Aus der Praxis

„Kulturbühne“ in der Schule fest verankert

24.09.19

Mobbing, Sehnsucht und außerirdisches Leben – auf der Kulturbühne der Neurott-Gemeinschaftsschule gewähren die Kinder und Jugendlichen der Öffentlichkeit Einblicke in die Vielfalt ihrer (Fantasie-)Welten.

Was im Rahmen des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen“ im Jahr 2012 entstand, ist sieben Jahre später eine echte Institution: Die Kulturbühne. Schüler*innen präsentieren in einem abendfüllenden Kulturprogramm, was sie im Regelunterricht gemeinsam mit Lehrer*innen und Künstler*innen entwickelt haben. Mal nehmen sie die Zuschauer*innen mit auf eine filmische Zeitreise, mal lassen sie sie den polarisierenden Bewegungen ihrer Performance „Ich im Zweifel“ folgen oder „Neue Horizonte“ in der Pop-Akademie entdecken.

800 Kinder und Jugendliche haben bereits auf der Bühne gestanden. Die Aufführungen im imposanten großen Musiksaal der Schule, mit eigener Licht- und Technikausstattung, sorgen nicht nur für extrem hohes Lampenfieber bei den Darsteller*innen, sondern haben inzwischen Kultcharakter bei den Zuschauer*innen erlangt, das sich über die Jahre längst zum Stammpublikum formiert hat.

„Die ‚Kulturbühne‘ der Neurott-Gemeinschaftsschule ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Kulturelle Bildung aus einem Konzept des Kulturagenten-Programms heraus nachhaltig im Schulprofil verankert werden kann. Die Kooperation ist gut strukturiert, langfristig angelegt und wirkt in die Schulstrukturen hinein. Ein solides Schnittstellenmanagement, verlässliche Formate und zahlreiche kulturelle Partner tragen dazu bei, Schule neu zu denken und zu gestalten – als Kultur- und Lebensort.“

MIXED UP Jury 2019

Die Umbenennung der Hauptschule zur Neurott-Gemeinschaftsschule im Schuljahr 2016/2017 hat die Schule zur Schärfung ihres kulturellen Profils genutzt: Sie ist eine „Gemeinschaftsschule mit LernKultur, die den Wert Kultureller Bildung erkannt hat und dies verlässlich allen Schüler*innen eröffnen will“, so Joachim Rumold, Schulleiter der Neurott-Gemeinschaftsschule. Seitdem findet Kulturelle Bildung sein verlässliches Format im Regelunterricht wie auch im Ganztag der Primar- und Sekundarstufe.

Diese Kooperation ist Preisträger im MIXED UP Bundeswettbewerb für kulturelle Bildungspartnerschaften 2019 in der Kategorie Dauerbrenner.

Kultur nach Plan

Die Kulturbühne ist weiterhin fester Bestandteil des „LernKultur“-Profils. Zwei bis drei Kulturbühnen-Veranstaltungen finden jährlich statt. Eine „gehört“ den Viertklässler*innen zum Abschluss ihrer Grundschulzeit. Auf der Herbst-Kulturbühne präsentieren Schüler*innen fächer- und klassenstufenübergreifend ein künstlerisches Programm zu einem gemeinsam vereinbarten Jahresthema. Involviert sind die Klassenstufen acht bis zehn in den Fächern Bildende Kunst, Technik, Alltagkultur, Ernährung und Soziales, Musik und Sport. Seit dem Jahr 2018 steht für die Schüler*innen der sechsten Klassen ein wöchentlicher „Kulturnachmittag“ auf dem Stundenplan. Als Teil des Kultur-Curriculums steht dann Zeit zur Verfügung, damit Lehrer*innen, Künstler*innen, Schulsozialarbeiter*innen und Freiwilligen im FSJ  weitere Kulturbühnen-Events planen und vorbereiten können.

Daneben können die Schüler*innen der Neurott-Gemeinschaftsschule an verschiedenen Arbeitsgemeinschaften (AG) teilnehmen, z. B. an der AG Bühnentechnik, der Chor- und der sogenannten Orff-AG, in der Klassenband mitmachen und Theater, Museen und Lesungen besuchen.

Zusammenarbeit gestalten

Mit der Einführung des kulturellen Profils hat die Neurott-Gemeinschaftsschule ein Kulturteam aus Lehrer*innen, Schulleitung und Kulturbeauftragtem installiert, welches das Programm der Kulturbühne maßgeblich begleitet.

Der*die Kulturbeauftragte fungiert als Mot(ivat)or*in der Kulturbühnen und ist das Bindeglied zwischen künstlerischen Partner*innen, Lehrer*innen und der Schulleitung. Er*Sie begleitet die Projekte, bereitet die Präsentationen vor und übernimmt die Nachbereitung. Der*Die Kulturbeauftragte und die Schulleitung wählen gemeinsam die Künstler*innen aus, organisieren Planungstreffen von Lehrkräften und Künstler*innen, schließen Vereinbarungen und kümmern sich um die Abrechnung.

Seit dem das Programm „Kulturagenten für kreative Schulen“ im Jahr 2015 ausgelaufen ist, wird die Kulturbühne vom Schulträger finanziert.

 

ProjektwebsiteKulturbühne
Das sind die Kooperationspartner

Neurott-Gemeinschaftsschule, Ketsch
Theaterwerkstatt Heidelberg
und weiteren Partnern

Zitiervorschlag

BKJ: „Kulturbühne“ in der Schule fest verankert
https://www.bkj.de/ganztagsbildung/mixed-up-wettbewerb/wissensbasis/beitrag/kulturbuehne-in-der-schule-fest-verankert/
Remscheid und Berlin, .

    BKJ-Inhalt

    Typo: 357

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