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Umfrageergebnisse zur Inklusion an künstlerischen Hochschulen

07.02.20

Das Netzwerk „Kultur und Inklusion“ hat in Kooperation mit der Kultusministerkonferenz eine Umfrage an 49 künstlerischen Hochschulen in Deutschland durchgeführt, um bestehende Barrieren und Herausforderungen zu ermitteln. Den Umfrageergebnissen zeigen ein gemischtes Bild.

Zwar sind die Hochschulen grundsätzlich dem Thema Inklusion gegenüber offen. Das zeigt sich etwa daran, dass 71 Prozent der künstlerischen Hochschulen einen Bedarf an Weiterbildungen zur Inklusion anmelden. Nur 39 Prozent der akademischen Einrichtungen bieten im pädagogischen Bereich spezielle Lehrveranstaltungen zum Thema Inklusion an. An einem Gros der Hochschulen studieren vereinzelt Menschen mit Beeinträchtigungen, jedoch informieren nur 49 Prozent der Hochschulen proaktiv über Nachteilsausgleiche bei den Aufnahmeprüfungen. Auch die inklusive Infrastruktur ist an den Hochschulen noch ausbaubedürftig: Lediglich ein Drittel der befragten künstlerischen Hochschulen schätzt ihre Gebäude als gut bis sehr gut zugänglich ein. Die Barrierefreiheit ihrer Webseiten beurteilen 13 Prozent als gut.

Die Umfrageergebnisse, die erstmals bei der 5. Netzwerktagung „Kultur und Inklusion“ vom 6. und 7. November 2019 an der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid öffentlich vorgestellt wurden, hat Akademie-Direktorin Prof.in Dr.in Susanne Keuchel nun in einem Fachbeitrag in der Zeitung Politik & Kultur ausführlich dargestellt und bewertet. Sie kommt zu dem Fazit:

Um künstlerische Hochschulen inklusiver zu gestalten, bedarf es einer systematischen Aufarbeitung des Themas Inklusion in allen Handlungsfeldern: Kommunikation, Aufnahmeprüfungen, Lehre und räumliche Zugänge. Dies ist nur mit zusätzlichen finanziellen Mitteln möglich. Vorteilhaft wäre mehr Wissenstransfer zwischen Pioniereinrichtungen im Feld der Künste und Inklusion und künstlerischen Hochschulen. Hilfreich wäre auch eine Wissensbündelung an bundesweiter zentraler Stelle, damit nicht jeder Einzelne – Studierende und Dozenten – eigene individuelle Lösungswege für die Ausübung künstlerischer Praxis suchen muss.

Susanne Keuchel, BKJ-Vorsitzende

Keuchel, die auch Präsidentin des Deutschen Kulturrsts betont außerdem, das Inklusion an künstlerischen Hochschulen nur ein erster Schritt sei. Auch die Breitenförderung in Kindheit und Jugend, etwa Exzellenzwettbewerbe wie „Jugend musiziert“ müssten inklusiver werden - und letztlich der gesamte Kulturbereich:

Wenn auf Bühnen, in Film und Fernsehen eine inklusive Künstlerbesetzung als „Normalität“ gelingt, dann hat dies eine Strahlwirkung auf alle gesellschaftlichen Lebensbereiche.

Susanne Keuchel, BKJ-Vorsitzende

Weitere Informationen

Netzwerk Kultur und Inklusion

Träger des Netzwerks „Kultur und Inklusion“ ist das BKJ-Mitglied:

Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW

Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW

Die Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW (bis August 2016: „Akademie Remscheid für Kulturelle Bildung“) ist das zentrale Institut für Kulturelle Kinder- und Jugendbildung der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Nordrhein-Westfalen. Ihr Kernauftrag ist die kulturpädagogische Fort- und Weiterbildung von Fachkräften der Jugend-, Sozial-, Bildungs- und Kulturarbeit. Diesen Auftrag setzt die Akademie Remscheid durch ein breit gefächertes Angebot in Musik, Rhythmik, Tanz, Theater, Spiel, Literatur & Sprache, Bildende Kunst, Medien & Kommunikation, Sozialpsychologie & Beratung sowie Allgemeiner Kulturpädagogik um. Darüber hinaus verwirklicht die Akademie Remscheid ihren Auftrag durch die Übernahme zahlreicher Aufgaben, die über das Kerngeschäft der Fort- und Weiterbildung hinausgehen. Sie ist Sitz oder Rechtsträger verschiedener Einrichtungen und Verbände der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung und ist Träger der Arbeitsstelle „Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW“.

Kontakt

Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW e. V.
Küppelstein 34
42857 Remscheid
Telefon +49 (0) 21 91 - 794 - 0
Fax +49 (0) 21 91 - 794 - 205
Mail info(at)kulturellebildung.de
Web www.kulturellebildung.de

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