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Deutscher Kulturrat: Kultur muss wieder ins Spiel

09.02.21

Mit der Öffnung von Kindertagesstätten und Schulen sollen Einrichtungen der Kulturellen Bildung ebenfalls wieder öffnen können. Das fordert der Deutsche Kulturrat in einem Diskussionspapier, mit dem er sich vor allem an Länder und Kommunen wendet, da sie für die Schließung oder die Öffnung von Kultur- und Bildungseinrichtungen zuständig sind. Der weitere Kulturbereich müsse spätestens dann seinen regulären Betrieb wieder aufnehmen können, wenn Handel und Dienstleistungen wieder öffnen. Einen Stufenplan, der Ähnliches vorsieht, hatten auch bereits die Kulturminster*innen der Bundesländer vorgelegt.

Der Deutsche Kulturrat unterstreicht, dass der Kulturbereich – seien es öffentliche Kultureinrichtungen oder kulturelle Bildungseinrichtungen, privatwirtschaftliche Unternehmen sowie Künstler*innen und Kulturvereine – in den letzten Monaten mit viel Solidarität auf die Erfordernisse aufgrund der Corona-Pandemie reagiert habe. Es seien harte wirtschaftliche und künstlerische Einschnitte hingenommen worden. Der Schutz der Gesundheit von Besucher*innen, Mitarbeiter*innen, aber auch ehrenamtlich Engagierten sei vordringlich. Es werde daher verantwortungsbewusst gehandelt.

Das Live-Erleben von Kunst und Kultur – unabhängig von der künstlerischen Ausdrucksform – sei jedoch durch kein digitales Angebot ersetzbar. Das treffe ebenso für Kulturorte als Begegnungsorte zu.

„Der Lockdown zeigt, wie sehr Menschen einander und die Gemeinschaft brauchen. Der gesamte Kulturbereich braucht jetzt Perspektiven zur Öffnung. Sie werden auch benötigt, um mit Zuversicht die Zeit des Lockdowns meistern zu können.“

Deutscher Kulturat

Der Deutsche Kulturrat fordert daher:

  •  Ein schrittweises Vorgehen. Jetzt müssen Öffnungsperspektiven geschaffen werden, damit die Einrichtungen und Unternehmen einen entsprechenden Vorlauf und hinreichende Planungssicherheit für die Wiedereröffnung des Kulturbereiches haben. Dabei ist von einer schrittweisen Öffnung der Institutionen und Unternehmen sowie einer Wiederaufnahme der Angebote aus dem Kulturbereich auszugehen.
  • Hygienekonzepte. Die privaten und öffentlichen Kultureinrichtungen haben in den vergangenen elf Monaten ausgefeilte Hygienekonzepte entwickelt. Sie haben Investitionen in Lüftungsmaßnahmen, online-Ticketsysteme, veränderte Bestuhlung, Leitsysteme für Besucherströme, Begrenzung der Besucherzahlen, sanitäre Anlagen und anderes mehr getätigt, um die Einrichtungen sicher zu machen. Diese Maßnahmen erstrecken sich auf die Besucher*innen sowie die Mitarbeiter*innen. Weitere Auflagen müssen mit Augenmaß und unter Einbeziehung der Expertise aus dem Kulturbereich erfolgen.
  • Wirtschaftlichkeit. Vorgaben zur Öffnung von Kultureinrichtungen müssen im Grundsatz einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen. Zu rigide Vorschriften und enge Auflagen, zu niedrige Auslastungsgrenzen konterkarieren die Öffnungsperspektiven. Auch gilt es, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um private und öffentliche Kultureinrichtungen in der Öffnungsphase zu unterstützen, damit sie als Arbeit- und Auftraggeber auftreten und damit Impulse in den Kulturbereich hinein setzen können.
  • Herausforderung Föderalismus. Über das Wie der Öffnung im Kulturbereich sind bundesweite einheitliche Regelungen wünschenswert, damit Öffnungsstrategien in den verschiedenen künstlerischen Sparten und Kulturorten entwickelt werden können. Vor allem für privatwirtschaftliche Kulturunternehmen sind darüber hinaus bundesweit einheitliche Öffnungstermine erstrebenswert.
  • Bundesweite Werbekampagne „Wir sind wieder da!“. Generell sollte durch eine bundesweite Werbekampagne auf die Wiedereröffnung von Kultureinrichtungen aufmerksam gemacht werden, um zu zeigen, dass die Kultur wieder im Spiel ist. 

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