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09.09.2016 /// Rückblick: Fachtagung „macht inklusion!?“ – Wie geht inklusives freiwilliges Engagement?

Akteur*innen aus den kulturellen Frewilligendiensten haben am 8. und 9. September 2016 in Frankfurt am Main über Barrieren, Normen, Diskriminierung und die Machtverhältnisse in den Freiwilligendiensten diskutiert. 

Gerd Taube im Gespräch. Foto: BKJInklusion bedeutet Menschenrechte einzulösen und dadurch zu einer Transformation der Gesellschaft beizutragen, in der alle in ihrer Verschiedenheit erkannt werden und bestehende Benachteiligungen abgebaut sind. „‚Teilhabe für alle‘ ist ein elementares Ziel der Kulturellen Bildung. Es entspricht der politischen Forderung und dem eigenen Anspruch der BKJ. Ein Blick in die Praxis zeigt jedoch, dass viele unserer Angebote nicht inklusiv sind. Daher wollen wir mit der inklusiven Ausgestaltung der Freiwilligendienste einen konkreten Beitrag zu den notwendigen, gesellschaftlichen Veränderungen leisten.“, sagt Gerd Taube, Vorsitzender der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ).

Um diese Veränderung voranzutreiben, diskutieren am 8. und 9. September 2016 ehemalige und aktuelle Freiwillige, Einsatzstellen, Träger und Fachkräfte gemeinsam bei der Fachtagung „macht inklusion!?“, zu der die BKJ zusammen mit der Landesvereinigung Kulturelle Bildung (LKB) Hessen e. V. eingeladen hat. Die Teilnehm*erinnen beschäftigen sich vielfältig mit Ableismus, Adultismus, Heterosexismus, Klassismus und Rassismus und deren ausschließenden Mechanismen.

Die BKJ und der Trägerverbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung haben sich entschlossen, die Handlungsoptionen bei sich selbst zu suchen, sich kritisch zu prüfen, zu verändern, um tatsächlich inklusiver zu werden. Das bedeutet konkret, dass die bundesweiten Angebote des Trägerverbundes Freiwilligendienste Kultur und Bildung und allen voran das FSJ Kultur, das in diesem Jahr 15. Jubiläum feiert, Barrieren abbauen müssen. Um diese zu benennen, Diskriminierung zu erkennen, der eigenen Privilegien bewusst zu werden und auch die machtvolle Rolle von Trägern und Einsatzstellen zu hinterfragen, gibt es zahlreiche Expert*innen auf der Tagung, mit denen gemeinsam diskutiert wird.

„Wir müssen zuhören“

Die Keynote-Gebenden. Foto: BKJLeitung des Projektes Kulturbrücke des Mehrgenerationenhaus Frankfurt und erste Vorsitzende des hessischen Flüchtlingsrates, sagt dazu: „Es kann nicht sein, dass Menschen nicht als begegnungsfähige Menschen mit Kompetenzen wahrgenommen werden, nur weil sie zum Beispiel anfänglich kein Deutsch sprechen. Wir brauchen Anerkennung aller Wissenssysteme, Talente und Kompetenzen jedes einzelnen Menschen. Wir müssen beginnen zuzuhören und anschließend eine produktive Streitkultur darüber aufzubauen.“

„Freiwilliges Engagement darf kein Luxus sein“

Träger des FSJ Kultur und des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) Kultur und Bildung in Hessen, ist die LKB Hessen. Ihr 1. Vorsitzende Lothar R. Behounek betont: „Wir möchten mit der Tagung einen Reflexionsprozess anstoßen und deutlich machen, dass bürgerschaftliches Engagement oder ein Freiwilligendienst kein Luxus ist und sein darf, sondern ein Recht aller in unserer Gesellschaft. Ganz unabhängig von Herkunft, Religion, Alter, Leistungen oder wirtschaftlichen Verhältnissen sollten sich alle Menschen ganz selbstverständlich engagieren können.“

Um den Reflexionsprozess auch über die Tagung hinaus lebendig zu halten, werden im Anschluss an die Tagung die Ergebnisse in Form eines multimedialen und praxisorientierten Online-Informationsportals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Umsetzung dieser Wissensdatenbank, die perspektivisch ausgebaut werden soll, wird vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gefördert. 

Weitere Informationen:

Twitter: #machtinklusion

Programm (PDF)

Freiwilligendienste Kultur und Bildung


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