Arbeitsfelder der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung



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28.11.2014 /// „Kultur macht stark“: Stand und Perspektiven

Das Bundesprogramm „Kultur macht stark“ unterstützt nun seit fast zwei Jahren „Bündnisse für Bildung“ darin, mehr kulturelle Bildungsgelegenheiten für Kinder und Jugendliche in bildungsbenachteiligenden Lebenslagen zu schaffen. Zeit für eine erste Zwischenbilanz.

von Kerstin Hübner

Die Resonanz auf lokaler Ebene ist sehr gut: Es entstehen viele neue niedrigschwellige und zugleich oft mittel- und langfristig angelegte Vorhaben. „Kultur macht stark“ spornt ganz unterschiedliche Akteure dazu an, Konzepte zu entwickeln und umzusetzen, die sich denjenigen zuwenden, die bisher selten die kreativen Freiräume und Entfaltungsmöglichkeiten durch Kulturprojekte für sich nutzen konnten. Träger der kulturellen Jugendarbeit, Kultureinrichtungen, Bildungsanbieter, Sozial-, Sport- und Jugendverbandsakteure und viele andere mehr greifen auf ihre Erfahrungen zurück, kooperieren miteinander und mit weiteren Partnern. Sie nutzen ihre bewährten Praxisformen und erproben gemeinsam Neues. Im Sinne der Zielgruppen des Programms lassen sie sich auf ungewöhnliche Partnerschaften und Perspektiven ein. So entstehen vielfältige zivilgesellschaftliche, sozialräumlich und lebensweltlich ausgerichtete Bildungsbündnisse. Nicht nur Künstler/innen und Kulturpädagog/innen machen mit, sondern auch Sozialpädagog/innen, Flüchtlingshelfer/innen, Gärtner/innen und viele andere Expert/innen. Auch Familien und Gleichaltrige („Peers“) sind eingebunden. Das Programm mit seinen umsetzenden 34 Verbänden und Initiativen bringt eine großartige Vielfalt an Bündnissen und Praxisprojekten hervor.

Vieles deutet nach zwei Jahren darauf hin, dass der Praxistest des Programms erfolgreich verläuft – der Beweis steht aber noch aus, ob sich tatsächlich die fachlichen Ziele der Verbände und Initiativen mit dem Programm einlösen. Ebenso ist noch nicht ausgewertet worden, mit welchen Methoden, Strukturen und Modellen es gelingt, mehr Teilhabe und Kooperation nachhaltig zu realisieren. Auch gilt es allmählich zu überlegen, wie das Positive über die Programmlaufzeit hinaus nachhaltig gesichert werden kann. Die Mitglieder der BKJ sind sich einig, dass das Programm vor Ort und auf der Bundesebene – in Teilen auch in den Ländern – einiges bewegt, aber dass es alle Akteure auch vor große politische, strukturelle und formale Herausforderungen stellt.

Die „Prüfung“ wird in den kommenden Monaten erfolgen: So hat das fördernde Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine fachpolitische Zwischenbilanzierungstagung für Mitte 2015 angekündigt. Ein Bundesworkshop des Qualitätsverbunds „Kultur macht stark“ hat bereits diskutiert, wie im nächsten Jahr fachlichen Wirkungen des Programms reflektiert werden können.

Die Mitgliederversammlung der BKJ hat am 24. Oktober 2014 in Bonn beschlossen, ebenfalls einen Workshop durchzuführen. Dabei wollen die BKJ-Mitglieder ihre Erfahrungen mit dem Verlauf des Programms und seiner „Architektur“ austauschen. Daraus sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die für die weitere Programmausrichtung und -beteiligung wichtig sind. Die Evaluation des Programms – im Sinne einer Aus- und Bewertung – muss weit über den Erfolg und die Gelingensbedingungen des Programms im Engeren hinaus reichen, berührt sie doch für das Feld der Kulturellen Bildung existenzielle Fragen, z. B.:

  • Auf welchem Begriff und Konzept von Selbst-Bildung, auf welchem Verständnis für die vielfältigen Lebenslagen und -welten der heranwachsenden Generation sollten Bildungsprogramme fußen, damit sie gesellschaftspolitische Ansprüche – wie z. B. Inklusion – einlösen und sich zugleich gegen eine Instrumentalisierung Kultureller Bildung verwahren?
  • Welches Verhältnis zwischen Staat und Zivilgesellschaft ist angemessen, um Verantwortungsgemeinschaft und Partnerschaft für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu sichern und zugleich die Eigenständigkeit und Autonomie von Verbänden und Initiativen ebenso wie ihre Funktion als kritisches Korrektiv zu erhalten?
  • Welche Fördermodelle sind geeignet, um vorhandene Finanzierungsstrukturen sinnvoll zu ergänzen und um Projektförderung wirksam um notwendige infrastrukturbezogene und langfristige Förderungen zu erweitern?

Kerstin Hübner leitet das Programm „Künste öffnen Welten“, mit dem die BKJ als einer von 34 Programmpartnern das Gesamtprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ umsetzt. 

Weitere Informationen

Nähere Informationen zu den Angeboten von Bündnissen auf der Deutschlandkarte des BMBF

Durch die BKJ innerhalb von „Künste öffnen Welten“ geförderten Projekte

Programmbegleitende Workshops und Konferenzen des Qualitätsverbunds „Kultur macht stark“


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