„Das Theater war für mich immer ein sicherer Ort“
Wie kreative Räume Jugendliche stärken und Resilienz fördern
Wie kreative Räume Jugendliche stärken und Resilienz fördern
Charlotte Prokop ist Referentin Kinderrechte und Projektleitung „MindCare“ bei der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder und Jugendbildung e. V. (BKJ)
Die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gerät zunehmend unter Druck. Steigende Belastungen durch Zukunftsängste, Leistungsdruck und gesellschaftliche Krisen spiegeln sich in alarmierenden Daten wider: Aus dem Kindergesundheitsbericht 2023 geht hervor, dass zwei Drittel der Jugendlichen eine deutliche Zunahme psychischer Belastungen wahrnehmen. Die von YEP – Stimme der Jugend (2025) erhobenen Befunde unterstreichen, was junge Menschen selbst als Schlüssel für ihr Wohlbefinden sehen: Selbstwirksamkeit, also die Erfahrung des eigenen Könnens und Gehört-Werdens.
Das Projekt „MindCare“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) zielt darauf ab, den beschriebenen Entwicklungen entgegenzuwirken, indem es für die Potenziale Kultureller Bildung bezüglich mentaler Gesundheit sensibilisiert.
Dem Projekt liegen wissenschaftliche Ergebnisse zugrunde, dass Kulturelle Bildung Erfahrungsräume für sozioemotionale Entwicklung schafft, Destigmatisierung ermöglicht, therapiebegleitend wirksam sein kann und gerade marginalisierten Jugendlichen geschützte Räume der Selbstvergewisserung eröffnet.
Dieser Artikel stellt die Erkenntnisse einer Online-Umfrage (2025) unter 114 Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren vor, die regelmäßig an Angeboten der Kulturellen Bildung teilnehmen. Die Ergebnisse verdeutlichen nicht nur das erschreckend niedrige allgemeine Wohlbefinden vieler Teilnehmer*innen, sondern auch die hohe Bedeutung kultureller Kontexte als Orte der sozio-emotionalen Entwicklung und Regulierung, der Selbstwirksamkeit und des Wohlbefindens. Gleichzeitig weisen die Umfrageergebnisse auf Barrieren in einem sensiblen, fördernden Umgang mit mentaler Gesundheit hin, etwa die Angst vor Stigmatisierung und teils fehlendes Wissen oder Einfühlungsvermögen der leitenden Fachkräfte. Die Daten sind nicht repräsentativ, liefern aber wertvolle Einblicke in die Perspektiven kulturell oder kreativ wirkender junger Menschen.
Die Eindrücke aus der Umfrage werden im Lichte aktueller Forschung diskutiert, in den europäischen Diskurs eingeordnet und Beispiele aus der Praxis vorgestellt. Ziel ist es, die Potenziale Kultureller Bildung für die Stärkung mentaler Gesundheit fachlich fundiert und kritisch zu beleuchten, sodass sich Impulse für Praxis, Forschung sowie kultur- und jugendpolitische Entwicklungen ableiten lassen.
Den kompletten Beitrag können Sie auf der Wissensplattform Kulturelle Bildung Online lesen.
Die Wissensplattform Kulturelle Bildung Online ist ein Projekt in Trägerschaft der vier bundesweit relevanten Fachstrukturen für Kulturelle Bildung: der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW, der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel, der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung sowie dem Institut für Kulturpolitik der Stiftung Universität Hildesheim. kubi-online.de richtet sich an eine Fachöffentlichkeit von Theoretiker*innen und Praktiker*innen der Kulturellen Bildung, Wissenschaftler*innen und Student*innen.