Seite in leichter Sprache öffnenSeite in Gebärdensprache öffnen
  1. BKJ – Verband für Kulturelle Bildung
  2. Nachrichten
  3. Kinderhilfswerk: Kinderrechte auch in der Pandemie gewährleisten

Nachricht

Kinderhilfswerk: Kinderrechte auch in der Pandemie gewährleisten

23.04.20

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat Bund, Länder und Kommunen aufgefordert, die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Rechte auf Schutz, Förderung, Beteiligung und Teilhabe von Kindern auch in Zeiten der COVID-19-Pandemie zu gewährleisten. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation ist es wichtig, in der derzeitigen Krise die Interessen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nicht aus dem Blick zu verlieren.

In einem Positionspapier mit dem Titel „Kinderrechte in Zeiten von Corona wichtiger denn je!“ (PDF) fordert das Hilfswerk bei allen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie erlassenen Gesetzen, Verordnungen und Maßnahmen sowie deren Auswirkungen das Kindeswohl vorrangig zu brachten. Dabei müssten insbesondere Kinder in verletzlichen Lebenslagen und ihre Familien besonders aufmerksam in den Blick genommen werden, beispielsweise Kinder, die in Armut oder hochkonfliktreichen Situationen aufwachsen, geflüchtete Kinder und Kinder mit Behinderungen. Dies ergebe sich aus der Verpflichtung der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention, die seit 5. April 1992 als verbindliches Recht in Deutschland gilt.

Geflüchtete nicht mehr in Massenunterkünften unterbringen

Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes muss die Funktionsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe gerade in Krisenzeiten im Sinne eines klaren Bekenntnisses zum Kinderschutz gewährleistet werden. Dazu gehöre auch, geflüchtete Kinder und ihre Familien nicht mehr in Massenunterkünften, sondern in dezentralen, kleineren Unterkünfte unterzubringen. Überlegungen, wonach unbegleitete Kinder vorerst in Erstaufnahme-Einrichtungen für Erwachsene untergebracht werden sollen, da notwendige Corona-Tests nicht in jedem Fall vorgenommen werden können, sind strikt abzulehnen.

Die von der Bunderegierung bisher auf den Weg gebrachten finanziellen Unterstützungsleistungen für Familien mit Kindern, beispielsweise der Notfall-Kinderzuschlag, beurteilt das Deutsche Kinderhilfswerk als Schritt in die richtige Richtung, um Armut zu verhindern. An vielen Stellen würden diese aber nicht ausreichen und müssten entsprechend ausgeweitet werden. Das Hilfswerk fordert daher, den Hartz-IV-Regelsatz um 100 Euro für Kinder und Jugendliche zu erhöhen, zumindest solange Schulen und Kitas geschlossen sind. Außerdem sollten die Sanktionen für Familien im Grundsicherungsbezug für sechs Monate ausgesetzt werden.

Spielplätze schrittweise wieder öffnen

Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert außerdem an Länder und Kommunen, die öffentlichen Spielplätze in Deutschland schrittweise wieder zu öffnen. Dabei sollte in enger Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut vorgegangen werden, insbesondere wenn es um die Gefahr von möglichen Infektionen über Oberflächen von Spielgeräten geht. Denkbar wäre aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes, zunächst mit Spielplätzen ab einer bestimmten Quadratmeterzahl zu beginnen. Dabei könnte dann eine anhand der Quadratmeterzahl bestimmte Anzahl von Kindern zur gleichzeitigen Nutzung zugelassen werden, um dem Infektionsschutz zu genügen. Sollte eine Öffnung der Spielplätze aus Infektionsschutzgründen weiterhin nicht möglich sein, müssen Länder und Kommunen dringend Lösungsvorschläge erarbeiten, welche alternativen Möglichkeiten für ausreichend Spiel und Bewegung im Freien geschaffen werden können.

Mehr zum Thema

Corona-Hilfe: Überblick für Akteur*innen der Kulturellen Bildung

Nachrichten zur Corona-Krise

  • Corona-Krise
  • Prävention/Kinderschutz
  • Geflüchtete

Mehr Nachrichten

  • 23.11.20
  • Politik

Wir möchten Bildungsteilhabe junger Menschen in Pandemiezeiten aktiv unterstützen!

In einem gemeinsamen offenen Brief an die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsident*innen bieten, initiiert durch die BKJ, Verbände der Kultur- und kulturellen

 ...

BKJ-Inhalt
  • 20.11.20
  • Politik

Kinderrechte müssen auch in Zeiten der Corona-Pandemie gewährleistet werden

Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte an Bund, Länder und Kommunen die in der UN-Kinderrechtskonvention

 ...

Diese Seite teilen:

 

Gefördert durch

Zur Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ist der Dachverband für Kulturelle Bildung in Deutschland.