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/// Interview mit der MIXED UP Jugendjury: Über den Tellerrand schauen – Blickwinkel erweitern



Was macht eine gute Schule aus, warum sind Kulturprojekte an Schulen sinnvoll und warum ist es wichtig, Schüler*innen mit ihren Ideen und Interessen aktiv an der Ausgestaltung ihres Lernalltags zu beteiligen? Mit diesen Fragen haben sich fünf Schüler*innen und zwei Freiwilligendienstleistende an der „Lernwerft – Club of Rome Schule Kiel“ auf ihren Einsatz als Jugendjury im MIXED UP Wettbewerb 2018 vorbereitet.

Im Interview sprechen wir mit Hannes und Moritz und mit Maria Puls-Buschmann, die als Lehrerin an der Lernwerft die Jugendjury begleitet, über das erste Treffen, über Partizipation und die Besonderheiten der Lernwerft.

Hannes und Moritz machen seit fast einem Jahr ihren Freiwilligendienst an der Lernwerft Club of Rome Schule in Kiel. Sie machen u. a. kulturelle Angebote für Schüler*innen. Sie wissen, welche Themen ihnen wichtig sind und wie sie mit ihnen gemeinsam Projekte gestalten können.

Mit den erarbeiteten Qualitätskriterien hat die Jugendjury im September aus den drei Finalisten der Preiskategorie „Partizipation“ das Preisträgerprojekt für MIXED UP 2018 ausgewählt. Die Preisträger werden Ende September 2018 bekannt gegeben.

Im Interview mit der MIXED UP Jugendjury

MIXED UP Jugendjury 2018, Foto: BKJ

BKJ: Hannes und Moritz, wie war der Workshop für die MIXED UP Jugendjury? Was habt ihr da gemacht?

Moritz: Uns wurde der MIXED UP Wettbewerb erklärt und wir haben erstmal über Begriffe wie Bildung, Kultur und Partizipation geredet. Und unsere eigene Meinung dazu gesagt und was wir darunter verstehen.

BKJ: Maria Puls-Buschmann, wie haben Sie den Workshop für die Schüler*innen erlebt, der sie ja auf die Arbeit als MIXED UP Jugendjury vorbereiten soll?

Maria Puls-Buschmann: Ich selbst bin nicht dabei gewesen. Ich war aber vor dem Workshop schon ganz optimistisch. Nachdem ich heute die kurzen Feedbacks gehört habe, übertrifft es das sogar noch. Auch die Erwartungen der Schüler und Freiwilligen sind übertroffen. Für die war das richtig spannend und die nehmen richtig viel davon mit.  

MIXED UP Jugendjury 2018, Foto: BKJ MIXED UP Jugendjury 2018, Foto: BKJ MIXED UP Jugendjury 2018, Foto: BKJ

BKJ: Moritz und Hannes, was versteht ihr unter Partizipation? Habt ihr da etwas gemeinsam erarbeitet?  

Moritz: Uns ist aufgefallen, dass Partizipation in der Schule superwichtig ist. Schülerinnen und Schüler sollten auf jeden Fall daran teilhaben, wie Unterricht gestaltet wird. Und Kultur in der Schule ist auch einfach unabdinglich und superwichtig. Wir haben gemerkt, dass Kultur zum Teil sehr eingeschränkt beigebracht wird bzw. ist es wichtig, dass die Kulturen nicht nur national, sondern auch international Thema sind. Nur so können wir unseren Blickwinkel auch erweitern, mal auf andere Nationen gucken und sehen, wie unterschiedlich die verschiedenen Kulturen sein können.

Hannes: Ich finde wichtig, dass jede, jeder seine Meinung einbringen kann. Dadurch entsteht dann schon eine gewisse Partizipation. Bei Kulturprojekten ist es auch ganz wichtig, dass die Schüler andere Blickwinkel sehen und dann vielleicht ihre Meinung ändern.

BKJ: Habt ihr eine Idee, wie das in der Schule umgesetzt werden kann?

Moritz: Eventuell durch internationale Kommunikation. Durch Einladen von anderen, die sich mit dieser speziellen Kultur auskennen und dann darüber berichten bzw. die Kinder daran teilhaben lassen können. Ganz generell durch viel Austausch, Reisen, z. B. Sprachreisen.

BKJ: Was könnt ihr daraus ableiten für die Bewertung der MIXED UP Projekte, die sich für den Wettbewerb beworben haben? Welche Kriterien werdet ihr in eure Auswahl einfließen lassen?

Moritz: Uns ist auf jeden Fall wichtig, dass es transparent ist. Das heißt, dass wir nachvollziehen können, wie die Projekte entstanden sind und dass sie auch wirklich stattgefunden haben. Wir werden dementsprechend auch nachfragen, kritisch bei den entsprechenden Projekten anfragen und wir werden nachfragen, inwieweit die beteiligten Schüler und Schülerinnen Einfluss auf Themenwahl usw. hatten.

BKJ: Maria Puls-Buschmann, was glauben Sie, was für die Jugendlichen besonders interessant daran ist, in der MIXED UP Jury mitzuwirken?

Maria Puls-Buschmann: Die Schüler schauen über den Tellerrand – wir sehen bei MIXED UP gelungene Initiativen und die Schüler bekommen die Möglichkeit in eine ganz andere Rolle zu schlüpfen. Sie können Verantwortung übernehmen, sie entwickeln eigene Kriterien und wenden diese an und gleichzeitig können sie selber von anderen lernen. Das ist eine tolle Gelegenheit. Und wenn wir als System davon lernen können, dann ist das mittelbar, dass wir versuchen auch den Schülern nochmal eine Plattform in der Schule zu geben, wo sie berichten können, von dem was sie getan haben. Das gibt anderen vielleicht dann wieder neue Ideen oder einen Ansporn.

BKJ: Warum seid ihr in der Jury? Was glaubt ihr, was das euch bringt?

Moritz: Erstmal bin ich der Meinung, dass Kultur extrem wichtig ist und dass man darauf achten sollte, dass das nicht verloren geht. Mir ist auch wichtig, dass es nicht nur um moderne Kunst geht, sondern dass man sich auch mit den unterschiedlichen Formen von Kunst, z. B. auch mit Literatur, konfrontiert und sich dann darüber mit der Kultur auseinandersetzt. Der MIXED UP Wettbewerb ist da eine ziemlich gute Sache, weil das ja auch dazu anregt, solche Projekte zu starten.

Hannes: Richtig. Mir ist auf jeden Fall auch wichtig, dass die Projekte, die ja superviele Leute mit viel Herzblut und Engagement gemacht haben, auch wertgeschätzt werden.

BKJ: Welche Erfahrung habt ihr mit Kultureller Bildung und auch mit Kultureller Bildung in der Schule? Gab es Projekte, die ihr besucht habt, an denen ihr beteiligt wart? Die ihr vielleicht auch selber gestaltet habt?

Moritz: In unserem Freiwilligendienst, den wir gerade hier in der Lernwerft leisten, haben wir im Dezember ein Theaterstück mit der vierten Klasse gemeinsam gestaltet, erarbeitet und dann am Ende auch vorgestellt. Außerdem haben wir bald Projektwoche in der Lernwerft und da engagieren wir uns mit unseren eigenen Projekten. Ich biete Kreatives Schreiben an und versuche den Schülern das Freidenken, das Verfassen von eigenen Gedanken in Texten nahe zu bringen. Das sind für mich wichtige Fähigkeiten. Ich persönlich schreibe in meiner Freizeit, war auch schon auf mehreren Fahrten von jungen Autoren und lese jährlich im Hansa48 in Kiel öffentlich vor. Ich versuche immer meine Texte auf diese Art zu veröffentlichen. Dann kann ein Austausch entstehen und das bringt mich persönlich auch weiter.

Hannes: Und ich begleite Judo-Projekte innerhalb der Projektwoche mit anderen Schülern aus der elften Klasse.

BKJ: Welchen Stellenwert hat Kulturelle Bildung und die Kooperation mit außerschulischen Partnern in der Lernwerft?

Maria Puls-Buschmann: Die Kooperationen mit außerschulischen Partnern sind Teil unseres Konzeptes. Wir sind eine Schule in privater Trägerschaft, die „Club of Rome“ im Namen führt und die damit verbundenen Ziele umsetzen möchte: Nachhaltige Entwicklung mit Leben zu füllen und eine inklusive gerechte Bildung. Wir leben in einer Welt, für die wir selber Verantwortung übernehmen müssen und die von unserem Handeln abhängig ist. Was also können wir hier vor Ort tun, damit wir den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN näher kommen können? Damit beschäftigen wir uns im Unterricht, in Projektwochen oder besonderen Aktionen. Und, wie Moritz und Hannes schon gesagt haben, das geht nicht ohne Kultur. In unserem Konzept sind Musik und Theaterspiel als Säulen definiert. Wir wollen Projekte machen, bei denen wir über den Tellerrand der Schule hinausgucken. Feste und über viele Jahre etablierte Kooperationen haben wir allerdings nicht, aber wir verstehen uns als lernendes System und nutzen ganz verschiedene Ansätze.

BKJ: Wie schaffen Sie es die Themen Partizipation und Schülerbeteiligung umzusetzen? Wie wird das mit Leben gefüllt? Was ist dabei wichtig?

Maria Puls-Buschmann: Wir sind eine Gemeinschaftsschule, die von dem Gedanken lebt, dass Verschiedenheit nutzbringend und hilfreich ist. Und dass in heterogenen Gruppen besser gelernt werden kann als in homogenen Gruppen. Das ist unser Alltag. Und an dem arbeiten wir ständig. Da gelingt manches besser und anderes weniger gut. Es beginnt im Unterricht, wo wir im Idealfall gemeinsam mit den Schülern entscheiden, worum es gehen soll. Bei Projektwochen z. B. können auch Schüler Dinge anbieten und wir haben Strukturen, die Mitbestimmung fördern, wie unser oberstes Entscheidungsgremium, die Lernwerft-Konferenz, in der tatsächlich Lehrer, Eltern und Schüler gemeinsam über das entscheiden, welche Grundsätze wir uns als Schule geben.

Weitere Informationen

Informationen über die MIXED UP Jugendjury 2018

Informationen über die Lernwerft – Club of Rome Schule Kiel

Informationen zum Wettbewerb MIXED UP

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