Autorin Christiane Dätsch, Professorin für Kulturmanagement an der Hochschule Merseburg untersucht in ihrem Fachbeitrag „Digitale Räume der Erinnerungskultur(en)“, wie digitale Medien die Erinnerungskultur und den gesellschaftlichen Umgang mit Geschichte verändern.
Digitales Erinnern im Internet führe zu einer stärkeren Subjektivierung und teilweise auch zur Fiktionalisierung von Geschichte, meint Chstiane Dätsch. Anhand des Social-Media-Projekts #ichbinsophiescholl analysiert sie die Merkmale digitalen Erinnerns. Kritisch bewertet wird dabei die fiktive Interaktion mit der historischen Figur, da sie die Grenze zwischen „echter“ und „digitaler“ Sophie verwischt.
Das Fazit der Autorin ist, dass im Spannungsverhältnis von Vergangenheit und Gegenwart beim digitalen Erinnern die Gegenwart zum zentralen Bezugspunkt wird. Dadurch wird Erinnern selbstreferenzieller, und ein gemeinsames Verständnis historischer „Wahrheit“ wird zunehmend schwieriger.