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Initiative Welt-Öffner

Einblicke

Die Internationalisierung von 13 Dach- und Fachorganisationen der Kulturellen Bildung durch Coaching

Zwölf Mitgliedsorganisationen der BKJ und der Dachverband selbst haben sich für ein Coaching im Rahmen der Initiative Welt-Öffner entschieden. Wir haben sie nach ihren Erfahrungen gefragt: Welche individuellen Ziele haben sie sich gesetzt? Haben sich die Ziele während der zwei Jahre verändert? Was wurde schon erreicht? Was bleibt noch zu tun? Und was war oder ist vielleicht auch nicht machbar?

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Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft: Internationaler Austausch kann zu allen Themen sinnvoll sein

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

  • Eigene Organisationsstruktur internationaler gestalten: Wie bilden wir in unserer eigenen Organisation besser die kulturelle Diversität ab – sowohl im Mitgliederspektrum als auch im Team? Welche Wege/Strategien gibt es und machen für uns Sinn? Wie positionieren wir europäische/internationale Themen besser in unserer Arbeit?
  • Ausloten einer Beratungs-/Unterstützungsfunktion des Verbandes für europäische/internationale Austauschprojekte im Tanzbereich mit Kindern und Jugendlichen
  • Internationale Netzwerke: Welchen internationalen Netzwerken wollen/sollen wir angehören? Zu welchen Themenbereichen?
  • Internationalisierung bei den Mitgliedern: Wie international agieren sie? Beratungs-/Unterstützungsfunktion des Verbandes?
  • Herausfinden, wie es um die interkulturelle Kompetenz im Verband bestellt ist: Agieren wir diversitätssensibel? Braucht es Fortbildungen?
  • Internationalen Fachkräfteaustausch (von Anderen lernen) und Jugendaustausch voranbringen
  • Website ins Englische übersetzen
  • Entwicklung einer Rangfolge nach „Wichtigkeit“ und „Machbarkeit“

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

Durch den Diskurs der Gruppe, die am Coaching teilgenommen hat (Vorstand und vier Mitglieder), wurden Themen gewichtet, verändert und erweitert:

  • Internationalisierung wurde als Querschnittsaufgabe bzw. -thema des Verbandes definiert und z. B. in dessen AGs vorgestellt. Dies bedeutet, dass der Fokus auf eine „Durchdringung“ des Verbandes in Sachen „Internationalisierung“ hinzugekommen ist.
  • Internationaler (Reise-)Austausch wurde kritisch diskutiert (Umwelt/Nachhaltigkeit): Für und Wider im Hinblick auf „Gewinn“ durch Austausch.
  • Ausrichtung internationaler Konferenzen (eventuell in Kooperation) zum partizipativen Tanz als neues, konkretes Ziel

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

Eine wichtige Erkenntnis war, dass Internationalisierung für uns nicht als separate Einheit gedacht werden kann, sondern als Querschnittsaufgabe Bestandteil der unterschiedlichen Themen ist, die unser Verband bearbeitet. „Mixed abled dance“, „Tanz und Alter“, „Tanz in der frühkindlichen Bildung“ etc. – überall kann internationaler Austausch inhaltlich Sinn machen. Zudem konnten folgende konkrete Maßnahmen umgesetzt werden:

  • Im Rahmen eines laufenden Projektes zum Thema digitale Tanzvermittlung wurde ein internationales (digitales) Modul realisiert.
  • Die Übersetzung der Website, die bei Interessenbekundung für die Initiative Welt-Öffner bereits mitgedacht wurde, wird derzeit umgesetzt, dank der Finanzierung durch ein anderes Projekt.
  • Planung eines zweitägigen hybriden Austauschformates (Tag 1 mit Mitgliedern, Tag 2 mit Mitgliedern und internationalen Gästen) zu partizipativem Tanz.
  • Wir sind Mitglied bei People Dancing geworden, um die Netzwerkidee zu verfolgen.

Zudem wird das Thema durch die kontinuierliche Mitwirkung von Mitgliedern nun von einer breiteren Basis getragen und verfolgt. Die grundsätzliche Haltung, dass sich Ziele verändern können und auch nicht alles möglich ist, was man sich zunächst vorstellt, hat geholfen, um nicht unmotiviert und defizitorientiert zu agieren.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Wir konnten noch keine Strategie für mehr Diversität in Strukturen und Mitgliedschaft entwickeln. Es ist noch offen, wie nachhaltig sich das Internationale als Querschnittsthema in den AGs etablieren wird. Auch hierfür muss noch eine Strategie entwickelt werden. Zudem wurden noch keine konkreten Jugendaustauschprojekte oder Fachkräftebegegnungen realisiert oder durch Welt-Öffner angeregt.

Alle Teilnehmer*innen der Coaching-Gruppe sind ehrenamtlich tätig. Als kleiner Verein haben wir keine Abteilung, die dafür zuständig ist. Zeit- und Ressourcenknappheit bei allen Beteiligten erfordern viel idealistischen Einsatz – der häufig, aber nicht immer effektiv war. Gute Ideen können so nicht immer weiterverfolgt werden.

Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft

Ziel von Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft ist es, allen gesellschaftlichen Gruppen Zugang zum Tanz als individuelle Ausdrucks- und zeitgenössische Kunstform zu ermöglichen und ihn als selbstverständlichen Bestandteil Kultureller Bildung in die Kultur- und Bildungslandschaft einzubinden. Im Fokus der Arbeit von Aktion Tanz steht die Qualitätsentwicklung und -sicherung der Vermittlung von Tanzkunst mit dem Fokus auf Diversität, Inklusion und Partizipation.

Den Tanz als Kunstform weiter zu stärken und in der Gesellschaft zu verankern, ist seine zentrale Aufgabe. Er unterstützt Akteur*innen, die sich für die Tanzkunst einsetzen und zivilgesellschaftliches Engagement zeigen. Dabei konzentriert sich die Arbeit nicht (mehr) ausschließlich auf den Bereich Schule und Kinder und Jugendliche, denn das Spektrum des Betätigungsfeldes hat sich deutlich erweitert: Tanzvermittlungsprojekte finden schon seit einigen Jahren mehr und mehr an Kindertagesstätten, Jugendeinrichtungen, Seniorenheimen, kulturellen Bildungsstätten und in diversen anderen – auch generationsübergreifenden – Kontexten statt.

Aktivitäten

Chance Tanz
Das Förderprogramm von Aktion Tanz im Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ ermöglicht deutschlandweit tanzkünstlerische Projekte unter professioneller Leitung von Tanzkünstler*innen oder Pädagog*innen für Kinder und Jugendliche, die bisher wenige Zugänge zu Kunst und Kultur hatten.
www.chancetanz.de

Kontakt

Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft e. V.
Im Mediapark 7
50670 Köln
Telefon +49 (0) 221 - 27 64 21 38
Mail info@aktiontanz.de
Web www.aktiontanz.de

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Arbeitskreis Musik in der Jugend: Mit internationaler Fachlichkeit wahrgenommen werden und international mitgestalten

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

  • Ein Zeichen für internationales Miteinander setzen

  • Mit neuen Impulsen und strategischer Konzeption alte Pfade verlassen, um neue Netzwerke zu erschließen und neue Aktivitäten umzusetzen

  • Neue Mitarbeiter*innen mit möglichst vielen Kompetenzen, neuem Wissen und Motivation ausstatten

  • Internes Wissensmanagement verbessern

  • Verständnis im Gesamtverband für den Internationalisierungsprozess

  • Mehr Personal für internationale Aktivitäten

  • Vorhandene Projekte mit Konzeption und Struktur planen

  • Eine Fachlichkeit zu Internationalität entwickeln, die intern und extern wahrgenommen wird

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

Durch den Diskurs der Gruppe, die am Coaching teilgenommen hat (Vorstand und vier Mitglieder), wurden Themen gewichtet, verändert und erweitert:

  • Die wesentlichen Ziele sind gleichgeblieben. Es ist allerdings klarer herausgearbeitet worden, dass wir international mitgestalten wollen und uns in der Szene von Chor- und Musikaustausch auch stärker positionieren und profilieren möchten.

  • Die Corona-Pandemie hat viele anfangs gesetzte Ziele, Vorhaben und Strategien verändert, da sie an bestimmte Veranstaltungen geknüpft waren, die letztendlich leider ausfallen mussten.

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

Dank des Coachings hatten wir die Möglichkeit, uns gemeinsam die Zeit zu nehmen, um Prozesse detailliert anzugehen und unsere traditionsreichen internationalen Projekte neu zu denken. Daraus entwickelte sich eine Öffnung unserer Sichtweise und ein zielorientiertes Durchdenken unserer geplanten Prozesse und Schritte: Was stärkt unser internationales Profil und trägt tatsächlich dazu bei, unsere gesetzten Ziele zu erreichen? Auch der externe Blick auf unsere Strukturen und der kritische und zugleich unterstützende Austausch waren sehr hilfreich.

Trotz der großen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie konnten wir einige Vorhaben wie ein Werbevideo für das internationale Chorfestival EUROTREFF 2021 oder die intensive Auseinandersetzung mit unseren Kooperationsverbänden und deren möglichen Potenzialen erfolgreich umsetzen. Auch den Aufbau unsere Website haben wir für unsere Mitglieder und Träger verbessert und arbeiten aktuell an einem gänzlich neuen Portal für unsere Arbeit als Zentralstelle für die Förderung von internationalem Jugendaustausch im Musikbereich.

Der Ausfall unserer zwei großen internationalen Kinder- und Jugendchor-Festivals 2020 und 2021 hat uns hart getroffen. Wir sind froh, dass wir eine digitale Alternative mit eigens dafür arrangiertem Werk und begleitender Social-Media-Kampagne umsetzen konnten. Außerdem haben wir ein neues Online-Format „90-Minuten konkret“ entwickelt, welches wir auch mit internationalen Inhalten gefüllt haben.

Wir haben während der Pandemie festgestellt, dass digitale Tools wie Zoom, Padlet und Co. ein adäquates Mittel sind, um sich in internationalen Projekten zu vernetzen. So nutzten wir Zoom beispielsweise, um erstmalig ein Vorbereitungstreffen der Atelierleiter*innen des Festivals EUROTREFF durchzuführen. Dieses digitale Vorbereitungstreffen werden wir auch in Zukunft beibehalten – zumal es noch mehr Sinn ergibt, wenn das anschließende Festival nicht abgesagt werden muss.

Personell haben wir eine Aufstockung im internationalen Bereich auf 150 Prozent erreicht. Mit mehr gedanklichen Ressourcen gehen wir nun international gestärkt voran.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Neben den schon erwähnten Herausforderungen durch die Corona-Pandemie haben sich folgende Herausforderungen ergeben:

  • Das Vorhaben möglichst viele Menschen in den Prozess der Internationalisierung einzubeziehen: Nicht immer haben Ehrenamtliche und Mitglieder die Zeit und Ressourcen, um bei Vorhaben wie diesen mitzuwirken.
  • Trotz kreativer Ideen und Motivation, auch während der Corona-Pandemie internationale Projekte umzusetzen, brachten teilweise starre Förderkriterien und Prüfverfahren einige Versuche zum Scheitern.

Coach*: Julia Motta

Arbeitskreis Musik in der Jugend

Der Arbeitskreis Musik in der Jugend (AMJ) ist ein bundesweiter Chorverband und Kursveranstalter. Er richtet sich an Kinder- und Jugendchöre, Schul- und Hochschulchöre sowie an Erwachsenenchöre, aber auch an Einzelpersonen und Familien. Alljährlich führt der AMJ über hundert Kurse durch, von Familienmusikwochen über Fortbildungen für Chor- und Orchesterleitung bis zu Chor- und Orchesterfreizeiten. Außerdem organisiert der AMJ in jedem Jahr ein großes internationales Festival für Kinder- und Jugendchöre. Der Verband bietet eine Plattform für nationale und internationale Chorkontakte. Er unterstützt seine Mitglieder bei praktischen Fragen wie zum Vereinsrecht und zur GEMA sowie bei Anträgen für Zuschüsse. Der AMJ ist Zentralstelle beim Deutsch-Französischen und beim Deutsch-Polnischen Jugendwerk.

Kontakt

Arbeitskreis Musik in der Jugend (AMJ) e. V.
Grüner Platz 30
38302 Wolfenbüttel
Telefon +49 (0) 53 31 - 90 095 - 90
Fax +49 (0) 53 31 - 90 095 - 90
Mail info(at)amj-musik.de
Web www.amj-musik.de

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Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater: Neuvermessung des Themas Internationalisierung

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

  • Verbandsintern: Stärkere Einbindung der internationalen Netzwerke in die Organisationsstruktur, Entwicklung neuer Kommunikations- und Organisationsformen für Netzwerke, Internationalisierung bestehender Arbeitsformate und Konzeption innovativer Angebote (z. B. Etablierung von regelmäßigen, auch digitalen, internationalen Austauschformaten)

  • Mitgliederstruktur: Verankerung der internationalen Dimension in der Theaterarbeit auf lokaler und regionaler Ebene, Qualifizierung der lokalen und regionalen Strukturen, z. B. durch Beratungsangebote

  • Bundesweit: Internationalisierung und Öffnung der Organisationsstrukturen, Entwicklung des Fachdiskurses zu Internationalisierungsstrategien, Anstoßen neuer internationaler Kooperationen und Projekte im Feld der Theaterarbeit, nachhaltige Vernetzung mit Akteur*innen der Theaterarbeit und der Kulturellen Bildung

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

Die Ziele haben sich im Grundsatz nicht verändert, aber …

  • einige Zielformulierungen haben sich durch die Pandemie dynamisiert (digitale Formate, Quantität der Media-Kanäle).
  • die geplanten Schritte wurden angepasst, weil die formulierten Ziele langfristige sind und längere Entwicklungsphasen und -prozesse notwendig machen.
  • es wurde viel Zeit für die Erarbeitung einer Definition von Internationalisierung im Verständnis des Verbandes aufgewendet. In der Zusammenschau haben wir das Thema Internationalisierung mit Blick auf die Zielsetzungen neu vermessen.

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

Positiv für uns war, dass der Prozess uns in die Lage versetzt hat, regelmäßig zum Thema „Internationales“ zu reflektieren und Kontexte nach vorn zu denken. Gelungen ist dabei die Erarbeitung einer Definition von Internationalisierung als Arbeitsgrundlage für den Prozess. Positiv ist auch das intensive Eintauchen in den Prozess mit Blick auf Themen wie z. B. internationaler Austausch, rassismuskritisches Arbeiten, Klimawandel und Globales Lernen. Wir konnten außerdem feststellen, dass wir, was die konkrete internationale Kooperation betrifft, tragfähig aufgestellt sind, auch weil der Bereich Teil des Selbstverständnisses des Verbandes ist.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Eine große Herausforderung war die Covid-Pandemie, die eine Umstellung auf Online-Formate erzwang, kein persönliches Treffen möglich machte und den Aufbau und die Qualität der Beziehung zwischen Coach* und Coachees* beeinflusste. Eine wichtige Frage, die sich aus dem Coaching-Prozess ergibt, ist, wie die Ableitungen, Aufgaben und Ergebnisse daraus ohne zusätzliche Ressourcen (Personal, Zeit, Finanzen) in die Praxis umgesetzt werden können.

Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater

Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Spiel und Theater ist der Dachverband für die Theaterarbeit mit und von Kindern und Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland. Kindern und Jugendlichen ermöglicht der Verband in vielfältigen Formaten bundesweit und auf internationaler Ebene künstlerisch-ästhetische Theaterpraxis, -reflexion, -organisation und -innovation. Die dachverbandliche Ausrichtung der Theaterarbeit orientiert sich wesentlich an aktuellen Herausforderungen in sozialen Kontexten und wirkt auf mehreren Ebenen: Struktur, Subjekt, Gesellschaft. Das beinhaltet die Umsetzung von Recht auf Teilhabe und Kulturelle Bildung, gesellschaftliches Mitwirken und Gerechtigkeit. Den Mitgliedsverbänden gibt die BAG Spiel und Theater über die Praxis-Theorie-Reflexion Impulse für fachliche Qualifizierung und innovative Weiterentwicklung der Angebotsstruktur. Für Multiplikator*innen bietet sie Aus- und Weiterbildung sowie transnationale und interdisziplinäre Projekte und Vernetzung.

Grundlegende Orientierung des Dachverbands ist die Beförderung von Demokratie, das zivilgesellschaftliche Mandat und die Vertretung des „Internationalen Übereinkommens über das Verhalten und zur Ethik von Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen“ (ÜVET).

Aktivitäten

Die BAG Spiel und Theater ist Zentralstelle für den Kinder- und Jugendplan/BMFSFJ, ConAct (Koordinierungsstelle Deutsch-Israelischer Jugendaustausch) und die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch (DRJA).

Publikationen

Zeitschrift für Theaterpädagogik
erscheint zweimal jählrich
www.bag-online.de/zeitschrift-fuer-theaterpaedagogik

Ömer Adıgüzel, Ute Handwerg, Gerd Koch (Hrsg.) (2014): Theater und community – kreativ gestalten! Drama ve Toplum – Yaratıcı Biçim Vermerk! Deutsch-Türkische Kooperationen in der Kulturellen Bildung / Kültürel Eğitim Alanında Türk-Alman İş Birliği. Schriftenreihe Kulturelle Bildung. München: kopaed.

Kontakt

Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater e. V.
Simrockstraße 8
30171 Hannover
Telefon +49 (05) 11 - 45 81 799
Fax: +49 (0) 511 - 45 83 105
Mail info(at)bag-online.de
Web www.bag-online.de

Coach*: Astrid Weber

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Bundesarbeitsgemeinschaft Zirkuspädagogik: Verbesserte Kommunikation fortsetzen – ohne Personalressourcen kein leichtes Vorhaben

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

Die Mitglieder der BAG und der Verband als Organisation sind an vielen Austausch- und Begegnungsmaßnahmen weltweit beteiligt. Die Ziele waren deshalb:

  • Eine Bestandsaufnahme bestehender Aktivitäten im Verband beginnen
  • Das Wissen und die Erfahrungen bereits aktiver Einrichtungen und Personen allen Mitgliedern zugänglich machen
  • Anreize für die Internationalisierung vor Ort sowie für die Pflege und den Aufbau internationaler Netzwerke schaffen

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

Zusätzlich ist im Laufe des Prozesses das Ziel entwickelt worden, eine Weiterbildung „Internationaler Austausch“ für Zirkuspädagogen*innen zu entwickeln und auch anzubieten.

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

Wir hatten eine erfahrene Coach* zur Seite, die dafür gesorgt hat, dass das Thema regelmäßig auf der Agenda stand. Dadurch gab es eine aktive Einbindung von Mitgliedern, die seit Langem internationale Maßnahmen durchführen. Das Format der Zoom-Treffen kam uns dabei sehr entgegen und hat regelmäßige Sitzungen möglich gemacht.
Wir konnten das Wiki „Zirkus International“ einrichten und mit Hilfe von Fördergeldern des BMFSFJ auch eine Mitarbeiterin gewinnen, die diese Plattform regelmäßig betreut.

Die AG „Internationales“ hat sich neben den anderen Arbeitsgruppen der BAG mit Hilfe des Coaching-Prozesses etabliert.

Im November 2021 bieten wir erstmals eine Weiterbildung zum Thema „Internationales“ an. Die Inhalte entwickeln wir gemeinsam mit der Coach*.

Wegen der Pandemie waren kaum noch internationale Begegnungen möglich, aber die Mitglieder haben ihre internationalen Kontakte so gut es ging online aufrechterhalten. Über die European Youth Circus Organisation sind wir europaweit vernetzt. Der Partner CircusWorks in UK hat regelmäßig Online-Konferenzen, sogenannte „Unconferences“1 durchgeführt, die wegen der englischen Sprache weltweit zugänglich waren und auch von unseren Mitgliedern genutzt werden konnten.

Wir müssen jetzt abwarten, wie sich die Dinge entwickeln, wenn wir die Unterstützung des Coaches* nicht mehr haben. Spannend bleibt, wie sich das Wiki entwickelt und wie schnell unsere Mitglieder wieder internationale Maßnahmen beginnen können. Wir setzten uns weiter mit dem Rückenwind unserer bestehenden Förderprojekte „Neustart Kultur im Zirkus“ sowie „Zirkus gestaltet Vielfalt“ vor allem gegenüber dem Bundesjugendministerium für Strukturförderung im Sinne einer nachhaltigen Unterstützung ein. Das Interesse unserer Mitglieder an Unterstützung und Beratung im Prozess der Internationalisierung auch über die Durchführung von Begegnungen hinaus ist groß. Allerdings kann das der Verband rein ehrenamtlich nur unzureichend leisten. Die zeitweise Unterstützung durch die Teilnahme an der Initiative Welt-Öffner hat das sehr deutlich gemacht. Sie hat endlich eine oft gewünschte, bessere Kommunikation ermöglicht.

1 Der Begriff „Unconference“ bzw. „Unkonferenz“ bezeichnet teilnehmergesteuerte Zusammenkünfte, bei denen hierarchische Aspekte herkömmlichen Konferenzen vermieden werden.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Die zentrale Herausforderung ist die Sicherstellung der Kommunikation mit unseren Mitgliedern. Mit Hilfe der Initiative Welt-Öffner ist es gelungen, den Aspekt Internationales mehr in den Mittelpunkt zu stellen und die Erwartungen sind jetzt, dass das aktiv weitergeführt wird. Ohne zusätzliche Personalressourcen wird das allerdings kein leichtes Vorhaben.

Bundesarbeitsgemeinschaft Zirkuspädagogik

Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Zirkuspädagogik fördert die Zirkuspädagogik, insbesondere in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Erwachsenenbildung. Sie fördert den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Zirkusorganisationen und Zirkuspädagogen*innen mit verschiedenen Methoden in unterschiedlichen Themengebieten und Formaten. Dies geschieht unter anderem durch gegenseitige Informationen, Erfahrungsaustausch, regionale, nationale und internationale Vernetzung, Vertretung gemeinsamer Interessen gegenüber der Öffentlichkeit und zuständigen Behörden, gemeinsame Maßnahmen, Qualifizierung und Ausbildung. Die Nachfrage nach Zirkusangeboten in der kulturellen Jugendbildung wächst stetig. Die BAG reagiert auf den wachsenden Bedarf durch Qualitätsentwicklung. Sie entwickelt Aus- und Fortbildungsgänge und unterstützt den Aufbau einer bundesweiten Struktur zur Aus- und Weiterbildung. Sie fördert zudem die Zusammenarbeit der bestehenden und den Aufbau weiterer Landesverbände.

Aktivitäten

Zirkus gestaltet Vielfalt
Das Förderprogramm der BAG im Rahmen von Kultur macht stark ermöglicht deutschlandweit Zirkusprojekte für Kinder und Jugendliche, die sonst wenig Zugang zu solchen Angeboten haben und für die dies ein erster Zugang zu Kunst und Kultur ist.
www.zirkus-vielfalt.de

Neustart Kultur im Circus
Das Förderprogramm im Auftrag der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien ermöglicht Zirkuseinrichtungen pandemiebedingte Investitionen. Das Programm fördert Bildungseinrichtungen wie auch traditionelle und zeitgenössischen Zirkusunternehmen.
www.neustart-kultur-zirkus.de

Kontakt

Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Zirkuspädagogik e. V.
Rappenhof 1
74417 Gschwend
Telefon +49 (0) 79 72 - 93 44 30
Mail info(at)bag-zirkus.de
Web www.bag-zirkus.de

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Bundesverband der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen: Prioritäten setzen, viele kleine Schritte gehen und Mitglieder mitnehmen

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

  • Klarheit über die einzuschlagende Richtung bekommen bzw. den Fokus auf einen Aspekt unserer internationalen Arbeit richten
  • Das arts4all-Netzwerk1 aktivieren und die Fähigkeit erlangen, nachhaltigere Netzwerk-Meetings durchzuführen

1 arts4all ist ein 2005 gegründetes Netzwerk von Kunst- und Kulturschulen und Kreativitätszentren und deren nationalen Verbänden in Europa. Die Mitglieder sind nationale Vereinigungen von Kunst- oder Kulturschulen und auch einzelne Institutionen als Vertreter für ihr Land. arts4all repräsentiert daher eine Vielzahl von außerschulischen Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Bereich fast aller künstlerischen Sparten. arts4all möchte den lebendigen Austausch von Verantwortlichen über die Bedeutung außerschulischer Kultureller Bildung für eine aufgeschlossene, kreative und demokratische Gesellschaft in Europa fördern.

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

  • Fokus-Verschiebung vom arts4all-Netzwerk auf eine verbesserte Mitgliederkommunikation im Bereich der internationalen Arbeit
  • Wunsch, dass unsere Mitglieder auch einen Benefit von der internationalen Arbeit ihres Bundesverbands erhalten
  • Das digitale arts4all-Meeting im März 2021 bestand aus internationalen Verbandsvertreter*innen. Unsere Mitglieder auf Einrichtungsebene blieben „außen vor“, das wollten wir ändern.
  • Mithilfe unseres Coaches* Hinwendung zu den Fragen: Was interessiert unsere Mitglieder?
  • Wo stehen sie? Was wollen sie? Und wie können wir unserem Auftrag als Dachverband gerecht werden?
  • Start der Rundmails „Jugendkunstschule International“ und des „Meeting Points“, einem Format bei dem interessierte Jugendkunstschulen und kulturpädagogischeEinrichtungen digital zusammenkommen und sich zu einem bestimmten Thema austauschen. In Zukunft sollen hierzu regelmäßig externe Fachkräfte eingeladen werden.
  • EU-Antrag für eine Förderung von arts4all soll möglichst 2022 angegangen werden (die gute Beratungssituation durch Jugend für Europa macht das Coaching in diesem Bereich verzichtbar).

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

Ein Highlight, das sich durch die gesamte Coaching-Zeit zog, war die Tatsache, „begleitet“ zu werden und dadurch „dranzubleiben“. Das war ein regelrechter „Luxus“, denn so wurde immer wieder der Blick auf die einzelnen Meilensteine gerichtet, und weitergearbeitet – wenn auch manchmal quälend langsam. Aber es ging weiter.

Ein Highlight war auch der verbesserte Kontakt zu den Jugendkunstschulen, der im Bereich der internationalen Arbeit – von Einzelanlässen abgesehen – nicht systematisch verankert war. Jetzt sind wir in Kontakt mit einer ganzen Reihe interessierter Einrichtungen, die zwar unterschiedlich gut aufgestellt und unterschiedlich weit mit ihren Erfahrungen in diesem Bereich sind, aber den großen Wunsch nach Austausch, nach einem Netzwerk usw. teilen. Hier können wir als Verband mit bestimmten Aktionen und Maßnahmen Unterstützung bieten und mit eigener internationaler Aktivität ein Beispiel geben. Zu nennen sind hier die Rundmails, die das Thema internationale Arbeit auf dem Tableau halten, die Meeting Points, das Padlet als schnelles „Nachschlagewerk“ zum Thema, ein geplanter Kooperationspartner-Pool auf der Website, internationale Artikel im Magazin „infodienst“ und auf der arts4all-Website sowie auch die Präsenz in Gremien wie dem Fachausschuss Internationales der BKJ. Nach Sondierung der Interessens- und Bedarfslage im ersten Meeting Point soll der zweite auf den hohen Beratungsbedarf eingehen, und wir möchten Eurodesk und/oder Jugend für Europa als Fachleute dazu einladen. Das Erreichen dieser vielen kleinen Meilensteine hat ein gutes Gefühl hinterlassen, positives Feedback von den international aktiven Mitgliedern blieb nicht aus, und das war sehr motivierend.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Die größte Herausforderung war, die eigene Langsamkeit zu akzeptieren und realistische Ziele im Spannungsfeld von Alltagsgeschäft, persönlicher Verausgabung, knappen Ressourcen und schnellem Erfolgswunsch in Sachen Internationalisierung auszutarieren und konsequent zu verfolgen. Diese Herausforderung konnten wir noch nicht lösen. Es mussten Prioritäten unter den Meilensteinen gesetzt werden, weshalb z. B. der EU-Antrag für arts4all verschoben wurde, obwohl dieser eigentlich zu unserer Zielsetzung gehörte und möglicherweise ein Weg zu zusätzlichen Ressourcen für die internationale Arbeit wäre. So fehlte unter den vielen kleinen Schritten gefühlt noch der „große Sprung“.

Bundesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen

Der Bundesverband der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen (BJKE) vertritt die Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen in Deutschland. Mitglied sind die Landesverbände und -vertretungen von Jugendkunstschulen in allen Bundesländern. Bundesweit fördert er den Auf- und Ausbau einer lebendigen kunst- und kulturpädagogischen Einrichtungslandschaft, ist Ansprechpartner von Initiativen, Fachverbänden, Einrichtungen sowie Kommunen und Ministerien und bietet Tagungen, Workshops und Konzeptberatung. Der bjke ist Träger von Modellprojekten sowie des Bundeswettbewerbs „Rauskommen! Der Jugendkunstschuleffekt“ und Herausgeber des Magazins „infodienst für Kulturelle Bildung“ sowie Mitinitiator des Europäischen Netzwerks „art4all“ für Jugendkunstschulen und deren Verbände.

Aktivitäten

Rauskommen! Der Jugendkunstschuleffekt
Der Bundeswettbewerb zielt auf Zugänglichkeit künstlerisch-kultureller Bildung und bietet mobilien, dezentralen, inklusiven, partizipativen, kooperativen und/oder digitalen Praxisansätzen der kulturellen Bildung eine bundesweite Plattform.
www.bjke.de/rauskommen.html

Publikationen

infodienst. Das Magazin für kulturelle Bildung
hrsg. mit der Landesarbeitsgemeinschaft kulturpädagogische Dienste und den Jugendkunstschulen Nordrhein-Westfalen,
erscheint viermal jährlich
www.lkd-nrw.de/lkd/themenhefte.html

Kontakt

Bundesverband der Jugendkunstschulen
und Kulturpädagogischen Einrichtungen (BJKE) e. V.
Kurpark 5
59425 Unna
Telefon +49 (0) 23 03 - 25 30 20
Fax +49 (0) 23 03 - 25 30 225
Mail info-bjke(at)bjke.de
Web www.bjke.de

Unter der Lupe

In ausführlichen Interviews nehmen wir zwei der 13 Welt-Öffner-Coachings genauer in den Blick. Hier geht es zum aufführlichen Interview mit Vertreter*innen des Bundesverbands der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen.

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Bundesverband Theaterpädagogik: Mitnahme des Gesamtverbandes bleibt eine Herausforderung

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

  • Die Internationalisierung unseres Verbandes voranbringen
  • Weitere Mittel und Ressourcen für die internationale Arbeit und die Geschäftsstelle akquirieren

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

  • Unser Coach* hat uns eine Vielzahl von Kontakten vorgeschlagen, die großenteils hilfreich waren. Die Verschränkung unseres größten europäischen Projektes (die Stellung eines Erasmus+-Antrags mit mehreren europäischen Partnern) ließ sich erstaunlicherweise nur schwer mit dem Coaching verbinden. Nichtsdestotrotz haben uns die Kontakte zu Eurodesk und zur Bundeszentrale für politische Bildung sehr geholfen, mit unserem Vorhaben weiterzukommen.
  • Während des Coachings wurde klar, dass es unterschiedliche Prioritäten zwischen Vorstand und Geschäftsstelle gab, die schon mit den nationalen Aufgaben unseres Verbandes alle Hände voll zu tun hatte. In dieser Hinsicht war eine Vermittlung durch das Coaching notwendig, um keine Überforderungssituation zu schaffen. Die Dringlichkeit der Suche nach weiteren Ressourcen wurde deutlich, um unsere Ziele adäquat umsetzen zu können.

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

  • Die Initiative Welt-Öffner hat uns (der Geschäftsstelle, dem Vorstand und den Bildungsinstituten unter unseren Mitgliedern) große Rückendeckung gegeben, die Internationalisierung unseres Verbandes und im Besonderen unsere Planungen eines zu stellenden Erasmus+-Antrages voranzutreiben. Die Antragstellung ist auf einem guten Weg und wir sind zuversichtlich, dass wir damit Erfolg haben können – ein Riesenschritt für unseren Verband, der mit Sicherheit in Zukunft weitere Türen öffnen wird.
  • Es wurde mehr und mehr deutlich, in welchen Bereichen unseres Verbandes „Internationalisie¬rung“ möglich und erstrebenswert wäre, und diese durchaus eine Querschnittsaufgabe sein kann – am Anfang des Prozesses war das sehr undeutlich und schwer greifbar. Zudem hat das Coaching unseren Reflexionsprozess über mehr Diversität in unseren Gremien und Organen vorangetrieben.
  • In einem unserer zentralen Veranstaltungen, dem Bundestreffen der Jugendclubs an deutschen Theatern (ein großes, jährlich stattfindendes Festival), hat das Nachdenken über eine Internationalisierung begonnen und es wurden bereits erste Schritte in diese Richtung eingeleitet.

Was waren und sind die Herausforderungen?

  • Leider ist es bisher noch nicht gelungen, proaktiv Wege zu beschreiten, um weitere nennenswerte Mittel für unseren Verband zu akquirieren. Das ist nach wie vor ein großes Thema, und wir hoffen, es gemeinsam mit der Geschäftsführung bald vorantreiben zu können.
  • Die Mitnahme des Gesamtverbandes (mit ca. 700 Einzelmitgliedern und 100 Instituten, an die zahlreiche weitere Theaterpädagog*innen gebunden sind) ist auf dem Weg, aber immer noch eine große Herausforderung. Wir hoffen, dass wir hier über das Erasmus+-Projekt, das im nächsten Jahr beginnt, Fahrt aufnehmen werden.
  • Die Internationalisierung braucht einen langen Atem, der nur gelingen kann, wenn noch viel mehr unserer Mitglieder und Funktionär*innen dafür „brennen“ – in dieser Hinsicht gibt es noch einige Überzeugungsarbeit zu leisten.
Bundesverband Theaterpädagogik

Der Bundesverband Theaterpädagogik (BuT) vertritt die Theaterpädagogik als Fachdisziplin der Kulturellen Bildung in Deutschland. Mitglieder sind Menschen aus allen Arbeitsfeldern der Theaterpädagogik, Einzelpersonen und Institutionen. Als bundesweiter Fachverband verfolgt der BuT das Ziel, Theaterpädagogik als künstlerisch-ästhetische Praxis zu fördern, in deren Fokus das Individuum, seine Ideen und seine Ausdrucksmöglichkeiten stehen. Dadurch werden ästhetische, personale und soziale Kompetenzen vermittelt. Der BuT veranstaltet Fachtagungen, Fortbildungen für Multiplikator*innen sowie das jährliche Festival Bundestreffen Jugendclubs an Theatern und führt Modellprojekte zu aktuellen Themen durch. Die Qualifizierung des Berufsbilds Theaterpädagoge*in wird hergestellt durch die Festlegung und Weiterentwicklung von Rahmenrichtlinien zur Zertifizierung von theaterpädagogischen Aus- und Weiterbildungsbildungsgängen.

Aktivitäten

Bundestreffen Jugendclubs an Theatern
Das Jugendtheaterfestival wurde 1990 am Thalia Theater Hamburg gegründet und wandert seitdem Jahr für Jahr durch die Lande. Als einziges bundesweites Festival präsentiert es die Jugendclubarbeit als Teil der kulturellen Bildungsarbeit der Theater.
www.bundestreffen-jugendclubs.de

Publikationen

Zeitschrift für Theaterpädagogik Korrespondenzen
erscheint zweimal jährlich im Schibri-Verlag
www.butinfo.de/zeitschrift

Kontakt

Bundesverband Theaterpädagogik (BuT)
Seekabelstraße 4, 50733 Köln
Telefon +49 (0) 221 - 95 - 210 -93
Fax +49 (0) 221 - 95 - 210- 95
Mail mail(at)butinfo.de
Web www.butinfo.de

7

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung: Die eigenen Prinzipien leben und in die Tat umsetzen

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

  • Die „europäische Dimension“ in der Arbeit der BKJ stärken – zunächst ohne nähere Beleuchtung dessen, welche Aspekte und Zielvorstellungen damit genau gemeint sind
  • Die verschiedenen „nationalen“ Arbeitsbereiche der BKJ besser mit internationalen Aktivitäten verzahnen; Synergien zwischen den BKJ-Bereichen schaffen (Baustein eines längerfristigen Organisationsentwicklungsprozesses)
  • Den internationalen Bereich der BKJ konsolidieren und strategisch neu ausrichten

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

  • Zur ursprünglich angestrebten „europäischen Dimension“: Wir sprechen nunmehr von Internationalität, Internationalem und Diversität und blicken damit nach innen und außen. Konkretes neues Ziel in diesem Zusammenhang ist die Ausformulierung eines strategischen Positionspapieres der BKJ und ihrer Mitglieder zur „Internationalen Kulturellen Bildung“.
  • Wir wollen das „Internationale“ und vielfältige Perspektiven in der Arbeit der BKJ stärken, so dass alle Arbeitsbereiche, Programme, Projekte und Aktivitäten internationale Perspektiven in ihre inhaltliche Arbeit selbstverständlich einbeziehen.
  • Dafür bedarf es einer festen Verankerung einer internationalen Dimension im Denken und Handeln aller BKJ-Mitarbeiter*innen u. a. durch die Herstellung von konkreten persönlichen Bezügen zu internationalen Veranstaltungen, Entwicklungen und Konzepten.
  • Zur Konsolidierung des internationalen Bereichs: Dieses übergeordnete Ziel bleibt grundsätzlich
    bestehen, stellt jedoch eine Art „Nebeneffekt“ des Internationalisierungsprozesses dar.
  • Darüber hinaus wurden weitere Ziele formuliert, die sich hauptsächlich auf die Arbeit innerhalb der Geschäftsstelle beziehen, zum Beispiel die Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Förderung einer inklusiven Arbeitskultur und diversitätsorientierten Personalgewinnung.

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

Mit dem Coaching haben wir die Gelegenheit, uns (Kolleg*innen aus den verschiedenen Bereichen der BKJ-Geschäftsstelle, die sonst nicht viel und nicht immer miteinander direkt zu tun haben) regelmäßig auszutauschen, „am Ball“ zu bleiben und an Zielen zu arbeiten. Erfreulich ist, dass einiges bereits gut läuft oder nach und nach auf die Beine gestellt wird, denn das Coaching ermöglicht uns, neben dem inhaltlichen Austausch konkrete, operative Umsetzungsschritte zu gehen. Gemeinsam konnten wir unsere Zielvorstellungen verfeinern und eine Art „Roadmap“ erstellen. Einzelne Arbeitsbereiche der BKJ haben durch das Coaching sehr konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht.
Das Coaching ermöglicht uns zudem, weitere Aspekte der Organisationsentwicklung zu reflektieren und anzuregen, die nicht direkt mit dem Internationalen zu tun haben, aber unabdingbare Bedingungen für einen gelungenen Gesamtprozess darstellen. Mit diesem Coaching-Prozess erarbeitet die BKJ nicht nur Empfehlungen „nach außen“ als Dachverband für ihre Mitglieder und für die Kulturelle Bildung im Allgemeinen, sondern möchte selbst als Geschäftsstelle an
sich arbeiten, ihre Prinzipien selbst leben und in die Tat umsetzen.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Herausfordernd ist definitiv die Größe, Breite und Vielfältigkeit des Themenfeldes „Internationales“. Es ist ein großes „Fass“ und es ist schwer, den vielen einzelnen (Unter-)Zielen, die wir identifiziert haben, gerecht zu werden und wirklich konkret zu werden. Zudem gab es einige Themen, die wir bearbeitet haben, die nicht für alle Arbeitsbereiche gleichermaßen relevant sind. Alle Arbeitsbereiche haben unterschiedliche Schwerpunkte und Möglichkeiten, so dass es
nicht immer leicht war, übergreifende oder gemeinsame Maßnahmen zu entwickeln. Außerdem wurden durch die Gruppe Ziele identifiziert, die grundsätzlich mit Organisationsentwicklung und Arbeitskultur zu tun haben, die einen eigenen Prozess und Ort der Auseinandersetzung benötigen.

Eine weitere Herausforderung besteht in der regelmäßigen Kommunikation über den Prozess innerhalb der BKJ und in der Mitnahme aller Kolleg*innen. Wie es gelingen kann, dass alle das „Internationale“ selbstverständlich mitdenken, wollen wir noch innerhalb der Coaching-Gruppe klären.

Schließlich stehen wir vor der Herausforderung, wie der Prozess auch über das Coaching hinaus weiterverfolgt und wie die Geschäftsführung der BKJ zusammen mit dem Vorstand (weiterhin) gut eingebunden werden kann.

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) e. V. ist der Dachverband für Kulturelle Bildung in Deutschland. Über 50 bundesweite Fachorganisationen und Landesverbände haben sich in der BKJ zusammengeschlossen. Die BKJ engagiert sich für eine vielfältige und inklusive Praxis sowie ein reichhaltiges Angebot Kultureller Bildung – für jeden Menschen zugänglich, von Anfang an und ein Leben lang – und setzt sich in der Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik für bessere Rahmenbedingungen ein.

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Deutscher Bibliotheksverband: Kommunikationsstrategie für den internationalen Fachaustausch

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

  • Erarbeitung einer Strategie für die internationale Kooperation innerhalb des Verbandes
  • Definition von Zielen zur internationalen Kooperation und Vorschläge zu ihrer Erreichung
  • Strategische und schriftliche Verankerung der Bedeutung der internationalen Kooperation, um über allgemeine und unspezifische Beteuerungen der Bedeutung des internationalen Austauschs im Bibliotheksbereich hinauszukommen
  • Regelung der Interessenvertretung zum Internationalen innerhalb der deutschen bibliothekarischen Verbandslandschaft

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

  • Als Ergebnis aus dem Diskussionsprozess und der Beschäftigung mit der Konkretisierung des anfänglichen Ziels einer Strategie-Erarbeitung kam es zur Entwicklung einer Kommunikationsstrategie des Internationalen.
  • Verschiebung von Prioritäten durch die Pandemie-Einschränkungen, die es schwierig machten, den internationalen Bibliotheksaustausch zu bewerben und seine Vorteile mangels möglicher Reisetätigkeit darzustellen.
  • Relativierung des Wunschs nach einer festgefügten Verankerung und Verortung des Internationalen: Die Vorteile, die eine flexible Handhabung und Festlegung mit sich bringen, wurden in den Fokus gerückt und führten zu einer Veränderung des ursprünglichen Ziels.

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

Den größten Gewinn sehen wir darin, dass wir zum einen durch den Coaching-Prozess, seine Struktur, die Termine und die Verabredungen aus dem Coaching „gezwungen“ wurden, uns im vollen Arbeitsalltag mit diesem Thema intensiv und über einen längeren Zeitraum zu befassen. Zum anderen liegt er darin, dass wir mit der Coach* eine „exklusive“ Ansprechpartnerin hatten, die sich mit unserer Thematik auseinandergesetzt hat und durch ihre Perspektive dem Diskussions- und Entscheidungsprozess wertvolle Anregungen gab. Daraus ergaben sich eine Anzahl von Verbesserungen, die direkt umgesetzt werden können und die die Bedeutung des Internationalen stärken.

Wir sind sehr zufrieden, dass wir mit der Erarbeitung einer Kommunikationsstrategie für den internationalen Fachaustausch ein konkretes Ergebnis, ein Produkt, aus dem Prozess entwickelt haben. Sehr bereichernd für den Prozess war auch die Zusammenarbeit innerhalb des Teams, in diesem Fall zwischen den für internationale Kooperation und für Kommunikation zuständigen Kolleg*innen. Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen des Diskussionsprozesses, aus denen sich grundlegende Erkenntnisse und auch „Aha-Momente“ ergaben. So konnten wir Vorstellungen, die zuvor als dringend notwendig erachtet wurden, durch den Coaching-Prozess aus einer anderen Perspektive wahrnehmen und entsprechend einordnen.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Die Herausforderungen kamen durch die Pandemiebeschränkungen von außen. Reale Treffen waren nicht möglich, ursprünglich geplante Vorträge zum Coaching-Prozess in diversen Gremien konnten nicht stattfinden. So war beispielsweise beabsichtigt, den Verbandsvorstand in einer Strategiesitzung in diesen Prozess einzubinden, was aus Pandemiegründen nicht stattfinden konnte. Das hat den Gesamtprozess nicht verhindert, aber Abläufe und Vorhaben
verändert.

Ein großes Vorhaben, die schriftliche Verankerung der Bedeutung des internationalen Wissenstransfers in Strategien und Planungen, wurde während des Prozesses berechtigterweise relativiert. Grund dafür war, dass die Komplexität der Einbindung in die Verbandsstrukturen durch den Coaching-Prozess insgesamt neu gesehen wurde. Damit wurden auch die Vorteile einer flexiblen Handhabung deutlich und wir erkannten, dass zum Teil Ansprechpartner*innen dazu
neu zu definieren sind. Die Einsicht, dass es für einige langfristige Entwicklungen einen längeren Zeitraum benötigt als die Spanne des jetzigen Coaching-Prozesses und dass es zielführender ist, Schritt für Schritt langfristig weiter daran zu arbeiten, ist eine positive und motivierende Erkenntnis.

Deutscher Bibliotheksverband

Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) ist eine starke Gemeinschaft für Bibliotheken aller Sparten und Größenklassen: Staats- oder Universitätsbibliotheken, Stadt- oder Gemeindebibliotheken, Spezialbibliotheken oder kirchliche Bibliotheken, Fahrbibliotheken oder Ausbildungsstätten. Seit über 60 Jahren packen die dbv-Mitglieder gemeinsam die Herausforderungen der Gegenwart an und machen für ihre Bibliotheksnutzer*innen die Bibliothekswelt fit für die Zukunft. Schwerpunktthemen der Arbeit sind die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Bibliotheksangeboten, die Digitalisierung und digitale Medienangebote, Urheberrechtsfragen in der digitalen Gesellschaft, die Förderung der Schlüsselkompetenz Lesen und die Nutzung von Information und Medien.

Aktivitäten

Total Digital! Lesen und erzählen mit digitalen Medien
Das Förderprogramm des dbv im Rahmen des BMBF-Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ unterstützt Projekte digitaler Leseförderung für Kinder und Jugendliche, deren Zugang zu Bildung erschwert ist.
www.lesen-und-digitale-medien.de

Gütesiegel Buchkindergarten
Gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels zeichnet der dbv Kindergärten für herausragendes Engagement in der frühkindlichen Leseförderung aus.
www.guetesiegel-buchkindergarten.de

Kontakt

Deutscher Bibliotheksverband (dbv) e. V.
Bundesgeschäftsstelle
Fritschestraße 27–28
10585 Berlin
Telefon +49 (0) 30 - 64 49 899 - 10
Fax +49 (0) 30 - 64 49 899 - 29
Mail dbv(at)bibliotheksverband.de
Web www.bibliotheksverband.de

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Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur und Kulturpädagogik Rheinland- Pfalz: Schnell konkret werden und in den Pandemie-Herausforderungen die Vorteile sehen

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

  • Wir wollten allgemein unseren Begriff von Internationalisierung reflektieren und definieren und uns dementsprechend für die Zukunft aufstellen. Mit der Gründung einer eigenen AG, inspiriert durch die Initiative Welt-Öffner, wollten wir uns dem annehmen.
  • Ziel vor Beginn des Coachings war es, anhand bestehender Projekte im Kulturbüro – hier aufgrund der Zusammensetzung des Welt-Öffner-Teams die Freiwilligendienste – Kontakt zu einem internationalen Projektpartner aufzunehmen für eine im Idealfall regelmäßige Kooperation. Wie diese Kooperation aussehen sollte, war noch offen.
  • Ein weiteres Ziel war es, den Incoming-Bereich in den Freiwilligendiensten auszubauen und die Bedingungen allgemein zu verbessern.

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

  • Wir sind von der Meta-Ebene weggegangen, um konkrete Projekte zu verfolgen. Dies macht es einfacher, den Internationalisierungsprozess im eigenen Tun zu erfahren, um ihn schlussendlich in einem Leitbild zu definieren. Dies bedarf aber mehr Zeit und auch der Mitarbeit des gesamten Kulturbüro-Teams. Daher möchten wir den Prozess auch nach dem Coaching weiterverfolgen.
  • Das ursprüngliche Ziel hat sich nicht geändert, sondern von der anfänglichen Idee bis heute hat sich im Laufe des Prozesses etwas geändert: Zunächst war ein Freiwilligenseminar in einem Land des Globalen Südens angedacht. Daraus hat sich nun ein Austauschprojekt mit Ruanda entwickelt.
  • Als zweite Idee hat sich die Forcierung des Incomings in den Freiwilligendiensten herausgebildet.

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

Ein Highlight war, dass wir sehr schnell sehr konkret geworden sind, was schon ein Jahr später zu einem Förderantrag für einen Jugendkulturaustausch geführt hat. Es war gut, Schritt für Schritt voranzukommen, eine Idee sich herauskristallisieren zu lassen, die sich auch immer wieder verändert, aber trotzdem das Gefühl zu haben, wir kommen voran.

Gut war die Kontinuität durch die professionelle Begleitung unserer Coach*, die uns liebevoll und „streng“ dazu gebracht hat, aktiv zu bleiben, Aufgaben abzuarbeiten und weiterzudenken. Die Protokolle und Gesamt-Struktur unserer Coach* haben sehr geholfen uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Sie war wie ein Anker, der uns die Struktur vorgegeben hat, in der wir „spielen“ konnten. Sie hatte eine sehr gute Art, unsere Gedanken zu bündeln, uns die entscheidenden Fragen zu stellen, um voranzukommen. Nachbereitung und Vorbereitung der nächsten Treffen haben uns immer wieder am richtigen Punkt weiterarbeiten lassen.

Die Kontakte zu externen Expert*innen, die uns mit ihrem Wissen und dem Austausch allgemein bereichert haben, waren ein Ansporn, dran zu bleiben, und haben uns gezeigt, dass man sich von außen gut Informationen und Weiterbildung holen kann.

Ein weiteres Highlight war, dass wir einen tollen Partner in Ruanda gefunden haben, mit dem wir uns eine nachhaltige Zusammenarbeit vorstellen können.

Bezüglich Incoming haben wir gut Informationen vorbereitet. Es gilt nun, Einsatzstellen dafür zu gewinnen. Ggf. brauchen wir im weiteren Prozess auch einen festen internationalen Kooperationspartner, der Incomer*innen entsendet. Der Kontakt zu den Schulen im Bereich Incoming ist auch ein Highlight, der die Prozesse im Bereich Internationalisierung von uns und von den Schulen zusammenbringt. Der Austausch unter den Schulen und auch das Motivieren neuer Schulen, sich auf den internationalen Weg zu machen ist eine gute Entwicklung.

Der formale Rahmen durch die Initiative Welt-Öffner hat geholfen, dass wir uns als Büro tatsächlich auf den Weg gemacht haben ein internationales Projekt anzugehen. Spannend ist auch, sich darüber bewusst zu werden, was der Internationalisierungsprozess auch mit uns persönlich macht.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Zeit, Geduld, Ausdauer: Internationale Kooperationen brauchen ihre Vorbereitungszeit, zumal in Zeiten von Corona. Das muss man auch aushalten lernen. Anders gesagt: Internationalisierung ist schön, macht aber viel Arbeit, die leider doch obendrauf kommt. Der Einsatz lohnt sich, bedarf aber auch der Akzeptanz der Geschäftsleitung und des Kollegiums.

Corona warf die Frage auf: Kann man einen Austausch während einer globalen Pandemie durchführen oder nicht? Und wie wird die konkrete Umsetzung aussehen? Die Zwangspause durch Corona hat aber auch dazu geführt, dass wir den Raum und die Zeit hatten, uns mit der Initiative Welt-Öffner allgemein auseinanderzusetzen. Auch der Fakt, dass wir durch die digitalen Treffen uns zwar kürzer aber dafür öfter gesehen haben, war gut für die Effektivität. Die Herausforderungen durch die Pandemie waren für uns somit eher von Vorteil.

Eine große Herausforderung besteht nun noch darin, auch den Rest des Kulturbüro-Teams einzubinden. Dafür braucht es eine richtige Strategie, die wir nach dem Ende der Initiative Welt-Öffner gerne weiter erarbeiten wollen. Gegebenenfalls bedarf es eines weiteren Coachings. 

Soziokultur & Kulturelle Bildung RLP e. V.

Der Landesverband Soziokultur & Kulturelle Bildung RLP e. V. stärkt mit dem Kulturbüro Rheinland-Pfalz die kulturelle Kompetenz von Erwachsenen und Jugendlichen. Das Kulturbüro versteht sich als Dienstleistungseinrichtung für die Kulturschaffenden und Künstler*innen des Landes. Ziel ist es, einerseits kulturelle Einrichtungen und Institutionen sowie Künstler*innen in ihrer Arbeit zu begleiten, sie zu beraten und zu qualifizieren und so ihre Zukunftsfähigkeit zu stärken und andererseits junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsbildung zu unterstützen und an die Kultur heranzuführen. So sind in den vergangenen Jahren immer wieder neue Aufgabenfelder hinzugekommen, die sich hauptsächlich mit den Bereichen Bildung und Weiterbildung, Qualifizierung und Professionalisierung sowie Vernetzung beschäftigen.

Kontakt

Kulturbüro Rheinland-Pfalz des Soziokultur & Kulturelle Bildung RLP e. V.
Christian-Sebastian-Schmidt-Straße 9
56112 Lahnstein
Telefon 026 21 62 315 - 0
Mail info(at)kulturbuero-rlp.de
Web www.kulturbuero-rlp.de

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Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen: Ausgebremst, aufgeschoben – aber nicht aufgehoben

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

  • Organisationsentwicklung vorantreiben insbesondere mit Blick auf Aspekte der Diversität des Verbands (als Struktur) und der Internationalisierung der verbandlichen Arbeit (Programmatik)
  • Projekte oder Programme adaptieren, initiieren und unterstützen, die internationale Anteile haben
  • Entwicklung eines Leitbilds für die LKB Hessen, das internationale Aspekte umfasst
  • Ausbau und Verstetigung des Incoming-Konzepts im Geschäftsbereich Freiwilligendienste der LKB Hessen

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

Die Ziele haben sich grundsätzlich nicht verändert, allerdings wurde deren Realisierung durch folgende Ereignisse beeinflusst:

  • Vollbremsung bzw. Verschiebung verbandlicher Aktivitäten durch Corona
  • Aussetzen bzw. Rückgang bestehender Aktivitäten – z. B. eingeschränkte Einreisemöglichkeiten für Incoming-Freiwillige durch Grenzschließungen
  • Kaum Perspektiven für Internationalisierungsaktivitäten aufgrund möglicher weiterer Lockdowns
  • Keine physischen Treffen möglich für den Organisationsentwicklungs- und Leitbildprozess, keine Workshops in Präsenz
  • Mehrere Wechsel in der Zusammensetzung des Teams Freiwilligendienste innerhalb der letzten 1,5 Jahre. So waren zu Beginn des Coaching-Prozesses andere Kolleg*innen in das Coaching involviert als zum Ende der Initiative Welt-Öffner hin.
  • Verzögerung durch einen Wechsel des Coaches*. Der Prozess lief zu Beginn – was die externe Begleitung durch den Coach* angeht – suboptimal und wenig inspirierend.
  • Schlussendlich lief es auf eine Trennung vom Coach* hinaus. Nach dem im Februar 2021 von der BKJ koordinierten Wechsel konnte der Prozess mit zwei neuen Coaches* erst im Frühsommer 2021 fortgesetzt werden.

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

Wir sind sehr zufrieden, dass wir trotz der lückenhaften Unterstützung unseres Coaches* im ersten Projektjahr und trotz ausschließlich digitaler Treffen insbesondere im Bereich der Organisationsentwicklung einen großen Schritt vorangemacht haben, da die Personen, die seitens des Verbands das Thema verantworten (Vorstandsvertretung und Geschäftsführung) sich mit großem Engagement in den Prozess eingebracht haben. Wir gehen davon aus, dass bis Jahresende 2021 ein LKB-Leitbild vorliegt; eine analoge Mitgliedertagung zur Abstimmung mit der Basis ist geplant.

Auch im Team Freiwilligendienste wird das Thema als sehr wichtig erachtet; die verzögerte Umsetzung ist den o. g. Herausforderungen zuzuschreiben und nicht mangelndem Engagement im Team. Wir sind ebenfalls sehr zufrieden, dass es uns gelungen ist, einen ehemaligen Incoming-Freiwilligen aus Côte d’Ivoire von Anfang an als Experten auf Honorarbasis in den Welt-Öffner-Prozess einzubinden.

Der Neustart im Frühsommer 2021 ist gelungen und wir sind dankbar, dass es diese Möglichkeit des Coach*-Wechsels gab. Aktuell erleben wir eine gute und konstruktive Unterstützung im Prozess, die wir bis Anfang 2022 nutzen können, um das noch offene Stundenkontingent auszuschöpfen.

Ebenfalls positiv ist, dass es dem Team Freiwilligendienste gelungen ist, trotz der Herausforderungen (siehe Frage 2) Ziele zu verschriftlichen und konkrete inhaltliche Maßnahmen zu erarbeiten.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Aufgrund der massiven Kontaktbeschränkungen und starker Verunsicherung der gesamten Arbeitszusammenhänge sowie Schwerpunktverschiebungen durch die Corona-Pandemie (auf allen Ebenen im Haupt- und im Ehrenamt) waren große Anstrengungen nötig, um überhaupt den Status quo zu erhalten oder wiederzuerlangen. Die Arbeit an Perspektiven kam oft zu kurz.

Durch den schleppenden Start und den Coach*-Wechsel hat sich die Umsetzung der Ziele verzögert. Den Leitbildprozess ausschließlich digital durchzuführen war auch eine Herausforderung. Erfahrungsgemäß ist für solche Themen ein Miteinander in Präsenz sehr wichtig. Ergo: Sollte die Mitgliedertagung nicht analog stattfinden können, wird sie nochmal verschoben.

Eine konkrete Herausforderung im Bereich Freiwilligendienste war u. a. die geringere Rücklaufquote unter den ehemaligen Incoming-Freiwilligen der LKB, die als Pat*innen für künftige Beratung und Kommunikation angefragt wurden. Hier gilt es ein neues Ziel festzulegen, wie wir ehemalige Incomer*innen und Interessierte zusammenbringen.

Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen

Die Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen (LKB) ist der Zusammenschluss von derzeit über 70 Verbänden, Arbeitskreisen, freien Trägern und Gebietskörperschaften, die landesweit in der Kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche oder generationenübergreifend tätig sind. Der Verein vernetzt die Akteur*innen in Hessen, fördert den gegenseitigen Informations- und Erfahrungsaustausch und die Weiterentwicklung von Theorie und Praxis in der Kulturellen Bildung. Im Dialog mit Politik und Zivilgesellschaft tritt die LKB dafür ein, sparten- und generationenübergreifend Verbreitung, Qualität und vielfältige Zugänge zu Kultureller Bildung zu fördern sowie Fachstrukturen auf- und auszubauen. Die LKB ist Träger der Jugendfreiwilligendienste Kultur und Bildung (FSJ/BFD) in Hessen und Regionalträger des BFD27plus für Hessen, Bayern, Thüringen und Rheinland-Pfalz sowie Träger der Landesförderprogramme Kulturkoffer und LandKulturPerlen, der Corona-Kulturberatung Hessen und der Servicestelle Kultur Macht Stark Hessen.

Aktivitäten

Kulturkoffer
Vom Landesförderprogramm Kulturkoffer sollen Kinder und Jugendliche insbesondere im Alter von 10 bis 16 Jahren profitieren, die im ländlichen Raum, in sozialen Risikolagen oder in strukturschwachen Stadtteilen aufwachsen und denen die Teilhabe an Kunst und Kultur bislang nur eingeschränkt möglich war.
www.kulturkoffer.hessen.de

LandKulturPerlen
Das Förderprogramm LandKulturPerlen widmet sich den ländlichen Räumen Hessens. Ziel ist es, bestehende Kulturarbeit sichtbar zu machen und Akteur*innen zu vernetzen. Das Team in drei Regionalbüros organisiert Kulturseminare, berät bei der Entwicklung von Projekten und bietet eigene Mikro-Projektförderungen an.
www.landkulturperlen.de

Kontakt

Landesvereinigung Kulturelle Bildung (LKB) Hessen e. V.
Kaiserstraße 56
60329 Frankfurt
Telefon +49 (0) 69 - 17 - 53 72 - 353
Mail info(at)lkb-hessen.de
Web www.lkb-hessen.de

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Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Baden-Württemberg: Eine gemeinsame Grundhaltung als Basis für kommende internationale Aktivitäten

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

  • Das Thema Internationales innerhalb der LKJ auf- und ausbauen.
  • Internationale Freiwilligendienste entwickeln (für Incoming-Freiwillige).
  • Wissenszuwachs zum Thema Internationales innerhalb des Teams generieren.
  • Möglichkeiten für internationale (Austausch-)Medienprojekte kennenlernen (Themen, Inhalte, Netzwerke, Kooperationen, Förderungen).

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

  • Neben den Freiwilligendiensten sind Begegnungen als Thema dazu gekommen.
  • Der Blick auf das Internationale hat auch den Blick auf die eigene Organisation geschärft: Wie kommunizieren wir? Was ist unsere Haltung zu bestimmten Dingen? Wie können wir die Kolleg*innen mit ins Boot holen, die nicht am Thema „Internationales“ mitarbeiten bzw. kein Interesse daran haben?
  • Klärung: was meinen wir, wenn wir „international“, „interkulturell“ oder „inklusiv“ sagen? Wo sind Schnittpunkte der Themen, wo unterscheiden sie sich?
  • Vor dem ersten Coaching waren nur die Geschäftsführung, ihre Stellvertretung und die Leitung des Büros FSJ Kultur beteiligt. Es wurde deutlich, dass mehr Mitarbeitende ins Boot geholt werden müssen.
  • Zu Beginn haben wir die internationalen Freiwilligendienste innerhalb des bestehenden FSJ/BFD gedacht. Inzwischen haben wir uns entschlossen, das Thema innerhalb der weltwärts-Freiwilligendienste weiter zu verfolgen.
  • Einen verlässlichen Partner in Südafrika finden.
  • Planung und Umsetzung digitaler Austauschformate.
  • Digitale Möglichkeiten und das Bewusstsein von Internationalität innerhalb der LKJ führten zu neuen Angeboten im FSJ Kultur.

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

Uns hat besonders begeistert, dass wir eine Gruppe gebildet haben, die das Thema über Abteilungen hinweg interessiert und verfolgt. So haben wir eine gute gemeinsame Grundhaltung entwickelt, auch wenn wir bei der Umsetzung in Programmen und Projekten noch am Anfang stehen. Zu den Highlights gehörte ein freier Bildungstag für FSJ-Kultur-Freiwillige mit Referent*innen aus Südafrika und unsere erste digitale Jugendbegegnung mit Teilnehmer*innen aus
Südafrika. Durch diese Möglichkeit, trotz Kontaktbeschränkungen ein internationales Projekt digital durchzuführen und sehr erfolgreich abzuschließen, konnte zumindest in diesem Fall eine schwierige Situation ungeahnte Chancen aufzeigen und ermöglichen. So konnten im Partnerland sogar Jugendliche erreicht werden, die sich eventuell einen gewöhnlichen Austausch aus finanzieller Sicht nicht hätten leisten können.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Corona war und ist eine große Herausforderung: für den Coaching-Prozess selbst, den wir ins Digitale übertragen konnten, und für die internationale Arbeit natürlich auch. Wie können wir unter diesen Bedingungen Netzwerke aufbauen und pflegen? Wie verändert Corona die Strukturen bei uns und in den Partnerländern?

Wir hatten bereits einen Freiwilligen aus Tansania im Team. Das war eine große organisatorische, inhaltliche und persönliche Herausforderung. Hier gilt es die Erfahrungen auszuwerten und nutzbar zu machen.

Weiter beschäftigen werden uns auch folgende Fragen: Wie kann das Thema „Internationales“ auch bei wechselnden Personen lebendig gehalten und weiterentwickelt werden? Welche Strukturen/strukturellen Veränderungen sind dafür ggf. innerhalb der LKJ noch notwendig? Und wie kann Wissenssicherung und -transfer erfolgreich gelingen?

Wir haben eine verlässliche Partnerorganisation in Südafrika gefunden. Das ist sehr wertvoll und wirft die Frage auf: Was machen wir mit anderen Ländern bzw. Partnern? Und wie viel „Internationales“ verträgt die LKJ eigentlich?

Nicht zuletzt stellt der Aufwand, neben dem „alltäglichen“ Geschäft internationale Ideen umzusetzen, eine Herausforderung dar. Die Frage bleibt: Wie schaffen wir Kapazitäten, die die Qualität und Kontinuität ermöglichen?

Coach*: Astrid Weber

Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Baden-Württemberg

Als Dachverband vertritt die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Baden-Württemberg die politischen Interessen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung auf Landesebene. Sie formuliert fachlich-politische Positionen und ist Ansprechpartner der Landesregierung. Mit großer Resonanz initiiert die LKJ Modellvorhaben und führt zahlreiche kulturelle Projekte an Schulen und außerschulischen Einrichtungen durch. Die Förderung von Kooperation und Vernetzung ist dabei von großer Bedeutung. Die LKJ ist auch Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Kultur (FSJ Kultur) in Baden-Württemberg.

Aktivitäten

Medienprojekte und Mentorenprogramm
Kreative Kultur- und Medienbildung – das bietet die LKJ in zahlreichen Projekten für Schüler*innen in Baden-Württemberg an. In Medienprojekten steigern Jugendliche ihre Medienkompetenz und werden selbst zu Produzent*innen von Audio- oder Videobeiträgen.

Als „Schülermentor Kulturelle Jugendbildung“ bringen sie mehr Kulturelle Bildung an ihre Schulen. Wer selbst kreativ wird und seine Ideen einbringen kann, lernt neben den künstlerischen und medialen Inhalten noch viel über die eigenen Stärken, die Zusammenarbeit im Team und steigert sein Selbstbewusstsein.
www.lkjbw.de/schule-kultur-medien

Publikationen

Markus Kosuch, Agnes Will (Hrsg.) (2020): Kreativ und Digital – Kulturelle Bildung in Zeiten der Digitalität in Baden-Württemberg. Stuttgart: Eigenverlag.
www.lkjbw.de/service/publikationen

Markus Kosuch (Hrsg.) (2017): Vom Mut weiterzugehen – Kulturelle Bildung mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg. Stuttgart: Eigenverlag.
www.lkjbw.de/service/publikationen

Kontakt

Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Baden-Württemberg e. V.
Rosenbergstraße 50
70176 Stuttgart
Telefon +49 (0) 7 11 - 95 80 28 10
Fax +49 (0) 7 11 - 95 80 28 99
Mail info(at)lkjbw.de
Web www.lkjbw.de

Unter der Lupe

In ausführlichen Interviews nehmen wir zwei der 13 Welt-Öffner-Coachings genauer in den Blick. Hier geht es zum aufführlichen Interview mit Vertreter*innen der LKJ Baden-Württemberg.

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Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen- Anhalt: Fokussierung auf Jugendbegegnungen und Süd- Nord-Austausch

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

  • Internationalisierung der .lkj) Sachsen-Anhalt
  • Förderung internationaler Beziehungen im Land Sachsen-Anhalt
  • Initiierung eines multinationalen Städtepartneraustausches im Jugendbereich
  • Start und Ausbau der Süd-Nord-Freiwilligendienste

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

  • Fokussierung vor allem auf die Projekte Süd-Nord-Austausch und Jugendbegegnung mit Partnerstädten Magdeburgs
  • Aus der multinationalen Jugendbegegnung wurde eine binationale Jugendbegegnung, um zunächst mehr internationale Erfahrungen zu sammeln
  • Das Ziel des Starts der Süd-Nord-Freiwilligendienste in der .lkj) Sachsen-Anhalt wurde beibehalten

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

Wir haben den ganzen Prozess sehr genossen und fühlen uns von unserer Coach* sehr gut betreut und beraten. Ihre Erfahrung in der internationalen Kinder- und Jugendarbeit hat uns bei unseren Planungen und Konzepten sehr geholfen. Sie machte uns auf Stolpersteine aufmerksam, die in der internationalen Arbeit oft auftreten. Das Gefühl „nicht allein“ zu sein und jemanden mit Erfahrung an der Seite zu haben, ließ uns viel Platz auch für ausgefallene Ideen. Die Angst, Fehler zu machen, ließ durch die gute Begleitung unserer Coach* stetig nach, denn sie schaffte es, unsere Gedanken und Ideen gut zu kanalisieren.

Gut fanden wir auch, dass der Coaching-Prozess uns viel Freiraum verschaffte, am Thema zu arbeiten und uns intensiv mit verschiedenen Modellen der Internationalisierung zu beschäftigen. Auch der intensive kollegiale Austausch, der während des Prozesses entstanden ist, ist hervorzuheben.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Die Corona-Pandemie hat uns in unseren Vorhaben stark ausgebremst. Gerade die Länder, mit
denen wir einen Süd-Nord-Freiwilligenaustausch aufbauen wollen, sind schwer von der aktuellen Situation betroffen. Die Auswirkungen von Corona machen es außerdem den potentiellen Einsatzstellen hierzulande schwer, die Einsatzstellenbeiträge aufzubringen. Dadurch ist es schwerer als gedacht, überhaupt Plätze zu finden. Der Zeitplan kommt dadurch immer wieder ins Stocken.

Wir haben mit unserer Coach* entschieden, statt einen multinationalen Jugendbegegnung zunächst eine bilaterale Begegnung zu planen und umzusetzen, um erste Erfahrungen zu sammeln und um Sicherheit in der internationalen Jugendarbeit zu entwickeln. In der Tat gestaltet sich die Kontaktaufnahme und -pflege schon allein mit einem Kooperationspartner schwierig. Dennoch sollen, wenn das erste Projekt gelingt, stetig neue Kooperationspartner eingebunden werden, damit in einigen Jahren eine multinationale Jugendbegegnung mit mehreren Kooperationspartnern stattfinden kann.

Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt

Die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Sachsen-Anhalt ist der Dach- und Fachverband im Land Sachsen-Anhalt für kulturelle Kinder- und Jugendbildung, kulturelle Freiwilligendienste im In- und Ausland sowie Breitenkulturarbeit und Soziokultur. In der LKJ sind landesweite Fachverbände der Kinder- und Jugendkulturarbeit sowie kulturelle Einrichtungen mit landesweiter Bedeutung als Mitglieder organisiert.

Die LKJ will die Interessen ihrer Mitglieder auf politischer und fachlicher Ebene vertreten und die Förderung der Kulturellen Bildung und soziokulturellen Angebote sichern und verbessern. Neue Impulse für die fachspezifische Arbeit werden entwickelt und mit internationalen Jugendkultur-Projekten ein Beitrag für Weltoffenheit und Toleranz, gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt geleistet.

Publikationen

Torsten Sowada, Mieste Hotopp-Riecke (Hrsg.) (2020): Auf dem Lande alles dicht? Ein interdiszipllinäres Lesebuch über die kreative Füllung von Leerstand. Berlin: Hirnkost.

Kontakt

Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Sachsen-Anhalt e. V.
Brandenburger Straße 9
39104 Magdeburg
Hotline +49 (0) 90 - 01 09 00 10 (48ct/min)
Telefon +49 (0) 391 - 24 45 - 160 oder +49 (0) 391 - 24 45 - 164
Fax +49 (0) 391 - 24 45 - 170
Mail info(at)lkj-lsa.de
Web www.lkj-lsa.de

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Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen: Bestandsaufnahme nach 25 Jahren internationaler Jugendkulturarbeit

Was waren die Ziele vor Beginn des Coachings?

  • Die internationale und interkulturelle Dimension in der Kulturellen Bildung im Dach- und Fachverband soll als eine Kernkompetenz herausgearbeitet und nachhaltig gestärkt werden.
  • Anregung und Förderung eines gemeinsamen Handlungsauftrages und eines Denkens über die internen Bereichsgrenzen hinaus, um Synergien zu ermöglichen, Kompetenzen zu bündeln und Erfahrungen weiterzugeben.
  • Die LKJ bietet jährlich mindestens zwei internationale Jugendbegegnungsmaßnahmen an.
  • Erwerb, Sicherung und Professionalisierung von Expertise in Sachen interkultureller und internationaler Jugendarbeit, z.B. mit Qualitätssicherungsmodulen oder Datenbanken (ehemalige Partnereinrichtungen, Akteure in Sachsen, internationale Kontaktdaten, Fördermöglichkeiten, Antragsfristen, Handouts für Neueinsteiger*innen), auch um bei Personalwechseln Wissen zu sichern.
  • Öffnung der Freiwilligendienste auch für junge Menschen aus anderen Ländern, also nicht nur Versendung ins Ausland, sondern auch Einladung nach Deutschland.
  • Einsatzstellen im europäischen Ausland weitreichender nutzen.
  • Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für internationale Begegnungsprojekte und den Freiwilligendienst Europäisches Solidaritätskorps, weil sie noch nicht ausreichend genug bekannt sind.
  • Ansprache neuer Zielgruppen durch maßvolle Teilnahmebeiträge, Mehrsprachigkeit oder einfache Sprache sowie Programminhalte, die einen hohen Lebensweltbezug aufweisen. Notwendig sind passgenaue zielgruppenspezifische Konzepte und eine Entwicklung einer neuen ÖA-Strategie.
  • Kooperationen mit Bildungs- und Sozialpartnern. • Projektteilnehmer*innen zu Mentor*innen ausbilden. Ehemalige Teilnehmende anregen, eigene internationale Projekte in die Wege zu leiten.

Wie haben sich die Ziele verändert und wodurch?

Die Ziele haben sich nicht verändert. Die Stärkung und der Ausbau der internationalen Jugendarbeit ist eine längerfristige Aufgabe. Hier wird es kaum schnelle Ergebnisse geben, da für internationale Projekte in der Regel lange Vorlaufzeiten einzuplanen sind (Antragstermine, Kontaktaufnahme mit Partnereinrichtungen).

Was waren die Highlights des Coachings bzw. des bisherigen Internationalisierungsprozesses?

Die LKJ Sachsen engagiert sich seit über 25 Jahren in der internationalen Jugendkulturarbeit. Das Coaching gab uns Raum und Zeit für einen Rückblick und eine Bestandsaufnahme unserer internationalen Jugendkulturarbeit.

Durch eine sehr gute methodische Begleitung von Brainstorming-Prozessen über die internen Bereichsgrenzen hinaus, gelang es uns, einen gemeinsamen Handlungsauftrag organisationsintern anzuregen. Im Prozess wurden Synergien, Kompetenzen und Erfahrungen überdacht, gebündelt, ermöglicht und weitergegeben. Konkret erarbeiteten wir eine organisationsinterne Diskussionsgrundlage über die Grundüberzeugung, sich für internationale Jugendkulturarbeit zu engagieren. Darüber hinaus entwickelten wir eine Zeitschiene und Überlegungen zu konkreten Umsetzungen. Die Themen Qualitätssicherung und Weitergabe von Erfahrungen und Kompetenzen, werden uns in den verbliebenen Coaching-Sitzungen beschäftigen. Besonders hilfreich war das Coaching für interne und themenspezifische Reflexionsprozesse, die eine inhaltliche und organisatorische Diskussion bei uns anregten. Auch hat das Coaching Raum geschaffen, gemeinsam zu denken bzw. bereits bestehende Erfahrungen und Wissen zu teilen.

Was waren und sind die Herausforderungen?

Eine Herausforderung ist die Bereitstellung personeller und zeitlicher Ressourcen, weshalb wir in der Umsetzung unserer Ziele noch am Anfang stehen, bzw. sie nochmals prüfen müssen.

Nach produktiven Phasen des Ideensammelns zu Beginn und der Erstellung einer Zeitschiene für den Internationalisierungsprozess war es vor allem die darauffolgende Umsetzung von konkreten Einzelschritten, die sich aufgrund fehlender personeller und zeitlicher Ressourcen als Herausforderung darstellte. Die Weiterentwicklung und Planung unserer Ideen konnten wir dadurch neben dem täglichen Arbeitsalltag und den täglichen Aufgaben nicht immer bewerkstelligen.

Innerhalb unserer LKJ-Geschäftsstelle hat sich für die Initiative Welt-Öffner eine Arbeitsgruppe gebildet, die zu den regelmäßigen Coaching-Terminen zusammenkommt und gemeinsam an der Umsetzung des Internationalisierungsprozesses arbeitet. Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass die innerhalb dieser Gruppe angestoßenen Fragestellungen und Themenbereiche auch über die AG hinausgehen und immer auch grundsätzliche Fragen der Vereinsarbeit tangieren. Somit wurden mit der Initiative teilweise auch interne Gesamtprozesse angestoßen, bei denen es immer auch die Abstimmung im Gesamtteam bedarf.

Nicht zuletzt haben auch Corona-bedingte Planungsunsicherheiten den Prozess der Umsetzung erschwert, gerade im Hinblick auf zukünftige internationale Projekte.

Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen

Die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Sachsen e. V. ist der Dach- und Fachverband für die kulturelle Kinder- und Jugendbildung in Sachsen. Sie vertritt jugend-, kultur- und bildungspolitische Belange und bietet Kindern und Jugendlichen Erfahrungs- und Erprobungsräume, ermöglicht Selbstwirksamkeit, Kompetenzerwerb, interkulturelles Lernen und zivilgesellschaftliches Engagement. Im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention leisten die LKJ Sachsen und ihre Mitgliedsverbände mit Bildungsangeboten, Wettbewerben, Fachtagungen, interkulturellen und internationalen Jugendbegegnungsprojekten sowie ihrer Lobbyarbeit einen Beitrag für mehr Bildungsgerechtigkeit und kulturelle Vielfalt. Die LKJ Sachsen setzt sich ein für das Grundrecht auf kulturelle Teilhabe und barrierefreie Zugänge für alle Kinder und Jugendlichen in Sachsen. Sie ist Trägerin für die Jugendfreiwilligendienste in den Formaten FSJ Kultur, BFD Kultur und Bildung, Europäisches Solidaritätskorps.

Aktivitäten

Kulturstarter*innen
Im Projekt „Kulturstarter*innen“ erhalten Oberschüler*innen der 7. und 8. Klassenstufe aus Nordsachsen das notwendige Handwerkszeug, um eigene kulturelle Projektideen zu realisieren.
www.lkj-sachsen.de/kulturstarter

Initiative Welt-Öffner
Die LKJ Sachsen beteiligt sich an der Initiative Weltöffner der BKJ.
www.bkj.de/internationales/initiative-welt-oeffner

Kompetenznachweis Kultur
Die LKJ Sachsen ist Servicestelle für den Kompetenznachweis Kultur.
www.kompetenznachweiskultur.de

Kontakt

Landesvereinigung Kulturelle Kinder und Jugendbildung (LKJ) Sachsen e. V.
Nordplatz 1
04105 Leipzig
Telefon +49 (0) 341 - 58 31 46 - 60
Fax +49 (0) 341 - 58 31 46 - 69
Mail info(at)lkj-sachsen.de
Web www.lkj-sachsen.de

* Die BKJ bemüht sich um gendergerechte und diskriminierungsfreie Sprache. Wir vewenden das „Gender-Sternchen“ (*), um alle Menschen einzuschließen und zu nennen, auch jene, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordnen möchten oder können. Das machen wir auch bei dem englischen Begriff „Coach“, bei dem das Sternchen am Wortende steht.

Förderer

 

Logo der Robert Bosch Stiftung
Ihr Ansprechpartner
Rolf Witte

Leitung Kulturelle Bildung International

Telefonnummer:
+49 2191 - 934 82 58
E-Mail-Adresse:
witte@bkj.de

Internationaler Newsletter jugend.kultur.austausch

 

Gefördert vom

Zur Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ist der Dachverband für Kulturelle Bildung in Deutschland.