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30.04.2012 /// NUBBEK: Qualität der frühkindlichen Bildung mittelmäßig


Trotz verschiedener Reformanstrengungen in den letzten 15 Jahren hat sich die Qualität der pädagogischen Prozesse in Kindergartengruppen im Durchschnitt in Deutschland nicht verbessert. Das hat die bundesweite Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit (NUBBEK) ergeben.

Innerhalb jeder Betreuungsform bestehen NUBBEK zufolge erhebliche Unterschiede: Die pädagogische Qualität in Kindergärten, Krippen, altersgemischten Gruppen, Tagespflegestellen und Familien reicht von unzureichend bis gut und ausgezeichnet. Weiterhin ergab die Untersuchung, dass nach wie vor Ost-West-Unterschiede in der Qualität der Betreuungseinrichtungen zu beobachten sind.

Mit NUBBEK liegt die erste bundesweite Studie vor, die die Qualität der Bildung, Betreuung und Erziehung in Kindergärten und Krippen, sowie in alters-gemischten Gruppen, in Tagespflegestellen und Familien systematisch analysiert. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden in acht Bundesländern zwei- und vierjährige Kinder, ihre Familien und ihre Betreuungseinrichtungen in die Untersuchung einbezogen. Dabei besuchten die Forscher rund 2.000 Kinder und ihre Familien und begutachteten die pädagogische Arbeit in annähernd 600 Betreuungseinrichtungen. Neben mehrstündigen Beobachtungen wurden Tests mit Kindern und ausführliche Interviews mit Eltern und Fachpersonal durchgeführt sowie der Bildungs- und Entwicklungsstand der betreuten Kinder erfasst.

Motive für die Wahl der Betreuungsart untersucht

Unter anderem wurden die Motive der Familien für außerfamiliäre oder ausschließlich familiäre Betreuung untersucht. Die Mehrheit der Mütter, deren zwei- bzw. vierjährige Kinder in außerfamiliärer Betreuung waren, versprach sich davon einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Kindes, gefolgt von der Motivation die eigene Erwerbstätigkeit (wieder) aufzunehmen. Die überwiegende Mehrzahl der Mütter, die ihre Kinder ausschließlich familiär betreuten (nur Zweijährige), äußerte, dass die familiäre Betreuung ihren persönlichen Erziehungsvorstellungen besser entsprach. Allerdings gab auch ein Drittel der Befragten an, dass sie keinen Platz bekommen hatten, mehr als ein Viertel fand die Kosten für außerfamiliäre Betreuung zu hoch. Darüber hinaus wurden noch praktische Gründe, wie unpassende Öffnungszeiten, zu große Entfernung oder zu großer Aufwand erwähnt. Diese Befunde zeigen, dass die Gruppe der Mütter der nur familiär betreuten Kinder recht heterogen ist, und dass sehr unterschiedliche Motive zu dieser Situation beitragen. Die Daten legen nahe, dass es auch innerhalb der Gruppe der nur familiär betreuten Kinder eine erhebliche Anzahl von Müttern gibt, die sich auch für eine außerfamiliäre Betreuung entscheiden würden, wenn die Bedingungen hierfür besser wären.

Besonderer Schwerpunkt auf Kindern mit Migrationshintergrund

Einen besonderen Schwerpunkt legten die Herausgeber der Studie auf Kinder und Familien mit russischem und türkischem Migrationshintergrund. Sie bilden die größte Migrantengruppe in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund: Der Bildungs- und Entwicklungsstand der Kinder steht stärker mit den Lebensbedingungen in ihren Familien in Zusammenhang als mit der pädagogischen Qualität in den außerfamiliären Betreuungseinrichtungen.

Neben quantitativem Ausbau muss auch Verbesserung der pädagogischen Qualität weitergehen

Die Autoren der Studie ziehen den Schluss, dass der quantitative Ausbau der Kinderbetreuung durch nicht minder intensive Anstrengungen zur Verbesserung der pädagogischen Qualität begleitet werden muss. Der ausführliche Forschungsbericht soll im Herbst 2012 erscheinen und weitere detaillierte Aussagen zum Zusammenwirken verschiedener Betreuungsformen, zur Beschaffenheit der pädagogischen Qualität in den verschiedenen Betreuungsformen und in Familien, sowie zu Beziehungen zwischen der pädagogischen Qualität der Betreuungsformen und dem Bildungs- und Entwicklungsstand der Kinder liefern. Die Ergebnisse der Studie sollen Politik und Praxis eine wissenschaftliche Grundlage bei Fragen zur qualitativen Weiterentwicklung der Kinderbetreuung und zum Entwicklungsstand der Kinder bieten.

NUBBEK ist eine unabhängige Studie. Sie wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), der Jacobs Foundation und der Robert Bosch Stiftung, sowie den Bundesländern Bayern, Brandenburg, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen.

Öffnet externen Link in neuem FensterWeitere Informationen auf der NUBBEK-Website

Öffnet externen Link in neuem FensterBroschüre mit zentralen Ergebnissen von NUBBEK (PDF)




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