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Deutsch-französische Coaching- und Partnertagung 2019

Deutsch-französische Coaching- und Partnertagung 2019

07.-09.02.2019, Köln

veröffentlicht:
Thema
Internationale Perspektiven

Sich kennenlernen, voneinander lernen und Weichen für die Zusammenarbeit stellen: Um neue Impulse für die Organisation internationaler Jugendbegegnungen zu erhalten, haben sich Akteure der Kulturellen Bildung und der außerschulischen Jugendarbeit aus Deutschland und Frankreich in Köln getroffen.

von Odile Bourgeois

Zwei Frauen stehen an einer Pinnwand und lesen Aushänge und besprechen Informationen; eine Frau zeigt auf ein Papier, während die andere eine rote Mappe in der Hand hält.
Zwei Personen stehen vor einem Whiteboard mit Dokumenten und Notizen unter den Überschriften "EVALUATION" und "KOMPETENZEN" und prüfen und besprechen die ausgestellten Materialien.
Eine Gruppe von Personen sitzt im Kreis auf Stühlen in einem Klassenzimmer, hält Papiere in der Hand und diskutiert.
Ein Mann und eine Frau sitzen in einem Klassenzimmer an einem Tisch und diskutieren über Dokumente und Notizen, vor ihnen liegen aufgeschlagene Notizbücher und eine Zeitschrift.
Eine Gruppe von Erwachsenen steht und interagiert in einem Klassenzimmer, wobei eine Person auf einem Bein balanciert, während die anderen zusehen oder mitmachen.
Eine Gruppe von Menschen steht in einem hell erleuchteten Raum und unterhält sich, einige halten rosafarbene Papierförmchen in der Hand und scheinen in ein Gespräch oder eine Gruppenaktivität vertieft zu sein.
Zwei Personen sitzen in einem hell erleuchteten Raum an einem Tisch, auf dem Ordner, Papiere, ein Telefon und eine Tasse liegen, um Dokumente zu prüfen und zu bearbeiten.
Ein handgezeichnetes Diagramm mit drei Abschnitten, die jeweils Themen anhand einer Skala von traurigen bis fröhlichen Gesichtern bewerten, wobei rote Punkte die Antworten für jedes Thema markieren. Der Text ist auf Französisch und Deutsch.

An der deutsch-französischen Coaching- und Partnertagung, die von der BKJ in Zusammenarbeit mit dem französischen Verband zur Jugendbildung Fédération nationale des Francas veranstaltet wurde, nahmen u.a. Vertreter*innen von Kinder- und Jugendtheatern, Zirkusvereinen, Jugend- und Kulturhäusern, soziokulturellen Zentren und einer Einrichtung im Musikbereich teil, die mit ihren jeweiligen Partner*innen im Nachbarland internationale Kinder- und Jugendbegegnungen mit künstlerisch-kreativem Schwerpunkt durchführen möchten.

Partnerarbeit und Projektplanung

Erstes Ziel des Treffens war es, Partnerorganisationen aus beiden Ländern die Möglichkeit zu geben, ihre geplanten Austauschprogramme über die üblichen (doch meistens unzureichenden) Mail- und Telefonkanäle hinaus vorzubereiten. Von Termin und Ort, über Budget, Zielgruppen und Teamzusammensetzung bis hin zu den Themen und pädagogischen Methoden: alle organisatorischen und inhaltlichen Aspekte konnten dabei besprochen und geklärt werden. Neben langjährigen Partner-Tandems nahmen auch Einrichtungen teil, die sich nach einer ersten Kontakt-Vermittlung durch die BKJ zum ersten Mal trafen. Die Tagung bot ihnen die Gelegenheit, sich näher kennenzulernen und die Weichen für ihre neue deutsch-französische Kooperation zu stellen.

Einige Akteure der Kulturellen Bildung waren ohne Partner anwesend, konnten dennoch von den Beratungen der BKJ und der Fédération nationale des Francas sowie vom intensiven Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen profitieren, um neue Ideen und Impulse für ihre künftigen deutsch-französischen Projekte zu bekommen.

Information und Beratung zu Förderung und Konzeption deutsch-französischer Begegnungen

Als Partnerorganisationen und Zentralstellen des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) stehen die BKJ und die Fédération nationale des Francas Akteuren der Kulturellen Bildung und der Jugendarbeit zur Seite, um sie auf dem Weg zur Förderung und bei der inhaltlichen Gestaltung ihrer deutsch-französischen Jugendbegegnungen zu begleiten. Während der Tagung standen praktische Fragen rund um die Förderung durch das DFJW, die richtige Abrechnung der Projekte und die Finanzierung durch Drittmittel auf der Tagesordnung.

Neben den finanziellen und administrativen Aspekten gab es auch Raum für inhaltliche und konzeptionelle Fragen. Dabei ging es beispielsweise um:

  • Methoden zur Überwindung von Sprachbarrieren,
  • Konzept und Methoden des interkulturellen Lernens,
  • aktive Einbeziehung der Jugendlichen an den Programmen durch partizipative Ansätze,
  • Durchmischung der Zielgruppen u. a. durch die Berücksichtigung von Jugendlichen „mit besonderem Förderbedarf“,
  • Tools zur Evaluation und Qualitätsentwicklung internationaler Begegnungen,
  • künstlerisch-kreative Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen und Fragestellungen.

Der interkulturelle Erfahrungsaustausch als wichtiger Impuls für die eigene Praxis

Während der drei intensiven Arbeitstage fand sowohl in den offiziellen Programmeinheiten als auch in der informellen Zeit ein reger Austausch zwischen den Teilnehmer*innen statt. So wurden Fragen und Erkenntnisse aus der lokalen und internationalen kulturpädagogischen Praxis diskutiert und Erfahrungen und Kenntnisse zu organisatorischen oder rechtlichen Aspekten geteilt. Dieses Peer-to-Peer-Lernen und das Kennenlernen neuer Menschen und Strukturen lieferten wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der eigenen lokalen und internationalen Vorhaben sowie für weitere Projekte und neue Kooperationen.

Sprachanimationseinheiten trugen zu einer positiven Gruppendynamik bei und ermöglichten zugleich das praktische Kennenlernen spielerischer Methoden, die auch bei Jugendbegegnungen eingesetzt werden können, um Berührungsängste und Sprachbarrieren abzubauen.

Und dann?

Während der Partnertagung konnte die Planung vielfältiger deutsch-französischer und trilateraler Jugendkulturbegegnungen vorangebracht werden. In einer abschließenden Runde wurden die Perspektiven der verschiedenen „Tandems“ aufgezeigt: Projekte mit zirkus-, musik-, tanz-, theater- und medienpädagogischen Ansätzen werden in diesem und in den nächsten Jahren in Frankreich und Deutschland stattfinden. Dabei sollen ganz unterschiedliche Themen im Fokus stehen, wie z. B. Kinderrechte, Auseinandersetzung mit dem Leistungsbegriff, Anders- und Fremdsein, „Vernunft“ oder „Mein Platz in Europa“. Lauter Konzepte, die jugendlichen Teilnehmenden aus beiden Ländern spannende Lernerfahrungen über Grenzen hinweg bereiten.

Die Tagung konnte dank der finanziellen Unterstützung des DFJW stattfinden.

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