Auch nach der Corona-Pandemie, die Anlass gab, diese Studienreihe aufzusetzen, leben junge Menschen in einer Gesellschaft mit Unsicherheiten und in krisenhaften Bedingungen, konstatiert der fünfte Teil der Studienreihe „JuCo – Jugend und Corona“ der Universität Hildesheim.
Die erste Befragung der JuCo-Studienreihe wurde unmittelbar zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 durchgeführt. Drei weitere Befragungen folgten Ende 2020, Ende 2021 und zum offiziellen Ende der Pandemie im Frühjahr 2023. Schließlich wurden Anfang 2025 mit „JuCo-V. Wie geht’s?“ junge Menschen erneut danach gefragt, wie sie sich unter dem damaligen Einfluss gesellschaftlicher Krisen in Deutschland und der Welt fühlten. Die Ergebnisse dieser letzten Befragung liegen nun vor.
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 30 Jahren beschreiben insbesondere gehäuft psychische Belastungen, allgemeine Sorgen in der Lebensbewältigung, zunehmende Einsamkeitserfahrungen und Zukunftsängste. Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie hoch der Bedarf ist, dass alle Institutionen, die mit jungen Menschen arbeiten, Konzepte und Rahmenbedingungen brauchen, um junge Menschen in dieser Situation in ihrem Aufwachsen, in Sachen Bildung und Teilhabe bestmöglich zu unterstützen.
Noch stärker wiegen ihre Themen, da sich nahezu 95 Prozent der Befragten kaum oder gar nicht von Politik gehört fühlen. In den Kernerkenntnissen der Studie heißt es: „Diese Ergebnisse machen eine bundesweite Neusensibilisierung gegenüber der jungen Generation erforderlich, die in den Gemeinden und den analog-digitalen Sozialräumen beginnt, aber darüber hinaus die Landes- und Bundesebene erreichen muss.“ (S. 39)
Die JuCo-Studienreihe macht Trends im Wohlbefinden junger Menschen seit der Corona-Pandemie sichtbar und leitet Anforderungen an eine Jugendpolitik sowie an Institutionen ab, die den Sorgen und Belastungen junger Menschen, aber auch ihrem Erleben von gesellschaftlichen Spannungen besser Rechnung tragen. So sei über die Jahre der Studienreihe deutlich geworden, dass sich die Trends nicht von alleine wieder regulieren. Mehr noch: Übergreifende Konzepte, insbesondere zwischen Gesundheits- und Bildungssystem sowie der Kinder- und Jugendhilfe sowie unter Einbezug der jungen Menschen selbst, seien nötig.
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