Seit 2024 ist der Landkreis Würzburg als „Bildungskommune“ im gleichnamigen Bundesprogramm mit dem Schwerpunkt Kulturelle Bildung aktiv. Mit seinen 52 Gemeinden und insgesamt 113 Ortsteilen stehen für den Landkreis vor allem Fragen der Bildungsinfrastruktur, der Zugänglichkeit für alle Menschen – unabhängig von Alter, Herkunft und sozialem Status – sowie der Profilschärfung und Sichtbarkeit Kultureller Bildung im Fokus.
Um diesen Fragen nachzugehen, kamen im November 2025 Vertreter*innen der Akteurslandschaft Kultureller Bildung, Mitarbeiter*innen des Bildungsbüros sowie der Leiter der Stabsstelle des Landrates mit Simone Weber von der Regionalen Entwicklungsagentur Bayern (REAB Bayern) und den Kolleg*innen der BKJ-Fachstelle Kulturelle Bildung im kommunalen Bildungsmanagement für einen Workshop zusammen.
Was verstehen wir unter Kultureller Bildung?
Bevor es um die Entwicklung strategischer Optionen ging, wurde zu Beginn des Workshops zunächst das Verständnis Kultureller Bildung im Landkreis ausgelotet. Von Selbstwirksamkeit und Persönlichkeitsentwicklung über regionale Identitäten und Fragen der Daseinsvorsorge bis zu kommunaler Verantwortung und der Gestaltung nachhaltiger Strukturen – die Vielfalt der Perspektiven und möglichen Zielrichtungen zeigte deutlich, wie breit das Feld ist. Gleichzeitig wurde spürbar: Kulturelle Bildung braucht immer den Blick auf den konkreten Ort, auf die Menschen vor Ort und auf deren Lebensrealitäten.
„Kulturelle Bildung beinhaltet immer das „über den Tellerrand“, das Öffnen, das sich auf etwas einlassen. Kulturelle Bildung muss daher in der Nähe gedacht werden: Sie muss nicht nur nah an den Menschen sein, sondern auch aus den Orten heraus entstehen.“
Sabrina Hüttner, Stellv. Leitung vhs Würzburg und Umgebung e.V.
Strategische Chancen nutzen – gemeinsam Räume für Kulturelle Bildung öffnen
Im nächsten Schritt rückten konkrete strategische Optionen in den Mittelpunkt: Wie können die Potenziale Kultureller Bildung so genutzt werden, dass sie einen Beitrag zur Beantwortung drängender Zukunftsfragen im Landkreis leisten? Schnell wurde deutlich, dass die vielfältige und engagierte Akteurslandschaft eine große Chance im Landkreis darstellt. Sie kann Kultureller Bildung mehr Sichtbarkeit verleihen, die vorhandenen Stärken bündeln und entsprechende Räume für Begegnung und kulturelle Bildungspraxis gestalten. Dafür gilt es nun kommunale Strukturen zu etablieren und zu festigen sowie Allianzen mit den Akteur*innen vor Ort zu stärken.
Im zweiten Teil des Tages wurde der Blick dann bewusst in die Zukunft gerichtet: Wie könnte eine ideale kulturelle Bildungslandschaft im Landkreis Würzburg im Jahr 2028 aussehen? Und wie können wirklich alle Menschen profitieren? Die Visionen reichten von Kultureller Bildung als starkem Standortfaktor für die Region – verankert in der kommunalen Daseinsvorsorge und erreichbar in der Lebenswelt der Menschen – bis zu konkreten Orten, Materialien und Qualifizierungsangeboten in und für die Gemeinden.
Fazit
Aufträge und reichlich Ideen – und damit eine gute Grundlage, um im kommenden Jahr gemeinsam mit der REAB Bayern und der Fachstelle Kulturelle Bildung im kommunalen Bildungsmanagement der BKJ in die Erarbeitung und Umsetzung eines tragfähigen und zukunftsweisenden Handlungskonzeptes für Kulturelle Bildung im Landkreis Würzburg zu gehen.