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Publikation

Zukunft Zivilgesellschaft: Junges Engagement im digitalen Zeitalter

Dritter Engagementbericht

14.05.20

Titelbild Dritter Engagementbericht

Im Mittelpunkt des Dritten Engagementberichts steht die Frage, wie sich gesellschaftliche Teilhabe und freiwilliges Engagement durch die Digitalisierung verändern und welche Folgerungen sich daraus für die Engagementpolitik ergeben.

Der Engagementbericht macht v. a. deutlich, welche Rolle die Digitalisierung im Engagement junger Menschen einnimmt und analysiert neue Themen, Praktiken und Typen des Engagements, die durch die Digitalisierung entstehen. Formuliert werden zudem Perspektiven für ein demokratisches Zusammenleben in einer digitalisierten Gesellschaft sowie Handlungsempfehlungen für Politik und Zivilgesellschaft mit Maßnahmen zur Stärkung des digitalen Engagements und zur Digitalisierung des Engagementsektors.

Ergebnisse

  • Das Engagement junger Menschen findet überwiegend im Verein und Verband statt. Egal in welcher Organisationsform sich junge Menschen engagieren, sie nutzen vielfach digitale Medien und Werkzeuge für ihr Engagement. 43,2 Prozent der jungen Menschen lassen sich als digital Engagierte beschreiben, die sich teilweise oder sogar gänzlich mittels digitaler Medien engagieren.
  • Im Engagementbereich Kultur und Musik, aber auch im Bereich Freizeit oder Politik, sind die digital Engagierten überproportional vertreten. Digital Engagierte finden sich außerdem sehr viel häufiger in selbstorganisierten Gruppen oder Initiativen, sie wollen „etwas Sinnvolles tun“ und „für die Gesellschaft etwas bewegen“. „Unverbindlichkeit“ und „zeitliche Selbstbestimmung“ haben bei den digital Engagierten zudem ein größeres Gewicht.
  • Soziale Medien erfüllen für das Engagement junger Menschen eine wichtige Funktion z. B. bei der Recherche nach Engagementmöglichkeiten bzw. Themen, für die sie sich einsetzen wollen. Gerade für Jugendliche im ländlichen Raum scheinen onlinebasierte Engagementmöglichkeiten besonders relevant zu sein, um persönliche Interessen, zeitliche und soziale Ressourcen miteinander verbinden zu können. Soziale Netzwerke werden auch als Raum für neue Teilhabe- und Bildungserfahrungen wahrgenommen, es entsteht eine spezifische digitale Kultur des Engagements. Über das Engagement haben Jugendliche die Chance zur Mitbestimmung, damit trägt es zur Demokratiebildung bei. Digitales Engagement erschließt damit neue Beteiligungsdimensionen für alle Bürger*innen.
  • Digitalisierung wird selbst zum Thema, für das sich Menschen engagieren, ob bei Datenschutz oder Fragen zum Zusammenleben in einer digitalisierten Welt.
  • Digitalisierung bedeutet gleichsam für die Organisationen, in denen Engagement stattfindet, einen Strukturwandel, der viele Potenziale für die Organisation bietet, sie aber v. a. mit Blick auf fehlende Ressourcen und Kompetenzen vor Herausforderungen stellen kann.
  • Digitale Plattformen für die Zusammenarbeit während des Engagements oder auch die Finanzierung von Vorhaben sind wichtig und werden immer wichtiger, es existiert aber eine große Bandbreite an Plattformen.
  • Die Entwicklung hin zu einer digitalisierten Zivilgesellschaft zeichnet sich ab, denn zivilgesellschaftliche Akteur*innen begreifen Digitalisierung nicht als rein technologische sondern als gesellschaftliche Aufgabe.

In den Handlungsempfehlungen finden sich u. a. zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Jugendarbeit. Die Sachverständigenkommission empfiehlt außerdem die Anerkennung digitalen Engagements junger Menschen, die Forschung zum Thema und wissenschaftliche Beobachtung sowie Koordinierungs- und Förderstrukturen, die das digitale Engagement und die Digitalisierung des Engagementbereichs unterstützen, zu stärken.

Eine kurze Video-Einführung in den Engagementbericht durch die Vorsitzende der Sachverständigenkommission, Prof. Dr. Jeanette Hofmann, gibt Einblick in die zentralen Ergebnisse.

Die wichtigsten Ergebnisse sind in einer Kurzfassung veröffentlicht. Die Langfassung samt Stellungnahme der Bundesregierung steht ebenfalls zur Verfügung.

Der Engagementbericht einer unabhängigen Sachverständigenkommission wurde am 21. Januar 2020 an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) übergeben und im Mai 2020 um die Stellungnahme der Bundesregierung ergänzt.

Vollständiger Titel

Dritter Engagementbericht. Zukunft Zivilgesellschaft: Junges Engagement im digitalen Zeitalter. Zentrale Ergebnisse

Herausgeber*innen

Geschäftsstelle des Dritten Engagementberichts: Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG)

Ort

Berlin

Jahr

2020

Seitenzahl

36

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Ihr Ansprechpartner
Jens Maedler

Leitung Freiwilliges Engagement und Ehrenamt

Fon: +49 (0) 30 - 48 48 60 - 28Mail: maedler@bkj.de

 

Gefördert durch

Zur Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ist der Dachverband für Kulturelle Bildung in Deutschland.