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15.02.2017 /// BKJ und Mitglieder setzen Ehrenamt in der Kultur als Thema

Auf der Fachtagung „Ehrenamt in der Kultur – Zukunft des freiwilligen Engagements“ am 20. und 21. Januar 2017 in der Bundesakademie Trossingen haben sich die BKJ und ihre Mitglieder u. a. über Nachwuchsgewinnung und Organisationsmodelle der Vorstandsarbeit ausgetauscht. Die BKJ wird diese Themen durch eine Zusatzauswertung zum Freiwilligensurvey für die Bereiche Kultur und Musik und eine gemeinsame Positionierung ihrer Mitglieder weiter verfolgen.

Die BKJ erhielt aus der Mitgliedschaft immer wieder Impulse, das Thema Ehrenamt stärker aufzugreifen. Daraufhin hat die BKJ im Jahr 2015 den Fachausschuss Ehrenamt und Engagement ins Leben gerufen, der nun für die Fachtagung verantwortlich zeichnete. 

Marleen Mützlaff

Marleen Mützlaff (Mitglied des BKJ-Vorstands) verwies in der Begrüßung zur Fachtagung auf die Wurzeln der Kulturellen Bildung. Sind doch die bürgerliche und proletarische Laienbewegung der historische Ausgangspunkt der Vereine und Verbände in der Kulturellen Bildung. Auch bei zunehmender Professionalisierung sind Ehrenamt und Engagement eine Grundkonstante und feste Größe geblieben. „Jeder große innovative Schub fußt auf Engagement. Und mit Blick auf die Aufnahme- und Willkommenskultur, die dieses Land zuletzt geprägt hat, dürfte klar sein, dass es dieses Zeugnis einer offenen Zivilgesellschaft – ohne das Engagement Vieler – nicht gegeben hätte“, führte sie weiter aus. 

Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände, Ernst Burgbacher, betonte in seinem Grußwort die politische Dimension des Themas. Als parlamentarischer Staatssekretär a. D. des Bundeswirtschaftsministeriums beklagte er in seinem Vortrag „Zwischen Lückenbüßer und Gestalter: Bedeutung von Ehrenamt und Engagement in der Kultur“ die schwache Außenwahrnehmung des Engagements und stellte dem die immense Wirkung gesellschaftlichen Engagements auf die positive Entwicklung des Gemeinwesens anschaulich gegenüber.

Dr. Thomas Röbke, Sprecher des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE), schloss mit seinem Fachimpuls „Gut eingerichtet zwischen Geselligkeit, Gemeinnützigkeit und Geflüchteten? – Vor welchen Herausforderungen Vereine stehen“ an. Anhand seiner Praxiserfahrungen und der Ergebnisse, die das Modellvorhaben der Robert Bosch Stiftung „Engagement braucht Leadership – Stärkung von Vereinen und ihren Vorständen als Zukunftsaufgabe“ zutage gefördert hat, konnte er die „Problemzonen“ der Vereinsarbeit benennen: Angefangen beim Dienstleistungsbewusstsein der Mitglieder über die sinkende Anerkennung für Ehrenämter, zunehmenden Wettbewerbsdruck auf Kosten der Gemeinwohlorientierung, steigende Professionalisierung und interne Abwertung des Ehrenamts bis hin zu den stetig wachsenden fachlichen und bürokratischen Anforderungen reichte seine Analyse.  

„Aber wo, wenn nicht im Ehrenamt lässt sich so viel gestalten und was ist zu tun?“ Unter den zahlreichen Beispielen, die Röbke benannte, stach die Identifizierung strategischer Entwicklungsfelder als Orientierungsrahmen hervor. Diese lassen sich anhand der unterschiedlichen Bedarfe von Vereinen, wie zum Beispiel organisatorische Neuausrichtung, Gremiengestaltung oder innovative Mitgliedergewinnung und Identitätsbildung, beschreiben.  

Es war Dr. Mareike Alscher, die  den Blick auf diejenigen richtete, die sich bereits engagieren. Im Auftrag der BKJ wertet sie den Freiwilligensurvey 2014 für die Bereiche Kultur und Musik – die bundesweit größten Engagementbereiche – aus und hat erste Ergebnisse auf der Tagung präsentiert. Ihr Fazit: Der dominante Typ einer engagierten Person im Bereich Kultur und Musik ist weiblich, gut gebildet, erwerbstätig, mittleren Alters und wohnt im städtischen Raum. Die freiwillig Engagierten sind im besonderen Maße gemeinschaftlich und gesellschaftspolitisch motiviert. Sie schenken vor allem Kindern und Jugendlichen ihre Aufmerksamkeit. An andere Zielgruppen richtet sich das Engagement kaum. Engagierte im Bereich Kultur und Musik sind vordergründig mit der Organisation und Durchführung von Treffen und Veranstaltungen beschäftigt. Anders als die Engagierten insgesamt widmen sie sich zudem häufiger der Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit. Die Mehrheit der Engagierten im Bereich Kultur und Musik sind in einer Organisation ohne Hauptamt tätig. Das Engagement ist im Kontext von Hauptamtlichen dabei professionalisierter als jenes ohne Hauptamtliche.

In Workshop tauschten sich Teilnehmer/innen über Nachwuchsgewinnung, Monetarisierung im Ehrenamt, Organisationsmodelle der Vorstandsarbeit, bis hin zur Erschließung neuer Zielgruppen und Entlastung für das Ehrenamt aus. Auch die aktuelle Situation in den Strukturen, ermutigende Beispiele guter Praxis sowie Entwicklungen, die kritisch begleitet werden sollten, wurden thematisiert.

Die Ergebnisse der Fachtagung werden durch die BKJ gebündelt. Anhand der Ergebnisse der Zusatzauswertung zum Freiwilligensurvey 2014 für die Bereiche Kultur und Musik, die die BKJ im Sommer veröffentlichen wird, werden sich vertiefende Aussagen treffen lassen. Der BKJ-Fachausschuss Ehrenamt und Engagement wird außerdem ein Positionspapier zum Thema „Zukunft von Ehrenamt und Engagement in der Kultur“ erarbeiten.  

Die Fachtagung „Ehrenamt in der Kultur – Zukunft des freiwilligen Engagements“ war eine Kooperationsveranstaltung der BKJ mit dem Arbeitskreis Musik in der Jugend, der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände, dem Bund Deutscher Amateurtheater, der Deutschen Bläserjugend und der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen. Die Fachtagung wurde unterstützt von Jeunesses Musicales Deutschland und der Deutschen Chorjugend.

Weitere Informationen

> BKJ-Fachausschuss Ehrenamt und Engagement

Programm-Flyer zur Fachtagung 20./21. Januar 2017: [ PDF-Dokument | 2 Seiten ]

Bilder: BKJ

 

 


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