Arbeitsfelder der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung



Initiative Transparente Zivilgesellschaft

BMFSFJ

bkj.de

Zivilgesellschaftliche Strukturen Kultureller Bildung stärken


Für den demokratischen Zusammenhalt sind zivilgesellschaftliche Strukturen, die in der Praxis der Menschen vor Ort wurzeln und die deren Beteiligung gewährleisten, unverzichtbar. Die Organisationen der Kulturellen Bildung sind solche Strukturen. Sie orientieren sich an der Vielfalt von Lebenslagen und Lebensorten. Insbesondere freie Träger Kultureller Bildung schaffen mit ihrer Praxis Orte gesellschaftlicher Aushandlung. Sie bieten Gelegenheiten, um kulturellen und gesellschaftlichen Konsens kontinuierlich zu erarbeiten und zu leben. Damit schaffen sie eine wichtige Basis für Demokratie und Zusammenhalt.

1. Was werden Sie und Ihre Partei tun, damit zivilgesellschaftliche Fachstrukturen Kultureller Bildung stärker als bisher abgesichert werden?

Logo CDU/CSUCDU/CSU: Kulturelle Bildung hat eine überragende Bedeutung – für die individuelle Persönlichkeitsentfaltung und für das Selbstverständnis unserer Gesellschaft insgesamt. Mit Kultureller Bildung wollen CDU und CSU alle Menschen erreichen, jeder soll unabhängig von Alter und Herkunft die Chance haben, seinen eigenen Zugang zu kulturellen Angeboten und Ausdrucksformen, wie Tanz, Musik, Bildende Kunst, Literatur oder digitale Medien zu finden. Hierzu wollen wir weitere barrierefreie Zugänge schaffen, zum Beispiel durch leichte Sprache. Außerdem werden wir das Programm „Kulturagenten“ ausbauen.

Das mit Bundesmitteln finanzierte Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ mit außerschulischen Angeboten wie Vorlesepaten, Theater, Musikschulen oder Bibliotheken werden wir weiter unterstützen. Auch die übrigen Initiativen zur Kulturellen Bildung, wie den Preis für Kulturelle Bildung, werden wir fortführen. Wir werden prüfen, in wieweit wir die pädagogische Vermittlungsarbeit der vom Bund geförderten Museen, Gedenkstätten und anderen Kultureinrichtungen personell und finanziell deutlich aufstocken können.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: Für DIE LINKE ist klar, dass die entsprechenden Fachstrukturen im Bereich der Kulturellen Bildung gesichert werden müssen. Das ist in erster Linie eine Frage der finanziellen Absicherung. Um diese Absicherung zu gewährleisten, ist es notwendig, dass bereits bestehende Programme des Bundes, wie beispielsweise "Kultur macht stark" verstetigt werden. Wie bereits in dieser Legislaturperiode wird DIE LINKE auch in der kommenden Legislaturperiode entsprechende parlamentarische Initiativen starten, die auf eine solche Verstetigung abzielen. Grundsätzlich ist dazu die Frage nach der generellen Möglichkeit einer Finanzierung seitens des Bundes zu stellen, damit man über den Status der Programmfinanzierung hinauskommt. Hier wird DIE LINKE sich nach wie vor dafür einsetzen, dass das Kooperationsverbot aufgehoben wird, damit eine Finanzierung von Strukturen und Institutionen im Kultur- und Bildungsbereich seitens des Bundes möglich wird.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Wir haben uns im Laufe dieser Legislatur dafür eingesetzt, dass z.B. das Programm „Kultur macht stark“ des BMBF weitergeführt wird. Damit hatten wir Erfolg. Für die Jahre 2018 bis 2022 wird nun neu ausgeschrieben. Viele Bündnisse und damit die hinter ihnen stehenden Einrichtungen und Vereine haben nun eine gewisse Planungssicherheit, Kinder und Jugendliche können auf weitere Angebote in der näheren Zukunft hoffen. Es ist uns wegen des Kooperationsverbots allerdings nicht gelungen, das Programm auch für Angebote zu öffnen, die im Rahmen von Schulen stattfinden. Das finden wir schade, denn damit wird die Chance vertan, Kinder und Jugendliche dort zu erreichen, wo sie sich fast täglich aufhalten.

2. Wie werden Sie sich für eine konsequente Orientierung am Subsidiaritätsprinzip einsetzen, um die Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit zivilgesellschaftlicher Fachstrukturen der Kulturellen Bildung zu sichern?

Logo CDU/CSUCDU/CSU: Für den Erfolg des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ sind maßgeblich die lokalen Verbände und Initiativen verantwortlich. Sie tragen dazu bei, dass Verantwortungsgemeinschaften von kommunalen Trägern und zivilgesellschaftlichen Akteuren, von Fachkräften und ehrenamtlich Engagierten umgesetzt werden. Sie stellen sicher, dass die Zielgruppen und eine sozialräumliche Verankerung erreicht werden. Die Expertise der Verbände und Initiativen ist mit Blick auf die Programmsteuerung und -umsetzung unverzichtbar. Vor diesem Hintergrund werden CDU und CSU auch in Zukunft die kleinen Einheiten in Gestalt der Verbände und Initiativen mit ihrer integrativen Wirkung weiter stärken und damit das Subsidiaritätsprinzip beachten.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: Linke Kulturpolitik richtet sich darauf, günstige Rahmenbedingungen und Freiräume für die Entwicklung der Künste und des kulturellen Lebens zu schaffen. Kultur ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, so dass eine kommunale Haushaltsnotlage nicht zum Schließen von Kultureinrichtungen führen darf. DIE LINKE setzt sich daher für eine bessere finanzielle Ausstattung der Länder und Kommunen ein, damit diese ihren Aufgaben in der Kulturpflege und Kulturförderung nachkommen können und eine Vielfalt der kulturellen Angebote sichern können. Anliegen ist, dass die Kultureinrichtungen wie die Akteure der freien Szene eine solide, im besten Falle eine bedarfsgerechte Grundfinanzierung erhalten. Sie soll genügend Freiräume für die Entwicklung von Projekten, gerade auch der kulturellen Bildung, bieten und die Kulturschaffenden – ob angestellt oder freischaffend – sozial absichern. Auf dieser Grundlage können die Akteure ausgehend von den konkreten Bedürfnissen vor Ort und ausgehend von den je eigenen künstlerischen Ansätzen freier, konzeptioneller und langfristiger agieren, als das die gegenwärtige programmbasierte Projektförderung ermöglicht.

Die bestehenden zivilgesellschaftlichen Fachstrukturen in der kulturellen Bildung haben sich bewährt. Dennoch geraten sie oftmals unter Druck, da die finanzielle Absicherung ihrer Arbeit nicht immer gewährleistet ist. DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass die Finanzierung dieser Strukturen gesichert wird, auch unter Einbeziehung des Bundes. Gleichzeitig fordern wir, dass mit der Finanzierung kein Reinregieren in die entsprechenden Programme und Projekte verbunden sein darf. Vielmehr muss es eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen den freien Trägern der Kulturellen Bildung und staatlichen Akteuren geben.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Was vor Ort getan werden kann, soll auch dort getan werden. Denn die Zivilgesellschaft ist den Menschen und ihren Problemen näher als der Staat. Im Bereich der kulturellen Bildung bedeutet das Subsidiaritätsprinzip derzeit jedoch, dass der Bund keine dauerhaften Strukturen schaffen oder erhalten kann. Uns geht es derzeit vor allem darum, die finanzielle Unterstützung für ein breites und flächendeckendes Angebot sicherzustellen (siehe Antwort auf Frage 1).

Logo SPDSPD (Zusammenfassende Antwort auf die Fragen 1 und 2): Unser kulturelles Leben ist einzigartig. Ebenso wie unsere Zivilgesellschaft mit ihren vielen unterschiedlichen Vereinen, Verbänden und Initiativen, den Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Religionsgemeinschaften, in denen sich Millionen Menschen ehrenamtlich engagieren. Wir wollen eine Gesellschaft der Kultur und Kunst, die unser Leben in vielerlei Hinsicht bereichert und das Nachdenken über uns selbst befördert.

Bürgerschaftliches Engagement muss wertgeschätzt werden (Vgl. hierzu Antwort auf Frage 13). Die finanziellen Mittel für die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements werden wir deutlich aufstocken und strukturell absichern. Wir wollen, dass dafür eine Deutsche Engagementstiftung unter Einbeziehung von Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur, Bildung, Freier Wohlfahrtspflege und Rettungs- und Hilfsdiensten gegründet wird. Über die Stiftung kann die Zivilgesellschaft, darunter Vereine, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen, über den Einsatz der Mittel für die strukturelle Förderung des Engagements mitentscheiden. Wir wollen ein Gemeinnützigkeitsrecht, das den Anforderungen an zivilgesellschaftliche Organisationen Rechnung trägt. Daher werden wir gesellschaftspolitisch bedeutsame Bereiche in den Katalog gemeinnütziger Zwecke aufnehmen. Die Jugendfreiwilligendienste und den Bundesfreiwilligendienst werden wir finanziell weiter aufstocken.

Für eine gute Entwicklung von jungen Menschen brauchen diese auch verlässliche Strukturen und gute Angebote. Aus unserer Sicht sind dafür auch eine starke Kulturpolitik sowie starke Kulturverbände notwendig. Wir werden eine angemessene Versorgung mit öffentlichen Gütern gewährleisten, das gilt auch für kulturelle Bildung. In diesem Bereich sind die Plattform kulturelle Bildung ebenso wie der Kinder- und Jugendplan des Bundes oder das Projekt „Kultur macht stark“ schon jetzt von großer Bedeutung. Von ihnen profitieren auch die zivilgesellschaftlichen Verbände, die zum Teil schon seit 50 Jahren bestehen. Zentral für uns ist, dass der Bund, die Länder und Kommunen ihre Förderaktivitäten noch stärker als bisher miteinander abstimmen, um gemeinsam im Sinne einer konzeptbasierten Kulturpolitik Prioritäten zu setzen und den Zugang zu Bundesförderung zu erleichtern. Hiervon wird auch insbesondere die kulturelle Bildung profitieren. Zentren Kultureller Bildung sind hierbei entscheiden zu stärken.


Kulturelle Bildung kulturpolitisch stärken


Kultureinrichtungen müssen als Orte der kulturellen Teilhabe und der gesellschaftlichen Verständigung gestärkt und weiter entwickelt werden. Um Integration und als kulturellen Prozess mitzugestalten sind kulturpolitische Impulse für Kulturelle Bildung seitens der Bundeskulturpolitik unverzichtbar.

3. Wie werden Sie sich dafür einsetzen, dass Kulturelle Bildung als Kernaufgabe der Kulturpolitik weiter entwickelt wird?

Logo DIE LINKEDIE LINKE: DIE LINKE will kulturelle Bildung ermöglichen für alle in Deutschland lebenden Menschen, von Beginn an und ein Leben lang. Essentiell dafür ist die Sicherung der kulturellen Infrastruktur in Stadt und Land, in Nord und Süd, Ost und West und in ihrer Vielfalt.

Wir setzen uns für einen barrierefreien Zugang zu Angeboten kultureller Bildung ein und wollen Teilhabe im Sinne der Mitgestaltung stärken. Um dies zu gewährleisten, braucht es die Bündelung der Kräfte der verschiedenen staatlichen Ebenen und somit die Aufhebung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern in allen Bildungsbereichen, vor allem auch im Hinblick auf die kulturelle Bildung. Darüber hinaus setzen wir uns für eine Gemeinschaftsaufgabe Kultur und für die Formulierung des Staatsziels Kultur im Grundgesetz ein.

Die kulturelle Bildung leidet allzu oft unter ihrem eigentlichen Vorteil: sie kann nämlich nur ressortübergreifend und als Querschnittsaufgabe gedacht werden. Auch vor diesem Hintergrund schlagen wir die Einrichtung eines Bundeskulturministeriums vor, in dem sich Zuständigkeiten bündeln ließen, die jetzt schon auf Bundesebene liegen, jedoch über diverse Ressorts verteilt sind. Auch Förderprogramme auf Bundes- und Länderebene könnten so besser aufeinander abgestimmt werden.

Eine weitere Handlungsempfehlung der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ aufnehmend, setzen wir uns für die Erarbeitung einer Kulturentwicklungskonzeption ein. Dabei geht es nicht darum, die die kulturelle Entwicklung politisch vorzugeben, sondern darum, gemeinsam eine Idee zu entwickeln, wie wir zusammenleben wollen, die dafür nötigen Rahmenbedingungen zu definieren und daraus ganz konkrete Maßnahmen für die Kulturpolitik auf Bundesebene abzuleiten. Der kulturellen Bildung würde dabei eine zentrale Rolle zukommen, gerade auch im Zusammenhang mit Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Logo Bündnis 90 / Die Grünen GRÜNE: Kulturelle Bildung ermöglicht die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und steigert im besten Falle die Zufriedenheit mit demokratischen Strukturen. Gerade in einer Zeit, in der rechtspopulistische Bewegungen die offene Gesellschaft angreifen, muss kulturelle Bildung gestärkt werden. Eine wirksame Kulturpolitik kann nicht „top-down“ geschehen, sondern geht nur in enger Kooperation von Politik und Zivilgesellschaft sowie in Verantwortungsgemeinschaften von Bund und Ländern. Leider sind durch das Kooperationsverbot im Bildungs- und Kulturbereich die Möglichkeiten des Bundes, für mehr kulturelle Teilhabe und gerechte Bildungschancen zu sorgen, sehr begrenzt. Wir wollen das Kooperationsverbot deshalb abschaffen. Dies würde neue Spielräume für die Bundeskulturpolitik im Bereich kulturelle Bildung eröffnen, die wir u.a. zur Schaffung bundesweiter Plattformen des Austauschs unter Beteiligung der zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure nutzen wollen.

Logo SPDSPD: Kunst und Kultur sollen allen Menschen zugänglich sein. Für uns ist Teilhabe ein entscheidender Grundsatz, gerade auch in der Kulturpolitik. Wir wollen, dass alle Menschen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion und sozialer Herkunft – Zugang zu Bildung erhalten. Dabei verstehen wir kulturelle Bildung als eine Querschnittsaufgabe, die vor allem in den Themenfeldern Bildung, Kinder, Jugend und Kultur angesiedelt ist. Maßgebliche Aufgabenbereiche sind dabei die kulturellen Fächer in den Schulen, außerschulische Institutionen wie Musikschulen, Jugendkunstschulen und soziokulturellen Zentren, aber auch die Vermittlungsaktivitäten in kulturellen Einrichtungen wie Theatern, Museen, Orchestern etc. Der kulturellen Bildung kommt dabei auch eine wichtige kulturpolitische Dimension zu. Wir setzen uns dafür ein, dass die Träger der kulturellen Bildungseinrichtungen und der Kultureinrichtungen über ausreichend Ressourcen (personell und finanziell) für kulturelle Vermittlungsaktivitäten verfügen und dass es zielgruppenspezifische Angebote auch im Hinblick auf bislang unterrepräsentierte Zielgruppen gibt. Im außerschulischen Bereich sind Musik- und Kunstschulen, Einrichtungen der Amateurmusik wie Chöre, Orchester und Musikvereine, soziokulturelle Zentren, Bibliotheken sowie künftig auch Digitalwerkstätten als wichtige Zentren kultureller Bildung entscheidend zu stärken. Wir wollen entschieden daran arbeiten, dass die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an kulturellen Bildungsangeboten keine Frage des Geldbeutels der Eltern ist. Kulturelle Bildungsangebote sollen jedem Kind und allen Jugendlichen – gleich welcher sozialen oder ethnischen Herkunft – offenstehen und Partizipation an eigener kreativer Praxis ermöglichen. Unser Ziel ist es, die bisher stark segmentierten Bildungsbereiche zu verzahnen und Kindertagesstätten, Schul-, Berufs- und Hochschulbildung sowie allgemeine und berufliche Weiterbildung zu einem aufeinander aufbauenden und vor allem durchlässigen Gesamtsystem zu integrieren.

4. Inwiefern werden Sie die Beteiligung der zivilgesellschaftlichen Fachstrukturen der Kulturellen Bildung am kulturpolitischen Diskurs auf Bundesebene sichern und unterstützen?

Logo CDU/CSUCDU/CSU (Zusammenfassende Antwort auf die Fragen 3 und 4): Kulturpolitik ist Ländersache. Dennoch wirkt der Bund bei Rahmenbedingungen und Strukturen kultureller Bildung mittelbar mit. Sowohl die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) als auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) engagieren sich über Modellprojekte, Wettbewerbe und besondere Fördervorhaben für die Kulturelle Bildung, beispielsweise durch den „Preis für Kulturelle Bildung“, Programme in der Kulturstiftung des Bundes (u. a. „Jedem Kind ein Instrument“, „Kulturagenten für kreative Schulen“) oder zuletzt die „Initiative Kulturelle Integration“. Hinzukommen Programme des CDU-geführten Bundesministeriums für Bildung und Forschung, wie „Lesestart – Drei Meilen für das Lesen“ oder das Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Das BMBF stellt für „Kultur macht stark“ von 2018 bis 2022 insgesamt 250 Millionen Euro zur Verfügung, 30 Millionen Euro mehr als bisher. Damit ist es das größte Förderprogramm zur Kulturellen Bildung in Deutschland.

Bei der Umsetzung der Programme der Kulturellen Bildung sind die zivilgesellschaftlichen Fachorganisationen CDU und CSU wichtige Partner, vor allem mit Blick auf ihre Fachlichkeit und ihre hervorragende Vernetzung. Dies zeigen nicht zuletzt die zivilgesellschaftlichen Mitglieder der „Initiative Kulturelle Integration“ oder die Partner des Programms „Kultur macht stark“.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: Insbesondere das Bundesprogramm „Kultur macht stark“ hat gezeigt, wie wichtig die Expertise der zivilgesellschaftlichen Fachstrukturen für die konkrete Ausgestaltung und konzeptionelle Weiterentwicklung eines Förderprogramms für kulturelle Bildungsprojekte ist. Für uns LINKE ist es wichtig, dass man nicht erst im Nachhinein auf bestehende Erfahrungen zurückgreift, sondern sie in ihrer Vielfalt von Anfang an bei der Entwicklung von Förderprogrammen und der Ausgestaltung der Förderrichtlinien miteinbezieht.

Auch vor diesem Hintergrund halten wir die bedarfsgerechte Unterstützung der Dachstrukturen wie der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung für notwendig. Gerade die Bundesverbände und -vereinigungen auf kulturellem Gebiet sind unerlässlich für die Erhebung und die Analyse von Daten zur Situation in ihrer Sparte und ihrem Aktionsfeld, für die Vernetzung und die Organisation von Erfahrungsaustausch auf überregionaler wie internationaler Ebene, für die Koordinierung und Förderung der konkreten Arbeit bis hin zur Beratung, Fort- und Weiterbildung der Akteurinnen und Akteure.

Logo Bündnis 90 / Die Grünen GRÜNE: Wir befürworten eine nachhaltige Förderung der Fachstrukturen im Bereich kulturelle Bildung und wollen in Zusammenarbeit mit den Ländern und den Trägern prüfen, wie dies in Zukunft zu bewerkstelligen ist. Die Expertise aus der Zivilgesellschaft ist gerade in diesem Bereich unverzichtbar und sollte aktiv eingebunden werden.

Logo SPDSPD: Für uns sind die jeweiligen (Dach-)Verbände die zuständigen fachlichen Ansprechpartner auf Bundesebene. Wir pflegen einen wechselseitigen Austausch mit den (Dach-)Verbänden. Dabei nehmen wir ihr Expertenwissen ernst und berücksichtigen ihre Erfahrungen und Anregungen bei politischen Stellungnahmen und Entscheidungen. Dies werden wir auch in Zukunft so halten.


Inklusion und Diversität


Die Akteure Kultureller Bildung wollen einen Beitrag zur Verwirklichung des Ziels einer inklusiven Gesellschaft leisten. Um chancengerechtes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen im Schnittfeld von informellen, non-formalen und formalen Bildungswelten zu unterstützen muss die Zusammenarbeit von außerschulischer Jugendarbeit, sozialräumlichen Partnern, Familien und Schulen gestärkt werden. Dies verdeutlicht auch der 15. Kinder- und Jugendbericht.

5. Wie werden Sie und Ihre Partei sich dafür einsetzen, dass Inklusion im Handlungsfeld Kulturelle Bildung gestärkt wird und die Fachstrukturen dafür zusätzliche Mittel erhalten?

Logo CDU/CSUCDU/CSU: Die UN-BRK verweist in Art. 30 Abs. 2 darauf, dass Menschen mit Behinderungen verstärkt die Möglichkeit erhalten müssen, ihr kreatives, künstlerisches und intellektuelles Potenzial zu entfalten und zu nutzen. Für CDU und CSU ist die Kulturelle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein wichtiger Baustein auf dem Weg in die inklusive Gesellschaft. Denn die Menschen identifizieren sich mit dem, was sie selbst künstlerisch schaffen oder mit dem, was sie kulturell konsumieren. Noch immer sind kulturelle Angebote viel zu selten auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet. Für CDU und CSU steht mit Blick auf die Schaffung einer inklusiven Gesellschaft die Verwirklichung der Barrierefreiheit an zentraler Stelle. Persönliche Mobilität ist für Menschen mit Behinderungen eine wichtige Voraussetzung, um Kultureinrichtungen besuchen und am gesellschaftlichen Leben insgesamt teilhaben zu können.

Hilfen für Menschen mit Behinderungen zu medialen Angeboten und Kulturellen Darbietungen wie Kunst- und Kulturveranstaltungen sind u. a. im Neunten Sozialgesetzbuch (§ 58 SGB IX, Hilfen zur Teilhabe am gemeinschaftlichen und Kulturellen Leben) verankert.

Logo DIE LINKE DIE LINKE: Die konsequente Umsetzung von Inklusion ist eine der wichtigsten bildungspolitischen Aufgaben der nächsten Jahre. Dem Verständnis von Inklusion entsprechend muss daher der gesamte Bildungsbereich einen uneingeschränkten, gleichberechtigten Zugang für alle gewährleisten. Da darf der Bereich der außerschulischen Jugendarbeit nicht ausgeschlossen sein. Auch hier sind viele Maßnahmen im Bereich der Aus- und Weiterbildung von den entsprechenden Akteuren/des pädagogischen Personals sowie der sächlichen und finanziellen Ausstattung von Bildungseinrichtungen und denen der Jugendarbeit von Nöten. Dazu soll aus unserer Sicht in Zusammenarbeit mit den Ländern und Kommunen und den unterschiedlichen Akteuren ein Netz von barrierefreien Beratungs- und Unterstützungssystemen vor Ort befördert werden.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Im bisherigen Schwerpunktprogramm des Bundes für die kulturelle Bildung, „Kultur macht stark“, finden Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen bisher keine Aufmerksamkeit. Das wollen wir ändern. Zum einen sollten Anbieter und Akteure aus dem Behindertenbereich gezielt zur Teilnahme an „Kultur macht stark“ angeregt werden, zum anderen sollten die schon teilnehmenden Einrichtungen und Verbände dabei unterstützt werden, gezielt inklusive Kooperationen zu suchen.

Logo SPDSPD: Inklusion und Teilhabe an der Gesellschaft können vor allem durch kulturelle Bildung gefördert werden. Die kulturelle Bildung und die darin umgesetzten Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen leben oftmals von der Offenheit der Projekte und ihrer Teilnehmer gegenüber Neuem und nicht zuletzt auch gegenüber Fremden, das es zu erforschen, zu erfahren und kennenzulernen gilt. Anders sein, kann hier zum Bestandteil des Gefühls von Normalität werden – allen ist gemeinsam klar, dass sie unterschiedlich sind. Vor allem das Bundesprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ bietet hierfür Ansatzpunkte. Im Antrag des Bundestages „Mehr Bildungschancen für benachteiligte Kinder und Jugendliche schaffen – Bundesprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ nach 2017 weiterentwickeln und fortsetzen“ hat die SPD-Bundestagsfraktion darauf hingewiesen, dass der bisherige inklusive Ansatz, die Maßnahmen in gemischten Gruppen zusammen mit nicht benachteiligten Kindern und Jugendlichen durchführen zu können, in denen ein „voneinander lernen“ ermöglicht und Stigmatisierung vermieden wird, bei der Fortsetzung des Programms beizubehalten ist.

Die SPD unterstützt alle Bemühungen, die Inklusion – nicht nur in der kulturellen Bildung – weiter vorantreiben. Wir wollen, dass das inklusive Leben von Anfang an gelernt und erlebbar wird. Wir unterstützen inklusive Bildung entlang der gesamten Bildungsbiographie, insbesondere auch dadurch, dass wir die notwendigen räumlichen, technischen und personellen Ressourcen verbessern wollen.

6. Auf welche Art und Weise wollen Sie Kultureinrichtungen dabei unterstützen, diversitätsbewusste und diskriminierungssensible Öffnungs- und Veränderungsprozesse voranzutreiben?

Logo CDU/CSUCDU/CSU: Der zweite Nationale Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention – kurz NAP 2.0 (vom 28. Juni 2016) – enthält hierzu zielführende Vorschläge. In Pilotprojekten der Bundesregierung werden neue Programme, Organisationsformen und Methoden für einen besseren Zugang der Menschen mit Behinderungen zu etablierten Kulturhäusern und Ausbildungsstätten, für eine inklusive Bildungsarbeit in Museen und Kultureinrichtungen und damit für einen inklusiven Kulturbetrieb entwickelt und erprobt.

Logo DIE LINKE DIE LINKE: Deutschland ist ein Einwanderungsland und Migration kein neues Phänomen. Daher gehört für viele Kultureinrichtungen das Arbeiten mit Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft oder in unterschiedlicher Lebenssituation schon jahrelang zur Praxis. Kulturelle Einrichtungen, Initiativen, Vereine, Verbände, sie alle unterbreiten Angebote und bieten Räume, um sich über Sprachbarrieren hinweg kennenzulernen, sich auszuprobieren, Bedürfnisse zu artikulieren und um sich selbstbestimmt und gestaltend einbringen zu können. Diese Ansätze zum Dialog und zum transkulturellen Austausch wollen wir unterstützen. Wichtig ist uns dabei, Unterschiede nicht zu leugnen oder sie einzuebnen, sondern sie produktiv zu machen. Trotz allen Engagements im Einzelnen muss konstatiert werden, dass sich die vorhandene Diversität der Bevölkerung nicht in angemessenem Maße in der Programmgestaltung und der Publikumszusammensetzung widerspiegelt. Auch in der Personalstruktur an den Häusern und in den Vereinen besteht ein großer Handlungsbedarf.

DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangeht und die Ausreichung von öffentlichen Geldern an die Einhaltung von sozialen Mindeststandards, aber auch an die Beachtung von Geschlechtergerechtigkeit und Diversität koppelt und werbend für eine verstärkte Öffnung auftritt. Förderprogramme wie zum Beispiel 360 Grad der Kulturstiftung des Bundes können dabei ein wichtiger Impulsgeber sein, sie dürfen aber gerade die ländlichen Räume nicht aus dem Blick verlieren – erst recht nicht dort, wo die kulturelle Infrastruktur zunehmend bröckelt.

Wie für die kulturelle Bildung allgemein, so braucht es für die interkulturelle bzw. transkulturelle Bildung Angebote der Weiterbildung und Qualifizierung. Ergänzend sollten die Erfahrungen von Kultureinrichtungen und Projekten mit inter- bzw. transkulturellen Vermittlungskonzepten genutzt und verbreitet. Auch ließe sich die Expertise der Mittlerorganisationen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik stärker einbeziehen.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Wir haben im Mai 2017 den  Antrag „Soziale und wirtschaftliche Lage von Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen verbessern, Kulturförderung gerecht gestalten“ (Drucksache 18/12373) in den Bundestag eingebracht. Darin fordern wir, dass bei der Vergabe von Fördermitteln des Bundes, Institutionen und Projekte, die die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und einen interkulturellen Austausch fördern, in Zukunft besondere Beachtung finden sollen. Wir hoffen, dass die entsprechende Förderpraxis Vorbildcharakter für die Kulturförderung in Ländern und Kommunen  haben wird.

Logo SPDSPD: Kunst und Kultur sollen allen Menschen zugänglich sein. Die SPD steht zu ihrem Anspruch „Kultur für alle“: Wir ermöglichen Kultur unabhängig von Geldbeutel, Schulabschluss, Alter, Geschlecht oder Herkunft. Migrantische Communities haben einen positiven kulturellen Einfluss – das schätzen wir. Kultur soll auch weiterhin „von allen“ getragen werden, hier hat die öffentliche Hand den Auftrag, eine Grundversorgung sicherzustellen. Bürgerinnen und Bürger wie auch die Kulturwirtschaft sind wesentliche Akteure. Wir wollen mit öffentlicher Kulturförderung ein breites kulturelles Angebot zu sozialverträglichen Preisen ermöglichen. Darüber hinaus sollen alle Einrichtungen, die vom Bund gefördert werden, einmal im Monat einen kostenlosen Eintritt anbieten.

Vielfalt gehört zum Einwanderungsland Deutschland und muss sich auch in den Führungsetagen der Kultureinrichtungen und in der kulturellen Bildung widerspiegeln. Die Zusammenarbeit von Künstlerinnen und Künstlern mit Bildungsinstitutionen – nicht zuletzt im Ganztagsschulbereich – soll intensiviert werden. Bundesweit erfolgreiche Projekte wie „Kultur macht stark“ unterstützen wir. Wir brauchen alle Facetten der Kulturellen Bildung, um Teilhabe überhaupt zu ermöglichen und die Lust an Kultur zu wecken.

Die Zuwanderung fördert die kulturelle Vielfalt unseres Landes und begründet eine große Chance, ist aber zugleich auch Herausforderung für den innergesellschaftlichen kulturellen Dialog. Kulturarbeit fördert Begegnungen und damit die Entwicklung von Empathie und Zugehörigkeit. Diese Arbeit muss dafür deutlich mehr Menschen als bisher erreichen, um den Dialog zwischen den Kulturen zu stärken. Wir müssen folglich die kulturelle Vielfalt noch besser in den Kultureinrichtungen, Programmen und Strukturen verankern. Nur konkrete Erfahrungen und Begegnungen können dafür sorgen, dass Ängste vor dem Fremden und Anderen nicht weiter zu einer spürbaren Verunsicherung unserer Gesellschaft führen, sondern in Vertrauen in das gesellschaftliche und menschliche Miteinander münden. Kulturinstitutionen und Kulturprojekte können durch ihre Arbeit starke Motoren dieser Verständigung sein.

Wir werden die Kultureinrichtungen des Bundes dazu anhalten, die Zuwanderungsgesellschaft systematisch auf den drei entscheidenden Ebenen – in ihrem Programm, ihrem Personal und ihrem Publikum – einzubinden. Die Förderetats des Bundes sollen künftig auch strukturbildende Projekte unterstützen, z.B. für die interkulturelle Öffnung von Kultureinrichtungen, für die Förderung von Programmmacherinnen und -machern sowie für die programmatische Erweiterung des Kanons um kulturelle Themen der Einwanderungsgesellschaft und der Herkunftskulturen der Zugewanderten.

Wir wollen die Geschlechtergerechtigkeit in Kunst und Kultur weiter ausbauen: Mehr Frauen sollen Führungsverantwortung in Kultureinrichtungen übernehmen und künstlerische Leistungen geschlechterunabhängig honoriert werden. Die Besetzung von Jurys, Gremien, etc. muss quotiert erfolgen, damit das künstlerische Schaffen von Frauen angemessen einbezogen werden kann.

7. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie und Ihre Partei die Bildung von inklusiven Netzwerken von außerschulischen und sozialräumlichen Partnern der Kulturellen Bildung, Schulen und Familien stärken?

Logo CDU/CSUCDU/CSU: CDU und CSU treten dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen am Kulturleben stärker teilnehmen können. Dafür haben wir am 28. Juni 2016 die zweite Auflage des Nationalen Aktionsplans zur UN-Behindertenrechtskonvention – kurz NAP 2.0 – verabschiedet. Er enthält 175 Maßnahmen in 13 Handlungsfeldern und hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2021. Er soll dazu beitragen, dass Inklusion als in allen Lebensbereichen zu berücksichtigendes Prinzip gilt. Er wurde unter Beteiligung von Menschen mit Behinderungen und ihren Interessenvertretungen, Vertretern der Länder, Kommunen sowie der Zivilgesellschaft erstellt. Dort wurde festgelegt, dass für den Kulturbetrieb (z. B. inklusive Bildungsarbeit, Museen, Kulturhäuser, Ausbildungsstätten) neue Programme, Organisationsformen und Methoden als Pilotprojekte entwickelt und erprobt werden. Im Rahmen dieser Projekte sollen Menschen mit und ohne Behinderungen institutionenübergreifende Handlungsansätze erarbeiten. Das Ziel ist die Anerkennung künstlerischer Leistung von Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderung. Besonders herausragende Projekte werden ausgezeichnet. Politik für Menschen mit Behinderungen wird vor allem in den Städten, Kommunen und Gemeinden finanziert und umgesetzt. Damit Politik für Menschen mit Behinderungen alle Lebensbereiche durchdringt, ist der regelmäßige und gemeinsame Austausch von Organisationen von Menschen mit Behinderungen und den Politikern vor Ort unverzichtbar.

Die Entwicklung einer inklusiven Gesellschaft gelingt dort am besten, wo Netzwerke mit den verschiedensten Akteuren (Unternehmen, Vereinen, Verbänden, Politik, Verwaltung und Kul-tureinrichtungen) geknüpft werden. Daher sprechen sich CDU und CSU dafür aus, dass es vor Ort in den Kommunen Begegnungsräume gibt, die Menschen mit und ohne Behinderungen gleichermaßen zugänglich sind. Die persönliche Begegnung ist am ehesten geeignet, Vorurteile abzubauen und gegenseitiges Verständnis zu wecken.

Logo DIE LINKE DIE LINKE: siehe Frage 5

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Ansätze wie das Programm „Kultur macht stark“ müssen für Schulen und Familien geöffnet werden. Unserer Auffassung nach ist die kategorische Trennung zwischen nicht-schulischen Angeboten und Angeboten, die gerade im Bereich von offenen Ganztagsschulen bestehen, künstlich. Vor allem aber widerspricht sie den Interessen der Kinder und Jugendlichen. Wer vom Kind aus denkt, sieht sehr klar, dass jedes Getrennthalten bestehender Angebote, nur weil ein politisches Prinzip – das Kooperationsverbot – entgegensteht, nicht sinnvoll ist. Daher setzen wir uns weiterhin für die Abschaffung des Kooperationsverbots und die Öffnung und Verbreiterung von „Kultur macht stark“ ein.

Logo SPDSPD: Bundesweit erfolgreiche Projekte wie „Kultur macht stark“ unterstützt die SPD. Bibliotheken und soziokulturelle Zentren wollen wir verstärkt fördern. Wir ermutigen außerschulische und sozialräumliche Partner inklusive Netzwerke zu bilden.

Für die SPD ist Schule ein Ort der Bildung, der Wertevermittlung und der Lernort für lebendige Demokratie. Die größte und beste Investition in Schule sind daher gut qualifizierte und gut bezahlte Lehrkräfte, und das von der Kita über die Schule bis zur Hochschule. Natürlich braucht Schule gutes Lern- und Lehrmaterial, das die Lebensrealität und die Vielfalt von Lebensmodellen altersgerecht abbildet. Schule braucht den Austausch mit außerschulischen Bildungseinrichtungen, den wir fördern wollen.

Um diese Ziele zu erreichen bildet die Stärkung unsere Schulen einen Schwerpunkt im Wahlprogramm der SPD. In der Bildungspolitik ist insbesondere die stärkere Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen in einer nationalen Bildungsallianz erforderlich, um gemeinsam Ziele zu vereinbaren und Maßnahmen zu ergreifen. Das Kooperationsverbot im Grundgesetz steht aber Bundesinvestitionen in Schulen noch entgegen und muss abgeschafft werden. Wir wollen jedoch als SPD, dass der Bund in Schulen investieren kann, um zu helfen, ein Schulmodernisierungsprogramm aufzulegen und eine Million zusätzlicher Ganztagsschulplätze zu schaffen. Ebenfalls wollen wir die schulische Sozialarbeit stärken und die Kitas-Gebührenfrei stellen. Wir wollen die Arbeitsmarktbeteiligung und die finanzielle Situation der Eltern und die Teilhabechancen von Kindern verbessern – unabhängig von der sozialen Lage ihrer Eltern. Dafür sind gute und bedarfsgerechte Kitas und Ganztagsschulen die entscheidende Voraussetzung.


Jugendpolitische Berichterstattung und jugendpolitische Forschung zu Potenzialen kultureller Jugendbildung


Wissen, Kompetenzen und Strategien der außerschulischen Jugendbildung müssen in Zeiten der Ganztagsbildung stärker als bisher von der Jugendpolitik sichtbar gemacht und vertreten werden. Es braucht eine Forschung und Berichterstattung aus jugendpolitischer Sicht. Der spezifische Beitrag der außerschulischen bundeszentralen Infrastrukturen der Kulturellen Bildung muss dokumentiert und als Grundlage für eine systematische Weiterentwicklung der Praxis erschlossen werden.

8. Wie werden Sie sich gemeinsam mit den bundeszentralen Fachstrukturen der Kulturellen Bildung für einen Bericht zur außerschulischen kulturellen Jugendbildung einsetzen?

Logo CDU/CSU CDU/CSU: Mit dem Jugend-KulturBarometer – der u. a. mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert wird – liegen bereits umfangreiche Erkenntnisse zu den kulturellen Interessen und Aktivitäten der Jugendlichen vor. Auch im Rahmen des Kinder- und Jugendberichts ist ein Themenschwerpunkt zur Kulturellen Bildung denkbar.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: Ja. DIE LINKE hält eine jugendpolitische Berichterstattung für ebenso wichtig wie die nationale Bildungsberichterstattung.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Wir halten den betonten Gegensatz von außerschulischen und ganztagsschulischen Bildungsangeboten für schwierig. Gerade in dünn besiedelten Regionen spielt Schule eine besondere Rolle: Sie ist häufig der einzige Ort, an dem Kinder und Jugendliche Gleichaltrige treffen. Hier hat die Ganztagsschule das Potenzial, mehr zu sein als ein reiner Lernort. Schulen können Brücken bauen zu Angeboten kultureller Bildung, zu Sportvereinen oder zu zivilgesellschaftlichen Gruppen und die Schulräume für deren Angebote öffnen. Diesen Vorteil können Gemeinden gezielt nutzen. Mit den Kinder- und Jugendberichten einer von der Bundesregierung beauftragten Expertenkommission gibt es seit 1965 mit unterschiedlichen Schwerpunkten eine regelmäßige Berichterstattung zu der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen. Hier lässt sich ein Bericht über die Lage der kulturellen Bildung sinnvoll integrieren. Denn aus Sicht der Kinder und Jugendlichen ist es wichtig, dass sie gute, nachhaltige und vielfältige Angebote der kulturellen Bildung zur Auswahl haben.

Logo SPDSPD: Wir stehen einem Bericht zur außerschulischen kulturellen Kinder- und Jugendbildung grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Allerdings bedarf es angesichts der bestehenden Forschungsförderungen und -ergebnisse im Bereich der schulischen und außerschulischen Bildung eines klaren Ansatzes, welche Handlungsperspektiven – für die Politik oder die kulturelle Vermittlungspraxis – sich mit dem Bericht verbinden lassen.


Digitale Medien


Digitale Räume sind jugendpolitische Räume und zugleich „Bildungsräume“. Digitale Medien für Kulturelle Bildung zu nutzen, ist eine Querschnittsaufgabe aller künstlerischen Sparten und kulturpädagogischen Angebotsformen und sollte entsprechend bei allen Fachstrukturen unterstützt werden. Dies gilt insbesondere auch für die Ziele einer inklusiven Medienbildung und der Elternarbeit. Die Fachstrukturen der außerschulischen Bildung können zudem Partner für ein lebenslanges digitales Lernen sein.

9. Wie werden Sie und Ihre Partei sich für gezielte Förderstrategien für die zeitgemäße Weiterentwicklung der Nutzung digitaler Medien in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit einsetzen und dafür die entsprechenden Angebote strukturell und dauerhaft stärken?

Logo CDU/CSU CDU/CSU: Digitale Medien sind eng mit der Jugendkultur verknüpft. Angesichts der umfassenden Manipulation durch Bilder und Sounds aller Art mit ihrer Omnipräsenz, Unvermeidbarkeit und Abrufbarkeit sollte die Kulturelle Bildung die Jugendlichen dabei unterstützen, eine eigene kritische Haltung gegenüber der zunehmenden Digitalität zu entwickeln. Um hier ergänzend zur schulischen Medienbildung tätig zu werden, wollen wir prüfen, ob die Mittel zur Förderung der Kulturellen Bildung im Kinder- und Jugendplan des Bundes aufgestockt werden können.

Logo DIE LINKE DIE LINKE: Galten früher Kindergärten, Horte und Schulen als natürliche Räume für den Erwerb klassischer Medienkompetenz, ist Medienbildung heute angesichts des stetigen Medienwandels ein lebensbegleitender Prozess und muss auch in Bildungsangebote der Kinder- und Jugendbildung integriert werden. Allererste Voraussetzung für den kompetenten Umgang mit und in Medien ist im digitalen Zeitalter der Zugang zum Internet. Deshalb braucht Medienbildung die Überwindung der digitalen Spaltung. Leistungsfähige Netzanschlüsse müssen auch dort vorhanden sein, wo es sich für Telekommunikationskonzerne nicht lohnt. Netzfähige Endgeräte müssen zum Existenzminimum gehören.

Im außerschulischen Bereich geht es vor allem darum, nicht nur punktuell und zeitlich befristet Medienprojekte zu fördern, sondern kontinuierlich und flächendeckend medienpädagogische Angebote für verschiedene Altersgruppen in der kulturellen Jugendbildung zu verankern. Auch dafür müssen das pädagogische Personal qualifiziert und Ressourcen bereitgestellt werden. Der Bund sollte sich an der Finanzierung im Rahmen eines Medienbildungspakts beteiligen.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Jugendliche wachsen selbstverständlich in der digitalisierten Welt auf, in der sie immer weniger zwischen on- und offline unterscheiden. Denn beides findet gleichzeitig statt. Umso wichtiger ist es,  so früh wie möglich Medienkompetenz zu erwerben, um sich in den digital-vernetzten Lebenswelten gut bewegen zu können und sie verantwortungs- und sinnvoll für sich nutzbar zu machen. Für die Akteure in der Kinder- und Jugendarbeit heißt das immer noch häufig, sich selbst entsprechende Kompetenzen anzueignen um Kinder und Jugendliche zu unterstützen und digitale Medien nutzen zu können. Medienbildung und Medienkompetenz muss zur Aufgabe der gesamten Kinder- und Jugendhilfe werden. In der Kinder- und Jugendarbeit müssen daher die nötigen Mittel bereitstehen, um dieses Ziel zu verwirklichen. Das zentrale Förderinstrument der Kinder- und Jugendhilfe ist dabei der Kinder- und Jugendplan des BMFSFJ. Auch im Rahmen von „Kultur macht stark“ spielen Bildungsangebote im Bereich der digitalen Medien erfreulicherweise bereits eine Rolle.

Die Basis, auf der die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit die Medienkompetenz stärken kann, wird sich in absehbarer Zeit verbreitern, weil die Schulen spätestens ab 2018 diesen Bereich stärken werden. Die große Koalition verspricht seit Herbst 2016 einen Digitalpakt, der mit mindestens fünf Milliarden Euro den Infrastrukturausbau an Schulen und Berufsschulen voranbringen soll. Gleichzeitig hat die Kultusministerkonferenz eine Digitalstrategie verabredet, um die Lerninhalte voranzubringen und die Lehrerinnen und Lehrer entsprechend zu qualifizieren. Wir unterstützen beides und wollen so u. a. auch die soziale Kluft zu verringern, die bisher auch in der Nutzung von digitalen Angeboten für die Bildung besteht.

Logo SPDSPD: Die Digitalisierung verändert, wie wir leben und arbeiten, sie verändert auch, wie wir lernen. Bildung in und für die digitale Welt umfasst alle Bildungsbereiche und hat die digitale Selbstbestimmung zum Ziel. Digitale Bildung muss Gegenstand von Schul- und Unterrichtsentwicklung sein. Kompetenzen im Umgang, Einsatz, Gestaltung und in der Nutzung digitaler Medien und Technik sind wichtig. Deshalb werden wir gemeinsam mit den Ländern neue Bildungsstandards für alle Bildungsbereiche und Schulstufen entwickeln. Schülerinnen und Schüler sollen digitale Kompetenzen fächerübergreifend erwerben.

Junge Menschen tragen und gestalten den digitalen Wandel in besonderer Weise. Gerade für sie wollen wir deshalb gute Bedingungen bei Jugendmedienschutz, Daten-, Verbraucher- und Gesundheitsschutz, Medienerziehung, Jugendförderung, politischer Bildung, Förderung von Toleranz und Verständigung sowie bei Partizipation und Engagement.

Orte der Kinder- und Jugendarbeit gehören genauso wie Kitas und Schulen zur Grundversorgung. Wir wollen das Jugendliche und junge Erwachsene dort soziale Gelegenheiten und Möglichkeiten erhalten, sich zu qualifizieren, selbstpositionieren und verselbstständigen. Deshalb werden wir die Orte der Kinder- und Jugendarbeit erhalten und ausbauen. Die Jugendverbände sind ein tragender Pfeiler unserer Jugendarbeit. Um diese Aufgaben sachgerecht bewältigen zu können, bedarf es einer angemessenen Ausstattung. Das umfasst personelle und institutionelle Ressourcen, eine qualifizierte Förderung der pädagogischen Arbeit mit jungen Menschen und das damit verbundene ehrenamtliche Engagement. Wir wollen die finanzielle Förderung der Kinder- und Jugendarbeit im Bundeshaushalt weiter erhöhen. Außerdem werden wir uns auf allen Ebenen für eine Verbesserung und Kontinuität der personellen und finanziellen Grundlagen der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen einsetzen.

Wir fördern aktuell mit dem Innovationsfonds im Rahmen des Kinder- und Jugendplans des Bundes Projekte der außerschulischen Jugendbildung und der Jugendsozialarbeit. Damit geben wir Impulse für die fachliche Weiterentwicklung in der Jugendverbandsarbeit, politischen Jugendbildung, Jugendsozialarbeit, internationalen Jugendarbeit, kulturellen Jugendbildung und der „Eigenständigen Jugendpolitik“. Mit dem Programm „Kultur macht stark!“ ermöglichen wir es Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren, kostenfrei an außerschulischen Angeboten der kulturellen Bildung teilzunehmen. An diese erfolgreichen Initiativen wollen wir auch in Zukunft anknüpfen.

10. Werden Sie durch gezielte Förderungen und Qualifizierungsoffensiven Fachstrukturen der außerschulischen Bildung als Partner für ein lebenslanges digitales Lernen unterstützen? Wenn ja, wie?

CDU/CSU: In den nächsten Jahren werden CDU und CSU vor allem einen Schwerpunkt darauf legen, die Schulen fit für die Digitalisierung zu machen. Mit einem Digitalpakt werden wir dafür sorgen, dass unsere allge-meinbildenden und beruflichen Schulen über die erforderliche Ausstattung verfügen, um die jungen Menschen auf ihr Berufsleben im digitalen Zeitalter vorzubereiten. Dazu wollen wir sicherstellen, dass bundesweit alle Schulen an das schnelle Internet angebunden sind. Das Gleiche gilt für die Hochschulen. Wir fördern die Schaffung einer innovativen neuen Bildungs-Cloud, mit der wir über Deutschland hinaus neue Maßstäbe setzen werden. Zugleich werden wir die Länder dabei unterstützen, durch Weiterbildung der Lehrkräfte die digitalen und medialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler möglichst umfas-send zu entwickeln. Die Erfordernisse eines lebenslangen digitalen Lernens werden wir in der „Nationalen Weiterbildungsstrategie“ berücksichtigen, die wir gemeinsam mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und weiteren zuständigen Stellen erarbeiten wollen.

Logo DIE LINKE DIE LINKE: Ja, DIE LINKE setzt sich für eine Qualifizierungsoffensive der außerschulischen Bildung als Partner für ein lebenslanges digitales Lernen ein. Hierzu müssen unter anderem das pädagogische Personal qualifiziert und Ressourcen bereitgestellt werden. Der Bund sollte sich an der Finanzierung im Rahmen eines Medienbildungspakts beteiligen.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Wir haben im Rahmen der letzten Haushaltsverhandlungen für eine Verdoppelung der Mittel für den Kinder- und Jugendhilfeplan plädiert. Im Rahmen einer solchen Mittelaufstockung wäre es möglich, auch die Akteurinnen und Akteure der Jugendhilfe stärker in die Förderung der digitalen Medienkompetenz im außerschulischen Bereich einzubeziehen. Natürlich geht das Leben nach der Schule weiter – folglich darf auch die digitale Medienbildung nicht mit der Schulzeit enden.

Logo SPDSPD: Die Digitalisierung verändert, wie wir leben und arbeiten. Dies hat dementsprechend Auswirkungen auf alle Partner zur Umsetzung eines lebenslangen digitalen Lernens. Die Einbindung der Akteure der außerschulischen Bildung in eine Qualifizierungsoffensive des Personals muss im Rahmen der bundesgesetzlichen Zuständigkeit geprüft werden. Die Digitalisierung stellt besondere Herausforderungen an alle Bildungseinrichtungen und ihre Fachkräfte, ob innerhalb oder außerhalb der Schule.


Kulturelle Bildung für die Jüngsten


Gute kulturelle Bildungspraxis ist ein wesentlicher Motor für die Weiterentwicklung der Qualität von Kitas, denn ästhetische Bildung ist ein wesentliches Element frühkindlicher Bildung und Entwicklung. Um Kindern von Anfang an kulturelle Teilhabe und individuelle Förderung zu ermöglichen, muss Kulturelle Bildung in Kitas und der Eltern- und Familienbildung gestärkt werden.

11. Wie werden Sie sich für eine Förderung von Implementierung, Qualifizierung und Vernetzung einer kulturellen Bildungspraxis mit jüngeren Kindern stark machen?

Logo CDU/CSU CDU/CSU: Schon kleine Kinder sollen Kultur als selbstverständlichen Teil ihres Lebens erfahren. Wir unterstützen den Ansatz, dass die verschiedenen Akteure der Kulturellen Bildung, wie Vereine, Musik- und Theatergruppen, mit den Kindertageseinrichtungen zusammenwirken. Wichtig ist, dass diese Zusammenarbeit langfristig stattfinden kann und damit nachhaltig wirkt.

Logo DIE LINKE DIE LINKE: Eine gute frühkindliche Bildung hat entscheidenden Einfluss auf die späteren Lebenschancen. Kindereinrichtungen haben einen Bildungsauftrag, der weit über die Betreuung in Zeiten berufsbedingter Abwesenheit der Eltern hinausgeht. Dazu gehört auch die kulturelle/ästhetische Bildung im frühkindlichen Bereich. DIE LINKE ist der Ansicht, dass hier verstärkt Kooperationen zwischen den Kindertageseinrichtungen, kulturellen (Bildungs-)Einrichtungen und der Familienbildung initiiert und gefördert werden müssen.

Logo Bündnis 90 / Die Grünen GRÜNE: Wir wollen mehr Programme für digitale und kulturelle Bildung in Kindertagesstätten, Schulen, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung. Die Zukunft beginnt in der Kindertagesstätte. Kitas bieten Raum zum Spielen, Lernen und Sprechen und Kindern die Chance auf Bildungserfolg. Die Zeit, die eine Fachkraft für die unmittelbare pädagogische Arbeit mit den Kindern hat, ist häufig zu knapp bemessen. Deswegen wollen wir bundesweit in einem Gesetz Qualitätsstandards festlegen. Eine Erzieherin oder ein Erzieher soll künftig höchstens vier Kinder unter drei Jahren bzw. höchstens zehn ältere Kinder betreuen. Damit haben die Fachkräfte dann auch mehr Zeit für kulturelle Bildung. Auch in die Aus- und Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher wollen wir investieren. Der Bund soll sich mit drei Milliarden Euro jährlich an den zusätzlichen Kosten für mehr Kitaangebote und die Verbesserung der Qualität beteiligen.

Logo SPDSPD: Wir wollen die Bildungschancen für benachteiligte Kinder schon in der Kita erhöhen. Kulturelle Bildungsangebote sollen jedem Kind und allen Jugendlichen – gleich welcher sozialen oder ethnischen Herkunft – offenstehen und Partizipation an eigener kreativer Praxis ermöglichen.

Die Teilhabe an kultureller Bildung ist für Kinder und Jugendliche die Grundlage für ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben. Kinder und Jugendliche, die in mindestens einer sozialen, finanziellen oder bildungsbezogenen Risikolage aufwachsen, brauchen besondere Förderung. Kinder Alleinerziehender und von Eltern mit Migrationshintergrund sind überproportional häufig betroffen.

Die SPD kümmert sich auch weiterhin um den bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreuung und die Verbesserung der Qualität. Wir werden in Bildung und Betreuung am Nachmittag investieren und einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Kita- und Grundschulkindern einführen – mit finanzieller Beteiligung des Bundes. Die Kita-Gebühren schaffen wir schrittweise ab und entlasten damit alle Familien, die jetzt noch für die Betreuung zahlen müssen. Mit einem bundesweiten Gesetz werden wir die Qualität von Kitas mit Unterstützung des Bundes steigern. Wir brauchen besser ausgestattete Kitas und eine gesunde Ernährung. Mit zusätzlichen Erzieherinnen und Erziehern können die Kinder in den Gruppen besser betreut werden. Dafür wollen wir den Beruf aufwerten und die Ausbildung verbessern. Wir werden dies mit einer Fachkräfteoffensive unterstützen. Zusätzlich wollen wir die Kindertagespflege weiter professionalisieren und aufwerten.

Im schulischen Kontext muss Kulturelle Bildung noch stärker als bisher verankert werden. Wir fordern eine bundesweite Initiative zur Stärkung künstlerischer Fächer im Schulunterricht und zur Abwehr von Spar- und Kürzungstendenzen für diesen Bereich.

Im außerschulischen Bereich sind Musik- und Kunstschulen, Amateurtheater, Einrichtungen der Amateurmusik wie Chöre, Orchester und Musikvereine, soziokulturelle Zentren, Bibliotheken sowie künftig auch Digitalwerkstätten als wichtige Zentren Kultureller Bildung entscheidend zu stärken. Wir wollen entschieden daran arbeiten, dass die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an kulturellen Bildungsangeboten keine Frage des Geldbeutels der Eltern ist.


Freiwilliges Engagement


Freiwilliges Engagement in seiner positiven Ausprägung ist demokratisch und partizipativ. Für die Kulturelle Bildung ist das freiwillige und ehrenamtliche Engagement konstitutiv und strukturprägend. Kulturelle Freiwilligendienste bilden hierbei ein Bindeglied zwischen Haupt- und Ehrenamtlichkeit  Freiwilliges Engagement im Kulturbereich muss qualitativ weiterentwickelt und quantitativ ausgebaut werden.

12. Wie werden Sie und Ihre Partei sich für die Stärkung der Engagementpolitik und Engagementförderung in der nächsten Legislaturperiode einsetzen?

Logo CDU/CSU CDU/CSU: CDU und CSU haben im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements neue Maßstäbe gesetzt. Über 40 Prozent der Menschen in unserem Land ab 14 Jahren engagieren sich freiwillig. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als noch vor 15 Jahren. Zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements werden wir auch künftig die steuerlichen Rahmenbedingungen verbessern, insbesondere ehrenamtlich Tätige und Vereine von Bürokratie entlasten. Dabei stellt der hohe Anteil ehrenamtlicher Kräfte bei der Feuerwehr, den Rettungsdiensten, den Hilfsorganisationen, dem Katastrophenschutz und dem Technischem Hilfswerk ein außergewöhnlich hohes Maß bürgerschaftlicher Mitwirkung dar. Um diese Dienste dauerhaft zu unterstützen, wollen wir die laufenden Projekte und Kampagnen bündeln und zu einer Gesamtstrategie zur Helferwerbung und -bindung zusammenfassen.

Als zukunftsweisende Erfolgsmodelle haben sich die von uns initiierte Nationale Engagementstrategie, der Bundesfreiwilligendienst und die Mehrgenerationenhäuser erwiesen. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden wir weitere Maßnahmen zur Stärkung einer nachhaltigen Infrastruktur ergreifen. Außerdem werden wir Angebote zur Weiterbildung und Qualifizierung sowie im Bereich der Anerkennungskultur ausbauen. Für die Union gehört das bürgerschaftliche Engagement zu den fundamentalen Anliegen christlich demokratischer Politik. CDU und CSU halten an ihrem Leitbild der aktiven Bürgergesellschaft fest.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: Für DIE LINKE ist bürgerschaftliches Engagement traditionell ein sehr wichtiger Bereich.

Aber auch gesamtgesellschaftlich erhält Bürgerschaftliches Engagement einen immer größeren Stellenwert. Das hat auch Konsequenzen für die Bedeutung des Feldes der Engagementpolitik. Fragen der Engagementpolitik und der Förderung bürgerschaftlichen Engagements müssen in der nächsten Legislaturperiode häufiger auf der Tagesordnung der parlamentarischen Beratung stehen. DIE LINKE wird sich für eine Stärkung der Engagementpolitik und der Engagementförderung einsetzen. Ein entsprechender Antrag liegt vor.

Neben den in den unten stehenden Antworten schon skizzierten Ansätzen und vielen weiteren Ideen, die auf eine Verbesserung der Anerkennungskultur und bessere Partizipationsmöglichkeiten abzielen, werden wir uns in der nächsten Legislaturperiode für eine stärkere Verankerung des Bürgerschaftlichen Engagements in den politischen Institutionen einsetzen, zum Beispiel für einen Vollausschuss „Bürgerschaftliches Engagement“ des Deutschen Bundestages. Weiterhin ist die Idee eines/einer ressortübergreifenden Bundesbeauftragten für bürgerschaftliches Engagement zu diskutieren. Eine Stiftung, die entsprechende fördernde und koordinierende Aufgaben in Hinblick auf das bürgerschaftliche Engagement übernimmt, lehnen wir ab, weil sie die parlamentarischen Gestaltungsmöglichkeiten beschränken würden. Weiterhin steht für DIE LINKE ein Abbau bürokratischer Hürden und die Erhöhung der Rechtssicherheit für Akteure des bürgerschaftlichen Engagements, insbesondere im Steuerrecht, auf der politischen Agenda.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Freiwilliges Engagement ist der Kern einer lebendigen Zivilgesellschaft und stärkt das Rückgrat unserer Demokratie. Wer mitmischt und sich engagiert, trägt im Kleinen zum großen Ganzen, zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft bei. Das wollen wir fördern indem wir die vor Ort bestehenden Engagementstrukturen und das professionelle Freiwilligenmanagement stärken. Für mehr gesellschaftliche Anerkennung des Engagements sorgen wir durch die Übernahme von Haftpflicht- und Unfallversicherung, Qualifizierung und zertifizierte Weiterbildungsmöglichkeiten. Engagement und die dort erworbenen vielfältigen Kompetenzen müssen als Studien- oder Ausbildungsleistungen und in (Personal)Auswahlverfahren stärker berücksichtigt werden. Gleichzeitig wollen wir mehr Geld im Bundeshaushalt für Fortbildungen und Supervision bereitstellen - damit Engagement für alle ein Gewinn ist und Herausforderung nicht in Überforderung mündet.

Logo SPDSPD: Unsere Zivilgesellschaft mit ihren vielen unterschiedlichen Vereinen, Verbänden und Initiativen, den Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Religionsgemeinschaften, in denen sich Millionen Menschen engagieren, ist einzigartig.

Wir werden die finanziellen Mittel für die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements deutlich aufstocken und strukturell absichern. Wir wollen, dass dafür eine Deutsche Engagementstiftung gegründet wird. Über die Stiftung kann auch die Zivilgesellschaft, darunter Vereine, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen, über den Einsatz der Mittel für die strukturelle Förderung des Engagements mitentscheiden.

Den Bundesfreiwilligendienst, im Rahmen dessen auch das geregelte Engagement von und für Geflüchtete möglich ist, und die Jugendfreiwilligendienste werden wir finanziell weiter aufstocken.

Für Initiativen und Einrichtungen, die sich für Demokratie und gegen Menschenfeindlichkeit einsetzen, brauchen wir eine gesicherte Finanzierung und verlässliche Rahmenbedingungen Deshalb halten wir eine bundesgesetzliche Grundlage in Form eines Demokratiefördergesetzes für unverzichtbar und dringend notwendig. Die ehemalige Bundesministerin Manuela Schwesig hat bereits im August 2016 einen Entwurf für ein Demokratieförder- und Extremismuspräventionsgesetz vorgelegt. Leider hat die Union seitdem das Verfahren blockiert. Wir werden weiter an diesem Vorhaben festhalten, um die Förderung zu intensivieren und zu stabilisieren.

Wir wissen: Funktionierende nachbarschaftliche Netzwerke, das bürgerschaftliche Engagement und ein vitales Vereinsleben sowie eine aktive Bürgerbeteiligung tragen zur Lebensqualität bei – insbesondere auf dem Land. Unter diesen Aspekten wollen wir die Fördermittel des Bundes in Zukunft zielgenauer ausrichten. Selbstorganisierte Infrastrukturprojekte wie Bürgerbusse, Dorfläden oder Kultur- und Sportzentren wollen wir unterstützen. Orte der Begegnung, wie z. B. Mehrgenerationenhäuser, die freiwilliges Engagement unterstützen und zugleich darauf angewiesen sind, wollen wir weiter fördern und ausbauen.

Zudem wollen wir das Bundesprogramm Soziale Stadt weiter ausbauen. Es fördert Bürgerbeteiligung, das zivilgesellschaftliche Engagement und das Quartiersmanagement. So fördern wir lebendige Nachbarschaften und den sozialen Zusammenhalt.

13. Werden Sie sich für eine Flexibilisierung der Vollzeitdienstpflicht in den Freiwilligendiensten für alle Altersgruppen einsetzen, um Teilhabemöglichkeiten zu verbessern?

Logo CDU/CSU CDU/CSU: CDU und CSU haben die Freiwilligendienste in den letzten Jahrzehnten gestärkt und weiterentwickelt. Durch die demografische Entwicklung haben sich daher die Beteiligungsmöglichkeiten, die Formen des Engagements sowie die Bedürfnisse der Menschen nach Beteiligung verändert; das gilt vor allem für den zeitlichen Aufwand. Um diesen Veränderungen Rechnung zu tragen, werden wir prüfen, inwieweit eine Flexibilisierung der Vollzeitdienstpflicht möglich ist, um die Teilhabemöglichkeiten für alle Altersgruppen zu verbessern.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: Freiwilligendienste sind für viele Menschen eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich in den unterschiedlichsten Bereichen für das Gemeinwohl zu engagieren, Erfahrungen zu sammeln, sich zu bilden und Kontakte zu knüpfen. Sie dienen ein Stück weit auch als Orientierung für das weitere Leben. Leider ist es nicht allen Menschen möglich, aufgrund ihrer persönlichen Situation an einem Freiwilligendienst teilzunehmen. Das hat sowohl damit zu tun, dass Freiwilligendienste räumlich gebunden sind, aber insbesondere die Konzipierung als Vollzeitdienst stellt für manche Menschen eine Hürde dar. DIE LINKE wird sich dafür einsetzen, dass diese Situation geändert wird und Freiwilligendienste, dort wo es notwendig ist, auch als Teilzeitdienste geleistet werden können, damit mehr Menschen daran partizipieren können. Eine Flexibilisierung der Vollzeitdienstpflicht für alle Altersgruppen ist insbesondere mit Blick auf den Teilhabeanspruch von Menschen mit Beeinträchtigungen dringend notwendig.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Wir setzen uns dafür ein, dass Angebote zum freiwilligen Engagement allen gesellschaftlichen Gruppen offen stehen. Freiwilligendienste müssen deshalb inklusiver werden. Hierzu gehören Teilzeitmöglichkeiten genauso wie passgenaue Begleitprogramme für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Für Menschen mit Behinderungen, zur Vereinbarkeit von gesellschaftlichem Engagement und Familie und für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf - sei es durch Fluchterfahrung oder benachteiligenden Lebensbiographien – wollen wir den Freiwilligendienst in Teilzeit ermöglichen. Menschen mit Behinderungen müssen Assistenzleistungen bekommen.  Wir wollen, dass der Bund gemeinsam mit den Ländern, Kommunen, sowie Vertretern der Träger und der Zivilgesellschaft einen Runden Tisch zur Stärkung der sozialen sowie inklusiven Öffnung der Freiwilligendienste und der Anerkennungskultur einberuft. Hierbei sollten Vorschläge für Anreize und Unterstützungsangebote für bislang in den Freiwilligendiensten unterrepräsentierte Gruppen erarbeitet werden.

Logo SPDSPD: Wir wollen prüfen, ob die Möglichkeit eröffnet werden kann, dass Freiwillige mit einem besonderen Förderbedarf das FSJ bzw. das FÖJ oder – sofern sie unter 27 Jahre alt sind – den BFD auch mit einer geringeren Stundenzahl, mindestens aber 20 Wochenstunden, absolvieren können. Damit könnte Jugendlichen mit Beeinträchtigungen der Zugang zum Freiwilligendienst eröffnet werden.

Auf Initiative der SPD haben die Koalitionsfraktionen in dieser Legislaturperiode einen Antrag beschlossen, der eine inklusive Ausgestaltung des Bundesfreiwilligendienstes fordert und damit die Teilhabemöglichkeiten verbessert. Menschen mit körperlichen, seelischen, geistigen oder Sinnesbeeinträchtigungen sollen an den Lern- und Bildungsseminaren des Bundesfreiwilligendienstes ebenso teilnehmen können wie Menschen ohne Behinderungen. Hierfür sollen Mittel für angemessene Vorkehrungen wie z. B. Assistenzleistungen oder Gebärdensprachdolmetschung bereitgestellt werden.

14. Werden Sie und Ihre Partei sich für die Verbesserung der sozialrechtlichen Rahmenbedingungen (z. B. Befreiung Rundfunkbeitrag, Anrechnung Taschengeld aufs Haushaltseinkommen) für die Freiwilligendienste einsetzen?

Logo CDU/CSU CDU/CSU: Bei Einnahmen aus freiwilligen Dienstverhältnissen handelt es sich um Einkommen im Sinne des SGB II (vgl. Urteil vom 01.02.2013 - S 41 AS 3912/12). Dass dieses Einkommen anzurechnen ist, ergibt sich aus § 4 Satz 1, Satz 2 Nr. 4 Alg II-VO. Dabei bestimmt § 1 Absatz 7 Alg II-VO genauer, wie Einnahmen aus dem Freiwilligendienst auf Leistungen nach dem SGB II anzurechnen sind. Demnach gelten für diese Vergütung andere Regeln als für die Einnahmen aus einer normalen Erwerbstätigkeit (§ 11 b SGB II). Das bedeutet, dass beim gleichzeitigen Empfang von Arbeitslosengeld II ein Teil des Gehalts – bis zu 200 Euro – behalten werden darf, das heißt es wird nicht mit den ALG-II-Leistungen verrechnet. Darüber hinaus gilt, dass Einkommen grundsätzlich anrechnungsfrei ist, wenn es anderen Zwecken als den Leistungen des SGB II dient.

Die Höhe der Rundfunkgebühren wird von den Ministerpräsidenten der Länder gemeinschaftlich festgelegt. Eine Befreiung vom Rundfunkbeitrag ist für Personen, die einen Freiwilligendienst leisten, nicht vorgesehen. Gemäß § 4 Abs. 6 kann die Landesrundfunkanstalt jedoch in besonderen Härtefällen auf gesonderten Antrag Antragsteller von der Beitragspflicht befreien. Diese Möglichkeit besteht, wenn das Einkommen für den Regelbedarf (SGB II, SGB XII), die Miete und Heizkosten (und ggf. Warmwasserpauschale) reicht, nicht jedoch für den Rundfunkbeitrag in Höhe von 17,89 €/Monat. Die GEZ (jetzt „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“) verlangt als Nachweis über die geringen Einkünfte eine Bescheinigung der zuständigen Sozialleistungsbehörde. CDU und CSU werden sich im Rahmen ihrer Zuständigkeiten auch in Zukunft für die Stärkung der sozialrechtlichen Bedingungen bei den Freiwilligendiensten einsetzen.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: Oftmals stellen sozialrechtliche Regelungen Hürden dar, wenn es um die Entscheidung geht, einen Freiwilligendienst aufzunehmen oder nicht, beispielsweise wenn Menschen in einer Bedarfsgemeinschaft leben und das Taschengeld teilweise als Einkommen der Bedarfsgemeinschaft gewertet wird. DIE LINKE wird sich daher ganz klar für eine Verbesserung der sozialrechtlichen Rahmenbedingungen einsetzen, um solche Hürden zu beseitigen. Insgesamt muss diskutiert werden, ob es nicht sinnvoll ist, Freiwilligendienstleistenden vergleichbare Vergünstigungen wie Lernenden und Studierenden zuzubilligen.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Engagement verdient Anerkennung. Hier ist bei den Freiwilligendiensten noch Luft nach oben. Wir wollen, dass der Bund gemeinsam mit den Ländern, Kommunen, Vertretern der Hochschulrektorenkonferenz und dem Bundesinstitut für Berufsbildung, sowie Vertretern der Träger und der Zivilgesellschaft im Rahmen eines Runden Tisches Maßnahmen zur Stärkung der Anerkennungskultur erarbeitet. Ab sofort soll darüber hinaus jeder junge Mensch der nach der Schule oder der Ausbildung ein freiwilliges Jahr geleistet hat, im Anschluss eine Starthilfe von 1.500 € für den weiteren Weg ins Leben bekommen.

Am Runden Tisch soll geprüft werden, inwieweit im Freiwilligendienst erworbene Kompetenzen als Ausbildungs- oder Studienleistungen anerkannt werden können und wie ein Jahr Freiwilligendienst, zukünftigen Studierenden ein zusätzliches drittes Wartesemester und einen bevorzugten Zugang zu einem Auslandsemester oder ein Auslandspraktikum mit Erasmus Plus bringen kann. Wir setzen uns außerdem für einen einheitlichen Freiwilligenausweis mit Vergünstigen bei bundesweit relevanten Anbietern von Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen ein. Vorhandene Angebote von Vergünstigungen, z. B. im öffentlichen Nahverkehr und bei der Deutschen Bahn AG müssen bekannter und transparenter gemacht werden.

Logo SPDSPD: Die Anerkennungskultur für Freiwilligendienstleistende muss verbessert werden, beispielsweise mit einfachen Mitteln wie der Anrechenbarkeit des Freiwilligendienstes als doppeltes Wartesemester oder als Praktikum für eine spätere Ausbildung oder ein Studium. Eine Anrechnung von Vorleistungen, wie sie im Bologna-Prozess als „prior learning“ vorgesehen sind, sollte hier Berücksichtigung finden. Auch ein einheitlicher und breit akzeptierter Freiwilligendienstausweis, der zu Ermäßigungen in öffentlichen (und auch nichtöffentlichen) Einrichtungen berechtigt, wie auch ermäßigte Preise für Fahrten mit dem ÖPNV sowie der Deutschen Bahn sind denkbar. Hierzu muss der Bund mit den zuständigen Gebietskörperschaften ins Gespräch kommen. Außerdem ist eine Befreiung vom Rundfunkbeitrag anzustreben. Die Möglichkeit der Einführung eines Wohngeldanspruchs für Freiwilligendienstleistende soll geprüft werden.

Immer mehr junge Menschen zwischen Schule und Studium oder Berufseinstieg nutzen Jugendfreiwilligendienste zur eigenen Orientierung. Dort muss die Zahl der Plätze der Nachfrage entsprechend angehoben werden.

Auch wollen wir die internationalen Jugendfreiwilligendienste, den internationalen Jugendaustausch sowie Erasmus+ als das zentrale Bildungsprogramm der EU deutlich ausbauen. Wer sich den Austausch nicht leisten kann, den unterstützen wir.

Die Jugendfreiwilligendienste und den Bundesfreiwilligendienst werden wir finanziell weiter aufstocken.

15. Werden Sie und Ihre Partei sich für die Fortführung der struktursichernden Förderung aus ESF-Mitteln in den Freiwilligendiensten einsetzen?

Logo CDU/CSU CDU/CSU: Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist Europas wichtigstes Instrument zur Förderung der Beschäftigung und der sozialen Integration in der EU. CDU und CSU werden bei Beginn der nächsten Förderperiode prüfen, inwiefern die weitere Finanzierung von Projekten aus ESF-Mitteln für mehr Freiwilligenarbeit sinnvoll ist.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: In vielen Bereichen stellt die Unsicherheit der zukünftigen Finanzierung ein großes Problem dar, so auch bei Freiwilligendiensten. Die Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds sind eine wichtige Säule der Finanzierung der Freiwilligendienste. Nur wenn diese Säule erhalten bleibt, kann gesichert werden, dass die Freiwilligendienste ihre Arbeit wie bisher fortsetzen können. Ein Wegbrechen dieser Finanzierungssäule hätte unweigerlich einen Qualitätsverlust und ein auch im Umfang eingeschränktes Angebot bei den Freiwilligendiensten zur Folge. Aber nicht für eine Absicherung des Status quo sondern gerade in Hinblick auf einen weiteren qualitativen und quantitativen Ausbau der Freiwilligendienste ist eine weitere Finanzierung aus ESF-Mitteln notwendig. Dafür wird sich DIE LINKE einsetzen. Darüber hinaus erwarten wir aber auch ein größeres Engagement des Bundes.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Freiwilligendienste verbinden Menschen, die sich sonst nie treffen würden und schaffen neue Horizonte, die sich sonst nie eröffnen würden. Doch die Energie viel zu vieler junger Menschen wird ausgebremst – im Schnitt bekommen zwei von drei BewerberInnen auf einen Freiwilligendienstplatz eine Absage. Wir wollen, dass jeder junge Mensch die Chance auf ein freiwilliges Jahr in dem Bereich seiner oder ihrer Wahl hat. Sei es in der kulturellen Jugendbildung, im Sport, im Naturschutz, in der Kita, der Pflege oder im Kulturzentrum. In der Heimat, am anderen Ende Deutschlands oder auf der anderen Erdhalbkugel. Engagement lohnt sich überall und soll überall möglich sein. Deshalb werden wir uns für einen massiven Platzaufwuchs auf das Doppelte der bestehenden ca. 100.000 Freiwilligendienstplätze einsetzen.

Logo SPDSPD: Dieses Thema ist bei uns derzeit nicht in der Diskussion.


Europa und die Welt


In einer globalisierten Welt haben Kinder und Jugendliche das Recht, Bildungsmöglichkeiten vorzufinden, die ihnen die Erfahrung der Internationalität, Komplexität und der Mobilität ermöglichen. Organisationen der Kulturellen Jugendbildung benötigen professionelle Organisationsentwicklungsprozesse, um eine verbandliche Europäisierung oder Internationalisierung umzusetzen. Dies würde es ihnen ermöglichen, selbstverständlicher mit europäischen Partnern zusammenzuarbeiten und jungen Menschen ein europäisches oder kosmopolitisches Bewusstsein zu vermitteln.

16. Wie werden Sie und Ihre Partei sich für ein gezieltes Förderprogramm zur Europäisierung/Internationalisierung einsetzen, um die internationale Dimension der Fachorganisationen der Kulturellen Bildung inhaltlich und strukturell zu stärken?

Logo CDU/CSUCDU/CSU: Die von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanzierte Stiftung Genshagen widmet sich in ihren vielfältigen Aktivitäten dem Thema Europa in seiner kulturellen Vielfalt. CDU und CSU werden sich auch in Zukunft für eine auskömmliche Finanzausstattung der Stiftung Genshagen einsetzen. Daneben haben wir die „Initiative Kulturelle Integration“ für Menschen mit Einwanderungsgeschichte mitgetragen. Wir werden prüfen, wie bislang unterrepräsentierte gesellschaftliche Gruppen noch stärker von der interkulturellen Öffnung der Kultureinrichtungen und -angebote des Bundes profitieren können. Zugleich ermutigen wir die Kultureinrichtungen zu Aktionen und Programmen, die zur Auseinandersetzung mit unserer eigenen Kultur ebenso wie zu interkulturellen Begegnungen einladen, um damit Verständnis und Verständigung zu erleichtern.

Logo DIE LINKE DIE LINKE: DIE LINKE setzt sich für einen verstärkten Austausch von Jugendlichen ein, der über reine Bildungsmaßnahmen hinausgeht. Im Rahmen von Jungend in Aktion (Erasmus +) könnten hier verstärkt kulturelle Austauschprojekte initiiert und gefördert werden. Es ist wichtig, dass insbesondere benachteiligte junge Menschen von einem solchen Programm profitieren können.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Wir stimmen ihnen zu, dass alle Kinder und Jugendlichen internationale Erfahrungen machen sollten. Wie erste Auswertungen des Programms „Erasmus+“ zeigen, bleibt die Abhängigkeit einer Auslandsphase vom sozialen Status der Eltern stark. Es muss also darum gehen, mit gezielten Förderprogrammen vor allem die Kinder und Jugendlichen zu erreichen, die eben nicht auf privatem Weg sowieso das Auslandsjahr während der Schulzeit planen und erreichen. Wir setzen uns daher dafür ein, dass vor allem solche Initiativen gestärkt werden, die die soziale Spaltung bei der Auslandserfahrung schließen und nicht vergrößern. Deswegen setzen wir uns für eine Stärkung von Ansätzen wie etwa Erasmus+ ein, das z.B. im Hochschulbereich das Programm ist, das am wenigsten sozial selektiv ist.

Logo SPDSPD: Wir unterstützen grundsätzlich alle Formen der Selbstorganisation und Interessenvertretungen. Ob ein entsprechender Bedarf für ein Förderprogramm zur Europäisierung/Internationalisierung im Bereich der kulturellen Bildung besteht, müsste zunächst von den Fachverbänden inhaltlich ausgearbeitet und unterlegt werden. Grundsätzlich gibt es zahlreiche Formen der internationalen Vernetzung, welche die angemessene und wirkungsvollste ist, hängt nicht zuletzt von den Fachverbänden der jeweiligen Länder und ihrer Bedürfnisse ab.


Praxis-Forschungsdialog


Forschung für Kulturelle Bildung muss auf dem Fundament der Erfahrung der bundesweiten Praxisfelder aufbauen, um in der Praxis Wirkung zu entfalten. Damit die vorhandenen Erkenntnisse gehoben und nutzbar werden, brauchen Forschung, Fachstrukturen und Praxis Orte und Plattformen für einen systematischen Dialog. Dieser ist erforderlich, um unterschiedliche Wissensformen zu reflektieren und miteinander zu verbinden.

17. Wie wollen Sie dafür sorgen, dass Forschung für Kulturelle Bildung stärker als bisher den Bedarf und vor allem das Erfahrungswissen der zivilgesellschaftlichen Fachstrukturen aufgreift und zu ihrer Grundlage macht?

Logo DIE LINKEDIE LINKE: DIE LINKE setzt sich dafür ein, auch im Bereich der kulturellen Bildung verstärkt Forschungsprojekte seitens des Bundes zu fördern. Wir halten kulturelle Bildung für alle Kinder und Jugendlichen für wichtig. Daher dürfen Forschungsvorhaben, die zurzeit besonders im Bereich der MINT-Bildung entstehen nicht zulasten der kulturellen Bildungsforschung gehen.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Im Juni wird die Bundesregierung das neue Rahmenprogramm Bildungsforschung vorlegen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass in diesem Rahmen auch die Fragen, Ansätze und Methoden, die aus dem Bereich der kulturellen Bildung selbst kommen, berücksichtigt werden. Gleichzeitig sollten die Erkenntnisse der zweijährlich veröffentlichten Bildungsberichte von Bund und Ländern genutzt werden, die sowohl die non-formalen Bildungsaspekte berücksichtigen als auch seit 2012 die kulturelle Bildung genau im Blick haben.

Logo SPDSPD: Die Vielfalt der Forschungslandschaft in Deutschland ist ein wichtiger Standortvorteil. Universitäten, Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften, forschende Unternehmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen liefern uns zukunftsorientierte Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen, bspw. im Bereich der Kulturellen Bildung.

Die Freiheit der Forschung ist langfristig die wichtigste Voraussetzung für Innovation, dennoch wollen wir mit unserer Forschungsförderung Vernetzung, den interdisziplinären Austausch und Kooperationen stärker unterstützen. Für eine optimale Vermittlung des Forschungsstands muss die Vernetzung zwischen dem Forschungs- und dem Anwenderbereich gewährleistet werden. Deswegen will die SPD die Transferförderung, die Validierungsforschung an der Schnittstelle zwischen Forschung und Anwendung weiter ausbauen. Im Bereich der Forschung für kulturelle Bildung soll unsere Zivilgesellschaft mit ihren vielen unterschiedlichen Vereinen, Verbänden und Initiativen, den Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Religionsgemeinschaften, in denen sich Millionen Menschen ehrenamtlich engagieren, eine bedeutende Rolle spielen.

18. Werden Sie sich für einen Forschung-Praxis-Dialog einsetzen, der gemeinsam von Bundesbildungspolitik und zivilgesellschaftlichen Fachstrukturen zu erarbeiten wäre?

CDU/CSU (Zusammenfassende Antwort auf die Fragen 17 und 18): Kulturelle Bildung ist ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen Bildung und des lebenslangen Lernens. Für CDU und CSU ist das Engagement, insbesondere der Kulturverbände, der Kulturvereine und -stiftungen sowie vieler Künstlerinnen und Künstler, für mehr Kulturelle Bildung in unserer Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Daher sieht die BMBF-Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben zur Digitalisierung in der Kulturellen Bildung (Förderzeitraum Februar 2017 bis Dezember 2023) ausdrücklich die wissenschaftliche Vernetzung mit Stakeholdern aus der Praxis vor. Zudem entwickelte der Deutsche Kulturrat im Kontext des BMBF-Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ die „Dialogplattform Kulturelle Bildung“. Ziel der Dialogplattform ist es, die Interessen und Anliegen aus der Zivilgesellschaft zum Arbeitsfeld Kulturelle Bildung zu bündeln, das Wissen und die Erfahrungen der Zivilgesellschaft zusammenzustellen sowie zum Dialog und Austausch der verschiedenen Akteure beizutragen. Vor diesem Hintergrund erscheinen weitergehende Schritte zunächst nicht notwendig.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: Selbstverständlich halten wir einen Forschung-Praxis-Dialog für unabdingbar. Daher sollte von (bildungs-)politischer Seite ein solcher Austausch unterstützt und ggf. finanziell gefördert werden.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Ein Forschungs-Praxis-Dialog gelingt umso besser, wenn von Beginn an die wichtigen, beteiligten Partner mitwirken. Generell setzen wir uns dafür ein, dass in der Forschung mehr Möglichkeiten für die Zivilgesellschaft entstehen, zu partizipieren.  Analog zum Ansatz der „citizen science“ werden wir uns auch im Bereich der kulturellen Bildung dafür einsetzen, dass die Kooperation mit der Praxis und der Zivilgesellschaft vertieft wird.

Gelungene Teilhabe erfordert mehr Transparenz. Zuständigkeiten, Entscheidungskorridore der Beteiligten und die Einbettung von Ergebnissen in politische Entscheidungsstrukturen sind vorab zu klären. Um mehr Beteiligung in Forschung und Forschungsförderung zu ermöglichen, bedarf es einer Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure. Verbände brauchen mehr Kapazitäten (Capacity building), um an Forschungsfragen und -agenden mitwirken zu können. Teilhabe braucht neue Formate: Kooperationsbeziehungen zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft, etwa unter dem Stichwort Citizen Science, wollen wir besser fördern. Wir fordern daher einen zivilgesellschaftlichen Forschungsfonds, bei dem zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure im Rahmen eines Ko-Designs Forschungsfragen mitgestalten können. Damit BürgerwissenschaftlerInnen mitbestimmen können, müssen sie auch auf wissenschaftliche Erkenntnisse zugreifen können.

Logo SPDSPD: Wir wollen die Akzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern für Forschung und Wissenschaft erhöhen. Mit Transparenz, Information und Beteiligung werden wir Befürchtungen abbauen und Ängsten vorbeugen. Die Zivilgesellschaft wird in den Innovationsdialog der Bundesregierung eingebunden. Die Ergebnisse des Dialogs werden veröffentlicht.


Kulturpolitische Expertise Kultureller Bildung


Die Neuprofilierung der Kulturpolitik für Kulturelle Bildung braucht die Sicherung und Qualifizierung einer neuen Fachlichkeit. Die Bündelung und Weiterentwicklung von Wissen zur Kulturellen Bildung braucht eine starke und verlässliche Unterstützung.

19. Wie werden Sie sich für Plattformen des kulturpolitischen Austauschs von Staat und Zivilgesellschaft einsetzen, die unter einem zeitgemäßen inklusiven gesellschafts- und kulturpolitischen Leitbild stattfinden?

Logo DIE LINKEDIE LINKE: Wie bei Frage 3 ausgeführt, fordert DIE LINKE die Erarbeitung einer Kulturentwicklungskonzeption auch auf Bundesebene. Da diese eine Vision davon entwickeln soll, wie wir zusammen leben wollen, die Rahmenbedingungen definiert und konkrete Maßnahmen skizziert, ist ein breiter Beteiligungsprozess unerlässlich. Dabei spielen die zivilgesellschaftlichen Fachstrukturen natürlich eine wichtige Rolle, aber auch Formen der Beteiligung Einzelner wären dabei zu gewährleisten. Die bestehenden Angebote zur Vernetzung und zum Austausch, zur fachlichen Qualifikation und Professionalisierung wollen wir erhalten und ausbauen. Dazu gehört natürlich auch die finanzielle Unterstützung der Bundesakademien für kulturelle Bildung.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Die Initiative „Kulturelle Integration“ des Deutschen Kulturrats bildet eine gute und breit angelegte Basis für den kulturpolitischen Austausch zwischen Staat und Zivilgesellschaft und die Entwicklung eines inklusiven kulturpolitischen Leitbilds. Wir hätten uns allerdings gewünscht, dass an der Initiative von Beginn an alle im Bundestag vertretenen Parteien beteiligt worden, nicht nur die Regierungsparteien. Entscheidend für den weiteren Prozess wird sein, den Dialog über bestimmte ExpertInnenkreise hinaus in die Gesellschaft zu tragen und auch kleine zivilgesellschaftliche Initiativen und Projekte aktiv zu beteiligen. 

Logo SPDSPD: Eine einheitliche Plattform sehen wir nicht als wünschenswert an. Vielmehr sollten vielfältige Kontakte und Plattformen des kulturpolitischen Austausches existieren. So wollen wir zum Beispiel im Ganztagsschulbereich die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern intensivieren. In dieser Hinsicht ist das von der Bundeskulturstiftung gestartete Programm „Kulturagenten für kreative Schulen“ vorbildlich und muss verstetigt in die Fläche gebracht werden.

20. Wie werden Sie sich für eine verlässliche Förderung und den Ausbau der europaweit einzigartigen Wissensplattform „Kulturelle Bildung Online“ einsetzen?

Logo CDU/CSUCDU/CSU (Zusammenfassende Antwort auf die Fragen 19 und 20): Digitale Plattformen mit ihren „Vermitt-lungsdiensten“ erleichtern den Austausch von In-formationen und Wissen; dies gilt nicht nur für Dax-Unternehmen, Alphabet oder Facebook, sondern auch für den Bereich der Kulturellen Bildung. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat früh die Chancen der Digitalisierung erkannt. Daher gehört sie zu den Unterstützern der Wissensplattform „Kulturelle Bildung Online“, über welche die neuesten Erkenntnisse zur Kulturellen Bildung aus Theorie, Praxis und For-schung gebündelt und kostenfrei zugänglich gemacht werden. CDU und CSU wollen an der Fortsetzung der Förderung festhalten.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: DIE LINKE unterstützt die weitere Förderung der Wissensplattform „Kulturelle Bildung Online“ durch den Bund ausdrücklich. Gerade vor dem Hintergrund, dass kulturelle Bildungsprojekte derart vielfältig sind, Anregung, Austausch und fachliche Begleitung benötigen und mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert sind, ist eine Plattform, die die praktischen Erfahrungen mit der künstlerischen und wissenschaftlichen Perspektive verbindet, enorm wichtig. Dabei baut die Plattform auf dem umfangreichen Erfahrungsschatz und die Expertise ihrer Träger auf, eine Zusammenarbeit, die es unbedingt weiter zu unterstützen gilt – im Idealfall nicht als Projekt, sondern als dauerhafte Aufgabe.

Ein Onlineangebot kann das konkrete Miteinander zwar nicht ersetzen, es erleichtert aber insbesondere jenen den Zugang zu Information und Qualifikation, die sich ehrenamtlich engagieren oder weit ab der Zentren agieren.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: „Kulturelle Bildung Online“ ist ein wichtiger Ort der Vernetzung, an dem die neuesten Erkenntnisse aus Theorie und Praxis ausgetauscht, gesammelt und kostenfrei zugänglich gemacht werden. Es ist uns wichtig, dass diese Plattform auch in Zukunft eine angemessene Bundesförderung erhält.

Logo SPDSPD: Die Wissensplattform „Kulturelle Bildung Online“ halten wir für sehr wichtig. Sie gewährleistet das umfassende Wissen in Theorie und Praxis der kulturellen Bildung als eine allgemeinzugängliche und zeitgemäße Plattform. Darüber hinaus macht sie kulturelle Bildung stärker sichtbar und kann so die Motivation interessierter Gruppen steigern, eigene Projekte zu initiieren. Eine verlässliche Förderung muss für uns neben den vier Trägern vor allem über den Bund erfolgen.

Gleichzeitig ist die Plattform ein guter Ausdruck eines kooperativen Föderalismus im Bereich der kulturellen Bildung. Wir werden dafür sorgen, dass Bund, Länder und Kommunen ihre Förderaktivitäten stärker als bislang miteinander abstimmen und gerade auf dem Feld der kulturellen Bildung besser vernetzen.


Weiterbildung und Qualität


Für kulturelle Bildungspraxis übernehmen viele Professionen Verantwortung – individuelle in den jeweiligen non-formalen oder formalen Bildungseinrichtungen ebenso wie in Kooperationsvorhaben. Sie ermöglichen damit altersadäquate Zugänge zu ästhetischen, künstlerischen, spielerischen, medialen und kulturellen Bildungs- und Teilhabeprozessen. Fachkräfte und Einrichtungen sehen sich mit wachsenden professionellen Anforderungen ebenso konfrontiert wie mit einem zunehmenden Interesse an einem breiten kulturellen Bildungsangebot.

21. Sind Sie bereit, sich dafür stark zu machen, dass der Bund in die systematische Weiterentwicklung von Weiterbildungsangeboten und Qualitätssicherungsmaßnahmen durch die zivilgesellschaftlichen Fachstrukturen investiert?

CDU/CSU: CDU und CSU wollen in der nächsten Wahlperiode eine „Nationale Weiterbildungsstrategie“ auflegen. Denn lebenslanges Lernen, Bildung und Qualifizierung sind für alle Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche von zentraler Bedeutung. In diesem Kontext wird zu prüfen sein, ob und inwieweit dabei die Angebote der zivilgesellschaftlichen Fachstrukturen einbezogen werden können.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: Damit Fachkräfte aller Bildungseinrichtungen qualitativ hochwertige Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche bereitstellen können, müssen diese entsprechend qualifiziert sein. Hierfür bedeutsam sind natürlich auch regelmäßige Fortbildungsnagebote. Daher setzt sich DIE LINKE dafür ein, dass auch der Bund sich an der Finanzierung von Weiterbildungsangeboten beteiligt und den Ländern unter die Arme greift, damit solch hochwertige Angebote überall angeboten werden können, wo es notwendig ist.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Ja. Der Schwerpunkt dieser Aufgabe liegt allerdings eindeutig bei den Ländern.

Logo SPDSPD: In der Arbeitswelt von morgen kommt der Weiterbildung eine Schlüsselrolle zu. Wir brauchen deshalb eine Weiterbildungsoffensive. Bestehende Qualifizierungsangebote sollen ausgebaut und aufeinander abstimmt werden – auch in Verbindung mit tariflichen Strategien. Dabei geht es um eine qualifizierte, unabhängige Beratung der Beschäftigten sowie das Recht, Weiterbildung in Anspruch nehmen zu können und dafür auch freigestellt zu werden. Die Kosten der Maßnahmen sowie die Sicherung des Lebensunterhaltes sollten – je nach Nutzen – fair zwischen Betrieb, Gesellschaft und dem oder der Einzelnen aufgeteilt werden. Es muss darum gehen, allen Beschäftigten die gleichen Chancen auf Fort- und Weiterbildung zu ermöglichen: Frauen und Männern, Jüngeren und Älteren, Teilzeitbeschäftigten und Beschäftigten mit Familienpflichten.

Im Rahmen der Umsetzung des Rechts auf Weiterbildung und einer Weiterbildungsoffensive sind Weiterbildungsangebote und ihre Qualitätssicherung selbstredend mitzudenken. Die Einbindung der zivilgesellschaftlichen Fachstrukturen ist von den verantwortlichen Akteuren zu berücksichtigen.

Konkret bedeutet dies: die neue Arbeitswelt 4.0 eröffnet Chancen – stellt uns vor die Herausforderung, die Beschäftigten neu abzusichern. Sie sollen im Laufe ihres Erwerbslebens so unterstützt werden, dass sie gar nicht erst länger arbeitslos bleiben. Und in einer Phase der Arbeitslosigkeit sollen sie vorhandene Qualifikation ausbauen können. Wir werden ein Recht auf Weiterbildung einführen. Arbeitslose, die innerhalb von drei Monaten keine neue Beschäftigung finden, sollen von der Bundesagentur für Arbeit ein Angebot für eine Qualifizierungsmaßnahme erhalten, um so ihre Vermittlungschancen zu erhöhen. Das Recht auf Weiterbildung beinhaltet eine umfassende Kompetenzerfassung aller Fähigkeiten und Begabungen. Darauf baut eine gezielte Weiterbildungsberatung auf. Weiterbildungsmaßnahmen können auch darin bestehen, dass ein Berufsabschluss nachgeholt oder eine Umschulung begonnen wird. Hier werden wir eng mit den Gewerkschaften und Betrieben vor Ort zusammenarbeiten.

Wir werden die Arbeitslosenversicherung zu einer Arbeitsversicherung weiterentwickeln und dementsprechend einen Umbau der Bundesagentur für Arbeit zu einer Bundesagentur für Arbeit und Qualifizierung vorantreiben. Die Arbeitsversicherung darf nicht erst bei Arbeitslosigkeit reagieren! Auch wer in Beschäftigung ist, soll bereits eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen können. Hier soll aufgezeigt werden, welche beruflichen Perspektiven die Beschäftigten mit ihren vorhandenen Qualifikationen haben und welche Optionen sich für eine berufliche Weiterbildung anbieten. Aufbauend auf der Beratung können im Bedarfsfall berufsbegleitend Qualifizierungsmaßnahmen durch die Arbeitsversicherung gefördert werden. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen perspektivisch nach Eintritt ins Berufsleben über ein persönliches Entwicklungskonto verfügen, das sie für die Absicherung von Weiterbildungszeiten nutzen können. Es soll mit einem öffentlich finanzierten Startguthaben ausgestattet werden.

22. Was wollen Sie tun, um die Fachkräfte der Kulturellen Bildung in ihren interprofessionellen und inklusiven Kompetenzen zu stärken?

Logo CDU/CSUCDU/CSU: CDU und CSU begrüßen, dass der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages das neue Programm „Kompetenzverbund Kulturelle Integration und Wissenstransfer“ mit bis zu 1 Million Euro für 2017 und jeweils Verpflichtungsermächtigungen über je 1 Million Euro für 2018 und 2019 beschlossen hat. Der Verbund, der von der Bundesakademie Kulturelle Bildung Wolfenbüttel e. V. koordiniert wird, will bundesweit einen Wissenstransfer für Experten und Multiplikatoren im Bereich der Kulturellen Integration organisieren, Best-Practice-Beispiele aufarbeiten, für Qualifizierungsangebote sorgen und Kultureinrichtungen im Hinblick auf Diversitätskonzepte beraten.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: Die konsequente Umsetzung von Inklusion ist eine der wichtigsten bildungspolitischen Aufgaben der nächsten Jahre. Dem Verständnis von Inklusion entsprechend muss der gesamte Bildungsbereich einen uneingeschränkten, gleichberechtigten Zugang für alle gewährleisten. Das gilt auch für den Bereich der außerschulischen Jugendarbeit. Auch hier sind Maßnahmen im Bereich der Aus- und Weiterbildung des pädagogischen Personals sowie der sächlichen und finanziellen Ausstattung von Einrichtungen nötig. Dazu soll aus unserer Sicht in Zusammenarbeit mit den Ländern und Kommunen und den unterschiedlichen Akteuren ein Netz von barrierefreien Beratungs- und Unterstützungssystemen vor Ort befördert werden.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: „Teach the teachers“ ist derzeit in vielen Bildungsbereichen das zentrale Element, um Herausforderungen wie Inklusion, Integration, Digitalisierung und individuelle Förderung in Bildungsangeboten von jung bis alt zu bewältigen. Wir setzen dabei auf eine gemeinsame Initiative von Bund und Ländern, um die Ausbildungs- und Studienordnungen in den vielen Berufen, die sich in der kulturellen Bildung engagieren, entsprechend zu modernisieren.

Logo SPDSPD: Mit der Weiterbildungsinitiative und dem Recht auf Weiterbildung (siehe Frage 21) wollen wir grundsätzlich die Weiterbildungsmöglichkeiten in Deutschland stärken – hierzu gehört bei Bedarf auch der Bereich der interkulturellen Kompetenzen. Die Stärkung der interprofessionellen und inklusiven Kompetenzen für Fachkräfte der Kulturellen Bildung erscheint sinnvoll.


Anerkennung non-formal erworbener Kompetenzen


Jugendliche und junge Erwachsene erwerben und zeigen in der Praxis Kultureller Bildung Fähigkeiten, Kenntnisse und Kompetenzen, die stärker anerkannt werden müssen. In Zeiten der Ganztagsbildung und digitalen Lebenswelten müssen die Fachstrukturen der Kulturellen Bildung darin unterstützt werden, zeitgemäße Formen der Anerkennung non-formal erworbener Kompetenzen weiter zu entwickeln und anzuwenden.

23. Wie werde Sie die zivilgesellschaftlichen Fachstrukturen unterstützen, Instrumente für die Anerkennung von Fähigkeiten, Kenntnissen und Kompetenzen zu entwickeln, die in der non-formalen Kulturellen Bildung erworbenen werden?

Logo CDU/CSUCDU/CSU: CDU und CSU wollen den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) voranbringen und dabei verstärkt auch die non-formalen Abschlüsse einbeziehen. Auf diese Weise werden die unterschiedlichen Bildungsabschlüsse in einem einheitlichen Regelwerk transparent für je-den und besser vergleichbar dargestellt. Dies erleichtert die Mobilität der Lernenden bei der Stellensuche im In- und Ausland und erhöht die Durchlässigkeit zwischen der beruflichen und der akademischen Bildung. Wir werden prüfen, in welcher Weise die bisherigen untergesetzlichen Regelungen im Lichte der zunehmenden Nutzung des DQR weiterzuentwickeln sind. Außerdem wollen wir ein bundesweites System zur Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen aufbauen. Dazu wollen wir die bewährten Strukturen der hoheitlichen Zuständigkeiten in der beruflichen Bildung nutzen.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: DIE LINKE wird sich dafür einsetzen, dass auch non-formal erworbene Kompetenzen im Bereich der kulturellen Bildung anerkannt werden können. Hierzu müssen allerdings noch die entsprechenden Instrumente entwickelt werden.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Die Anerkennung non-formal erworbener Kompetenzen ist nicht nur im Bereich der kulturellen Bildung eine Herausforderung. Deutschland tut sich erfahrungsgemäß damit schwer. Der Paradigmenwechsel weg von der Institution hin zur Orientierung an Lernergebnissen ist kein Selbstzweck. Wir halten ihn für dringend nötig, um durch mehr Transparenz und Vergleichbarkeit die Durchlässigkeit und auch die nationale wie internationale Mobilität zu erhöhen. Letztlich ist das Ziel, für jede und jeden bessere Bildungschancen zu erreichen. Im Rahmen des Deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen, DQR, diskutieren Expertinnen und Experten derzeit über Vorschläge für Kriterien und Verfahrensweisen zur Zuordnung nicht-formal und informell erworbener Kompetenzen. Hier sollten Bund und Länder mit mehr Nachdruck auf Ergebnisse hin arbeiten.

Logo SPDSPD: Die SPD-Bundestagsfraktion will Berufserfahrung besser dokumentieren und anerkennen und somit für die Beschäftigten verwertbar machen. Dazu wollen wir eine gesetzliche Grundlage für geregelte Verfahren zur Kompetenzerfassung und -feststellung schaffen. Auch der Bereich der non-formalen Bildung muss langfristig hier Berücksichtigung finden.


Zeitgemäßes Urheberrecht


Ein zeitgemäßes Urheberrecht für den Einsatz und die Nutzung von digitalen Medien ist notwendig, um eine breite kulturelle Teilhabe junger Menschen zu ermöglichen. Damit die Potenziale digitaler Medien voll ausgeschöpft werden können, muss der Gesetzgeber der kulturellen und künstlerischen Praxis besonders von jungen Menschen einen rechtssicheren Rahmen bieten.

24. Was werden Sie für ein zeitgemäßes Urheberrecht für den Einsatz und die Nutzung digitaler Medien tun?

Logo CDU/CSUCDU/CSU: Grundsätzlich sprechen sich CDU und CSU für ein hohes urheberrechtliches Schutzniveau aus. Denn es trägt zum Erhalt der Kulturellen Vielfalt bei und ist geeignet, die Leistungsfähigkeit der Kreativwirtschaft weiter zu steigern. Zugleich wollen wir das Bewusstsein der Bevölkerung für den Wert kreativer Leistungen und damit der Urheberrecht insgesamt stärken.

Als wesentlichen Beitrag zum Schutz von Kreativen und Verbrauchern wollen wir insbesondere die Internetdiensteanbieter stärker in die Pflicht nehmen. Sie bieten nicht nur Plattformen für verschiedene Inhalte und entwickeln daraus ihre Geschäftsmodelle. Sie tragen auch Verantwortung dafür, was auf den Plattformen geschieht. Die Haftungsprivilegierung für Internetdiensteanbieter ist aktuell nicht mehr zeitgemäß. Die Regelungen in den einschlägigen EU-Richtlinien und im Telemediengesetz müssen unter Beachtung des Grundgesetzes, insbesondere der Meinungs-, Presse- und Rundfunkfreiheit, entsprechend differenziert angepasst werden. So wollen wir sicherstellen, dass die Internetdiensteanbieter ihrer Verantwortung für die Rechtmäßigkeit der Inhalte auf ihren Seiten und Portalen nachkommen.

Des Weiteren müssen Kreative angemessen an den Einnahmen der Plattformen beteiligt werden, die diese aus der Nutzung der Werke von Kreativen generieren. In diesem Zusammenhang wollen wir uns auch für eine Regelung einsetzen, die die seit Jahrzehnten bewährte Praxis der gemeinsamen Wahrnehmung der Rechte von Urhebern und Verlagen durch Verwertungsgesellschaften weiterhin ermöglicht.

Logo DIE LINKEDIE LINKE: DIE LINKE setzt sich für eine allgemeine Wissenschaftsschranke im Urheberrecht ein, von der Schulen, Hochschulen und kulturelle (Kinder- und Jugend-) Bildungseinrichtungen gleichermaßen profitieren würden. Wir setzen uns zudem für Lehr- und Lernmittelfreiheit ein sowie für einen kostenlosen Zugang und offenen Austausch von digitalen Lehr- und Lernmitteln auch in der kulturellen Kinder- und Jugendbildung ein. Dazu kann unter anderem der Aufbau von frei nachnutzbaren Lehr- und Lernmaterialien einen Beitrag leisten. DIE LINKE setzt sich deshalb für Förderprogramme der Länder ein, die OER-Pilotprojekte auch für die kulturelle Kinder- und Jugendbildung finanzieren, koordinieren und die Konzeptionierungen wissenschaftlich begleiten.

DIE LINKE wird auf Bundesebene zudem die Novellierung des Urheberrechts seitens Bundesregierung kritisch begleiten und ggf. entsprechende Änderungsanträge einbringen.

Logo Bündnis 90 / Die GrünenGRÜNE: Wir drängen darauf, dass in dieser Legislaturperiode endlich Fortschritte beim Wissenschaftsurheberrecht erreicht werden. Unserer Meinung nach versetzen die bisherigen kleinteiligen und höchst komplizierten Schranken Bildung und Forschung nicht in die Lage, die digitalen Potenziale zu nutzen und Wissenschaft auf höchstem Niveau unter Berücksichtigung des schon publizierten Wissens zu betreiben. Seit langem setzen wir uns deshalb für die Einführung einer allgemeinen Bildungs- und Wissenschaftsschranke ein. Wir halten sie für den besten Weg, um das Urheberrecht für Forschung, Lehre und Lernen im digitalen Zeitalter auszutarieren. Nach jahrelanger Untätigkeit plant die Bundesregierung nun ein Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz. Es enthält keine allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsschranke, aber wenigstens eine Erweiterung der Erlaubnistatbestände. Wir werden genau prüfen, wieweit dieser Vorschlag trägt.

Logo SPDSPD: Das geistige Eigentum ist der Rohstoff der Kultur- und Kreativwirtschaft. Fast alles, was wir im Internet tun, ist mit urheberrechtlichen Handlungen verbunden – kopieren, wiedergeben, veröffentlichen. Wir werden die Situation der Urheberinnen und Urheber verbessern und einen gerechten Interessenausgleich mit den Verwertern suchen. Wir wollen Vergütung, keine Verbote. Dazu soll auch das Prinzip der pauschalen Vergütung auf diejenigen ausgeweitet werden, die mit der Vermarktung von kreativen Leistungen im Internet Geld verdienen – beispielsweise Online-Plattformen. Viele Nutzerinnen und Nutzer im Internet produzieren selbst Inhalte und werden damit ebenfalls zu Urhebern. Daher müssen wir die berechtigten Interessen der Nutzerinnen und Nutzer verstärkt berücksichtigen. Wir stehen für ein wissenschafts- und bildungsfreundliches Urheberrecht. Autorinnen und Autoren und Verlage sind angemessen zu vergüten.

Zudem brauchen wir auch eine klare gesetzliche Regelung für den Verleih von e-Books, damit die Bibliotheken ihren wichtigen Informations- und Bildungsauftrag auch in Zukunft erfüllen können.

Download

Wahlprüsteine 2017 der BKJ: [ PDF-Dokument | 25 Seiten | 309 KB ]


nach oben | zurück

/// TERMINKALENDER


gamescom congress
23.08.2017 10:00 - 16:45 Köln
Auf dem Kongress im Rahmen der Comuterspiele-Messe gamescom ...

BKJ beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung vertreten
26.08.2017–27.08.2017 - Berlin
Die BKJ ist mit kunst- und kulturpädagogischen Angeboten und...

Konferenztag „Zielgruppensensible Öffentlichkeitsarbeit“
08.09.2017 10:00 - 16:00 Leipzig
Mit einem Input über „Sensible Berichterstattung von benacht...





/// SOCIAL MEDIA


       

Diversität anerkennen
Inklusion umsetzen
Zusammenhalt stärken
Seite drucken | PDF der Seite erstellen | Seite empfehlen deliciousWhatsapp | Jobs | Kontakt | Sitemap | Impressum | Datenschutz