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11.01.2018 /// Studie „JuArt“: Kulturpädagogische Angebote fördern Persönlichkeitsentwicklung

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Bildungsprozesse in der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit (JuArt)“ der Universitäten Kassel und Marburg zeigen: Kulturpädagogische Angebote vermitteln nicht nur künstlerisches Know-how, sondern stärken auch das soziale Selbstkonzept der befragten Kinder und Jugendlichen und haben positiven Einfluss auf die Selbstwahrnehmung sowie auf Reflexions- und Kritikfähigkeit.

Das Forschungsvorhaben „Bildungsprozesse in der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit. Studie zu den Wirkungen von Angeboten und Maßnahmen der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Projekten (JuArt)“ ist ein kooperatives Projekt der Universität Kassel und der Philipps-Universität Marburg unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Thole und Prof. Dr. Ivo Züchner. Gefördert über den Rat für Kulturelle Bildung, der wesentlich von der Mercator-Stiftung getragen wird, wurden im Zeitraum von 2015 bis 2017 Bildungsprozesse von Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 19 Jahren innerhalb von Angeboten in Jugendkunstschulen untersucht. Die Forscher*innen befragten dazu rund 1000 Jugendliche in insgesamt 37 Jugendkunstschulen in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

Zentrale Befunde im Überblick

Die Befunde zeigen, dass den Teilnehmer*innen der kulturpädagogischen Angebote Möglichkeiten eröffnet werden, ihre Fähigkeiten zu entwickeln: Offenbar werden jüngeren Jugendlichen in non-formalen Handlungsfeldern Bildungsprozesse ermöglicht, die die subjektiven und kollektiven Welt- und Selbstdeutungen verändern. Insbesondere drei Befunde heben die Wissenschaftler*innen hervor:

  1. „Die gegenstandsbezogenen respektive spartenspezifischen Fähigkeiten der jüngeren Jugendlichen verändern bzw. erweitern sich aus Perspektive der Jugendlichen über die Teilnahme an den Angeboten. (...) Zusammenfassend kann herausgestellt werden, dass Kinder und Jugendliche die untersuchten Kurse und Projekte zumeist als ganz besondere Bildungsräume definieren, welche sie inhaltlich immer wieder mithilfe des Gegenhorizontes Schule füllen. Sie charakterisieren die Jugendkunstschulangebote nicht nur als Räume für Lernen und Entwicklung, sondern heben auch die großen Freiheitspotentiale, die angenehme Atmosphäre sowie die entspannende, ausgleichende
    Funktion hervor.“
  2. „Die jüngeren Jugendlichen nehmen eine Veränderung bzw. Entwicklung
    ihrer sozialen und personalen Fähigkeiten (Identitätsbezug) infolge ihrer Teilnahme an den kulturellen Kursen und Projekten wahr. (...) Dies bestätigt die Annahme, dass es in den kulturellen Angeboten außerschulischer Bildungsinstitutionen der Jugendkunstschulen neben dem künstlerisch-ästhetischen Know-How auch um die allgemeine Persönlichkeitsentwicklung geht. Diese Bildungsmöglichkeiten hängen jedoch auch von Erfahrungen mit den Kursleitenden und den Prozessqualitäten ab.“
  3. „Die Teilnehmenden schreiben dem sozialen Kontext, also den Peergruppen und dem sozialen Miteinander, für ihr Engagement in den kulturell-ästhetischen Projekten und Kursen eine große Rolle zu. (...) Die Bedeutung der Gruppe, die Kursleitenden sowie die organisationale Rahmung werden als wesentliche Aspekte für die Teilnahmemotivation herausgestellt. Den Jugendlichen geht es auch darum, Spaß zu erleben.“ (S. 20)

Ein Beirat begleitete das Projekt, dem neben Vertreter*innen des Bundesverbands der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen (bjke) der BKJ-Geschäftsführer Tom Braun und weitere Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen der kulturellen, außerschulischen Kinder- und Jugendkulturarbeit angehörten.

Weitere Informationen

Ergebnisse der Studie „JuArt – Bildungsprozesse in der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit“ (PDF)

Universität Kassel: JuArt

Rat füt Kulturelle Bildung: Forschungsfonds Kulturelle Bildung


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