Kinder haben das Recht, möglichst gesund aufzuwachsen. Dazu gehört ihre psychische ebenso wie ihre körperliche Gesundheit. Und obwohl Themen rund um den Umgang mit Stress, Belastungen oder psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit erfahren haben, geht es Kindern und Jugendlichen in Deutschland nicht so gut wie es sein sollte.
Ausgangsbedingungen
In einem Bericht vom Juni 2025 schreibt UNICEF, die Bedingungen ihres Aufwachsens hätten sich verschlechtert und die Lebenszufriedenheit der befragten Kinder sei gesunken. Gleichzeitig belegen Studien, dass Zukunftsängste aufgrund der Klimakrise, gewaltsamer Kriege und Konflikte und wirtschaftlicher Unsicherheit zunehmen und sich fast die Hälfte aller 16- bis 30-Jährigen moderat bis stark einsam fühlen. Die Nutzung sozialer Medien, deren Aufmachung und Inhalte nicht altersgerecht gestaltet oder reguliert werden, trägt oftmals zu Stress, Ängsten und negativen Selbst- und Körperbildern bei. Kinder, die marginalisierten Gruppen angehören und etwa Queerfeindlichkeit, Rassismus oder Ableismus erfahren, sind von all diesen Entwicklungen besonders betroffen. Das Bild, das sich abzeichnet, ist also besorgniserregend – und den meisten Menschen, die tagtäglich mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten, schmerzlich bekannt.
„MindCare“ als Kinderrechteprojekt mit den Potenzialen Kultureller Bildung
Im Rahmen des Projektes „MindCare“ werden daher alle Grundprinzipien der UN-Kinderrechtskonvention berücksichtigt: das Recht auf Nichtdiskriminierung (Artikel 2), das Recht auf Leben, Überleben und Entwicklung (Artikel 6), die Berücksichtigung von Kindesinteressen/Kindeswohl (Artikel 3) und das Recht auf Beteiligung (Artikel 12).
Es ist wichtig, sich darauf zu konzentrieren, was getan werden kann. Fachkräfte der Kulturellen Bildung können einiges beitragen. Spielen, kreativ sein, die eigene Fantasie benutzen: All das sind wichtige Bausteine für die gesunde, sozioemotionale Entwicklung eines Kindes.
Die WHO hat schon 2019 einen Bericht veröffentlicht, der die Vorteile kultureller Teilhabe, Kunst und Kreativität deutlich benennt. Sie hätten eine Kombination psychologischer, emotionaler, und verhaltensbasierter Effekte, sie stärken Resilienz und Selbstbewusstsein. Die Wirkung ist besonders groß, wenn die Teilnahme an kulturellen Angeboten regelmäßig und/oder über einen längeren Zeitraum erfolge.
Kulturelle Bildung hat demnach das Potenzial psychischen Erkrankungen vorzubeugen, bei bestehenden Belastungen oder Erkrankungen positiv zu wirken und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen zu stärken.
Unterstützung für Akteure der Kulturellen Bildung
Um Fachkräfte darin zu unterstützen, die Potenziale Kultureller Bildung in Bezug auf die psychische und körperliche Gesundheit von jungen Menschen zu nutzen, bietet das Projekt „MindCare“ Fortbildungen und Räume für Austausch an, bündelt und veröffentlicht Informationen in Form von Fachartikeln, Interviews und Praxiseinblicken und entwickelt eine Toolbox, um praxisnahe Methoden und Ansätze zugänglich zu machen.