„Einsamkeit ist die wahrgenommene Diskrepanz zwischen den gewünschten und den tatsächlichen sozialen Beziehungen.“ So definierte es Prof.in Dr.in Maike Luhmann, Einsamkeitsforscherin an der Ruhr-Universität Bochum, auf der 5. KNE-Konferenz „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ am 22. Juni 2026 in Berlin. Einsamkeit kann chronische Erkrankungen zur Folge haben und ist nachgewiesenermaßen mit einer Vielzahl an körperlichen und psychologischen Erkrankungen in Verbindung zu bringen. Und sie hat viele Gesichter.
Um hierfür zu sensibilisieren und gezielt gesellschaftliche Lösungen zu forcieren, tauschten sich die 117 erstunterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen der „Allianz gegen Einsamkeit“ sowie weitere Konferenz-Teilnehmer*innen aus. Die Allianz möchte ein Zeichen für die gemeinsame Verantwortung setzen, Einsamkeit vorzubeugen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Auch die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) gehört zu den Erstunterzeichnenden und beteiligte sich mit einem Stand auf dem „Markt der Möglichkeiten“, auf dem sie ihre Perspektiven zur Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe durch Kulturelle Bildung vorstellte.
Die Konferenz wurde mit einem Grußwort von Mareike Lotte Wulf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), eröffnet und bildet den Auftakt der bundesweiten Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“, die vom 22. bis 28. Juni 2026 stattfindet.
Die Teilnehmenden waren sich einig: Einsamkeit ist eine ernstzunehmende gesellschaftliche Herausforderung, die Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und Lebensphasen betrifft. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Einsamkeit ein allumfassendes und komplexes Problem ist, das nur gemeinsam und aus unterschiedlichen Perspektiven bearbeitet werden kann. Deutlich wurde dies in den Arbeitsgruppen, die zu den Themen Gesundheit, Arbeitswelt, Bildung und Demokratie diskutierten. Im Mittelpunkt der Konferenz stand der Austausch und die Vernetzung, um zunächst Kräfte, Wissen und Engagement zu bündeln und so Teilhabe zu stärken. Künftig wird das Bündnis unter anderem im Rahmen einer jährlichen Konferenz, einer Aktionswoche, Forschungskolloquien sowie dem Deutschen Gemeinsamkeitspreis aktiv sein.
Ziel ist es, Einsamkeit in unterschiedlichen Lebensbereichen zu adressieren, die Angebots- und Präventionslandschaft weiterzuentwickeln und konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Verbundenheit öffentlich sichtbar zu machen.
Die „Allianz gegen Einsamkeit“ wurde vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) ins Leben gerufen. Das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. (ISS), an dem das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) angesiedelt ist, unterstützt das Ministerium bei der Umsetzung und hat die Konferenz organisiert und umgesetzt.