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/// Breites Bündnis fordert Bekämpfung von Kinderarmut



Jedes fünfte Kind in Deutschland erlebt Armut täglich und unmittelbar. Materielle Armut ist der zentrale Risikofaktor für ein gutes Aufwachsen. Sie wirkt sich entscheidend auf Zukunfts- und Bildungschancen aus. Deshalb müsse die Bundesregierung mit großer Priorität wirksam und zielgerichtet die Armut von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien bekämpfen.

Das haben anlässlich des 13. Treffens der Menschen mit Armutserfahrung am 7. November 2018 die Nationale Armutskonferenz und die im „Ratschlag Kinderarmut“ zusammengeschlossenen Verbände gefordert.

Kinder aus armen Verhältnissen sind sozial häufiger isoliert, gesundheitlich beeinträchtigt und in ihrer gesamten Bildungsbiografie deutlich belasteter als Kinder in gesicherten Einkommensverhältnissen. Für diese Kinder werden die von der UN-Kinderrechtskonvention zugesicherten Rechte auf soziale Sicherheit und angemessene Lebensbedingungen derzeit nicht eingehalten.

Die Nationale Armutskonferenz und die im „Ratschlag Kinderarmut“ zusammengeschlossenen Verbände bemängeln, dass die Erhöhung des Kindergeldes bei Familien im Grundsicherungsbezug und vielen Alleinerziehenden nicht ankämen, denn das Kindergeld würde mit der Grundsicherung und dem Unterhaltsvorschuss verrechnet. Außerdem würde die dringend notwendige Neuberechnung der Kinderregelsätze komplett ausgeklammert. Auch Maßnahmen wie das Baukindergeld würden Familien, die kein Geld für den Erwerb von Wohneigentum haben, nicht helfen. Darüber hinaus griffen die geplanten Reformen des Kinderzuschlags und des Bildungs- und Teilhabepakets zu kurz und seien nicht mit genügend Geld unterlegt.

Die Verbände fordern die geplanten Maßnahmen so auszugestalten, dass sie tatsächlich zur Armutsbekämpfung beitragen. Zudem heißt es im Aufruf:

„Grundsätzlich brauchen wir eine echte Gesamtstrategie, um Kinderarmut nachhaltig zu bekämpfen:

  • Ein einheitliches Existenzminimum, das materielle Grundbedürfnisse und Bildung und Teilhabe sichert, muss sauber ermittelt und für alle Kinder und Jugendlichen einfach und unbürokratisch ausgezahlt werden.
  • Leistungen müssen alle Familienformen erreichen, egal ob verheiratet oder nicht, Alleinerziehende ebenso wie Familien mit vielen Kindern.
  • Leistungen müssen einfacher und transparenter gestaltet sein, sodass der Zugang für die Berechtigten verbessert wird.
  • Die Infrastruktur vor Ort, die für arme Kinder, Jugendliche und ihre Familien besonders wichtig ist, muss gestärkt und der Zugang sichergestellt werden.“

Weitere Informationen

Erklärung „Bekämpfung von Kinderarmut muss Priorität haben“ inklusive einer eine Übersicht über die Mitzeichnenden (PDF) 

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