KULTURELLE SCHULENTWICKLUNG /// GLOSSAR >>
Außerunterrichtliche Angebote

Aus dem Glossar Kulturelle Schulentwicklung.

Außerunterrichtliche Aktivitäten und Angebote haben an Schulen eine lange Tradition: Arbeitsgemeinschaften, Theateraufführungen, Schülercafés, Sportfeste, Konzerte, Praktika oder Exkursionen waren schon (fast) immer wichtige Bestandteile des Schullebens. Neben dem Fachunterricht als dem Kern von Schule (formale Bildung) stellen die außerunterrichtlichen Angebote eine zweite wichtige Säule schulischer Arbeit dar (non-formale Bildung).

Die Teilnahme an außerunterrichtlichen Angeboten ist an der traditionellen Halbtagsschule für die Schüler*innen im Gegensatz zum Unterricht freiwillig.

Schulen mit kulturellem Profil oder Kulturschulen sind in der Regel Ganztagsschulen. An offenen und teilgebundenen Ganztagsschulen verpflichtet die Anmeldung zum Ganztagszweig bzw. zu den außerunterrichtlichen Ganztagsangeboten zu einer regelmäßigen aber zeitlich begrenzten Teilnahme. An Halbtagsschulen sowie an offenen und teilgebundenen Ganztagsschulen werden die außerunterrichtlichen Angebote daher nur von einem Teil der Schülerschaft genutzt, der freilich wechseln kann. Gebundene Ganztagsschulen sind dadurch gekennzeichnet, dass hier zum Unterricht außerunterrichtliche Angebote obligatorisch hinzukommen. Die regelmäßige Teilnahme an diesen Ganztagsangeboten wird für Schüler*innen mit der Aufnahme in die Schule verpflichtend.

Bei den außerunterrichtlichen Angeboten handelt es sich – ähnlich dem Fachunterricht – um intentionale Lernsettings, die im Organisationsrahmen einer Schule von (erwachsenen) Fachkräften konzipiert und durchgeführt werden. Vom Unterricht unterscheiden sich außerunterrichtliche Angebote in der Regel durch folgende Kennzeichen:

Außerunterrichtliche Angebote bieten Schulen aufgrund dieser Merkmale die Möglichkeit zur Entfaltung einer ganzheitlichen Lehr- und Lernkultur. Mehr noch als im herkömmlichen Unterricht können pädagogische Grundsätze der Kulturellen Bildung wie Interessenorientierung, Partizipation, Stärkeorientierung oder Selbstwirksamkeit hier umgesetzt werden. Schulen, die sich auf den Weg machen, ein kulturelles Profil zu entwickeln, können daher gerade ihre außerschulischen Angebote nutzen, um neue Lernprozesse mit Kunst und Kultur nachhaltig zu initiieren. Diese Schulen erweitern systematisch ihre künstlerisch-kulturellen Ganztagsangebote. Dabei arbeiten sie eng mit Kooperationspartnern aus dem Bereich der Kulturellen Bildung zusammen (u. a. Künstler*innen, Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen, Musikschulen, Tanzschulen, Theater, Jugendkunstschulen, Museen).

Langfristig bauen sie ein Netzwerk mit außerschulischen Kulturpartnern auf, die die Konzeption und die Durchführung der außerunterrichtlichen Angebote nachhaltig prägen. Lehrkräfte und Mitarbeiter*innen der Kulturellen Bildung arbeiten dabei in multiprofessionellen Teams eng zusammen. So wird es auch möglich, einzelne außerunterrichtliche Angebote dauerhaft außerhalb der Schule durchzuführen. Durch die regelmäßige Nutzung von außerschulischen Lernorten aus Kunst und Kultur gelingt es, den Schüler*innen vielfältige authentische Erfahrungen an anderen gesellschaftlich relevanten Orten zu erschließen.

In Zusammenarbeit von Mitarbeiter*innen der Kulturellen Bildung und Lehrkräften können künstlerisch-kulturelle Ganztagsangebote so angelegt sein, dass sie sich inhaltlich und konzeptionell auf den Fachunterricht beziehen. Mit den ihnen eigenen kreativen Denkweisen, Werkzeugen und Methoden können die künstlerisch-kulturellen Aktivitäten der außerunterrichtlichen Angebote in den Unterricht hineinwirken und auf diese Weise Ausgangspunkte zur Entwicklung einer neuen Schulkultur sein.

BS 9/2013

 

Öffnet internen Link im aktuellen FensterZurück zum Glossar