Das komplexe Feld der Überschneidung von internationaler Kultur- und Entwicklungspolitik ist in den letzten Jahren zunehmend wichtiger geworden, auch und gerade für Akteure aus der Kulturellen Bildung. Der Blick auf die geführten Diskurse zu "Kultur und Entwicklungszusammenarbeit" zeigt, dass damit vier grundlegend verschieden ausgerichtete Dimensionen gemeint sind:
"Kultur und Entwicklungszusammenarbeit" umfasst
- im Kontext eines weit gefassten Kulturbegriffs die allgemeine interkulturelle Kommunikation in der Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern,
- die soziokulturellen Rahmenfaktoren von Entwicklungsprozessen und -interventionen mit kulturell-sensitiven Ansätzen,
- die vielfach als "globales Lernen" bezeichnete entwicklungspolitische Bildungsarbeit innerhalb der Geberländer,
- einen engeren auf die kreativen Ausdrucksformen und somit auf Kunst und Kultur bezogenen Kulturbegriff, wobei es sich hier sowohl um die Förderung von künstlerischem Schaffen vor Ort in den Entwicklungsländern, als auch um die Präsentation und Diskussion von Kunst und Kultur aus Entwicklungsländern in den Geberländern handeln kann.
Die Grenzen zwischen den vier Dimensionen sind generell fließend und können ineinander übergreifen.
Hier finden Sie einen grundlegenden Text über dieses komplexe Feld. Der Kulturwissenschaftler Daniel Gad führt Sie in die wichtigsten Begriffe und politischen Hintergründe ein.
Daniel Gad, 2011: Kultur und Entwicklung: Kulturpolitisches Handeln in der Entwicklungspolitik – Entwicklungszusammenarbeit als Interventionsfeld von Kulturpolitik.
Download: (
PDF-Dokument, 29 Seiten, 156 KB)