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Ganztag: Jetzt erst recht – kinder- und jugendgerecht!

18.12.19

Die AGJ spricht sich für eine Abkehr von einem von Schul-, Familien- und Erwerbspolitik geprägten Blick auf Ganztag aus. Das ist auch ein zentrales Anliegen der Akteure der Kulturellen Bildung.

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) fordert in ihrem Positionspapier „Kind- und jugendgerechte Ganztagsbildung“.einen jugendpolitischen Paradigmenwechsel in der ganztägigen Bildung.

Im jüngst erschienen Fachbuch „Perspektive Ganztag?!“ wird deutlich, dass dies auch ein zentrales Anliegen der Akteure der Kulturellen Bildung ist. Mit dem Buch macht die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) sichtbar, welche konzeptionellen, jugendpolitischen und strukturellen Grundlagen eine kinder- und jugendgerechte Ganztagsbildung benötigt.

Warum ist das gerade jetzt wichtig? Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter ist auf dem Weg. Im November wurde das sogenannte Ganztagsfinanzierungsgesetz vom Bundeskabinett beschlossen. Um den Rechtsanspruch auf eine gute Basis zu stellen, beabsichtigt der Bund bis 2025 zwei Milliarden Euro in die Bildungsinfrastruktur zu investieren. Spätestens jetzt müssen unbedingt die Ganztagskonzepte neu gedacht werden, um die Rechte von Kindern und Jugendlichen auf Persönlichkeitsentwicklung, Partizipation und Freiräume zu verwirklichen. Wie das mithilfe der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit gelingen kann, zeigt das Fachbuch der BKJ.

„Kinder und Jugendliche gehören ins Zentrum ganztägiger Bildung“, sagt Prof.in Dr.in Susanne Keuchel, Vorsitzende der BKJ. Das bedeutet auch, dass es Bildungsgelegenheiten braucht, die Kindern und Jugendlichen gerechte Chancen bieten, sowie ein Angebotsspektrum, das auf ihre Interessen und Bedürfnisse ausgerichtet ist.

„Darauf haben sie ein Recht! Um dies zu realisieren, braucht es eine neue Diskussion des Verhältnisses von Kinder- und Jugendhilfe und Schule für den Ganztag: Sie muss aus der Perspektive der Kinder- und Jugendgerechtigkeit geführt werden. Die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit hat dabei ein ganz spezifisches Potenzial für die Teilhabe und Bildung junger Menschen. Sie darf nicht zum Dienstleister für ein schulisches Bildungskonzept werden.“

Die Haltung der BKJ ist es, dass schulische und außerschulische Akteure den Ganztag als gleichberechtigte Kooperationspartner gestalten können. Dafür müssen die rechtlichen Voraussetzungen gesichert, Qualitätsstandards formuliert und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

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