Der Deutsche Ethikrat spricht sich in seiner neuen Stellungnahme „Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt“ gegen ein gesetzliches Mindestalter für Social Media aus. Ein generelles Social-Media-Verbot greife zu kurz, da digitale Risiken nicht nur von sozialen Netzwerken, sondern auch von Online-Spielen, KI-Anwendungen oder anderen digitalen Diensten ausgingen. Gleichzeitig seien digitale Räume heute wichtige Orte der Information, Kommunikation und gesellschaftlichen Teilhabe für junge Menschen. Der Ethikrat fordert daher ein risikobasiertes Schutzkonzept, das Schutzinteressen mit den Rechten von Kindern und Jugendlichen auf Teilhabe und Selbstbestimmung in Einklang bringt, und formuliert insgesamt 13 Empfehlungen für einen zeitgemäßen Kinder- und Jugendmedienschutz.
Zu den Empfehlungen gehört die Stärkung digitaler Kompetenz: Kinder und Jugendliche sollen befähigt werden, digitale Angebote kritisch, reflektiert und verantwortungsvoll zu nutzen und Risiken zu erkennen. Daneben fordert der Ethikrat die Stärkung analoger Freiräume, eine bessere Unterstützung von Eltern sowie die konsequentere Umsetzung bestehender europäischer Regelungen, eine intensivere wissenschaftliche Begleitforschung und einen besseren Schutz vor manipulativer Beeinflussung mit Blick auf junge Menschen ebenso wie auf demokratische Prozesse insgesamt.
Ausdrücklich empfiehlt das Gremium zudem, Kinder und Jugendliche stärker an Entscheidungen zu beteiligen: Ihre Perspektiven sollen bei der Entwicklung von Schutzkonzepten berücksichtigt werden. Ziel aller Empfehlungen ist es, Schutz, Teilhabe und Befähigung gleichermaßen zu stärken und Kindern und Jugendlichen ein sicheres und selbstbestimmtes Aufwachsen in der digitalen Welt zu ermöglichen.