Gemeinsam mit Kolleg*innen aus Finnland und Slowenien entwickelt die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) Positionen zum UNESCO-Rahmenwerk für künstlerische und kulturelle Bildung, welches 2024 auf der 3. Weltkonferenz zu kultureller und künstlerischer Bildung in Abu Dhabi verabschiedet worden ist, und bringen sie in den Dialog mit Politik und europäischen Netzwerken ein.
Sechs Personen aus Deutschland können mit ihren Erfahrungen den Fachdiskurs mitgestalten ‒ und das im Rahmen einer trilateralen Werkstatt zu Kultureller Bildung und Jugend. So tragen sie zur Umsetzung des UNESCO-Rahmenwerks für künstlerische und kulturelle Bildung bei.
Die Bewerbung zur Teilnahme an der Fachwerkstatt ist bis zum 7. September 2026 möglich.
Worum geht’s?
Junge Menschen sind von politischen Entscheidungen in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen unmittelbar betroffen. In Zeiten von demografischem Wandel, multiplen Krisen und neuen sicherheits- und wirtschaftspolitischen Prioritäten werden ihre Lebenslagen jedoch häufig nur aus der Perspektive einzelner Ressorts betrachtet. Dadurch erscheinen sie oft eher als Objekt politischer Maßnahmen, denn als Mitgestalter*innen gesellschaftlicher Entwicklung. Gerade deshalb wird die Frage immer drängender, wie Politik junge Menschen in ihrer gesamten Lebenswirklichkeit in den Blick nehmen kann – und wie Kulturelle Bildung dazu beitragen kann, Jugend-, Kultur-, Außen-, und Bildungspolitik stärker zusammenzudenken.
UNESCO-Rahmenwerk für kulturelle und künstlerische Bildung
Das 2024 verabschiedete UNESCO-Rahmenwerk knüpft an die Lisbon Road Map von 2006 und die Seoul Agenda von 2010 an. Es verbindet Kultur, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe in einem gemeinsamen internationalen Referenzrahmen. Damit seine Empfehlungen politische Wirkung entfalten, müssen sie in nationale Strategien, Förderstrukturen und Praxis übersetzt und von der Zivilgesellschaft fachlich begleitet werden. Wie unterschiedliche Politikfelder die Lebenslagen junger Menschen prägen und welche verbindende Rolle Kulturelle Bildung dabei spielen kann, wird im Rahmenwerk jedoch nicht durchgängig betrachtet.
Trilaterale Fachwerkstatt
Gemeinsam mit den Partnerorganisationen ACCF Finland aus Finnland und Pionirski Dom aus Slowenien lädt die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) sechs Fachkräfte aus Deutschland zu einer trilateralen Fachwerkstatt vom 23. bis 25. November 2026 in Berlin ein.
In der Fachwerkstatt geht es um folgende Fragen:
- Wie werden junge Menschen und ihre Belange im Rahmenwerk berücksichtigt?
- Welche Perspektiven aus Kultureller Bildung und Jugendpolitik könnten stärker berücksichtigt werden?
- Welche Impulse ergeben sich aus dem Vergleich zwischen Deutschland, Finnland und Slowenien für die Umsetzung des Rahmenwerks?
Gemeinsam mit jeweils sechs weiteren Fachkräften aus Finnland und Slowenien entwickeln die Teilnehmer*innen erste Positionen und einen jugendbezogenen Baustein für einen Kommentar zum UNESCO-Rahmenwerk. Erste Ergebnisse werden am 24. November in einem internationalen Roundtable mit Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und europäischen Netzwerken diskutiert und fließen in einen gemeinsamen Kommentar zum UNESCO-Rahmenwerk ein, der im Verlauf des anderthalbjährigen Erasmus+-Projekts weiterentwickelt wird.
Das Projekt ist kofinanziert von der Europäischen Union.
Teilnahme
Die Fachwerkstatt richtet sich an Menschen, die sich beruflich, wissenschaftlich oder ehrenamtlich mit Kultureller Bildung und jungen Menschen beschäftigen und ihre Erfahrungen in einen europäischen fachpolitischen Austausch einbringen möchten.
Vorkenntnisse zum UNESCO-Rahmenwerk sind nicht erforderlich. Wichtig sind Interesse an politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen sowie die Bereitschaft zur gemeinsamen Arbeit.
Mindestens einer der sechs Plätze ist für eine Person unter 30 Jahren vorgesehen.
Die Teilnahme erfolgt als Einzelperson, eine Nominierung durch eine Organisation ist nicht erforderlich.
Innerhalb der Werkstatt können Teilnehmer*innen
- sich mit Fachkräften aus drei europäischen Ländern vernetzen,
- Einblicke in aktuelle kultur- und jugendpolitische Debatten auf europäischer Ebene gewinnen,
- eigene Perspektiven in einen politischen Dialog mit Entscheidungsträger*innen einbringen.
Organisatorische Informationen
| Termin(e) und Ort | 23. bis 25. November 2026, Berlin Eine Anreise am 22. November und die Teilnahme an einem gemeinsamen Abendessen sind willkommen, aber optional. Ein zusätzlicher digitaler Vorbereitungstermin wird mit den Teilnehmer*innen abgestimmt. Weitere Fachwerkstätten sind voraussichtlich im Frühjahr 2027 in Finnland und im Herbst 2027 in Slowenien geplant. Die Teilnahme in Berlin verpflichtet nicht zur Teilnahme an den Folgeveranstaltungen. |
|---|---|
| Kosten | kostenfrei Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten werden übernommen. |
| Arbeitssprache | Englisch Perfekte Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich. |
Bewerbung
Die Bewerbung ist bis zum 07. September 2026 über ein Onlineformular möglich.