische und publizistische Tätigkeiten. Hierunter fallen auch Institutionen in der Trägerschaft gemeinnütziger Vereine, die regelmäßig einer wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen. Analog zu der Empfehlung der Europäischen Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen gilt als Unternehmen grundsätzlich „jede Einheit, unabhängig von ihrer Rechtsform, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt.“
  • Angehörige der Freien Berufe wie freischaffende bildende oder darstellende Künstler*innen, Kunst- und Theaterpädagog*innen, Musiker*innen, Schriftsteller*innen, Journalist*innen oder Übersetzer*innen.

Die Förderung erfolgt ohne Rechtsanspruch als einmaliger, nicht rückzahlbarer Zuschuss zunächst für drei Monate. Die Obergrenze für die Höhe der Förderung entspricht dem unmittelbar infolge der Corona-Pandemie verursachten Liquiditätsengpass oder entsprechenden Umsatzeinbruch, maximal jedoch den im Folgenden genannten Förderbeträgen:

  • 9.000 Euro für antragsberechtigte Soloselbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu fünf Beschäftigten
  • 15.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigen,
  • 30.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigen.

Detaillierte Informationen zur Soforthilfe gibt es beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK)

Telefonische Beratung Medien- und Filmgesellschaft (MFG) Baden-Württemberg

Telefonnummer: 0711 -90 71 53 46 (Montag, Mittwoch und Freitag , 14.00 bis 16.00 Uhr)

Die MFG hat auch ein umfangreiche Infoangebot zur Corona-Krise für Kultur- und Kreativschaffende online gestellt.

Bayern

Die Bayerische Staatsregierung hat ein Soforthilfeprogramm eingerichtet, das sich an Betriebe und Freiberufler*innen richtet, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage und in Liquiditätsengpässe geraten sind.

Stand: 25.03.2020

Soforthilfe Corona

Anträge können von gewerblichen Unternehmen und selbstständigen Angehörigen der Freien Berufe (bis zu 250 Erwerbstätige) gestellt werden, die eine Betriebs- bzw. Arbeitsstätte in Bayern haben.

Die Soforthilfe ist gestaffelt nach der Zahl der Erwerbstätigen und beträgt:

  • bis zu 5 Erwerbstätige: 5.000 Euro,
  • bis zu 10 Erwerbstätige: 7.500 Euro,
  • bis zu 50 Erwerbstätige: 15.000 Euro,
  • bis zu 250 Erwerbstätige: 30.000 Euro.

Weitere Infos und das Antragsformular gibt es beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.

Kultureinrichtungen

Das Bayerische Kunstministerium plant, bei unabhängig von Corona anstehenden Förderverfahren etwaige Ausnahmefälle infolge der Pandemie bei der Bemessung der Förderhöhe zu berücksichtigen. Einzelheiten zu Hilfen für öffentliche oder öffentlich geförderte Kultureinrichtungen wurden noch nicht bekanntgegeben.

Berlin

Der Berliner Senat hat sich auf Soforthilfemaßnahmen für Unternehmen, Solo-Selbstständige und Freiberufler*innen verständigt.

Stand: 23.03.2020

Soforthilfe II

Für Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen stehen 100 Millionen Euro im Rahmen der „Soforthilfe II“ zur Verfügung. Die Soforthilfe II wendet sich an Klein- und Kleinstunternehmen mit maximal fünf Beschäftigten sowie Freiberufler*innen und Soloselbständige vor allem aus den Bereichen Gesundheit, Gleichstellung, Handel und Dienstleistung, Jugend und Bildung, Kreativwirtschaft, Kultur, Soziales, Sport und Tourismus. Sie sollen schnell und mit geringem bürokratischem Aufwand Zuschüsse zur Sicherung ihrer beruflichen bzw. betrieblichen Existenz beantragen können.

Damit die Mittel so effizient und zielgruppengerecht wie möglich eingesetzt werden, sollen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Es muss im Einzelfall nachgewiesen bzw. glaubhaft gemacht werden, dass ein Zuschuss für die Sicherung der beruflichen bzw. betrieblichen Existenz in der Corona-Krise erforderlich ist;
  • Im Rahmen der Antragstellung soll erklärt werden, dass Hilfsprogramme des Bundes oder andere zur Verfügung stehende Hilfsprogramme bzw. Ansprüche aus der sozialen Sicherung und anderen gesetzlichen Leistungen (z. B. Kurzarbeitergeld, Grundsicherung) in Anspruch genommen bzw. beantragt werden;
  • Über- oder Doppelkompensationen durch die Inanspruchnahme von Mitteln aus anderen Maßnahmen oder Programmen sollen von vornherein vermieden bzw. im Nachhinein korrigiert werden. Der Zuschuss übernimmt deshalb auch die Funktion einer Liquiditätshilfe bis zur Klärung und Inanspruchnahme anderer Ansprüche;
  • Die Höhe des Zuschusses wird auf 5.000 Euro begrenzt. Er kann gegebenenfalls mehrmals beantragt werden, erneut nach sechs Monaten für Einzelpersonen sowie nach drei Monate für Mehrpersonenbetriebe.

Weitere Informationen gibt es auf der Website der Investitionsbank Berlin (IBB)

Soforthilfe I

Im Rahmen Soforthilfe I werden Unternehmen unterstützen, deren Geschäft durch Corona in eine Schieflage geraten ist. Dazu wird der Liquiditätsfonds der IBB vorübergehend für alle kleine und mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeiter*nnen geöffnet. Die Öffnung umfasst auch Angehörige der Freien Berufe, Clubs und Restaurants.

Die Förderhöchstgrenze liegt bei 500.000 Euro. Bei höherem Bedarf kann auf die Angebote der Kreditanstalt für Wiederaufbau zurückgegriffen werden. Der Senat hat das Antragsverfahren verschlankt und das Bewilligungsverfahren beschleunigt. Um möglichst viele Unternehmen zu unterstützen, wird der Ermächtigungsrahmen für die IBB zur Aufnahme von Mitteln für die Liquiditätshilfen um 100 Millionen Euro erhöht. Sollten die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid 19 länger dauern, kann der Rahmen ggf. in einem zweiten Schritt auf 200 Mio. Euro aufgestockt werden.

Anträge für den Liquiditätsfonds können bereits auf folgender Seite der Investitionsbank gestellt werden.

Bereits bewilligten Projektförderungen und Ausschreibungen der Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Bei Absage der Veranstaltungen aufgrund höherer Gewalt können die angefallenen Kosten als zuwendungsfähige Ausgabe anerkannt werden, ggf. sollte die Maßnahme digital durchgeführt werden oder später nachgeholt werden. Dies gilt auch, wenn bisher nur ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn bewilligt wurde.

Laufende Ausschreibungen der Kulturverwaltung

Bis auf Weiteres können Anträge wie üblich online hier eingereicht werden. Derzeit ist jedoch aufgrund von COVID-19 noch offen, ob und wann die Förderentscheidungen getroffen werden.

Weitere Informationen

Die LKJ Berlin hat eine Übersicht zu den Auswirkungen von Corona für die kulturelle Kinder-und Jugendbildung veröffentlicht.

Allgemeine Informationen für Unternehmen, also auch die der Kultur- und Kreativwirtschaft, finden Sie hier.

Weiter halten der Kulturförderpunkt Berlin und die Kulturwirtschaftsberatung Berlin Informationen bereit. Nähere Infos finden Sie hier.

Brandenburg

Bandenburgs Landesregierung hat ein Soforthilfeprogramm aufgelegt, das sich gezielt an kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler*innrn richtet, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage und Liquiditätsengpässe geraten sind.

Stand: 25.03.2020

Für Freiberufler und Kleinunternehmen im Land Brandenburg wurde ein Soforthilfeprogramm aufgelegt. Es können Zuschüsse bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg beantragt werden. Die Zuschüsse betragen bei bis zu  5 Erwerbstätige bis zu 9.000,- EUR, bis zu 15  Erwerbstätige bis zu 15.000,- EUR, bis zu 50 Erwerbstätige bis zu 30.000,- EUR und bis zu 100 Erwerbstätige bis zu 60.000,- EUR.

Institutionell vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunstgeförderte Einrichtungen werden weiter gefördert. Auch Projekte sollen weiter gefördert werden. Hier soll das Gespräch mit den zuständigen Mitarbeiter*innen im Ministerium gesucht werden.

Bremen

Im Rahmen eines von der Senatorin für Wirtschaft aufgelegten Förderprogramms können Unternehmen in Bremen und Bremerhaven, die durch die Auswirkungen des Coronavirus in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, Soforthilfen beantragen.

Stand: 25.03.2020

Corona-Soforthilfe

Das Land Bremen gewährt Zuschüsse für Unternehmen, die nicht zurück gezahlt werden müssen von bis zu 5.000 Euro. In begründeten Einzelfällen sind bis zu max. 20.000 Euro möglich. Das Programm richtet sich an Freiberufler*innen und Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und weniger als 2 Millionen Jahresumsatz.

Weitere Informationen und das Antragsformular gibt es bei der Bremer Aufbau-Bank (BAB).

Für Bremerhaven ist die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven zuständig.

Hier gibt es einen Info-Ticker für Bremer und Bremerhavener Unternehmen.

Durch den Senator für Kultur geförderte Projekte

Für Projekte gilt:

  • Im Vertrauen auf Projekte getätigte Ausgaben werden als Vertrauensschutzregelung nicht zurückgefordert, auch wenn die Projekte nicht stattfinden können.
  • Projekte, die nach dem 19. April 2020 anberaumt sind, sollen weiter vorbereitet werden (falls möglich sollten auch alternative Termine vorüberlegt werden), bis ggf. über die Allgemeinverfügung vom 17. März hinausreichende Entscheidungen getroffen werden. Dabei weiterhin anfallende Kosten werden als Vertrauensschutzregelung nicht zurückgefordert, sollten die Projekte doch ausfallen müssen.

Weitere Info hat der Kultursenator hier zusammengestellt (PDF).

Durch die Senatorin fürfür Soziales, Jugend, Integration und Sport geförderte Projekte bzw. Träger

Einrichtungen, die im Auftrag der Sozialbehörde soziale Arbeit leisten, können auch weiterhin mit Entgelten und Zuwendungen durch die Sozialbehörde rechnen, wenn die Allgemeinverfügungen im Zuge der Covid-19-Pandemie sie in ihrer Arbeit hindern oder einschränken. Gehälter für festangestellte Mitarbeiter*innen, vertraglich bereits gebundene Honorarkräfte und Mieten sollen abgesichert werden. Auch Storno- oder anderweitige Ausfallkosten, zum Beispiel für abgesagte Veranstaltungen, könnten grundsätzlich abgerechnet werden, soweit die Eigenmittel des Trägers dazu nicht ausreichen.

Weitere Info gibt es in dieser Pressemitteilung.

 

Hamburg

Ergänzend zu den Hilfen des Bundes hat der Hamburger Senat weitere Maßnahmen für einen Hamburger Schutzschirm für Corona-geschädigte Unternehmen und Institutionen auf den Weg gebracht.

Stand: 23.03.2020

Hamburger Corona Soforthilfe (HCS)

Der Senat legt mit der Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) ein Soforthilfeprogramm für kleine und mittlere Betriebe und Freiberufler*innen auf, die in eine existenzbedrohende Schieflage oder existenzgefährdende Liquiditätsengpässe geraten sind. Die Hamburger Corona Soforthilfe soll nach der Zahl der Beschäftigten gestaffelt sein und den in Vorbereitung befindlichen allgemeinen Notfallfonds des Bundes sinnvoll ergänzen. Vorgesehen sind direkte, echte Zuschussmittel in Höhe von

  • 2.500 € (Solo-Selbständige)
  • 5.000 € (weniger als 10 Mitarbeiter*innen)
  • 10.000 € (10-50 Mitarbeiter*innen)
  • 25.000 € (51-250 Mitarbeiter*innen)

Um die Förderung optimal mit dem Notfallfonds des Bundes zu verzahnen, startet das genaue Antrags-, Bewilligungs- und Auszahlungsverfahren nach dem Beschluss des Notfallfonds des Bundes durch das Bundeskabinett voraussichtlich in im Laufe dieser Woche (23.–29.03.2020).

Askünfte erteilt das IFB Beratungscenter Wirtschaft unter foerderlotsen(at)ifbhh.de oder unter 040 - 248 46 - 533.

Finanzierungssicherheit für Zuwendungsempfänger

Förderzusagen der Stadt bestehen, auch wenn die geplanten Produktionen und Projekte jetzt nicht oder in anderer Form umgesetzt werden können.

Zusätzliches Hilfspaket Kultur

Die Behörde für Kultur und Medien (BKM) hat Hilfspaket Kultur im Wert von 25 Millionen Euro geschnürt. Damit will die Behörde in Ergänzung bereits bestehender Fördermöglichkeiten finanzielle Hilfen für kulturelle Einrichtungen sowie freischaffende Künstler*innen leisten, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage und in Liquiditätsengpässe geraten sind. Förderfähig sind kulturelle Einrichtungen wie Privattheater oder Musik-Clubs. Dazu werden die jeweils bereits existierenden Förderkulissen in den Sparten weiterentwickelt. Gefördert werden nachgewiesene laufende Belastungen, die aufgrund der Schließung einer Einrichtung bzw. eines Veranstaltungsortes, der Absage von Veranstaltungen oder fortlaufender vertraglicher Verpflichtungen nicht mehr durch eigene Mittel gedeckt werden können.

Künstler*innen, die als Solo-Selbständige in der Künstlersozialkasse (KSK) gemeldet sind und in Hamburg eine entsprechende Einrichtung betreiben bzw. ihren Hauptwohnsitz haben, können die Hamburger Corona Soforthilfe der IFB (s. o.)  in Anspruch nehmen. Darüber hinaus wird ein Nothilfefonds in Höhe von zwei Millionen Euro eingerichtet, mit dem auf Antrag Ausfälle ausgeglichen werden können, die durch andere Hilfsmaßnahmen nicht erfasst werden. Für weitere Sofortmaßnahmen dieser und anderer Behörden wird die Finanzbehörde entsprechend Vorsorge betreiben.

Kredite für Unternehmen

Die bestehenden IFB-Förderprogramme sollen deutlich erweitert und deren Konditionen verbessert werden, um die gestarteten KfW-Förderprogramme für die Hamburger Bedarfe passgenau zu flankieren. Erster Baustein wird der HamburgKredit-Liquidität (HKL), der zielgerichtet kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit einem Kreditvolumen von je bis zu 250.000 Euro ausstatten und damit die Liquiditätssituation im KMU-Bereich im Zusammenwirken mit den anderen Maßnahmen entspannen kann.
 
Für Kulturinstitutionen (IFB-Förderkredit Kultur) und Sportvereine (IFB-Förderkredit Sport) wird die IFB ein neues Fördermodul auch für dringend notwendige Betriebsmittel ausweisen; bisher wurden mit diesen Förderprogrammen nur Investitionen im Sport- und Kulturbereich gefördert. Die Ergänzungen der Förderrichtlinien sind bei der IFB mit Hochdruck in Arbeit. Das Ziel ist, dass noch in dieser Woche (23.–29.03.2020) erste Anträge gestellt werden können. Der Kreditrahmen soll jeweils in der Regel bis zu 150.000 Euro betragen.

Förderung durch die Hamburgische Kulturstiftung

Die Förderzusagen der Hamburgischen Kulturstiftung bleiben bestehen. Für bereits zugesagte Projekte und Antragsteller*innen hat die Stiftung ein PDF mit den wichtigsten Informationen zur Förderung zusammengestellt.

Die Stiftung hat außerdem einen Spendenaufruf für einen Hilfsfonds für Künstler*innen in Hamburg gestartet.

Service-Hotline

Die Hamburg Kreativ Gesellschaft hat eine Service-Hotline für Kreativschaffende unter der Telefonnummer 040 - 23724965 eingerichtet.

Weitere Informationen

Hamburg.de: Hilfsmaßnahmen für Kultur und Kreativwirtschaft in Hamburg

STADTKULTUR HAMBURG: Laufend aktualisierte Informationen zum Coronavirus

Hamburg Kreativ Gesellschaft: COVID-19 – Auswirkungen auf die Kreativwirtschaft

Hessen

Das Land Hessen hat ein Soforthilfeprogramm aufgesetzt, dass die die Mittel der Bundesregierung aufstocken soll.

Stand: 25.03.2020

Das Land Hessen stockt die Mittel der Bundesregierung mit einem eigenen Zuschuss auf. Insgesamt stehen für Solo-Selbstständige, Freiberufler*innen, Künstler*innen sowie Kleinst- und Kleinunternehmen mit bis zu 50 Mitarbeiter*innen mehr als zwei Milliarden Euro von Bund und Land zur Verfügung.

Corona-Soforthilfe

Die Corona-Soforthilfe wird als einmaliger nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Sie beträgt inklusive der Bundesförderung bei 

  • bis zu 5 Beschäftigten: 10.000 Euro für drei Monate,
  • bis zu 10 Beschäftigten: 20.000 Euro für drei Monate,
  • bis zu 50 Beschäftigten: 30.000 Euro für drei Monate.

Anträge können ab dem 30. März 2020 beim Regierungspräsidium Kassel und dann ausschließlich online gestellt werden. In Hessen wird nur die Stellung eines Antrages notwendig sein, um sowohl die Bundes- als auch die Landesförderung zu erhalten.

Weitere kurzfristige Liquiditätshilfe durch Darlehen

Freiberufler*innen sowie kleine und mittlere Unternehmen können im Programm Liquiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen in Hessen über ihre Hausbank Nachrangdarlehen zwischen 5.000 Euro und 200.000 Euro erhalten. Dabei sind zwei Jahre tilgungsfrei. Nähere Auskunft erteilt die WIBank.

Weitere Informationen gibt es beim Hessischen Wirtschaftsministerium.

Mecklenburg-Vorpommern

Die Landesregierung hat sich auf die Schaffung des „MV-Schutzfonds“ verständigt. Mit einem Maßnahmenpaket von insgesamt 1,1 Milliarden Euro sollen die Unternehmen im Land unterstützt und Arbeitsplätze gesichert werden.

Stand: 25.03.2020

Soforthilfe

Kleinstunternehmen und Kleinunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern in wirtschaftlicher Schieflage können beim Landesförderinstitut eine Soforthilfe beantragen. Sie muss nicht zurückgezahlt werden. Damit zieht das Land die Hilfen des Bundes für Kleinstunternehmen vor  mit einmalig 9.000 Euro bei 0-5 Arbeitsplätzen und 15.000 Euro bei 6-10 Arbeitsplätzen.

Außerdem unterstützt das Land mit 125 Millionen Euro aus eigenen Mitteln auch Kleinunternehmen bis 49 Beschäftigte, die sich aufgrund der Corona-Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden mit einmalig 25.000 Euro bei 11-24 Arbeitsplätzen und 40.000 Euro bei 25-49 Arbeitsplätzen.

Überbrückungsdarlehen

Für alle Unternehmen stehen 200 Mio. Euro für weitgehend zinsfreie Überbrückungsdarlehen bereit. Der Bürgschaftsrahmen des Landes wird um 400 Millionen auf 1,6 Milliarden Euro erhöht. 100 Mio. Euro werden für ein Beteiligungsprogramm bereitgestellt, mit dem sich das Land zeitweilig an Unternehmen beteiligen kann, um diese zu stabilisieren. Die verschiedenen Hilfen für Unternehmen schließen sich nicht gegenseitig aus.

Unterstützung von Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstlern, Kulturschaffenden und ehrenamtlich Engagierten

Das Land hat zugesagt, dass Landeszuschüsse an Kultureinrichtungen nicht deshalb gekürzt oder gestrichen werden, weil die Erbringung der Leistung nicht möglich ist.

Auchh zivilgesellschaftliche Strukturen im Bildungs-, Sozial-, Sport-, und Kulturbereich stehen vor großen wirtschaftliche Herausforderungen. Für die Funktionsfähigkeit der in diesen Bereichen tätigen Vereine, Stiftungen und anderen Organisationen hat die Landesregierung zusätzlich 25 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, von denen mindestens 5 Mio. Euro für den Bereich des Ehrenamts und gemeinnütziger Einrichtungen eingesetzt werden sollen, um die Auswirkungen der Krise auf Einrichtungen und Einzelpersonen der genannten Bereiche abzumildern.

Der MV-Schutzfonds im Detail(PDF, 0,05 MB)

Hotline für Unternehmen

Für Unternehmen, auch für die aus der Kultur- und Kreativwirtschaft, wurde eine Service-Hotline eingerichtet, die von der Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung mbH (GSA) in Schwerin betreut wird. Die Nummer der Hotline lautet: 03 85 - 588 55 88 . Sie ist von Montag bis Freitag von 08:00 bis 20:00 Uhr erreichbar.

Nordrhein-Westfalen

Um Betroffenen unverzüglich zu helfen und Liquiditätsengpässe zu vermeiden, hat die Landesregierung von Nordrehein-Westfalen Soforthilfen für Kultur und Weiterbildung beschlossen.

Stand: 27.03.2020

Soforthilfe für Künstler*innen

Mit einer Soforthilfe in Höhe von zunächst fünf Millionen Euro unterstützt die Landesregierung freischaffende, professionelle Künstler*innen, die durch die Absage von Engagements in finanzielle Engpässe geraten. Sie erhalten eine existenzsichernde Einmalzahlung in Höhe von bis zu 2.000 Euro. Die Soforthilfe kann mittels eines einfachen Formulars bei den zuständigen Bezirksregierungen beantragt werden und muss später nicht zurückgezahlt werden. Hier gibt es weitere Informationen und das Antragsformular.

NRW-Soforthilfe 2020

Zur finanziellen Unterstützung von Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen hat das Land Nordrhein-Westfalen das Soforthilfeprogramm „NRW-Soforthilfe 2020“ aufgelegt. Künstler*innen und freiberuflich tätige Dozent*innen der gemeinwohlorientierten Weiterbildung und der Politischen Bildung, die diese Tätigkeit als Haupterwerb betreiben, sind als Solo-Selbstständige antragsberechtigt.

Die Soforthilfe erfolgt im Rahmen eines einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschusses. Sie ist gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten und beträgt für drei Monate:

  • 9.000 Euro für antragsberechtigte Solo-Selbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten,
  • 15.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten,
  • 25.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten

Weitere Informationen finden sich beim NRW- Wirtschaftministerium.

Kultureinrichtungen

Bereits bewilligte bzw. derzeit noch in Prüfung befindliche Förderungen in Höhe von mehr als 120 Millionen Euro werden in jedem Falle ausgezahlt – auch dann, wenn die Veranstaltungen und Projekte wegen Corona abgesagt oder verschoben werden müssen. Zusätzliche Ausnahmeregelungen sollen Veranstalter und Einrichtungen finanziell wie zeitlich entlasten: So können etwa Ausfallkosten, die durch Absagen entstehen, als zuwendungsfähige Ausgaben im Rahmen der Förderungen anerkannt werden sowie die üblicherweise bei der Ver-wendung von Fördermittel geltenden zwei-Monats-Fristen gelockert werden.

Einrichtung der Weiterbildung und politischen Bildung

Auch im Bereich der gemeinwohlorientierten Weiterbildung und politischen Bildung plant die Landesregierung, die bereits bewilligten gesetzlichen Fördermittel in Höhe von ebenfalls rund 120 Millionen Euro fortlaufend und beschleunigt auszuzahlen, auch wenn Bildungsveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht durchgeführt werden können. Dadurch soll das Risiko verringert werden, dass die Einrichtungen in akute Liquiditätsprobleme kommen.

Außerdem arbeitet das Ministerium für Kultur und Wissenschaft an einem Hilfsprogramm für die Einrichtungen, um vor allem die fehlenden Einnahmen durch den Wegfall von Kursgebühren oder Teilnehmerbeiträgen auszugleichen, die im Bereich der gemeinwohlorientierten Weiterbildung etwa ein Drittel der regelmäßigen Einnahmen ausmachen.

Kindertagesbetreuung und Ganztag

Land und Kommunen haben in gemeinsamer Verantwortung die vollständige Weiterfinanzierung der Kindertageseinrichtungen, der Kindertagespflege und der Ganztagsangebote in den Schulen unabhängig von der konkreten Inanspruchnahme zugesagt.

Weitere Informationen

Der Landesjugendring NRW wird in den nächsten Tagen auf seiner Website Antworten auf häufig gestellte Abrechnungsfragen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zusammenfassen und diese möglichst aktuell halten.

Die LKJ NRW hat Aktuelles zur Corona-Krise zusammengestellt.

Rheinland-Pfalz

Das Landeskabinett hat einen „Schutzschild für Rheinland-Pfalz“ beschlossen. Die Landesregierung will für die Bekämpfung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen 3,3 Milliarden Euro in einer Kombination aus Bürgschaften, Barmitteln und Verpflichtungsermächtigungen bereitstellen.

Stand: 26.03.2020

Soforthilfefonds

Der Fonds der Landesregierung soll die Bundeshilfen sinnvoll ergänzen. Die Bundeszuschüsse werden um Sofortdarlehen ergänzt. Außerdem wird die Soforthilfen auf größere Unternehmen mit bis zu 30 Beschäftigten erweitert. Diese werden im Landes-Fonds mit einer kombinierten Zuschuss- und Darlehenskomponente berücksichtigt.

Konkret sehen die Soforthilfen von Bund und Land folgendes vor:

  • Selbstständige und Unternehmen bis zu 5 Beschäftigten: 9000 Euro Zuschuss aus dem Bundesprogramm und 10.000 Euro Sofortdarlehen des Landes bei Bedarf. Insgesamt beträgt die Soforthilfe 19.000 Euro.
  • Unternehmen von 6 bis 10 Beschäftigten: 15.000 Euro Zuschuss aus dem Bundesprogramm und 10.000 Euro Sofortdarlehen des Landes bei Bedarf. Insgesamt beträgt die Soforthilfe 25.000 Euro.
  • Unternehmen von 11 bis 30 Beschäftigten: Bis zu 30.000 Euro Sofortdarlehen des Landes zuzüglich einem Landes-Zuschuss über 30 Prozent der Darlehenssumme. Insgesamt beträgt die Soforthilfe 39.000 Euro.

Projektförderung des Landes

Die Förderbedingungen in Rheinland-Pfalz werden der aktuellen Situation angepasst:

  • Zuwendungsempfänger*innen erhalten ihre Förderungen auf der Grundlage ihrer Anträge, die sie bereits bis Ende Februar an das Land gestellt hatten.
  • Grundlegend ist die Verpflichtung durch Veränderungen oder Verschiebungen des Projekts einen möglichen finanziellen Schaden zu minimieren.
  • Für alle Projektförderungen des Landes wird der Bewilligungszeitraum bis zum Ende des Jahres verlängert. Damit werden die Veranstalter*innen unbürokratisch in die Lage versetzt, Veranstaltungen nicht abzusagen, sondern zu verschieben, eventuell bis zum Ende des Jahres.
  • Bei Veranstaltungen oder Projekte, die abgesagt wurden oder noch abgesagt werden müssen, soll die Förderung nicht zurückgefordert werden.
  • Bereits getätigte und nicht mehr abwendbare Ausgaben bzw. Verpflichtungen kann der Zuwendungsempfänger nun im Verwendungsnachweis als Ausgaben geltend machen.
  • Ebenso werden die institutionellen Förderungen unbürokratisch gehandhabt und so bewilligt wie im Haushaltsplan des Landes vorgegeben, damit die Liquidität dieser Einrichtungen sichergestellt ist.

Kultursommer

  • Projektverschiebungen sind bis zum Ende des Kalenderjahres möglich.
  • Projektänderung zur Minimierung des finanziellen Schadens werden unbürokratisch zugelassen.
  • Bei Projektabsagen können bereits getätigte oder nicht mehr abwendbare Verpflichtungen im Verwendungsnachweis geltend gemacht werden.
  • Zugesagte Förderung werden soweit wie möglich ausgezahlt. Sie können nun sofort abgerufen werden, die Frist „2 Monate vor Veranstaltungsbeginn“ ist aufgehoben.
  • Es wird darum gebeten, das Team des Kultursommers schnellstmöglich über geplante Änderungen von Projekten zu informieren, um die weitere Verbreitung falscher und veralteter Daten zu vermeiden oder zu korrigieren.

Weitere Informationen

Das Kulturbüro Rheinland-Pfalz der LAG Soziokultur & Kulturpädagogik Rheinland-Pfalz hat ein Corona-FAQ für die Kulturschaffenden in Rheinland-Pfalz zusammengestellt.

Saarland

Die saarländische Landesregierung hat ein Maßnahmenpaket geschnürt, um saarländischen Unternehmen in der Corona-Krise zu helfen.

Stand: 27.03.2020

Kleinunternehmer-Soforthilfe

Neben steuerlichen Hilfestellungen wird es auch ein Soforthilfeprogramm für Kleinunternehmer*innen geben, bis es gegebenenfalls ein entsprechendes Bundesprogramm gibt. Kleine Unternehmen und Selbststständige können 3.000 bis 10.000 Euro Soforthilfe bekommen. Dafür stellt das Land bis zu 30 Mio. Euro sofort zur Verfügung. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden, vorausgesetzt, alle Angaben sind korrekt.

Wenn das Bundesprogramm zur Verfügung steht, soll sichergestellt werden, dass Antragssteller*innen ein mögliches Plus zu den Fördersätzen des Bundes zusätzlich bekommen. Wer also im ersten Schritt 3.000 Euro vom Land bekommt, kann in einem zweiten Schritt weiteres Geld vom Bund bekommen, allerdings maximal bis zur Zuschusshöhe des Bundes.

Weitere Informationen und das Antragsformular gibt es auf der Website der Landesregierung.

Hier hat sie außerdem ein FAQ für Kulturschaffende veröffentlicht.

Projektförderung

Kulturelle Projekte, deren Förderung das Land zugesagt hat, müssen sich nicht an eine zeitliche oder örtliche Vorgabe halten. D.h. Produktionen können nachgeholt werden oder aber ins Digitale übertragen werden.

Sachsen

Das Sächsische Wirtschaftsministerium hat ein Sonderprogramm für Selbstständige und Kleinstunternehmen auf den Weg gebracht.

Stand: 26.03.2020

Soforthilfe-Darlehen „Sachsen hilft sofort“

Ab sofort können Einzelunternehmer*innen, Freiberufler*innen und Kleinstunternehmen in Sachsen das Soforthilfe-Darlehen „Sachsen hilft sofort“ beantragen. Das zinsfreie Darlehen muss drei Jahre lang nicht zurück gezahlt werden. Die bankübliche Bonitätsprüfung entfällt. Das Darlehen wird als Projektförderung durch ein zinsloses, am Liquiditätsbedarf (weiterlaufende Betriebsausgaben) für zunächst vier Monate orientiertes Nachrang-Darlehen von mindestens 5.000 Euro und höchstens 50.000 Euro gewährt. Anträge können ab sofort bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt werden. Weitere Infos zum Sofortprogramm gibt es bei Kreatives Sachsen.

Sachsen-Anhalt

Die Landesregierung Sachsen-Anhalt hat ein Soforthilfeprogramm zur Unterstützung der Kunst- und Kulturszene eingerichtet, das sich an in existenzielle Notlage geratene Künstler*innen richtet.

Stand: 24.03.2020

Kurzfristige Unterstützung für Künstler*innen

Antragsberechtigt sind selbständige Künstler*innen, die in den Bereichen Musik, darstellende oder bildende Kunst ihre künstlerische Tätigkeit schaffen, ausüben oder lehren sowie Schriftsteller*innen. Die künstlerische oder schriftstellerische Tätigkeit wird erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausgeübt. Wohnsitz muss in Sachsen-Anhalt liegen. Ein Anspruch auf die Gewährung einer Förderung besteht nicht. Gewährt wird ihnen nicht rückzahlbarer Zuschuss in Höhe von 400 Euro pro Person und Monat zunächst für einen Zeitraum von bis zu zwei Monaten. Schutz vor Schadsoftware. Weitere Informationen zur Antragstellung gibt es auf der Website des Landesverwaltungsamts Sachsen-Anhalt.

Flexibilität im Umgang mit genehmigten Projekten

Bei Projekten, die nach der Kulturförderrichtlinie des Landes gefördert werden und die wegen der Pandemie nicht wie beantragt durchgeführt werden können sowie bei Projekten, die zwischenzeitlich abgesagt worden sind, will die Landesregierung prüfen, ob bereits entstandene, unabwendbare Kosten und Regressansprüche als zuwendungsfähig anerkannt werden. Bei jedem der kritischen Fälle wird das Landesverwaltungsamt individuell und sorgfältig mit den Antragsteller*innen bzw. Zuwendungsempfänger*innen nach einer Lösung suchen. Projektträger sollen sich nach einer Förderung rechtzeitig bei dem Landesverwaltungsamt melden, wenn sie die Maßnahme nicht oder nur teilweise durchführen können.

Sofortprogramm für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer*innen

Das Programm wird gegenwärtig im Wirtschaftsministerium erarbeitet und soll in dieser Woche (23.–27.03.2020)  vorgestellt werden. Das Sofort-Programm des Wirtschaftsministeriums sieht Zuschüsse für Selbstständige und kleine Unternehmen vor. Das Programm soll auf den Hilfen des Bundes basieren und auf die Wirtschaftsstruktur Sachsen-Anhalts passgenau zugeschnitten sein. Daneben soll es verbesserte Darlehensprogramme für kleine und mittlere Unternehmen geben, die künftig über die Investitionsbank Sachsen-Anhalt umgesetzt werden. Einzelheiten und Konditionen sollen ebenfalls in dieser Woche vorgestellt werden.

Weitere Informationen

Das Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt informiert fortlaufend über Tipps, Hilfen usw. in seinem Sondernewsletter Corona.

Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein stellt 500 Millionen Euro zur Bewältigung der Coronakrise bereit. Profitieren sollen vor allem Hotels und Restaurants.

Stand: 25.03.2020

Das Land Schleswig-Holstein legt – anders als zunächst angerkündigt – kein eigenes Soforthilfe-Programm für Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen auf. Stattdessen verweist auf die Bundeshilfen. Diee ursprünglich für Zuschüsse an Kleinbetriebe vorgesehenen 100 Millionen Euro sollen dafür eingesetzt werden, Förderlücken dort zu schließen, wo keine Ansprüche auf eine Förderung mit den Bundesmitteln bestehen.

Mit den ursprünglich für den Mittelstandssicherungsfonds vorgesehenen 300 Millionen Euro will das Land nun besonders günstige Darlehen mit langer Laufzeit für Unternehmen des Hotel-, Beherbergungs- und Gaststättengewerbes anbieten.

Die Zuschüsse für Kleinbetriebe aus dem Bundesprogramme werden auf der Grundlage einer vom Wirtschaftsministerium erstellten Förderrichtlinie durch die Investitionsbank Schleswig-Holstein vergeben. Das Programm soll noch in dieser Woche (23.–27.03.2020) starten.

Thüringen

Der Freistaat Thüringen hat ein Soforthilfeprogramm als Entschädigung für Klein- und Kleinstunternehmen sowie einen umfangreichen Schutzschirm für Unternehmen und Beschäftigte in der Corona-Krise aufgelegt.

Stand: 25.03.2020

Soforthilfeprogramm

Unternehmen sollen schnellen und unbürokratischen Zugang zu Krediten und Darlehen, Beteiligungen, aber auch direkte Zuschüsse bekommen.

Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft und Solo-Selbständige können bei der Thüringer Aufbaubank Soforthilfen als Zuschüsse beantragen. Solo-Selbständige und Unternehmen bis zu 5 Beschäftigte können 5.000 Euro beantragen, Unternehmen mit 6-10 Beschäftigten 10.000 Euro, Unternehmen mit 11-25 Beschäftigten 20.000 Euro sowie Unternehmen mit 26-50 Beschäftigten 30.000 Euro.

Weiterhin soll das Angebot zinsverbilligter Darlehen weiter ausgeweitet werden. Dazu soll ein Programm „Thüringen Kapital XXL“ geschaffen werden, über das eine Förderung mit langfristigen Nachrangdarlehen erfolgen kann, mit denen die Eigenkapitalbasis der Unternehmen gestärkt werden soll. Gedacht ist an Laufzeiten von im Regelfall 10 Jahren, von denen die ersten Jahre tilgungsfrei bleiben. Zudem erwägt das Land die Einrichtung eines “Thüringen-Fonds”, über den vorübergehende Beteiligungen an strategisch wichtigen Unternehmen eingegangen werden können.

Nähere Informationen zu den Programmen werden auch auf der Website der Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft veröffentlicht.

Bewilligung von Projektförderungen im Kulturbereich

Bereits bewilligte Projektförderungen: Bei Absage von Veranstaltungen aufgrund höherer Gewalt – also auch aufgrund von Corona – können bereits  angefallen Kosten abgerechnet werden. Wenn möglich, sollen Veranstaltungen digital durchgeführt oder später nachgeholt werden.

Noch nicht bewilligte Maßnahmen: Wenn jetzt schon feststeht, dass eine Veranstaltung, die in den kommenden Wochen und Monaten stattfinden soll,  nicht mehr durchgeführt werden kann, können im Ausnahmefall die bereits angefallenen und nicht mehr vermeidbaren Kosten maximal in Höhe der angekündigten Fördermittel bewilligt werden. Auch hier soll die Möglichkeit digitaler Ersatz-Angebote und -Formate geprüft werden. Für Projekte, die im virtuellen Raum umgesetzt werden, stehen die Fördermittel in der angekündigten Höhe zur Verfügung.

Veranstaltungen nach dem 1. Mai 2020 können derzeit wie geplant bewilligt werden. Gleichwohl sollte geprüft werden, die Veranstaltungen in die zweite Jahreshälfte zu verlegen.

Auch Kreative Deutschland, der Bundesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Deutschland, bietet einen laufend aktualisierten Überblick über Hilfsangebote in den einzelnen Bundesländern.

Allgemeine Hinweise für Selbstständige mit Verdienstausfällen

1. Verdienstausfälle dokumentieren

Grundsätzlich ist es ratsam, Verdienstausfälle zu dokumentieren. Sammeln Sie Verträge, Auftragsbestätigungen, Mails, Briefe, Kurznachrichten etc., mit denen Sie nachweisen können, welche Aufträge Sie erhalten und wieder verloren haben. Das Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt (LanZe) hat eine Vorlage für die Dokumentation von Verdienstausfällen (Excell-Tabelle) aufgrund der Absage von Veranstaltungen erarbeitet.

2. Vermindertes Einkommen der KSK melden

Mitglieder der Künstlersozialkasse (KSK) sollten dieser ihr zu erwartendes vermindertes Einkommen  melden. Damit sinken die monatlichen Beitragszahlungen. Der Versicherungsschutz bleibt im laufenden Jahr auch dann bestehen, wenn das Mindesteinkommen von 3.900 Euro jährlich nach aktueller Einschätzung nicht erreicht werden kann. Hier geht es direkt zum Antragsformular (PDF). Hier gibt es weitere Hinweise der KSK zu den Folgen der Corona-Pandemie.

3. Entschädigung des Verdienstausfalls durch Quarantäne

Wer aufgrund des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) einem Tätigkeitsverbot bzw. einer Quarantäne unterliegt und einen Verdienstausfall erleidet, ohne krank zu sein, erhält grundsätzlich eine Entschädigung. Auch Selbstständige und Freiberufler*innen erhalten den Verdienstausfall ersetzt. Der Antrag muss innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Einstellung des Tätigkeitsverbots oder Ende der Quarantäne gestellt werden. Zuständig sind je nach Bundesland die Gesundheitsämter oder die Bezirksregierungen. 

4. Unterstützung durch Vewertungsgesellschaften

Über die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) können Inhaber*nnen eines Wahrnehmungsvertrags eine einmalige Soforthilfe in Höhe von 250 Euro beantragen, wenn sie durch virusbedingte Veranstaltungsabsagen Honorarausfälle erlitten haben.

Wortautor*innen und Verleger*innen haben die Möglichkeit über den Sozialfonds der VG Wort finanzielle Hilfen zu beantragen. Für den Antrag sind Angaben zu Einkünften und Vermögenslage notwendig.

Die VG Bildkunst bringt in Kürze so viele Ausschüttungen wie möglich auf den Weg. Einmalige Sonderzahlungen über das Sozialwerk werden momentan geprüft.

Die GEMA  hat ein Corona-Nothilfe-Programm für GEMA-Mitglieder auf den Weg gebracht. Je nach seiner persönlichen Betroffenheit durch die Corona-Pandemie können Mitglieder Übergangshilfen von bis zu 5.000 Euro beantragen.

Die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger stellt einen Hilfetopf über 50.000 Euro für alle in Not geratenen Theaterschaffenden zur Verfügung. Gezahlt werden 500 Euro Sofort-Ausfall-Ausgleichszahlung pro Person. Enzelheiten und Informationen zum Antrag gibt es unter gdba(at)buehnengenossenschaft.de.

 

Gefördert durch

Zur Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ist der Dachverband für Kulturelle Bildung in Deutschland.