Arbeitsfelder der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung



Initiative Transparente Zivilgesellschaft

BMFSFJ

bkj.de
NACHRICHTEN ZUR KULTURELLEN BILDUNG >>
23.02.2017 /// Ein nagelneuer Kompass: Der 15. Kinder- und Jugendbericht

„Zwischen Freiräumen, Familie, Ganztagsschule und virtuellen Welten – Persönlichkeitsentwicklung und Bildungsanspruch im Jugendalter“ – unter diesem Titel ist Anfang Februar 2017 der 15. Kinder- und Jugendbericht (15. KJB) erschienen. BKJ-Grundsatzreferentin Kirsten Witt gibt einen ersten Überblick über die wesentlichen Aussagen.

von Kirsten Witt

Der „Bericht über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland“ erscheint alle vier Jahre. Staatsekretär Ralf Kleindiek bezeichnete ihn im Rahmen einer Fachtagung der AGJ als „Kompass für eine zukunftsgerichtete Jugendpolitik“. Wohin aber weist nun dieser Kompass?

Wiederentdeckung der Jugend

Das Jugendalter kennzeichnet drei zentrale Kernherausforderungen: Verselbständigung, Selbstpositionierung und Qualifizierung. Zur Bewältigung dieser Kernherausforderungen die besten Rahmenbedingungen zu schaffen, darin liegt die zentrale gesellschaftliche und politische Verantwortung. Der 15. KJB versucht, „Jugend“ auch aus Jugendsicht in den Blick zu nehmen, als roter Faden und insbesondere im 3. Kapitel. Ein zehnköpfiges Redaktionsteam der Jugendpresse Deutschland hat eine Jugendbroschüre erstellt, die zentrale Themen aufbereitet.

Im achten Kapitel, sind unter dem Titel „Jugend ermöglichen – Plädoyer für eine neue Jugendorientierung“ die wichtigsten Erkenntnisse aus den ersten sieben Kapiteln in Form von 22 Thesen zusammengefasst. Diese können zugleich als politische Empfehlungen gelesen werden. Insbesondere für das Feld der Kinder- und Jugendarbeit sind viele davon anschlussfähig.

Qualifizierung über alles?

Die Kernherausforderung, sich zu qualifizieren, dominiere das Jugendalter auf unverhältnismäßige Weise, so die Kommission. Selbstpositionierung und Verselbständigung, würden gesellschaftlich eher ausgeblendet. Hierzu heißt es im Bericht: „Das Jugendalter wird gegenwärtig so stark wie nie zuvor durch den Besuch von Bildungsinstitutionen geprägt. Andere gesellschaftliche Erwartungen an junge Menschen treten im Vergleich zum Erwerb von Qualifikationen und Zertifikaten deutlich in den Hintergrund.“ (S.70)

Daher gilt es, die zentralen Herausforderungen wieder in ein konstruktives Verhältnis zu bringen. Die Praxis der Kulturellen Bildung kann hier aufgrund ihres spezifischen Profils – im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Reichweite – wertvolle Beiträge leisten. Ein weiteres Moment Kultureller Bildung rückt in den Fokus: Das Ringen um Freiräume im Jugendalter ist zu einem jugendpolitischen Kristallisationspunkt geworden, so der 15. KJB. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die Fragen nach Zeitsouveränität, Scholarisierung und Institutionalisierung von Jugend.

Kinder- und Jugendarbeit

Der Kinder- und Jugendarbeit – also dem Teil der Kinder- und Jugendhilfe, in dem die kulturelle Jugendbildung verortet ist – widmet sich das 6. Kapitel. Insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit sehen die Autor/innen das Potenzial und zugleich die Verantwortung, Selbstpositionierung und Verselbstständigung junger Menschen zu unterstützten. Denn: „Ihre Stärke im institutionellen Gefüge des Aufwachsens liegt darin, dass sie in einer Pluralität von Trägern die Heterogenität von Jugend und damit die unterschiedlichen Lebensformen Jugendlicher berücksichtigen und durch Freiwilligkeit, Selbstorganisation und Partizipation neben der obligatorischen Schule wichtige zusätzliche Impulse setzen kann.“ (S. 72)  An anderer Stelle heißt es: „Jugend in der Jugendarbeit ist die sich durch Beteiligung selbst verselbstständigende Jugend.“ (S. 78)

Als zentrale Herausforderungen für die Kinder- und Jugendarbeit werden benannt:

  • Inklusionsanspruch und Kinder- und Jugendarbeit
  • Ganztagsschule und Nachmittagsbetreuung
  • Lernort zwischen informellen Lernprozessen und Zertifikationserwartungen
  • Politische Interessenvertretung
  • Freiräume von Kindern und Jugendlichen
  • Politische Bildung als alte Herausforderung in neuen Kontexten

Fazit

Der Kulturellen Bildung als Teil der Jugendarbeit liefert der aktuelle Kinder- und Jugendbericht vielseitige „Steilvorlagen“, um ihre Potenziale und ihre Erfahrungen in die Diskurse einzubringen und sich selbstbewusst als Akteure zu profilieren. Zugleich gibt uns der Bericht eine Menge an Hausaufgaben auf, formuliert Aufträge – nicht zuletzt in Hinsicht auf eine kritische Selbstreflexion und Verantwortungsübernahme, um auch mit Kultureller Bildung „Jugend zu ermöglichen“.

Weitere Informationen

Ausführliche Auswertung im Dossier „Jugendpolitik“

15. Kinder- und Jugendbericht mit der Stellungnahme der Bundesregierung (PDF)

Jugendbroschüre zum 15. Kinder- und Jugendbericht (PDF)


666 mal gelesen

nach oben | zurück

/// TERMINKALENDER


Regionale Workshops der Initiative „Kultur öffnet Welten“
23.03.2017–24.04.2017 - Bundesweit
Im Rahmen von „Kultur öffnet Welten“ finden bundesweit 16 Ta...

Tage der Chor- und Orchestermusik
24.03.2017–27.03.2017 - Konstanz
Weit über 1.000 Mitwirkende feiern die Amateurmusik: Die Ta...

Symposium auf der Leipziger Buchmesse: „Hinterm Horizont geht's weiter“
25.03.2017 10:30 - 13:30 Leipzig
Am Beispiel ausgewählter Werke der Kinder- und Jugendliterat...





/// SOCIAL MEDIA


       

Diversität anerkennen
Inklusion umsetzen
Zusammenhalt stärken
Seite drucken | PDF der Seite erstellen | Seite empfehlen deliciousWhatsapp | Jobs | Kontakt | Sitemap | Impressum | Datenschutz