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Kultur- und Musik- sowie offene Angebote für junge Menschen entfallen für die Hälfte der Teilnehmer*innen

30.03.21

Titel: Bertelsmann Stiftung

Psychische Probleme, Vereinsamung und Zukunftsängste haben bei Jugendlichen in der Corona-Zeit stark zugenommen. Hierzu kommen finanzielle Sorgen sowie das Gefühl, von der Politik im Stich gelassen zu werden. Ein hoher Anteil junger Menschen sieht für sich nur wenig Gestaltungsspielraum.

Das ergeben die beiden Jugendbefragungen „Jugend und Corona“ (JuCo I und II), die von einem Forschungsverbund der Universitäten Hildesheim und Frankfurt/Main durchgeführt wurden. Die Ergebnisse untermauern die Dringlichkeit der Forderungen der BKJ nach einem besonderen Corona-Hilfeprogramm für die Jugendarbeit. Eine kinder- und jugendgerechte Bewältigung der Corona-Krise erfordert zusätzliche Maßnahmen der Träger, auch, um die psycho-sozialen Folgen für Kinder und Jugendliche aufzuarbeiten und zu reflektieren.

Gefragt wurden die Jugendlichen in den Studien u. a. auch nach ihrem Alltagsleben, etwa nach dem Freizeitverhalten, während der Corona-Zeit. Es ließe sich bereits im Vorfeld erahnen, welche Lücke durch geschlossene Einrichtungen und das Wegfallen von Angeboten, die aber eine immense Bedeutung für Jugendliche haben, entstanden ist. An organisierten Kultur- und Musikangeboten nahmen vor der Corona-Zeit 15,7 Prozent teil, derzeit sind es nur noch 7,2 Prozent. Das bedeutet, dass rund die Hälfte der teilnehmenden Jugendlichen ihr Angebot aufgrund der Corona-Pandemie verloren haben. In der offene Jugendarbeit waren zuvor 12,6 Prozent der jungen Menschen dabei, zum Zeitpunkt der Befragung sind nur noch 6,2 Prozent aktiv. Interessant ist auch, dass die psychische Belastung von denjenigen am stärksten empfunden wird, die das Fehlen offener Räume beklagen.

Die BKJ stimmt der Aussage zu, dass das Recht der jungen Menschen auf Beteiligung nicht ein beliebiges Recht sein darf, welches in Krisen ausgesetzt werden kann. Beteiligung und erfahrene Selbstwirksamkeit, zwei Kernaspekte kultureller Bildung, sind nicht nur für die individuelle Lebenssituation wichtig, sondern auch für die Entwicklung gesellschaftlicher  Problemlösungen.

An JuCo I (15. April bis 03. Mai 2020) nahmen 5.520 Jugendliche teil, an JuCo II (09. bis 22. November 2020) beteiligten sich mehr als 7.000 junge Menschen. Die Ergebnisse wurden zusammen mit Jugendlichen eines Expertenteams in mehreren Online-Workshops von September 2020 bis Januar 2021 diskutiert und reflektiert. Die Jugendlichen haben ihre Erfahrungen und Forderungen in einer eigenen Broschüre „Fragt uns 2.0 – Corona Edition“ festgehalten. Die für die JuCo-Studien zusammengetragenen Erkenntnisse basieren auf jahrelanger wissenschaftlicher Arbeit der Kindheits- und Jugendforscher*innen zur Lebenswirklichkeit von jungen Menschen in Deutschland.

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