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Deutscher Bundesjugendring: Generationen nicht gegeneinander ausspielen

14.04.20

Der Deutsche Bundesjugendring hat das Engagement vieler junger Menschen für die Gesellschaft in der aktuellen Krisensituation gewürdigt und zugleich kritisiert, dass den jungen Menschen pauschal Unvernunft und Sorglosigkeit im Angesicht der Krise vorgeworfen worden sei.

Im Interesse junger Menschen macht der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) in einer Stellungnahme deutlich, dass die Jugend in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Lage wie alle Generationen Rechte, Erwartungen und Bedarfe habe und stellt sich gegen die vorgebrachten Vorwürfe.

„Solidarität ist gefragt, kein Ausspielen der Generationen gegeneinander, kein Problematisieren von Bevölkerungsgruppen.“

Deutscher Bundesjugendring

Junge Menschen träfen die aktuellen Regelungen zur Minimierung physischen Kontakts besonders hart und beschränkten ihre Freiräume für gemeinsames Handeln und Lernen, so der DBJR weiter.

„So wie Programme zur Stabilisierung der Wirtschaft aufgesetzt werden, müssen auch Programme zum Erhalt und zur Weiterentwicklung von neuen Freiräumen aufgelegt werden.“

Deutscher Bundesjugendring

In vielen Jugendverbänden würden nun nachbarschaftliche Solidarität organisiert und zahlreiche digitale Angebote ausgerichtet. Nichtsdestotrotz erwarteten junge Menschen, dass die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung verhältnismäßig seien und insbesondere die Einschränkungen elementarer Grundrechte so kurz wie möglich dauerten. Staatlichem Handeln fehle ein Korrektiv, da die Einflussmöglichkeiten durch Versammlungen und Demonstrationen derzeit nicht möglich seien und weitere Einschränkungen wie das Tracking von Handydaten diskutiert werde.

Krise verschärft soziale Ungleichheit

Die aktuelle Krise treffe insbesondere Jugendliche in prekären Verhältnissen, denen nun der Zugang zu Angeboten der Jugendarbeit und Jugendhilfe fehle. Zudem steige in der aktuellen Situation die Gefahr der Zunahme von häuslicher  und sexualisierter Gewalt gegen Jugendliche. Umso wichtiger sei es, dass Hilfsangebote per Chat oder Telefon erreichbar blieben und ausgebaut würden.

Junge Menschen im Berufsleben bzw. in der beruflichen Ausbildung könnten durch die Krise auch direkt finanziell betroffen sein. Besonders gefährlich sei die Lage europaweit für obdachlose Jugendliche sowie junge Geflüchtete in Ankerzentren und anderen Einrichtungen mit schlechtem Zugang zum Gesundheitswesen. Als Positivbeispiel wird Portugal genannt, welches bis auf weiteres alle Asylbewerber*innen wie portugiesischen Staatsbürger*innen behandle.

Demokratische Grundrechte international bedroht

Der Deutsche Bundesjugendring kritisiert zudem die Abschottungstendenzen und die Einschränkung demokratischer Grundrechte in anderen europäischen Staaten. Die nun unterbrochenen Jugendbegegnungen müssten nach Ende der Krise wieder aufgenommen und ausgebaut werden, um die europäische Identität wieder aufzubauen und die Völkerverständigung zu stärken.

Zuletzt fordert der Bundesjugendring, nach der Krise auf eine ökonomische Transformation in Richtung einer sozial-ökologischen Gesellschaft hinzuarbeiten. Auch die sehr unterschiedlichen digitalen Teilhabechancen müssten dringend bearbeitet werden, um allen jungen Menschen gleichberechigten Zugang zu den über Nacht digitalisierten Schulinhalten zu ermöglichen. Mit Blick auf Prüfungen und anstehende Abschlüsse müssten faire, einheitliche und rechtssichere Lösungen gefunden werden. Auch während und nach der Krise erwarteten junge Menschen eine gute Ausbildung mit Zukunftsperspektive.

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