EU-weit sind inzwischen 19,5 Millionen Kinder von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht – fast jedes vierte Kind. Diese Versäumnisse bei der Bekämpfung von Kinderarmut werden Europa teuer zu stehen kommen, warnt Save the Children in einem neuen Bericht.
Der Bericht zeigt: Kinderarmut wirkt wie eine „unsichtbare Steuer“ auf Wirtschaftswachstum und Wohlstand. Sie erhöht den Druck auf Sozial-, Wohnungs- und Justizsysteme.
Kinderarmut ist nicht nur eine soziale Ungerechtigkeit, sondern auf lange Sicht auch eine Wachstumsbremse. Europa muss Maßnahmen gegen Kinderarmut zur Priorität machen. Nur so kann Chancengerechtigkeit und Wohlstand für alle erreicht werden.
Eric Großhaus, Experte für Kinderarmut bei Save the Children Deutschland
In Armut aufwachsende Kinder sind weniger gesund, schließen seltener die Schule ab und finden seltener einen Arbeitsplatz – all dies kann zu einem Kreislauf der Armut führen, der sich über Generationen fortsetzt. Hinzu kommt, dass das Lebenseinkommen für Menschen, die in Armut aufgewachsen sind, um 20 Prozent niedriger ist. Die jährliche wirtschaftliche Belastung durch Kinderarmut wird in den OECD-Ländern auf 3,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) geschätzt.