Arbeitsfelder der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung



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24.10.2018 /// Kinder ins Zentrum: Das Recht auf Kultur und Spiel durch Qualität verwirklichen

Kinder stehen bei zwei aktuellen Vorhaben der Bundespolitik im Mittelpunkt: beim „Gute-Kita-Gesetz“ und beim Rechtsanspruch auf ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote im Grundschulalter. Für beide Vorhaben fordert die BKJ, in die nachhaltige Qualität zu investieren und die Kinder mit ihren Rechten und Bedürfnissen ins Zentrum zu rücken.

Die BKJ begrüßt, dass Bundesjugendministerin Dr. Franziska Giffey die Startchancen von Anfang an verbessern will, um eine gerechtere Teilhabe und Bildung zu ermöglichen. Teilhabe und Bildung sind Kinderrechte, die in Kitas und Ganztagsschulen eingelöst werden müssen. Dafür ist es unumgänglich, dass der Bund ergänzend zu Ländern und Kommunen Geld für Kindertageseinrichtungen und Ganztagsangebote zur Verfügung stellt. Damit diese Mittel für die Kinder vor Ort wirksam werden, müssen sie zweckgebunden eingesetzt und dauerhaft gesichert werden.

Bildung ist gemeinsame Aufgabe öffentlicher und freier Träger

Prof. Dr. Gerd Taube, Vorsitzender der BKJ, sagt:

„Wir brauchen zum Beispiel qualifizierte Fachkräfte in ausreichender Zahl, welche die Bedürfnisse von Kindern nach Persönlichkeitsentwicklung und Beteiligung, nach Spiel und Experiment nicht nur kennen, sondern ihnen entsprechende attraktive Entwicklungsräume bieten. Und dies nicht nur in Kitas, Horten und Schulen, sondern auch in den außerschulischen Einrichtungen, denn Bildung ist gemeinsame Aufgabe der öffentlichen und freien Träger. Dazu brauchen wir auch eine Erweiterung der Angebote sowie die Förderung von Kooperationen. Nur auf dieser Grundlage können gute pädagogische Konzepte entwickelt und umgesetzt werden. Die Träger der Kulturellen Bildung beteiligen sich aktiv an der Erweiterung und Verbesserung der Angebote in Kindertageseinrichtungen und im Ganztag. Die Kinder- und Jugendhilfe und die freien Träger dürfen allerdings nicht zum Ausfallbürgen werden, sondern benötigen gleichberechtigte Partnerschaften und eigenständige Fördermodelle!“

Eine soeben erschienene, im Auftrag der BKJ verfasste Expertise der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen belegt die kindheitspädagogische Qualität und Bedeutung Kultureller Bildung, die vor allem durch Kooperationsprojekte besonders wirksam wird.

Prinzipien der Kinder- und Jugendarbeit sind wichtige Qualitätsfaktoren

Prof. Dr. Michael Obermaier, Mitautor der Expertise, unterstreicht:

„Nicht nur die Forschung im Bereich der Ganztagsschule, sondern auch unsere Ergebnisse legen nahe: Partizipation, Freiwilligkeit, Kooperativität und individuelle Förderung als Prinzipien der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit sind wichtige Qualitätsfaktoren. Für eine nachhaltige Verankerung Kultureller Bildung in den Kindertageseinrichtungen bedarf es neben auskömmlicher Finanzierung auch kommunaler bzw. regionaler Koordination und Vernetzung. Zudem ist der Bereich der Kulturellen Bildung dauerhaft in die Lehrpläne der Aus- und Weiterbildung kindheitspädagogischer Fachkräfte zu implementieren. Dafür bedarf es einer verstärkten Zusammenarbeit von Wissenschaft, Bildungspolitik und kultureller Vermittlungspraxis.“

Wie attraktiv und wirksam Kulturelle Bildung im Bereich der frühen Bildung sein kann, zeigte Ende September auch ein Fachtag von BKJ und LAG Kinder- und Jugendkultur Hamburg mit mehr als 100 Fachkräften aus der Kitapraxis, von Trägerstrukturen und kommunalen Koordinierungsstellen, aus der Kulturellen Bildung, aus Einrichtungen, Verbänden, Programmen und Stiftungen und aus Hochschulen aus dem gesamten Bundesgebiet. Deutlich wurde: Künstlerische, spielerische und mediale Methoden ermöglichen Kindern die Entwicklung ihrer Persönlichkeit und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit.

Weitere Informationen

> Tagungsrückblick „Von Kinderrechten, Partizipation und multiprofessioneller Vernetzung“ (25.09.2018)

> Expertise „Qualität Kultureller Bildung in Kindertagesstätten und in Kooperationen mit Kindertagesstätten“ von Prof. Dr. Michael Obermaier und Prof. Dr. Thorsten Köhler (2018)

BKJ-Positionspapier „Spiel und Kunst von Anfang an“ (2016)


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