Stress, Mobbing und fehlende Mitbestimmung: laut aktuellem Deutschen Schulbarometer trägt Schule dazu bei, dass es einem Teil der Schüler*innen nicht gut geht. Erstmals seit dem Ende der Corona-Pandemie steigt der Anteil von Schüler*innen mit psychischen Auffälligkeiten wieder an und liegt nun bei 25 Prozent. Fast ebenso viele berichten von einer geringen Lebensqualität (26 Prozent), und 16 Prozent geben an, sich in der Schule nur wenig wohlzufühlen.
In der aktuellen Befragung berichtet fast die Hälfte der Kinder und Jugendlichen von hohem Leistungsdruck, zudem sind 30 Prozent der Schüler*innen mindestens einmal im Monat von Mobbing betroffen. Sie werden von Mitschüler*innen beschimpft, bedroht oder gezielt ausgeschlossen – sowohl online als auch offline. Insgesamt entsteht so das Bild, dass Schule durchaus dazu beitragen kann, dass es einem Teil der Kinder und Jugendlichen nicht gut geht.
Die Befragung zeigt: Verschiedene Aspekte, die als Merkmale guten Unterrichts gelten, hängen eng mit dem schulischen Wohlbefinden zusammen. Besonders bedeutsam ist die wahrgenommene Unterstützung durch die Lehrkräfte. Je unterstützender und wertschätzender sie erlebt werden, desto wohler fühlen sich die Schüler*innen in der Schule. Auch das Klassenklima spielt dabei eine zentrale Rolle.
Schüler*innen, die über mehr Mitbestimmung in Schule und Unterricht berichten, zeigen nicht nur ein höheres schulisches Wohlbefinden, sondern auch eine insgesamt höhere Lebenszufriedenheit. Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, dass die bestehenden Mitbestimmungsmöglichkeiten von vielen Schüler*innen als unzureichend wahrgenommen werden.
Daraus ergibt sich ein klarer Handlungsauftrag: Schulen müssen ihr Selbstverständnis als demokratische Orte weiterentwickeln. Neben einer hohen Unterrichtsqualität braucht es eine gelebte demokratische Schulkultur, in der Kinder und Jugendliche selbstverständlich mitbestimmen und mitgestalten können.
Studiensetting
Für die Ausgabe 2025/26 des „Deutschen Schulbarometers Schüler*innen“ befragte die Robert Bosch Stiftung 1.507 Kinder und Jugendliche, im Rahmen einer längsschnittliche Panelstudie, sowie jeweils ein Elternteil zu ihrer Lebensqualität, ihrem schulischen Wohlbefinden, der Unterrichtsqualität und den Mitbestimmungsmöglichkeiten in Schule und Unterricht.