Non-formale und informelle Kulturelle Bildung findet vielfach an sogenannten Dritten oder Sozialen Orten statt. Bildungslandschaften werden durch solche Orte getragen, denn sie ermöglichen Gemeinschaft und damit die Gestaltung von Gesellschaft.
Dass Dritte Orte für gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbar sind und den Austausch über Trennlinien hinweg ermöglichen, dafür will die Koerber Stiftung mit ihrer Mitmach-Kampagne „Dritte Orte für Begegnung“ sensibilisieren. Kultur- und Bildungsorte, Bibliotheken, Nachbarschaftszentren, Initiativen, Vereine, soziale Einrichtungen, engagierte Einzelpersonen und Netzwerke können sich beteiligen und im Rahmen der Kampagne zur Sichtbarkeit beitragen.
Mit dem zur Kampagne gehörigen Statement „Dritte Orte sind für gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbar“ bringen die Mitunterzeichner*innen, unter anderem das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), der Bundesverband Soziokultur, die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) sowie der Deutsche Bibliotheksverband ihre Haltung zum Ausdruck.
Als Mitglied des BBE setzt sich die BKJ insbesondere im Feld der Kulturellen Bildung für Dritte Orte ein. Dominik Eichhorn, Leitung des Arbeitsbereichs „Kooperation und Bildung“, äußert sich dazu im Rahmen der Kampagne „Dritte Orte für Begegnung“ wie folgt:
Dritte Orte sind zentrale Räume für non-formale Bildung und kulturelle Teilhabe – besonders für junge Menschen. Als Teil ganztägiger Bildungslandschaften eröffnen sie nach dem formalen Vormittag Orte des Ausprobierens, Mitgestaltens und der Begegnung, etwa im Jugendzentrum, im Kulturverein oder im partizipativen Kultur-Stadtgarten.
Dominik Eichhorn, BKJ
Gelingensbedingungen für Dritte Orte und Bildungslandschaften
Insbesondere beschäftigen die BKJ die Gelingensbedingungen, unter denen Dritte Orte ihre wichtige gesellschaftliche Funktion für junge Menschen in einer Bildungslandschaft erfüllen können. Domnik Eichhorn (BKJ) sagt dazu weiter: „Damit diese Zugänge wirklich offen sind, müssen auch die Übergänge mitgedacht werden: Wer begleitet junge Menschen dorthin? Welche Multiplikator*innen unterstützen sie und welche Rahmenbedingungen brauchen sie? Familien, Sorgeberechtigte und pädagogische Fachkräfte in Schule, Ganztag und Jugendhilfe spielen dabei eine wichtige Rolle. Gleichzeitig zeigen Konzepte der Kinder- und Jugendarbeit, dass solche Orte junge Menschen anders erreichen können als formale Bildungssettings. Entscheidend ist deshalb der Dialog der beteiligten Akteure. Wenn Schulen, Jugend- und Kulturarbeit sowie zivilgesellschaftliche Initiativen stärker zusammenarbeiten, können Synergien entstehen, die bislang noch zu wenig genutzt werden – etwa bei der Ausgestaltung der Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter. Programme wie „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ ermöglichen wichtige Projekte, die sehr häufig an Dritten Orten stattfinden. Doch über solche unterstützende Förderprogramme hinaus, brauchen Dritte Orte verlässliche Strukturen: Personal, Räume und Ausstattung. Viele dieser Orte werden mit großem ehrenamtlichem Engagement und begrenzten Ressourcen getragen. Ihre Bedarfe müssen stärker gesehen werden. Eine zentrale Rolle nehmen dabei die Kommunen ein, die vernetzend und unterstützend aktiv werden sollten. Ziel ist eine kommunale Bildungslandschaft, die vernetzt arbeitet und die Zivilgesellschaft als wichtigen Bildungsakteur ernst nimmt.
In einer solchen vernetzten Bildungslandschaft können Dritte Orte der Kulturellen Bildung zu selbstverständlichen Bestandteilen von Bildungsbiografien werden – nicht nur für junge Menschen, sondern lebensbegleitend bis ins hohe Alter.
Dominik Eichhorn, BKJ