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27.09.2017 /// Zugänge und Barrieren zur internationalen Jugendarbeit: Fachgespräch weckt Erwartungen

Die Ergebnisse einer „Studie zum internationalen Jugendaustausch: Zugänge und Barrieren“ sollen im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Ein Podiumsgespräch am 11. September 2017 in Berlin gab Einblicke in die laufende Untersuchung, thematisierte fachliche Erwartungen, den Stellenwert für das Arbeitsfeld Internationale Jugendarbeit sowie mögliche Handlungskonsequenzen.

Zu den Teilnehmer*innen des Fachgesprächs gehörte auch Rolf Witte, Leiter des Bereichs Kulturelle Bildung International bei der BKJ. Er sagte, er sei gespannt, welche Lücken und Schwachpunkte durch die Studie sichtbar und welche Impulse für die Weiterentwicklung angeregt werden. Zugleich warnte er vor zu großen Optimismus hinsichtlich der Handlungsempfehlungen aus der Studie. So habe es auch bei der Vorgängerstudie zu den Langzeitwirkungen internationaler Jugendarbeit die Empfehlung gegeben, mehr Reflexionsphasen nach Auslandsbegegnungen anzuschließen, was aber in der praktischen Umsetzung aus verschiedenen Gründen für die Träger kaum möglich war.

Zudem seien für die Zukunft Rahmenbedingungen erforderlich, die mehr Flexibilität für die Arbeit der Träger erlauben. Als Beispiel nannte er dezentrale Migrantenselbstorganisationen, die internationale Begegnungen durchführen wollen, aber von den Bundeszentralstellen formal nicht gefördert werden dürfen, da sie keinem Bundesverband angehören. Dabei benötige die internationale Jugendarbeit Beziehungen zu bestimmten Milieus, um Zugänge zu bestimmten Gruppen von Jugendlichen zu erreichen. Netzwerkarbeit in diesem Sinne ist aber seiner Meinung nach mit dem derzeitigen Fördersystem nur sehr schwierig umzusetzen.

Hintergrund

Von 2016 bis 2018 wird gemeinsam von vier Forschungspartnern – dem SINUS-Institut, der Technischen Hochschule Köln (Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung), dem IKO- Institut für Kooperationsmanagement Regensburg und dem Team „Freizeitenevaluation“ – das Forschungsvorhaben „Warum nicht? Studie zum internationalen Jugendaustausch: Zugänge und Barrieren“ durchgeführt. Die sogenannte Zugangsstudie soll Daten und Erkenntnisse liefern, wie hoch der Anteil junger Menschen tatsächlich ist, die an internationalen Austauschmaßnahmen teilnehmen, welche Jugendlichen vom Angebot nicht erreicht werden, welche Faktoren ihre Entscheidung beeinflussen und welche Hürden es gibt. Darauf aufbauend sollen Handlungsempfehlungen für den Abbau von Mobilitätshemmnissen formuliert werden, um möglichst vielen Jugendlichen den Zugang zu internationalen Austauschmaßnahmen zu ermöglichen. Gefördert wird die Studie vom Bundesjugendministerium und der Robert Bosch Stiftung.

Weitere Informationen

IJAB: Ausführliche Zusammenfassung des Fachgesprächs

Warum nicht? Studie zum Internationalen Jugendaustausch: Zugänge und Barrieren

Studie: Langzeitwirkungen internationaler Jugendbegegnungen – Orientierungshilfe für die Praxis (2013)


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