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20.04.2012 /// Kinderkommission legt Forderungskatalog zur Kulturellen Bildung vor


Die Kinderkommission des Bundestags hat eine Stellungnahme zum Thema „Kultur für Kinder“ veröffentlicht. Unter anderem fordert sie die Stärkung außerschulischer Bildungsangebote, begrüßt das Vorhaben der Bundesregierung, lokale Bildungsbündnisse mit dem Schwerpunkt Kulturelle Kinder- und Jugendbildung aufzubauen, empfiehlt den bundesweiten Ausbau des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen“ und spricht sich für eine Stärkung des FSJ Kultur aus.

Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages hat sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Kultur für Kinder“ befasst und in zwei Expertengesprächen die Meinungen und Ansichten von Sachverständigen eingeholt. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse haben zu einem umfassenden Forderungskatalog geführt, den wir hier dokumentieren.

Die Kinderkommission

  • unterstreicht die Bedeutung kultureller Bildung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und die Notwendigkeit altersgerechter Angebote für verschiedene Altersgruppen auch schon im frühkindlichen Bereich;
  • unterstützt die Anstrengungen der Bundesregierung, lokale Bildungsbündnisse gezielt mit dem Schwerpunkt der kulturellen Kinder- und Jugendbildung aufzubauen, um
    so spezielle Zugangsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien zu schaffen;
  • wirbt dafür, Kinder und Jugendliche bei der Gestaltung von Angeboten kultureller Bildung aktiv einzubeziehen;
    regt an, Eltern, das familiäre Umfeld und die Peergroup in die Angebote einzubinden;
  • begrüßt die Etablierung von Netzwerken zum Austausch von Wissen und Know-How von Schulen untereinander, zwischen Schulen und externen Kulturträgern sowie zwischen
    Kulturträgern und regt die Stärkung solcher Netzwerke
    an;
  • setzt sich dafür ein, Schulen Freiräume bei der Auswahl und zeitlichen Gestaltung passender Angebote und der Art der Kooperation mit Künstlerinnen und Künstlern für die kulturelle Bildung ihrer Schüler zu geben;
  • spricht sich für eine Aufwertung der außerschulischen Bildungsangebote aus, die zum Beispiel durch eine bessere organisatorische und inhaltliche Abstimmung mit den Schulen erreicht werden kann;
  • begrüßt die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz für die Verankerung von kultureller Bildung in den Lehrplänen der Schulen und spricht sich für verbindliche Vorgaben aus;
    fordert die Bundesländer auf, dafür Sorge zu tragen, dass mehr Schulen in die Lage versetzt werden, Ressourcen für kulturelle Angebote und die Kooperation mit externen Kulturträgern bereitzustellen;
  • setzt sich gegenüber den Bundesländern weiterhin dafür ein, dass die Vermittlung kultureller Bildung zum verbindlichen Inhalt in der Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern wird;
    regt an, in Städten und Kommunen „reale Orte“ zu schaffen, an denen Kinder und Jugendliche außerhalb von Schulen und Jugendeinrichtungen ihre künstlerischen Leistungen der Öffentlichkeit präsentieren können;
  • begrüßt übergreifende Projekte von Bund und Ländern, wie z. B. „Kulturagenten“ oder „JeKi“. Solche Projekte sollten verstetigt werden, langfristige finanzielle Planungssicherheit haben und als Modell für eine zukunftsweisende Projektkooperation von Bund und Ländern dienen;
  • fordert die Bundesländer auf, das Projekt „Kulturagenten für kreative Schulen“ aufzugreifen, die bereits in Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen tätig sind;
  • fordert die Bundesregierung auf, sich für die Sicherung der Teilhabe von Kindern, die finanziell oder sozial benachteiligt sind, einzusetzen mit dem Ziel, den Zugang zu kulturellen Angeboten unabhängig von der finanziellen Lage und sozialen Herkunft zu erleichtern;
  • unterstreicht die besondere Bedeutung des Erhalts und des Ausbaus der kulturellen Infrastruktur (von Musikschulen, Bibliotheken, Jugendeinrichtungen, soziokulturellen Zentren etc.) gerade im ländlichen Raum;
  • begrüßt die Fülle von Projekten zur Förderung der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund bzw. der inklusiven kulturellen Bildung und fordert eine Ausweitung solcher Angebote;
  • sieht das Potential der Medien und der neuen Medien bei der Verbreitung kultureller und künstlerischer Angebote und wirbt dafür, die Bemühungen um altersgerechte und qualitativ hochwertige Angebote auch im Internet zu verstärken;
  • begrüßt das Engagement Ehrenamtlicher und die Leistung von Freiwilligen unter anderem im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur und setzt sich für dessen weitere Stärkung ein;
  • regt die Erstellung einer Kultur- bzw. Bildungsstatistik an, die aussagekräftige Daten über kulturelle Bildungsangebote beinhaltet;
  • regt die Erstellung von Statistiken zur Wirkungsforschung von kultureller Bildung an. Ziel ist der Gewinn von validem Zahlenmaterial, aufgegliedert nach Altersgruppen. Insbesondere die Gruppe der unter Dreijährigen sowie der Einfluss von Elternhaus/familiärem Umfeld, der Freunde/Peergroup bzw. der Schule oder Kita sollte verstärkt in den Blick genommen werden;
  • begrüßt die Erstellung des zweiten Jugendbarometers, dessen Ergebnisse dazu dienen sollen, kulturelle Bildung stärker in die Fläche zu bringen;
  • begrüßt das Engagement und den Beitrag privater Stiftungen und Spender, die Projekte und Angebote kultureller Bildung finanziell unterstützen;
  • begrüßt Pilotprojekte des Bundes und Projekte von überregionaler, nationaler Bedeutung wie „Jugend musiziert“ und setzt sich für deren Weiterentwicklung ein.

In der Stellungnahme heißt es außerdem, Kulturelle Bildung fördere die sozialen Kompetenzen der Kinder; diese seien „Schlüsselqualifikationen für ihre weitere Entwicklung und das spätere Berufsleben“. Aber neben diesen Transferwirkungen gehe es „auch und vor allem um den Eigenwert von Kunst und Kultur, der Kindern Erfahrungsräume eröffnet, die jenseits der Vorbereitung auf ihre zukünftigen Rolle als Erwerbstätige oder Konsumenten liegen“.

Öffnet externen Link in neuem FensterDie vollständige Stellungnahme „Kultur für Kinder“ vom 18.04.2012 (PDF)

Öffnet externen Link in neuem FensterStellungnahme „Kinder und Kultur“ vom 07.04.2008 (PDF)




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