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Bildungs- und Teilhabepaket erreicht Kinder und Jugendliche nicht

08.10.19

85 Prozent der Leistungsberechtigten machen keinen Gebrauch vom Bildungs- und Teilhabepaket, mit dem u. a. auch der Besuch von kulturellen Bildungsangeboten, wie Musik- oder Jugendkunstschule, finanziert werden könnte.

Die staatlichen Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket verfehlen laut einer nun veröffentlichten Expertise des Paritätischen, die sich auf den Zeitraum August 2017 bis Juli 2018 bezieht, ihre Ziele. Angetreten um Kinderarmut zu bekämpfen und Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit herzustellen, werden hingegen die Adressat*innen dieser Maßnahme nur zu 15 Prozent erreicht. „Das Bildungs- und Teilhabepaket ist und bleibt Murks und geht komplett an der Lebensrealität Heranwachsender und den Strukturen vor Ort vorbei“, so Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, bekräftigte in einer Pressemeldung des Deutschen Kulturrates anlässlich der Veröffentlichung der Studie: „Der Zugang zur kultureller Bildung, z. B. in Form von Musikunterricht, außerhalb der Schule muss für alle unabhängig vom Einkommen der Eltern sichergestellt werden. Das Ziel muss es sein, bei der kulturellen Bildung endlich Teilhabegerechtigkeit zu erreichen.“

Der Paritätische fordert nun einen Rechtsanspruch auf Angebote der Jugendarbeit im Kinder- und Jugendhilfegesetz und die Einführung einer bedarfsgerechten, einkommensabhängigen Kindergrundsicherung. „Die bisherigen Teilhabeleistungen sind davon abhängig, dass es vor Ort überhaupt passende Angebote gibt“, so Dr. Ulrich Schneider. „Nur ein Rechtsanspruch sorgt dafür, dass auch wirklich entsprechende Angebote vorgehalten werden und jedes Kind, unabhängig von seinem Wohnort, bestmöglich in seiner Entwicklung gefördert wird.“

Das Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder und Jugendliche wurde 2011 eingeführt. 15 Euro im Monat können z. B. für die Mitgliedschaft im Sportverein oder den Musikunterricht beantragt werden. Bücher oder Klassenfahrten können ebenso mit den sogenannten „soziokulturellen Teilhabeleistungen“ finanziert werden.  Schüler*innen bis 15 Jahre, die Hartz-IV-Leistungen beziehen oder deren Eltern Anspruch auf Wohngeld oder Kinderzuschlag haben, sind leistungsberechtigt.

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