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/// Ausschuss für Kultur und Medien: Kulturschaffende kritisieren Kooperationsverbot




Vertreter der Kulturszene haben sich vor dem Bundetstagsausschuss für Kultur und Medien für eine Lockerung des Kooperationsverbotes im Bereich der Kulturförderung ausgesprochen, da dieses oft hinderlich bei der Suche nach intelligenten Lösungen sei. Gleichzeitig forderten sie auch die Kulturszene selbst auf, neue Wege zu gehen, um die zur Verfügung stehenden Mittel und Ressourcen besser zu nutzen. Der Ausschuss für Kultur und Medien hatte die Vertreter/innen zu einem öffentlichen Expertengespräch über die Struktur der öffentlichen Kulturförderung geladen.

„Künstler/innen pädagogisch schulen!“

Udo Dahmen, Künstlerischer Direktor und Geschäftsführer der Popakademie in Mannheim, beklagte die schwierige Ko-Finanzierung von Projekten zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Als Beispiel für eine gelungene Kooperation nannte er das Programm „Jedem Kind sein Instrument“, das anlässlich der Kulturhauptstadt „Ruhr.2010“ aufgelegt worden war, um es jedem Grundschulkind im Ruhrgebiet zu ermöglichen, ein Musikinstrument zu erlernen. Die kulturelle Bildung müsse insgesamt stärker in den Schulen angesiedelt werden und die Schulen dürften sich nicht nur als Ort der Ausbildung sondern auch der Kultur begreifen. Zudem sprach sich Dahmen für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Schulen und Künstler/innen nach norwegischem Vorbild aus. Dort würden Künstler/innen vor ihrer Tätigkeit an einer Schule pädagogisch geschult.

„Kulturelle Bildung wird im Vergleich zur Bewahrung des Kulturerbes vernachlässigt“

Auch der Vorsitzende des Deutschen Musikrates, Christoph Höppner, forderte die verstärkte Einbeziehung von Schulen und Kindertagesstätten als „Orte der kulturellen Erstbegegnung“. Die Kulturförderung in Deutschland konzentriere sich zu stark auf Einzelprojekte. Dass Kunst und Kultur zu einem festen Bestandteil der Bildungslandschaft in Deutschland werden müssten, forderte auch die Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, Hortensia Völckers. Norbert Sievers, Geschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft, bemängelte, dass sich die Kulturförderung zu einseitig auf die Bewahrung des kulturellen Erbes beschränke, die Kulturelle Bildung hingegen vernachlässigt werde.

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates und Moderator des Kulturkonvents Sachsen-Anhalt, wünscht sich vom Bund ein stärkeres finanzielles Engagement. Prinzipiell bilde der Föderalismus zwar den idealen Rahmen, um die kulturelle Vielfalt zu fördern und zu erhalten, allerdings müssten die Mittel entsprechend verteilt werden. Zimmermann sprach sich beispielsweise für eine Beteiligung des Bundes am Erhalt der Unesco-Welterbestätten aus. Er verwies dabei auf Sachsen-Anhalt, wo sich fünf der insgesamt 37 deutschen Welterbestätten befänden. Es sei zweifelhaft, dass das arme Bundesland die finanziellen Lasten zum Erhalt dieser Denkmäler mit gesamtstaatlicher Bedeutung auf Dauer allein tragen könnte.

„Ungenutzte Liegenschaften der freie Szene überlassen!“

Auch Christoph Knoch, Sprecher der Koalition der Freien Szene Berlin, sprach sich für staatliche Unterstützung für die Kultur und speziell freier Künstler aus. So verfüge der Bund etwa über viele aktuell ungenutzte Liegenschaften, die freien Künstlern für Konzerte oder Ausstellungen zur Verfügung gestellt werden könnten. Auch Kulturinstitutionen in den Kommunen wie Theater, Schauspiel- und Opernhäuser müssten sich für die freie Kulturszene stärker öffnen. Dieser Forderung schloss sich auch Zimmermann an. Es sei mehr Solidarität zwischen Kulturinstitutionen und der freien Szene gefordert. Dies liege im beiderseitigen Interesse.

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