1. BKJ – Kulturelle Bildung – Dachverband
  2. Nachrichten
  3. 50 Millionen Euro weniger für die Freiwilligendienste trotz Rekord-Haushalt des BMFSFJ

Nachricht

50 Millionen Euro weniger für die Freiwilligendienste trotz Rekord-Haushalt des BMFSFJ

23.09.19

Für 2020 stehen 277 Millionen Euro für die Freiwilligendienste zur Verfügung. Das sind 50 Millionen weniger für den Freiwilligendienstjahrgang ab September 2020, laut Haushaltsentwurf des BMFSFJ, als aktuell zur Verfügung stehen.

Im laufenden Jahrgang wurden die Haushaltsmittel für die pädagogische Begleitung in den Jugendfreiwilligendiensten erstmalig seit Jahren erheblich aufgestockt. Daher ist es zutreffend, dass alle, die aktuell einen Dienst leisten wollen, auch einen Platz ermöglicht bekommen. Der Dienst der meisten dieser Freiwilligen dauert bis zum Sommer 2020. Wenn die dann nachrückenden Freiwilligen im September 2020 in ihr FSJ, FÖJ oder ihren BFD starten wollen, dann fehlen allerdings Haushaltsmittel.

In den Freiwilligendiensten Kultur und Bildung werden voraussichtlich 200 Einsatzplätze unbesetzt bleiben müssen, weil dem Trägerverbund unter dem Dach der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung 500.000 Euro weniger zur Verfügung stehen werden. Das bedeutet auch, dass weniger Menschen, die sich für ein freiwilliges Engagement in Kultur und Bildung interessieren, an diesem Engagement- und Orientierungsjahr teilhaben können. Das trifft erneut insbesondere Personen, die auf Unterstützungsleistungen angewiesen sind. Denn der geplante Einstieg in die Förderung von Unterstützungsleistungen für Freiwillige mit Behinderungen in Höhe von ca. 3 Millionen Euro wird nicht zustande kommen, wie die Haushaltsplanung deutlich macht. Ihnen wird damit der Zugang zu Freiwilligendiensten weiterhin verwehrt bleiben.

Als Bundesministerin Dr. Franziska Giffey im Dezember 2018 ihr Konzept für ein Jugendfreiwilligenjahr vorstellte, wurden hohe Erwartungen gesät. Damals hieß es: „Unsere Gesellschaft lebt von Menschen, die sich freiwillig einbringen. Engagement braucht aber gute Rahmenbedingungen. Genau die wollen wir mit unserem Vorschlag für ein neues Jugendfreiwilligenjahr schaffen.“ Im Grundsatz 5 des Konzepts heißt es: „Wir verbessern den Freiwilligendienst für Menschen mit besonderen Lebensumständen, Behinderungen und anderen schwierigen Voraussetzungen.“ Die Umsetzung dieser Vorsätze ist mit dem aktuellen Haushalt nicht mehr erkennbar. Daher setzt sich die BKJ gemeinsam mit Parlamentarier*innen dafür, dass die aktuellen Haushaltsmittel für die Freiwilligendienste dauerhaft verstetigt und Unterstützungsleistungen selbstverständlich werden.         

Unter dem Titel „Rekord-Haushalt“ hatte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in einer Pressemitteilung die Haushaltsplanung des Ministeriums, das auch für die Freiwilligendienste zuständig ist, verkündet. Der Etat des BMFSFJ soll im nächsten Jahr auf 11,8 Milliarden Euro wachsen und läge damit um 1,356 Milliarden Euro höher als in 2019.

Mehr Nachrichten

  • 08.10.19
  • Politik

Bildungs- und Teilhabepaket erreicht Kinder und Jugendliche nicht

85 Prozent der Leistungsberechtigten machen keinen Gebrauch vom Bildungs- und Teilhabepaket, mit dem u. a. auch der Besuch von kulturellen Bildungsangebote, wie

 ...

  • 27.09.19
  • Politik

Grüne für aktives Wahlrecht ab 16 Jahren

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will bei künftigen Bundestagswahlen auch 16- und 17-Jährigen das aktive Wahlrecht einräumen. Dies geht aus einem

 ...

 

Gefördert durch

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ist der Dachverband für Kulturelle Bildung in Deutschland.

Diese Webseite nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.   Ok