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Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt: IJAB legt internationalen Vergleich vor
Neuerscheinung • 15.06.26

Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt: IJAB legt internationalen Vergleich vor

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Digitale Räume sind für Kinder und Jugendliche längst selbstverständliche Lebenswelten: Orte der Begegnung, Information und Teilhabe, die geografische Grenzen überschreiten, an denen nationale Regulierung endet. Wie sich dieser Raum so gestalten lässt, dass er nicht nur sicher, sondern auch befähigend und teilhabeorientiert ist, untersucht eine neue Expertise der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (IJAB). Sie wurde der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ im März 2026 vorgelegt und vergleicht Gesetzgebungen, Umsetzungsmechanismen und – wo vorhanden – Wirkungsmessungen aus 42 Staaten und Regionen auf allen Kontinenten.

Grundlage der Analyse ist das Vier-Dimensionen-Modell aus Schutz, Befähigung, Beteiligung und Teilhabe, das auf der 25. Allgemeinen Bemerkung des UN-Kinderrechtsausschusses basiert. Die Expertise zeigt: International verschiebt sich der Fokus von reaktiven Maßnahmen wie Inhaltssperren, Altersgrenzen oder Handyverboten hin zu proaktiven Designverpflichtungen, die Plattformen von vornherein altersgerecht gestalten sollen. Nur wenige Staaten denken jedoch alle vier Dimensionen systematisch zusammen. Zu den Vorreitern zählen das Vereinigte Königreich mit seinem Zwei-Säulen-Modell aus „Online Safety Act“ und „Age Appropriate Design Code“, Brasilien mit einer verbindlichen Safety-by-Design-Pflicht sowie Argentinien, wo Jugendliche über das Netzwerk ReNaPDe direkt an der Entwicklung einer Empfehlung zum digitalen Kinderschutz beteiligt waren.

Die Expertise macht deutlich: Teilhabe spielt in vielen nationalen Strategien eine nachgeordnete Rolle, während Schutzmaßnahmen regulatorisch meist gut verankert sind. Für die Internationale Jugendarbeit liegt der eigentliche Transferwert daher nicht in einzelnen Maßnahmen, sondern im Zusammendenken aller vier Dimensionen und in einer kohärenten Umsetzungsarchitektur.

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