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KJP wächst – Zentrale Akteure der Kinder- und Jugendhilfe gehen dennoch leer aus
BKJ Politik • 15.11.25

KJP wächst – Zentrale Akteure der Kinder- und Jugendhilfe gehen dennoch leer aus

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Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat auf der Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2026 gestern zusätzliche Mittel für den Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) beschlossen: Der bereits im Regierungsentwurf um 7,5 Millionen Euro angehobene KJP wurde um weitere 9,8 Millionen Euro auf nunmehr 261,1 Millionen Euro erhöht. Dass diese prinzipiell den KJP stärkenden Erhöhungen an den zentralen Infrastrukturen der Kinder- und Jugendhilfe gänzlich vorbei gehen, ist eine massive Fehlentscheidung.

Die Bereinigungssitzung geht deutlich erfolgreicher für die Freiwilligendienste aus, was die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) überaus begrüßt. Die Mittel für 2026 werden um 38 Millionen Euro erhöht, im Vergleich zu den Fördermitteln für den aktuellen Jahrgang. Das ist ein gutes Signal für die Stärkung zivilgesellschaftlichen Engagements.

Doch zurück zum KJP: Die Träger der Kulturellen Bildung leisten seit Jahren einen wesentlichen Beitrag zu kultureller Teilhabe, Bildungsgerechtigkeit und demokratischer Entwicklung. Sie koordinieren bundesweite Netzwerke, qualifizieren Fachkräfte, entwickeln innovative Bildungsansätze und ermöglichen jungen Menschen kreative Lern- und Erfahrungsräume. Damit diese Aufgaben in hoher Qualität erfüllt werden können, zusätzliche politische Aufgaben und Folgen aktueller gesellschaftlicher Krisen abgefedert werden und steigende Personal- und Sachkosten bewältigt werden können, braucht es eine verlässliche Grundfinanzierung, die den gestiegenen Aufgaben und Kosten angemessen sind.

Der fehlende Aufwuchs im KJP für die zentralen Infrastrukturen der Kinder- und Jugendhilfe kommt faktisch Kürzungen gleich und trifft junge Menschen direkt. Denn die Orte, an denen Kinder und Jugendliche künstlerische Ausdrucksformen erproben, Gemeinschaft erleben und ihre Fähigkeiten entwickeln, benötigen die mittelbare Unterstützung. Werden diese Strukturen nicht ausreichend gestärkt, entstehen Lücken in der kulturellen Infrastruktur, die sich direkt auf Teilhabe- und Bildungszugänge junger Menschen auswirken.

Bereits die Kampagne „Deutschland hat ’nen Plan“ hat 2024 aufgezeigt, wie wichtig die zentralen Infrastrukturen der Kinder- und Jugendhilfe sind, darunter die der Kulturellen Bildung. Dass diese im aktuellen Haushaltsentwurf keine Stärkung erfahren, steht im Widerspruch zu den im Koalitionsvertrag formulierten Zielsetzungen und dem politischen Anspruch, jungen Menschen gute Rahmenbedingungen zu sichern.

Nach Jahren hoher Inflation, steigenden Anforderungen im Ganztag, in der Inklusion und in der Begleitung gesellschaftlicher Transformationsprozesse ist eine strukturelle Förderung der Träger Kultureller Bildung entscheidend. Ohne diese Unterstützung drohen Einschränkungen, die bundesweit wirksam werden.

Die BKJ erwartet, dass Bundestag und Bundesregierung im weiteren Haushaltsverfahren nachsteuern. Eine wirkungsvolle Kinder- und Jugendpolitik braucht starke kulturelle Bildungsstrukturen, die jungen Menschen Verlässlichkeit, Zugang und Gestaltungsmöglichkeiten bieten.

Weitere Informationen

Nachricht (AdB): „Kinder- und Jugendplan des Bundes aufgestockt – die Enttäuschung trotzdem riesig. AdB fordert, für eine verlässliche Grundfinanzierung der Verbände im KJP“, 18.11.2025

Nachricht (dbjr): „Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses: Fehlende Stärkung der bundeszentralen Infrastruktur ist ein gravierender Fehler“, 14.11.2025