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Dieter Baacke Preis für acht herausragende Medienprojekte

27.11.19

Die vom Bundesjugendministerium und die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) ausgzeichneten Medienprojekte mit Kindern und Jugendlichen zeigen, wie aktuell, vielseitig, visionär oder auch gut vernetzt Medienbildung heute sein kann.

Wie fühlt sich das eigentlich an, selbst als Influencer*in aktiv zu sein? Welche Kompetenzen gehören dazu? Oder was passiert, wenn die Schule für alle Schüler*innen verpflichtend eine Smartwatch einführt? Wenn also Kommunikation und Kontrolle, Scoring und Ranking unumgänglich zum Schulalltag gehören? Herausragende Medienprojekte beziehen Kinder und Jugendliche aktiv ein, um nicht nur technische digitale Kenntnisse zu erweitern, sondern sich auch kreativ und kritisch mit den Wirkungen und Auswirkungen der medialen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Dieses trifft ganz besonders auf die Preisträgerprojekte „How2Influence“ und „Future Influencer – Die smarte Schule“ zu.

Die junge Umweltredaktion des Medienprojekts Wuppertal greift in ironisierendem Stil Social-Media-Formate auf, um sich – neben klassischen Reportagen – für Klima- und Umweltschutz zu engagieren. Das Projekt „Haste Töne“ aus Hamburg gibt Kindern im Grundschulalter in einem großen stadtweiten Netzwerk Gelegenheit, selbstentwickelte Geschichten zu erzählen und Themen, die sie beschäftigen, als Videos oder Audio-Podcasts umzusetzen. Als besonders gelungenes medienpädagogisches Netzwerk wird der Video-Wettbewerb „Klappe gegen Rassismus!“ aus Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet.

Weitere Formate sprechen besondere Gruppen an: So lädt das „Projekt Yalla – Rein in die Stadt!“ neu Zugewanderte dazu ein, die neue Lebenswelt zu erkunden und ihre Empfehlungen für Freizeit und auch für Alltagsgestaltung als Videopodcast weiterzugeben. „Ich kann in meiner Kunst verschwinden“ regt die jungen Besucherinnen eines internationalen Mädchenzentrums dazu an, sich über herkömmliche Selfie-Ästhetik hinaus fotografisch selbst zu inszenieren.

Gigantisch und originell ist „Adamstown – der Film“. In dem medienpädagogischen Großprojekt in ländlicher Region wirken Menschen jeden Alters und vielfältiger Voraussetzungen aktiv und kreativ vor und hinter der Kamera mit. Filmstudierende aus Ruanda sorgen zudem als Expert*innen für einen besonders gelungenen Look des Films, der sich inhaltlich auch dem Thema Diskriminierung widmet.

Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verleihen seit 2001 gemeinsam die bundesweite Auszeichnung für herausragende medienpädagogische Arbeit.

Der Dieter Baacke Preis zeigt Beispiele und Methoden, wie aktuell, vielseitig, visionär oder auch gut vernetzt Medienbildung heute sein kann. Und wie Medienpädagogik bald überall aussehen sollte. Herausragende Medienprojekte mit Kindern und Jugendlichen stehen im Mittelpunkt des mit 12.000 Euro ausgezeichneten Preises.

„Jenseits von Dystopie und Utopie agieren Medienpädagog*innen und entwickeln brillante Projekte. Sie regen Kinder und Jugendliche und auch Erwachsene zur kreativen Teilhabe an der digital geprägten Lebenswelt an.“

Sabine Eder, GMK-Vorsitzende

„Die Medienprojekte leisten so auch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Demokratie. Sie zeigen auf vorzügliche Weise, dass kritisches und engagiertes Denken und Handeln in unserer mediatisierten Welt möglich und gewünscht ist. Kinder und Jugendliche werden in ihrem Gestaltungswillen erst genommen.“

Dr. Marion Brüggemann, ebenfalls GMK-Vorsitzende

Der Dieter Baacke Preis liefere dazu eine Fülle an Inspirationen und zeige, wie Medienpädagogik praktisch umsetzbar ist. „Warum gibt es ähnliche Projekte immer noch nicht an jeder Schule, in jedem Jugendzentrum?“ Hierfür werde sich die GMK auch weiterhin mit Verve einsetzen, dabei sei besonders die Politik gefragt. Auch das neu ergänzte Medienpädagogische Manifest liefere hierfür eine Basis. In ihrem Grußwort hoben die beiden GMK-Vorsitzenden die Anregungen des Namensgebers Dieter Baacke (1934- 1999) hervor, die weiterhin intensiv wirkten.

Der Dieter Baacke Preis wird in sechs verschiedenen Kategorien verliehen. Acht Projekte wurden in diesem Jahr ausgezeichnet. Alle Preisträger werden auf der neu gestalteten Webseite vorgestellt.

Über Dieter Baacke

Dieter Baacke (1934–1999) war Professor für Pädagogik an der Universität Bielefeld. Von 1984 bis 1999 war er Vorsitzender der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK). Sein pädagogisch begründeter Begriff der Medienkompetenz inspiriert dauerhaft Wissenschaft, Praxis und Politik.

Weitere Informationen

Dieter Baacke Preis

Der Dieter Baacke Preis wird ausgerichtet von der

Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur

Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur

Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (GMK) wurde 1984 als bundesweiter Zusammenschluss von Fachleuten aus den Bereichen Bildung, Kultur und Medien gegründet. Als größter medienpädagogischer Dach- und Fachverband für Institutionen und Einzelpersonen ist die GMK Plattform für Diskussionen, Kooperationen und neue Initiativen. Sie setzt sich als bundesweiter Fachverband der Bildung, Kultur und Medien für die Förderung von Medienpädagogik und Medienkompetenz ein. Auch in der Schweiz und in Österreich ist die GMK aktiv. Sie bringt medienpädagogisch Interessierte und Engagierte aus Wissenschaft und Praxis zusammen und sorgt für Information, Austausch und Transfer.

Kontakt

Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e. V.
Obernstraße 24A
33602 Bielefeld
Telefon +49 (0) 521 - 677 - 88
Fax +49 (0)521 - 677 - 27
Mail gmk(at)medienpaed.de
Web www.gmk-net.de

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