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Über das Projekt

„MindCare − Mentale Gesundheit in der Kulturellen Bildung, Förderung von Achtsamkeit, Resilienz und Empowerment“ (2025−2026) ist ein Kooperationsprojekt der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und des „Kenniscentrum voor cultuureducatie en amateurkunst (LKCA)“, Niederlande. Es wird gefördert von der Europäischen Union.

Kinder haben das Recht, möglichst gesund aufzuwachsen. Dazu gehört ihre psychische ebenso wie ihre körperliche Gesundheit. Und obwohl Themen rund um den Umgang mit Stress, Belastungen oder psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit erfahren haben, geht es Kindern und Jugendlichen in Deutschland nicht so gut wie es sein sollte.

Ausgangsbedingungen

In einem Bericht vom Juni 2025 schreibt UNICEF, die Bedingungen ihres Aufwachsens hätten sich verschlechtert und die Lebenszufriedenheit der befragten Kinder sei gesunken. Gleichzeitig belegen Studien, dass Zukunftsängste aufgrund der Klimakrise, gewaltsamer Kriege und Konflikte und wirtschaftlicher Unsicherheit zunehmen und sich fast die Hälfte aller 16- bis 30-Jährigen moderat bis stark einsam fühlen. Die Nutzung sozialer Medien, deren Aufmachung und Inhalte nicht altersgerecht gestaltet oder reguliert werden, trägt oftmals zu Stress, Ängsten und negativen Selbst- und Körperbildern bei. Kinder, die marginalisierten Gruppen angehören und etwa Queerfeindlichkeit, Rassismus oder Ableismus erfahren, sind von all diesen Entwicklungen besonders betroffen. Das Bild, das sich abzeichnet, ist also besorgniserregend – und den meisten Menschen, die tagtäglich mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten, schmerzlich bekannt.

„MindCare“ als Kinderrechteprojekt mit den Potenzialen Kultureller Bildung

Im Rahmen des Projektes „MindCare“ werden daher alle Grundprinzipien der UN-Kinderrechtskonvention berücksichtigt: das Recht auf Nichtdiskriminierung (Artikel 2), das Recht auf Leben, Überleben und Entwicklung (Artikel 6), die Berücksichtigung von Kindesinteressen/Kindeswohl (Artikel 3) und das Recht auf Beteiligung (Artikel 12).

Es ist wichtig, sich darauf zu konzentrieren, was getan werden kann. Fachkräfte der Kulturellen Bildung können einiges beitragen. Spielen, kreativ sein, die eigene Fantasie benutzen: All das sind wichtige Bausteine für die gesunde, sozioemotionale Entwicklung eines Kindes.

Die WHO hat schon 2019 einen Bericht veröffentlicht, der die Vorteile kultureller Teilhabe, Kunst und Kreativität deutlich benennt. Sie hätten eine Kombination psychologischer, emotionaler, und verhaltensbasierter Effekte, sie stärken Resilienz und Selbstbewusstsein. Die Wirkung ist besonders groß, wenn die Teilnahme an kulturellen Angeboten regelmäßig und/oder über einen längeren Zeitraum erfolge.

Kulturelle Bildung hat demnach das Potenzial psychischen Erkrankungen vorzubeugen, bei bestehenden Belastungen oder Erkrankungen positiv zu wirken und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen zu stärken.

Unterstützung für Akteure der Kulturellen Bildung

Um Fachkräfte darin zu unterstützen, die Potenziale Kultureller Bildung in Bezug auf die psychische und körperliche Gesundheit von jungen Menschen zu nutzen, bietet das Projekt „MindCare“ Fortbildungen und Räume für Austausch an, bündelt und veröffentlicht Informationen in Form von Fachartikeln, Interviews und Praxiseinblicken und entwickelt eine Toolbox, um praxisnahe Methoden und Ansätze zugänglich zu machen.

In einer Befragung durch die Partizipationsplattform der Europäischen Union (2023) gaben Kinder und Jugendliche selbst an, dass sie sich mehr sichere Orte wünschen, an denen sie Gleichaltrige treffen und durch Erwachsene in ihren Bedürfnissen und Wünschen gestärkt werden. Sichere Orte also. „MindCare“ trägt dazu bei, dass Fachkräfte solche sicheren Orte aktiv gestalten können.

Literatur

5Rights Foundation (2023): Disrupted Childhood. The Cost of Persuasive Design.
https://5rightsfoundation.com/wp-content/uploads/2024/08/5rights_DisruptedChildhood_G.pdf open_in_new
Elhai, John D. /Dvorak, Robert D./ Levine, Jason C./Hall, Brian J. (2016): Problematic smartphone use: A conceptual overview and systematic review of relations with anxiety and depression psychopathology.
https://www.researchgate.net/publication/307135165_Problematic_smartphone_use_A_conceptual_overview_and_systematic_review_of_relations_with_anxiety_and_depression_psychopathology open_in_new
EU Participation Platform (2023): Summary ‒ Child Safety Survey Results.
https://eu-for-children.europa.eu/feeling-safe_en open_in_new
Stiftung Bertelsmann (2025): Jung, einsam – und engagiert? Wie Einsamkeit das Engagement der jungen Generation prägt.
https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/user_upload/GenNow_Jung_einsam_engagiert.pdf open_in_new
Universitätsklinikum Eppendorf (2024): Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen durch globale Krisen belastet. COPSY-Studie (COrona und PSYche) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Pressemitteilung v. 04.12.2024.
https://www.uke.de/allgemein/presse/pressemitteilungen/detailseite_160448.html open_in_new
WHO Europe (2019): What is the evidence on the role of the arts in improving health and wellbeing? A scoping review.
https://iris.who.int/bitstream/handle/10665/329834/9789289054553-eng.pdf?sequence=3 open_in_new
Zbranca, Rarita/Dâmaso, Mafalda/Blaga, Oana/Kiss, Kornélia/Dascăl, Marina Denisa /Yakobson, Dana/Pop, Oana (2022): CultureForHealth Report. Culture’s contribution to health and well-being. A report on evidence and policy recommendations for Europe. CultureForHealth. Culture Action Europe.
https://www.cultureforhealth.eu/app/uploads/2023/02/Final_C4H_FullReport_small.pdf open_in_new

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