Skip to main content
home
chevron_right
Aktuelles
chevron_right
Zwischen Einsamkeitsforschung und mikro-optimistischen Zukunftsperspektiven: BKJ-Mitgliederversammlung
BKJ 16.03.26

Zwischen Einsamkeitsforschung und mikro-optimistischen Zukunftsperspektiven: BKJ-Mitgliederversammlung

veröffentlicht:
BKJ

Wieso ist Einsamkeit ein so großes Thema und wieso betrifft es junge Menschen? Haben sie nicht viele Kontakte und können folglich gar nicht einsam sein, oder? Einsamkeit lässt sich unterschiedlich betrachten, so lernen die am 14. März 2026 in Würzburg zusammengekommenen Vertreter*innen aller 55 BKJ-Mitgliedsorganisationen.

Einsamkeit – wieso?

Einsamkeit sei im Jugendalter ein „Wachstumsschmerz“ und gehöre zum Aufwachsen dazu, aber: Relevant ist die als langanhaltend und dauerhaft belastend empfundene Einsamkeit. Seit 2020 steigen die Einsamkeitsbelastungen weltweit eklatant an, referierte Dr. Janosch Schobin vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. (ISS) in seinem Impulsvortrag.

Die Gesellschaft, und insbesondere junge Menschen, machen Erfahrungen von Instabilität, ausgelöst etwa durch Klimakrise, geopolitische Entwicklungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und den Folgen der Corona-Pandemie. Die übermäßige Nutzung digitaler Endgeräte – wenn auch nicht kausal nachweisbar – sei auch eine wichtige Komponente, obwohl sie gleichzeitig auch zur Einsamkeitskompensation beitrage. Auch die Entstigmatisierung von Einsamkeit spiele eine Rolle, so wird etwas sichtbar, was bereits existierte.

Einsamkeitsprävention im Jugendalter zu fördern, wäre wirklich eine gute Idee, weil wir sonst riskieren, dass aus der Generation Corona eine einsame Generation wird.

PD Dr. Janosch Schobin, Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. (ISS), Frankfurt am Main

Und jetzt?

Zum Glück ist Dr. Janosch Schobin nicht nur Einsamkeits- sondern auch Freundschaftsforscher. So wurden in der anschließenden Gesprächsrunde mit Theresa Adams vom BMBFSFJ sowie Dr.in Irina Turner, Leiterin der Stadtbücherei Würzburg, und im Austausch mit den Vertreter*innen der Kulturellen Bildung die Dinge hervorgehoben, die der Einsamkeit entgegengesetzt werden können: die Förderung Dritter Orte und von niedrigschwelligen Projekten der Kultureller Bildung als Räume für das Gestalten sozialer Begegnungen, für Wohlfühlen und Inspiration und für Freizeit im wortwörtlichen Sinne.

Vertieft wurden die Aspekte rund um Einsamkeit, die Potenziale Kultureller Bildung wie auch deren diesbezügliche Grenzen in kleinen Gesprächsgruppen. Daneben – und nicht weniger wichtig – wurde über die Relevanz von „Jugend“ diskutiert, wie sie sich aktuell etwa in den Vorhaben der Bundespolitik darstellt, über Fragen von Finanzierung, Ganztag und Generationengerechtigkeit.