BKJ
PRESSEINFORMATION
04. Dezember 2017

Weil freiwilliges Engagement Anerkennung braucht

Freie Fahrt für Freiwillige* – Zentralstellen unterstützen Forderung der Freiwilligen* anlässlich des Deutschen Engagement-Tags am 5. Dezember.

Kultur ohne freiwilliges Engagement? Undenkbar! Über 2.500 Freiwillige* engagieren sich jährlich allein in den Freiwilligendiensten Kultur und Bildung, die die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) bundesweit verantwortet. Für dieses wichtige Instrument der Zivilgesellschaft fehlt es aber immer noch an guten Rahmenbedingungen, die die BKJ beständig fordert. Gemeinsam mit vielen Freiwilligen* geht es nun um mehr Anerkennung.

Berlin, 4. Dezember 2017.  #freiefahrtfuerfreiwillige – die  Zentralstellen des FSJ, FÖJ und BFD unterstützen die Forderung von Freiwilligen* nach kostenfreien oder kostengünstigen ÖPNV-Tickets für alle Freiwilligen* in Deutschland in ihrem jeweiligen Bundesland. Rund 100.000 Freiwillige* in ganz Deutschland engagieren sich pro Jahr in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder einem Bundesfreiwilligendienst (BFD). Sie nehmen dabei Wege zur Einsatzstelle in Kauf, für die sie auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Busse und Bahnen sind die Verkehrsmittel Nr. 1 für viele Freiwillige*.

Am 5. Dezember werden Freiwillige* mit der Kampagne #freiefahrtfuerfreiwillige in den Sozialen Medien auf sich und ihre Forderungen aufmerksam machen. Dominik Evcimen, Bundessprecher der Freiwilligen* im Bundesfreiwilligendienst 2016/2017, weiß, wie groß der Unmut auf Seiten der Freiwilligen* bei teuren Nahverkehrstickets ist. Er hat daher die Aktion initiiert. „Es geht uns hierbei um Gerechtigkeit und Anerkennung unseres Engagements. Freiwilliges Engagement sollte gewürdigt werden und nicht noch durch Hürden wie teure Ticketpreise bei der Anreise zum Freiwilligendienst behindert werden“, erklärt Evcimen.

Busse und Bahnen sollten so günstig wie möglich für die Freiwilligen* nutzbar sein. Das ist längst nicht überall der Fall. Deshalb unterstützen die Zentralstellen die Forderung, denn:

  1. Freiwillige* müssen ihre Dienststelle erreichen,
  2. Freiwillige* sollen sich einfach und schnell mit Gleichgesinnten* treffen können,
  3. Freiwillige* sollen ohne großen finanziellen Aufwand ihre Region erkunden können,
  4. Freiwilliges Engagement erhält so mehr Wertschätzung in der Öffentlichkeit.

„Es gilt, Engagement als zivilgesellschaftliche Komponente der Umsetzung von gemeinsamen gesellschaftlichen Zielen in der neuen Legislaturperiode zu stärken. Freiwilligendienste in der Kulturellen Bildung sind ein wichtiges Erfahrungs- und Experimentierfeld, deren demokratiefördernde Potenziale weiter freigesetzt werden sollten. Durch flächendeckende kostengünstige oder kostenlose Tickets werden Zugänge in die Freiwilligendienste erleichtert und für viele Menschen erst denkbar“, betont Prof. Dr. Gerd Taube, Vorsitzender der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ).

„Die Freiwilligen* schenken anderen Menschen ihre Zeit und Tatkraft und erleben ihren Dienst als eine wertvolle Zeit der Orientierung und der Bildung – persönlich wie sozial. Ein Freiwilligenticket wäre eine sehr konkrete und nachhaltige Wertschätzung dieses besonderen Engagements“, unterstützt Dr. Petra Bahr, Beauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für Freiwilligendienste, die Forderungen.

„Durch Freiwillige* wird unheimlich viel für die Gesellschaft geleistet. Die Politik ist gefragt, wenn es darum geht, die Rahmenbedingungen für Engagement zu verbessern. Die AWO hat auf ihrer Bundeskonferenz 2016 beschlossen, sich aktiv für die Möglichkeit der vergünstigten Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs einzusetzen“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die Unterstützung der AWO für die Aktion #freiefahrtfuerfreiwillige.

Als Anerkennung erhalten Freiwillige* kein Gehalt sondern ein Taschengeld (zurzeit maximal 381 Euro, teilweise aber unter 200 Euro pro Monat), von dem oft auch noch das Fahrtgeld zur Dienststelle aufgebracht werden muss. Lasse (22, Freiwilliger in Schleswig-Holstein) findet es nicht gerecht, dass er von seinem Taschengeld auch noch 46,20 Euro für ein Monatsticket in Kiel bezahlen muss. Seiner Meinung nach müsse eine kostenfreie Nutzung des ÖPNVs im Bundesland für Freiwillige* das Ziel sein. Wilma (17, Freiwillige in Thüringen) pendelt für ihren Freiwilligendienst zwischen Jena und Weimar. Das kostet sie monatlich sogar 101,30 Euro. Ihr bleiben am Ende noch 98,70 Euro, weil der Rest des Taschengeldes auf das Sozialgeld ihrer Familie angerechnet wird.

Das Feld der Kulturellen Bildung ist wie der Kulturbereich insgesamt ohne freiwilliges bzw. ehrenamtliches Engagement undenkbar. Insbesondere durch die Engagementbereitschaft im Bereich Flucht, Migration und Integration manifestiert sich gesellschaftspolitische Gestaltungsfähigkeit.

Die Aktion verfolgen, z. B. auf:

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Die verbandlichen Zentralstellen und Bundestutorate der Freiwilligendienste in Deutschland (BFD, FÖJ, FSJ) unterstützen die Initiative der Freiwilligen* sich für kostenfreie bzw. kostengünstige Nahverkehrstickets in jedem Bundesland einzusetzen. Die Freiwilligendienste sind wichtige Bildungsjahre und Orientierungszeiten und eine besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland.

 

Über die BKJ

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) ist Zentralstelle und bundeszentraler Träger für die Freiwilligendienste Kultur und Bildung. Das FSJ Kultur, FSJ Politik, FSJ Schule sowie der Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung sind Angebote des Trägerverbundes Freiwilligendienste Kultur und Bildung. http://freiwilligendienste-kultur-bildung.de

Die BKJ ist der Dachverband der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Deutschland. Sie ist ein Zusammenschluss von 56 bundesweit agierenden schulischen und außerschulischen Institutionen, Fachverbänden und Landesdach­organisationen der Kulturellen Bildung. Die Mitgliedsorganisationen repräsentieren die unterschiedlichen Künste, Kultursparten und kulturpädagogischen Handlungsfelder. Ihr Ziel ist die Weiterentwicklung und Förderung der Kulturellen Bildung: gesellschaftlich sensibel, nachhaltig, möglichst für jeden Menschen zugänglich, von Anfang an und ein Leben lang.
www.bkj.de

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Für die BKJ: Johanna Faltinat
Referat Kommunikation und Veranstaltungen
Fon +49(0)30. 48 48 60-16
presse@bkj.de

Für die verbandlichen Zentralstellen und Bundestutorate der Freiwilligendienste in Deutschland (BFD, FÖJ, FSJ):
Philipp Heintze
Fon +49(0)30.263 09-341
philipp.heintze@awo.org



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