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/// „Chancenspiegel“ attestiert allen Bundesländern Nachholbedarf bei der Chancengerechtigkeit




Die Chancen von Schüler*innen, soziale Nachteile zu überwinden und ihr Leistungspotenzial auszuschöpfen, unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland deutlich. Das hat die Vergleichsstudie „Chancenspiegel“ ergeben, mit dem die Bertelsmann Stiftung und das Institut für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund die Schulsysteme aller Bundesländer auf Chancengerechtigkeit untersucht haben.

Das Fazit der Forscher*innen lautet: Kein Land ist überall spitze, kein Land überall Schlusslicht – aber die Unterschiede zwischen den Ländern sind erheblich. Der „Chancenspiegel“ misst sowohl Chancengerechtigkeit als auch Leistungsfähigkeit der deutschen Schulsysteme. Er ist eine quantitative Bestandsaufnahme. Die Studie vergleicht die Stärken und Entwicklungsbedarf der Bundesländer. Im einzelnen analysiert werden die Dimensionen Integrationskraft, Durchlässigkeit, Kompetenzförderung und Zertifikatsvergabe unter Rückgriff auf vorliegende statistische Daten.

An ihnen kann man ablesen, wie integrativ Schulsysteme sind, ob sie soziale Nachteile wettmachen, Klassenwiederholungen und Schulabstiege vermeiden, welche Lesekompetenzen sie vermitteln, wie viele Schüler*innen sie zur Hochschulreife führen oder wie erfolgreich insbesondere Schulabgänger*innen ohne oder nur mit Hauptschulabschluss sind, einen Ausbildungsplatz zu finden. Im Kern beschreibt der Chancenspiegel somit, wie die Schulsysteme der Länder mit Vielfalt umgehen: Inwiefern werden starke ebenso wie schwache Schüler gefördert? Werden diejenigen wirksam unterstützt, die schon bei der Einschulung benachteiligt sind?

Ziel dieses neuen Instruments der Bildungsberichterstattung ist, die Debatte darüber anzuregen, wie Chancengerechtigkeit und Leistungsstärke gleichermaßen erhöht werden können und aufzuzeigen, was Bundesländer voneinander lernen können. Der Chancenspiegel gibt Auskunft darüber, wer heute schon ein gutes Ganztagsangebot, inklusive Schulen, wenige Sitzenbleiber, eine geringe Korrelation zwischen Herkunft und Bildungserfolg sowie wenige Schulabbrecher hat – und in welchen Ländern deutlicher Nachholbedarf besteht.

Große Unterschiede zwischen den Ländern

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind der Untersuchung zufolge groß: Beispielsweise ist in Sachsen-Anhalt der Anteil der Kinder, die auf einer separaten Förderschule unterrichtet werden und keinen Zugang zur Regelschule haben, nahezu dreimal höher als in Schleswig-Holstein. Und in Sachsen besuchen drei von vier Schüler*innen eine Ganztagsschule, in Bayern nicht einmal jede/r zehnte. „Hier bestehen Gerechtigkeitslücken, denn sowohl die Ganztagsschule als auch der Besuch einer Regel- statt einer Förderschule steigern die Bildungschancen“, so Jörg Dräger von der Bertelsmann-Stiftung in einer Pressemitteilung.

Ein regionales Gefälle zeigt sich laut „Chancenspiegel“ auch im Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Lesekompetenz: Dieser ist in Bremen fast doppelt so hoch ist wie in Brandenburg. Eine Hochschulzugangsberechtigung erreichen in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, im Saarland und in Baden-Württemberg jeweils mehr als die Hälfte der Schüler*innen – in Mecklenburg-Vorpommern nicht einmal 36 Prozent.

Der „Chancenspiegel“ zeigt auch, dass Schulsysteme in Deutschland durchaus fair und leistungsstark zugleich sein können. In Sachsen etwa ist das Schulsystem vergleichsweise durchlässig: Die Chancen für Kinder aus unteren Sozialschichten auf einen Gymnasialbesuch sind relativ gut, nur wenige Schüler bleiben sitzen. Sachsen überzeugt aber nicht nur in dieser Gerechtigkeitsfrage, sondern auch bei der Kompetenzförderung. Sowohl die leistungsstärksten als auch die leistungsschwächsten Schüler gehören deutschlandweit zu den Besten ihrer jeweiligen Vergleichsgruppe.

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