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- Prävention und Kindeswohl
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- Kinderrechte • Partizipation • Schutzkonzept
Herbst 2024: Über das Förderprogramm „Start2Act“ beginnt ein Jugendverband einen Schutzprozess auf Bundesebene. Für das darauffolgende Frühjahr entwickelt die Steuerungsgruppe eine partizipative Risiko- und Potenzialanalyse, die im Folgenden als Praxisbeispiel detailliert dargestellt wird.
Von Verena Schmidt
Verena Schmidt ist Mediatorin und Fachkraft für Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt. Sie arbeitet in einem Jugendverband mit Schwerpunkt Rassismuskritik als Projektleitung eines Präventionsprojektes und berät Organisationen in Schutzprozessen.
Warum überhaupt eine (gute) Risiko- und Potenzialanalyse? Stellen wir uns ein Schutzkonzept wie einen Eintopf vor, der alle satt macht und möglichst vielen schmeckt. Wir können einfach das bestbewertete Rezept aus dem Internet nehmen. Damit es aber für alle reicht, niemand allergisch reagiert und am besten alle einen Nachschlag möchten, müssen wir uns fragen: Für wen und wie viele kochen wir eigentlich? Welche Unverträglichkeiten gibt es? Welche Zutaten haben wir schon und welche müssen wir noch einkaufen?
Risiko- und Potenzialanalysen dienen analog dazu, vorab die wichtigen Punkte zu erkennen, die beim Erstellen eines Schutzkonzeptes oder im Schutzprozess besonders beachtet werden müssen. Es geht darum, Stärken und Schwächen, eben Potenziale und Risiken, herauszuarbeiten, um daraus Maßnahmen bezüglich Schutz und Fürsorge ableiten zu können. „Nur wenn proaktive und potentielle [sic!] Fehlerquellen offengelegt werden, können proaktive Formen der Prävention greifen“ (Oppermann et al. 2018).
Bereits das partizipative Erstellen von Schutzkonzepten und die Durchführung einer Risiko- und Potenzialanalyse an sich haben einen präventiven Zweck und Effekt.
Doch nicht nur die Antworten und Ergebnisse einer Analyse sind hilfreich, auch der Prozess an sich hat eine positive Wirkung: „[Der Psychologe Lawrence Kohlberg] wies nach, dass durch eine intensive Bearbeitung moralischer Dilemmata hin zu Lösungsstrategien die moralische Urteilsfähigkeit der AkteurInnen [sic!] geschult wird. Er beobachtete, dass Kinder und Jugendliche auf diese Weise positive Veränderungen in ihrem Sozialverhalten zeigten. Auch wurden sie kompetenter, ihre eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen und in Konfliktsituationen in Gruppen bessere und gerechtere Lösungen mit anderen zu entwickeln“ (ebd.: 87). Bereits das partizipative Erstellen von Schutzkonzepten und die Durchführung einer Risiko- und Potenzialanalyse an sich haben einen präventiven Zweck und Effekt.
Vom Ziel zur Umsetzung – Schritte einer Risiko- und Potenzialanalyse
Ebenso wie derartige Analysen Elemente eines Schutzprozesses sind, lässt sich die Analyse selbst in typische Elemente und Schritte unterteilen. Typisch deshalb, weil die Analyse genau wie der gesamte Schutzprozess passend zur Organisation sein muss. In manchen Verbänden wird eine Onlineumfrage viele Menschen erreichen, in einer anderen Gemeinschaft braucht es vielleicht vertrauensvolle Gesprächsrunden. Die Abwägung, was davon passt und wie aus den jeweiligen Formaten Ergebnisse ableitbar sind, die beim Erstellen eines Schutzkonzeptes helfen, liegt in der Verantwortung der Arbeitsgruppe, die das Schutzkonzept erstellt. Dass von dem Prozessbeginn im Wesentlichen abhängt, wie „brauchbar“ das Konzept am Ende wird, ist ein weiteres Argument dafür, diese Arbeits- oder Steuerungsgruppe möglichst breit aufzustellen und mit den notwendigen Kompetenzen zu versehen. Ist dies der Fall, entscheidet die Arbeitsgruppe zunächst über die Zielgruppe(n) der Organisation und der Analyse:
Wer hat Einblick und Expertise über die Organisation und welche (bekannten) Verletzlichkeiten gibt es?
Mit diesen Zielgruppen im Kopf entscheidet die Steuerungsgruppe, welche Fragen und Formate benötigt werden, um das oben beschriebene Ziel der Analyse zu erreichen: Herausfinden, an welchen Stellen die Strukturen, Räumlichkeiten, Kommunikation etc. sexualisierte Gewalt begünstigen, welche Möglichkeiten der Meldung von Fehlverhalten oder unguten Gefühlen es gibt, wer wann wo Entscheidungsmacht hat und erhält und auch, wo der Schutz bereits gut funktioniert.
Mit den Antworten auf diese Fragen lassen sich die Bereiche identifizieren, die Aufmerksamkeit benötigen, wo besonderer Verbesserungsbedarf besteht und die für den Schreibprozess des Schutzkonzeptes relevant sind. Die Zusammenstellung der benötigten Formate, Themen und Fragen ist Aufgabe der Arbeitsgruppe und ebenso wenig kopierbar wie ganze Konzepte. Dennoch können verschiedene Beispiele möglicherweise der Orientierung und Inspiration dienen.
Ein bundesweit agierender Jugendverband startet in den Schutzkonzeptprozess – Wer ist Zielgruppe?
Für die vorliegende Analyse hat der Jugendverband zwei Zielgruppen identifiziert: Zum einen die Mitglieder der Delegiertenversammlung, also etwa 70 Haupt- und Ehrenamtliche der Mitgliedsorganisationen des Jugendverbandes im Alter von etwa 20 bis 60 Jahren. Zum anderen die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen der Bundesgeschäftsstelle, für die eine digitale, anonyme Umfrage erstellt wurde. Im Weiteren wird jedoch schwerpunktmäßig der Workshop beschrieben, der für die Delegiertenversammlung konzipiert wurde.
Fragen, Methoden und Warum
Bei der Erarbeitung des Workshops für die Delegiertenversammlung wurde darauf geachtet, für jede Frage eine eigene Methode zu entwickeln. Ziel war es, den Ablauf abwechslungsreich und interessant zu gestalten und dadurch offenere, ehrlichere sowie für die Analyse besser nutzbare Antworten zu erhalten.
In welcher Reihenfolge die Teilnehmer*innen die zu Themenbereichen gebündelten Fragen bearbeiten wollten, blieb ihnen überlassen. Von Beginn an konnten sie sich frei auf verschiedene Stationen verteilen, die in mehreren Räumen und Fluren der Unterkunft vorbereitet waren. Buntes Kreppband auf dem Boden wies den Weg zu den jeweils zu bearbeitenden Themenbereichen.
Themenbereich Wohlbefinden
Der Themenbereich Wohlbefinden bot Raum, eigene Empfindungen zu reflektieren und anonym zu teilen.
Frage: „Fühlst du dich hier wohl?“
Anleitung: „Bitte nimm eine Toilettenpapierrolle und schneide sie passend ab.“
Methode: Skalenfrage
Je nach persönlichem Empfinden konnte die Rolle zugeschnitten werden (sehr wohl = Rolle ganz lassen, sehr unwohl = nur einen schmalen Ring übriglassen).
Frage: „In welchen Situationen fühlst du dich nicht wohl oder hast du dich in der Vergangenheit nicht wohl gefühlt?“
Anleitung: „Bitte notiere deine Gedanken auf einen Zettel und wirf ihn in das Glas.“
Methode: Freitext
Das große Glas machte durch die sichtbare Zahl gefalteter Zettel deutlich, wie viele Personen bereits geantwortet hatten, während die einzelnen Antworten bis zur Auswertung unsichtbar blieben.
Frage: „Wusstest du, dass der Bundesverband an einem Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt arbeitet?“
Anleitung: „Bitte lege eine weiße Bohne für ‚Ja, wusste ich‘ oder eine rote Bohne für ‚Nein, wusste ich nicht‘ in das entsprechende Glas.“
Methode: Ja-Nein-Frage
Über zwei Gefäße mit roten und weißen Bohnen wurden die Antworten unmittelbar sichtbar.
Themenbereich Verhaltenskodex
Bei diesem Thema wurde auf einen bereits bestehenden Kodex Bezug genommen, dessen Kenntnisnahme im Rahmen der Anmeldung zur Delegiertenversammlung bestätigt werden musste und der auf der Veranstaltung an mehreren prominenten Stellen aushing.
Frage: „Gibt es (dir bekannte) Regeln für den gemeinsamen Umgang auf Bundesebene?“
Anleitung: „Bitte nimm dir eine grüne Luftschlange für ‚Ja, gibt es‘ oder eine rote für ‚Nein, gibt es nicht‘ und puste sie zu den anderen.“
Methode: Ja-Nein-Frage
Zwei Schüsseln dienen der Orientierung für „Ja“ und „Nein“. Sie waren absichtlich etwas zu klein gewählt, sodass ein Überfließeffekt sichtbar werden konnte.
Frage: „Hast du das Gefühl, es ansprechen zu können, wenn der Verhaltenskodex nicht eingehalten wird?“
Anleitung: „Bitte notiere deine Gedanken – gerne mehr als ‚Ja‘/‚Nein‘ – auf einer Moderationskarte und pinne sie umgekehrt an die Wand.
Methode: Freitext
Teilnehmer*innen hatten hierbei die Gelegenheit, über den Umgang mit dem Verhaltenskodex im direkten Kontakt nachzudenken.
Themenbereich Awarenessteam
Dieser Themenblock wurde in einem geschützten Rahmen durchgeführt, um sowohl anonyme Rückmeldungen als auch moderierten Austausch zu ermöglichen. Zunächst wurde die erste Frage anonym mit passenden Klebepunkten (Grün = Ja/Rot = Nein) beantwortet; im Anschluss wurden die zweite und dritte Frage als moderiertes Gespräch bearbeitet und durch die Moderation am Flipchart dokumentiert.
- „Weißt du, an wen du dich wenden kannst, wenn du Hilfe benötigst?“
- „Wie sieht ein gut aufgestelltes Awarenessteam für dich aus? (Leute, Rollen, Vorwissen, Setting, Räumlichkeiten, Struktur, Sonstiges, …)
- „Für welche Art von Vorfällen (Bereiche) soll das Vertrauensteam ansprechbar sein?“
Themenbereich Beschwerdemanagement
Für dieses Thema sollte der Umgang mit Beschwerden sowie die Wahrnehmung von Feedback und Kritikmöglichkeiten aus Sicht der Delegierten erhoben werden.
Frage: „Wie erlebst du den Umgang mit Beschwerden?“
Anleitung: „Bitte notiere deine Gedanken – gerne auch Antworten auf andere, die bereits dort stehen.“
Methode: Schreibgespräch/stille Diskussion
Diese Frage sollte einen Austausch und Reaktionen aufeinander ermöglichen und gleichzeitig Anonymität wahren.
Frage: „Wie sicher fühlst du dich dabei, Kritik zu äußern und warum?“
Anleitung: „Bitte nimm dir einen Streifen und schneide ihn passend ab (siehe Beispielstreifen). Notiere deine Gründe dafür auf dem Streifen.“
Methode: Skalenfrage
Als Antwortmöglichkeit gab es hier pro Person einen schmalen Streifen eines Flipchart-Papiers, der entlang einer vorbereiteten Skala abgeschnitten, mit einer Zahl von 1 bis 6 und Gründen dafür beschriftet werden konnte.
Themenbereich Positionierungen
Die Fragen zum Thema Positionierungen fanden in einem separaten Raum statt, sodass sich in mehreren Durchgängen Kleingruppen zu drei Aussagen besprechen konnten. Auf dem Boden war vorab mit Kreppband eine Skala markiert, entlang derer sich die Teilnehmer*innen zu den jeweiligen Aussagen positionieren konnten. Nach jeder Positionierung wurde ein Foto von den Füßen gemacht.
- „Ich fühle mich total wohl, das Awarenessteam anzusprechen.“
- „Ich fühle mich im Bundesverband repräsentiert.“
Nach den ersten beiden Aussagen wurde die offene Anschlussfrage gestellt „Und was bräuchte es dafür?“. Die daraus resultierenden Gespräche wurden moderiert und am Flipchart auch für die kommenden Durchläufe sichtbar dokumentiert.
Im Anschluss wurde die dritte Aussage besprochen:
- „Im besten Fall ist Prävention als Querschnittsthema unsichtbar.“
Der Hintergrund dieser Aussage war die fortwährende Abwägung von Veranstalter*innen, ob das Thema Prävention sexualisierter Gewalt bei Veranstaltungen direkt angesprochen werden sollte oder ob es in die Planungen mit einfließt, dann aber bei der Durchführung nicht genannt wird. Beispiel: Ist es für das Thema Prävention und Schutz besser, wenn ein Warmup-Spiel mit Körperübung „Präventionsmethode“ betitelt wird oder nicht?
Themenbereich Partizipation
Die Themen zur Partizipation konnten mit Moderationskarten im Flur an der Wand bearbeitet werden. Da die Fragen eher sachlicher Natur waren, lag der Mehrwert darin, die Antworten direkt für alle sichtbar zu machen und so gegebenenfalls gegenseitige Anregung und Ideen zu ermöglichen.
- „An welchen Stellen siehst du Bedarf im Kontext Prävention (sexualisierter Gewalt)?“
- „Zu welchen Themen hätte ich im Bundesverband gerne mehr Input?“
- „Wie sieht für dich gute Kommunikation oder Transparenz im Thema Prävention sexualisierter Gewalt aus?“
Anleitung: „Bitte notiere deine Gedanken auf Moderationskarten und pinne sie sichtbar an (gerne dabei Ähnliches zusammenhängen).“
Antworten, Ergebnisse und Schlussfolgerungen
Was wurde geantwortet und was wurde in der Konsequenz als Maßnahme im Schutzkonzept festgehalten? Ohne im Einzelnen die Antworten wiedergeben zu können, waren Art und Umfang der Antworten eine positive Überraschung. Es wurden verschiedene systemische Prinzipien und Benachteiligungsformen angesprochen, die bis zu diesem Zeitpunkt weder im direkten Gespräch noch im Plenum genannt wurden. Beispielsweise wurden eigenes Alter und Länge der Mitgliedschaft der eigenen Gruppe im Verband als Hemmnisse für Kritikäußerungen beschrieben.
Speziell die Situationen des Unwohlseins waren sehr aufschlussreich, genannt wurden:
- Gruppensituationen und Anonymität: In großen, unbekannten Gruppen oder neuen Umgebungen fühlen sich viele unsicher, ebenso wenn Diskussionen hitzig, hierarchisch oder mit veralteten Meinungsbildern geführt werden.
- Diskriminierung und Ausgrenzung: Bewusste oder unbewusste abwertende Aussagen sowie fehlende Diversität in Gremien und bei Aufsichtspersonen führen zu Rückzug und Frustration.
- Emotionale Unsicherheit: Wenn Kritik an unsensiblem Verhalten nicht ernst genommen wird oder verletzende Rückmeldungen kommen, steigt Angst vor Zurückweisung.
- Räume und Rahmenbedingungen: Alkoholkonsum, aufdringliches Verhalten, mangelnder Raum für persönliche Emotionen und fehlende weibliche Bezugspersonen schaffen zusätzliche Barrieren.
- Partizipation und Repräsentanz: Wenige Stimmrechte bei Abstimmungen und das Gefühl, sich als kleine oder migrantische Gruppe immer wieder beweisen zu müssen, verstärken das Unwohlsein.
- Persönliche Grenzsituationen: Outing der eigenen Identität, Alleinsein abends und wiederholtes Erklären sind persönliche Anlässe für belastende Unsicherheit.
Da einige Beiträge sich auf andere Themen als sexualisierte Gewalt bezogen, wurden diese Ergebnisse an die Personen mit der entsprechenden Verantwortung weitergeleitet. Dies betraf unter anderem die Geschäftsführung sowie die Steuerungsgruppe eines diversitätssensiblen Entwicklungsprozesses. In diesem wird der Verband – ähnlich wie in einem Schutzprozess bezüglich sexualisierter Gewalt – auf seine Stärken und Schwächen untersucht und weiterentwickelt, allerdings hier hinsichtlich verschiedener Verletzlichkeiten, Diskriminierungsformen und Mehrfachdiskriminierungen („Intersektionalität“).
Aus diesem Grund waren die Antworten abseits von sexualisierter Gewalt ebenso erwünscht, für die Darstellung der im Verband gegebenen Vulnerabilitäten sinnvoll und am Ende auch zu erwarten: Bei Fragen nach Machtstrukturen, eventuellem Unwohlsein, Kritikkultur und so weiter werden die Antworten selbstverständlich Missstände in allen Bereichen beschreiben. Gleichermaßen universell ist auch die Verantwortung, jegliche Meldungen ernst zu nehmen und konstruktiv zu bearbeiten. Nur so wird das Vertrauen in die Meldestrukturen mit der Zeit wachsen und ein Ansprechen auch gravierender Missstände ermöglichen.
Daher stünde es einer solchen, positiven Meldekultur entgegen, Antworten auf sexualisierte Gewalt zu beschränken. Wichtig ist hierbei allerdings eine Offenheit und Transparenz im Voraus darüber, ob und in welchem Rahmen auch die Ergebnisse aus anderen Diskriminierungsformen bearbeitet werden können.
Das Spektrum der Antworten war bei fast allen Fragen sehr groß, was darauf hinwies, dass die Fragen für diese Zielgruppe passend formuliert wurden. Der allergrößte Teil der Antworten fiel sehr konstruktiv aus, sowohl in Verbesserungsvorschlägen, Offenheit und Wünschen als auch in positivem Feedback über Entwicklungen in Bezug auf Awareness.
Auch im Anschluss an den Workshop wurde viel Dankbarkeit über den Prozess und die Möglichkeit ausgedrückt. Dies war Freude und Last zugleich, da mit solch einer aktiven Beteiligung selbstverständlich auch die Hoffnung auf konkrete Umsetzung und direkte Veränderung im Raum steht, die jedoch mittelfristig nur bedingt in den Händen der Verfasser*innen eines Schutzkonzeptes liegen – insbesondere, was die beschriebenen Aspekte von anderen Gewalt- und Diskriminierungsformen betrifft. Diese Gleichzeitigkeit auszuhalten, ist Teil des Prozesses und Herausforderung einer Steuerungsgruppe.
Im Sinne ihrer Nützlichkeit und praktischen Anwendbarkeit ist die Analyse erfolgreich. Viele Anregungen und Schilderungen konnten in den Schreibprozess des Schutzkonzeptes einfließen. Es war beeindruckend zu sehen, an wie vielen Stellen die Beiträge aus der Risiko- und Potenzialanalyse als Grundlage für Entscheidungen und konkrete Formulierungen dienten.
Um auf die Eintopf-Metapher vom Anfang zurückzukommen: Die Analyse lieferte uns eine lange und differenzierte Zutatenliste mit Mengenangaben. Das eigentliche Rezept und Zubereitungsform dieser Zutaten war der folgende Schreibprozess. Die Antworten zu zerkleinern und an einer guten Stelle dem Eintopf hinzuzufügen ist natürlich mehr „alles zusammenwerfen und zweimal umrühren“. Hierbei war die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe aus den verschiedenen Perspektiven des Verbandes sehr hilfreich.
Die größte Erkenntnis dieser Analyse als Auftakt des Schutzprozesses liegt wohl auf der Metaebene und ist banal und zentral zugleich: Man bekommt gute Antworten, wenn man gut fragt.