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Rhythmisierung

Aus dem Glossar Kulturelle Schulentwicklung.

Mit der Einführung der Ganztagsschule spielt die Frage der Rhythmisierung in Bezug auf Zeitstrukturmodelle und der internen Lehr-und Lernstruktur eine zentrale Rolle. Die Rhythmisierung beinhaltet eine ausgewogene Verteilung des Unterrichts auf den Vor-und Nachmittag, die Pauseneinteilung unter der Berücksichtigung neurobiologischer und physiologischer Aspekte des Lernens. Der Tagesablauf trennt zwischen Anspannungs-und Entspannungsphasen.

Im Hinblick auf die ganztägige Organisation wird unterschieden zwischen dem Takt und der Rhythmisierung. Der Takt bezieht sich auf die zeitliche Strukturierung des Schultages. Dazu gehören die Verteilung der Unterrichtsstunden, abwechselnde Unterrichtsformate, Reihenfolge der Fächer, die zeitliche Dauer einer Unterrichtsstunde von 40‘ bis zur 120‘ Einheiten, der Dauer von Pausen, der Beginn und das Ende des Schultages, offener Anfang und ein offenes Ende.

Mit Rhythmisierung ist die interne Lernstruktur innerhalb der vorgegebenen Unterrichtsblöcke gemeint. Dabei geht es zum einen um die äußere Rhythmisierung. Sie gestaltet den Wechsel der Lehr-und Lernformen wie z.B. das Stationenlernen, die Gruppenarbeit, den frontalen Unterricht u.v.m. Zum anderen bezieht sich die innere Rhythmisierung auf das individuelle Lernen des Schülers. Hier muss berücksichtigt werden, dass jeder Mensch über einen eigenen Rhythmus verfügt durch den individuelle Lernprozesse gesteuert werden. Dies beeinflusst das eigene Lerntempo, die eigenen Lernwege, Lernstrategien und die Kommunikationsbereitschaft und Fähigkeit zu anderen Kindern.

Das Wissen um die Bedeutung von innerer und äußerer Rhythmisierung hat in vielen Schulen zur Veränderung des Zeittaktes geführt, weg von der 45 Minuten hin zu mindestens einer 60 Minuten Unterrichtsstunde. Im Zusammenhang mit der kulturellen Schulentwicklung spielt die Rhythmisierung eine wichtige Rolle, sie kann eine strukturelle Unterstützung geben, indem zeitliche Ressourcen sowie organisatorische Gestaltungsfreiheiten ermöglicht werden. Dazu gehören offene Studienzeiten im Unterrichtsalltag genauso wie die Möglichkeit verschiedene Lernorte zu nutzen. Der Stundenplan ermöglicht Arbeiten in Projektphasen und die Möglichkeit der Umsetzung künstlerischer Vorhaben im fächerübergreifenden Unterricht. Im Sinne eines umfassenden Bildungskonzepts rhythmisieren Unterricht und kulturelle Angebote einander ergänzend als gleichberechtigte Lernformen den Alltag. (Braun;Fuchs;Kelb 2010)

MN 4/2013 

 

Zum Weiterlesen:

Braun, Tom/Fuchs, Max/Kelb, Viola (2010): Eckpunkte für ein kulturelles Schulprofil.

Kelb, Viola (Hrsg.) (2007): Kultur macht Schule. Remscheid.

Kummer, Nicole (2006): Rhythmisierung neu denken In: Lernende Schule, Heft 35.

Wiarda, Jan-Martin, Linda (2012): Raushalten und Mitmischen. In: Zeit Online 2012-35.

 

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